Murmelbahn - Eure Tipps zur Fräsung

Lurchi18

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Hallo,

ich bin eher ein Neuling im "woodworking", habe meine ersten Projekte vollendet und mir zuletzt einen Frästisch gebaut. Ich möchte nun für meine Tochter eine Murmelbahn bauen. Dabei bin ich mir nicht sicher, wie ich Kurven am besten herstellen kann. Auf dem Foto seht ihr, wie die Kurve aussehen soll, das Bild gibt es auch hier zu sehen:

https://images.otto.de/asset/mmo/fo...erste-kugelbahn-grundpackung-bunt-9383546.jpg

Zur Verfügung habe ich neben der eingebauten Fräse noch eine weitere Oberfräse und eine Stichsäge.

Wie würdet ihr:
a) die Rundung der Kurven herstellen?
b) die Vertiefung für die Murmel in einer Kurve herstellen?

Das ganze sollte dabei möglichst gut und einfach reproduzierbar sein, da viele gleiche Teile hergestellt werden sollen.

Ich freue mich über euere Anregungen und Tipps. Ganz vielen Dank vorab!

Alex
 

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WinfriedM

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Wie wärs mit Oberfräse und Fräszirkel... Zuerst die Kugelbahn mit entsprechenden Fräser, dann außen mit Zylinderfräser ausstechen, dann innen ausstechen, dann den Kugelbahnkreis durch 4 sägen. Fertig sind 4 Segmente.

Oder ganz komfortabel auf einer CNC :emoji_wink:
 

rorob

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Grundsätzlich solltest du dir dafür Schablonen fertigen, suche mal im Forum oder im web nach Frässchablone.

Die Ausfräsungen sind ein Fall für einen Hohlkehlfräser.

Gruß

Robert
 

paddich

ww-birke
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Moin,

die Kurven würde ich so fräsen, wie beschrieben:

* Schablone bauen
* mit Kopierring oder mit Fräser mit Anlaufring ausfräsen (davon hängt ab, wie die Schablone aussieht) kann man vorher mit der Stichsäge grob aussägen, dann hat der Fräser nicht so viel wegzuschaffen
* für die Vertiefung Holhlkehlfräser nehmen (ich glaube 25,4 mm im Durchmesser, wenn ich mich richtig erinnere)... entweder auf Frästisch oder auch dafür eine (etwas aufwändigere) Schablone bauen.
* Schleifen

die Geraden sind relativ einfach:
* 4x4cm Vierkannt,
* Schräge daran sägen (im Idelfall bekommst Du damit direkt zwei Geraden)
* Geraden über den Frästisch mit Anschlag und Hohlkehlfräser schieben
* Schleifen

Bei Deiner Maschinenausstattung frage ich mich gerade wie Du:
* die Brettchen für die Kurve auf die richtige Dicke
* die Vierkanthölzer auf die 4x4cm und
* reproduzierbar (und schnell :emoji_slight_smile:) die Schräge an die geraden Bahnen bekommen willst... klar, Stichsäge und Schleifen geht, wäre aber nicht meine Wahl.

viel Spass beim Basteln & vg
paddich
 

Lurchi18

ww-pappel
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Hallo und ganz vielen Dank für eure schnellen Antworten!

Manchmal kommt man auf die einfachsten Dinge nicht, wie den naheliegenden Vorschlag von WinfriedM, einen ganzen Kreis auf einmal zu machen, statt die einzelnen Stücke nacheinander. Ich war so auf die Nutzung meines Frästisches fixiert, dass ich die Handfräse etwas aus den Augen verloren habe.

Ich werde nun wahrscheinlich diese Variante mit dem Zirkel nutzen, statt Schablonen zu bauen. Allerdings wird dann recht viel Holz (in der Mitte des Kreises) verloren gehen.

Ich habe nun noch eine Frage an euch über Gedanken, die ich mir gemacht habe. Und zwar: Wäre auch das Folgende möglich und insbesondere wäre das halbwegs sicher? Nicht, dass ich das unbedingt machen möchte. Es geht mir auch darum ein noch besseres Gefühl dafür zu bekommen, was man auf dem Frästisch machen sollte und was nicht.

Ich habe zwei Skizzen angehängt, die das Vorgehen erklären sollen.
Zwischen zwei Stopp-Blöcken am Parallelanschalg spanne ich eine von drei Schablonen auf den Frästisch. Eine Schablone hat den Radius der äußeren Kurve, eine zweite den Radius der Murmelrinne, eine dritte den Radius der Innenkurve. Dann führe ich dort das Werkstück entlang.

Aus meiner Sicht dürfte dieses Vorgehen für die Außenkurve und die Rinne für die Murmel eigentlich sicher und machbar sein. Stimmt das?
Wie ist es aber für die Innenkurve? Man kann ja das kleine Werkstück (die grob zugeschnittene Kurve) mit einem oder zwei Schieber schieben und eine Andruckvorrichtung von oben nutzen. Trotzdem weiß ich nicht, ob das so machbar ist.

Ich würde mich über euer Feedback freuen.

paddich: Ich würde das Brettchen für die Kurve und die Quadratstäbe für die Geraden bereits in der richtigen Stärke kaufen. Für die Schräge in den Geraden habe ich noch eine Kappsäge. Die hatte ich nicht aufgeführt, da es mir insbesondere um die Kurven ging und dafür die Kappsäge wohl nicht relevant ist. Allerdings ist meine Kappsäge keine Zugsäge, so dass ich nicht die ganze Gerade auf einmal schneiden kann, sondern von beiden Seiten ran muss. Wie ich das möglichst genau hinbekomme ist auch noch so ein Problem... Cross the bridge when you come to it - hatte ich mir dabei gedacht. Für Tipps hierfür wäre ich natürlich auch dankbar.

Grüße

Alex
 

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xv_treiber

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Wenn es mehrere, immer gleiche Kurventeile werden sollen, würde ich Fräszirkel 1 mit dem Aussenradius an einem langen Brett ansetzen und die Aussenrundung fräsen. Dann mit Hohlkehlfräser und vielleicht zweiter OF und Fräszirkel 2 vom gleichen Zentrum aus die Murmelbahn heraus arbeiten. Und in der glücklichen Lage, in der ICH bin, würde ich dann mit dem Fräszirkel 3 und Maschine Nr. 3 den Innenradius fräsen.
Von dem Brett fällt ja dann eine Kreisbahn - evtl. auch nur ein Segment, abhängig von der Brettdimension - ab.

Versetze ich nun auf dem Brett die Kombination in gleicher Reihenfolge etwas, kann ich mit Fräszirkel 1 bis 3 das Ganze wiederholen, bis ich das Brett aufgearbeitet habe. Nehme ich keine Veränderungen an den Fr.-Zirkeln vor, sollte alles identisch werden.
So meine Theorie. Ich hoffe, das ist irgendwie verständlich beschrieben.
Und - wahrscheinlich muss ich das dann bald für meine Enkel auch in die Tat umsetzen. :emoji_grin::emoji_stuck_out_tongue:
 

lunateide

ww-robinie
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Hallo Woodworker,

wenn ich von dem Bild in #1 ausgehe soll die Murmelbahn nicht kreisförmig sondern in Spiralform gebaut werden.
Also können Fräszirkel in der Schublade bleiben.

Zu den Überlegungen von Lurchi (s. Zeichnungen) sollte sich ein wirklich erfahrener Tischler oder Treppenbauer äußern.
Ich schwanke von machbar bis gefährlich, bin aber an diesem Thema sehr interessiert.

Hier ein Link, wie man ähnliches auf einer Tischfräse machen kann.
AIGNER Doppelrolle - VEMAshop

Gruß
Roland
 

Lurchi18

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Zu den Überlegungen von Lurchi (s. Zeichnungen) sollte sich ein wirklich erfahrener Tischler oder Treppenbauer äußern.
Ich schwanke von machbar bis gefährlich, bin aber an diesem Thema sehr interessiert.

Wenn wir so jemanden finden, wäre das echt super.

Mir ist bereits aufgefallen, dass bei Skizze 2 (innere Kurve) das Werkstück wohl von oben auf der Skizze nach unten auf der Skizze geschoben werden müsste und nicht wie eingezeichnet von unten nach oben. Ansonsten passt das Prinzip des Arbeitens gegen die Drehrichtung des Fräsers nicht mehr (da man rechts vom Fräser arbeitet).
 

uli2003

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@lurchi
Das geht so nicht. Mit dem grob geschnittenen Werkstück kannst du doch keine Schablone abfahren. Die am meisten vorstehenden Ecken werden anliegen, und ein Fräsen an den zurückliegenden Stellen verhindern. Möglicherweise wird es nach 20 Fräsgängen irgendwann besser, aber nie perfekt.
Ebenso ist das Fräsen mit Gegenanschlag zwar möglich, so kleine Teile werden dir aber mangels haltbarer Führung um die Ohren fliegen.

Mach es anders, davon ausgehend dass du eine OF im Frästisch hast:

Du arbeitest dir eine Schablone aus, exakt der Form deiner späteren Werkstücke (Schienen) entsprechend. Die Schienen schneidest du grob (nicht zu grob) zu.
Das exakte Modell fixierst du mittels Doppeltape auf den grob zugeschnittenen.

Wenn du jetzt den Fräser etwas höher als Werkstückdicke aus dem Tisch stellst, und direkt über diesem einen Anschlag baust, der mit der Vorderkante des Fräsers bündig steht, kannst du die Kontur einfach abfahren. Alternativ geht auch ein Bündigfräser, dann läuft die Schablone am Lager entlang.
Wenn man nicht gerade einen Wendeplattenfräser sein eigen nennt, ist man mit Version 1 besser bedient, da der Fräser schon etwas leisten muss.

Grüße
Uli
 

Lurchi18

ww-pappel
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@Uli
Danke für dein Feedback. Als "eher Anfänger" kommt man halt auf so blöde Ideen...
Wenn du das so beschreibst macht es für mich auch irgendwie Sinn, dass das nicht funktionieren wird.:rolleyes:

Das Fräsen mit einer Schablone kann ich mir wegen der Murmelrinne nicht wirklich vorstellen. Die "Kurven-Schiene" mittels Schablone herzustellen scheint mir kein ernsthaftes Problem. Aber dann habe ich ein relativ dünnes Werkstück und muss mit einem Hohlkehlfräser die Rinne exakt Parallel zu den Kurvenkanten einfräsen.

Vor diesem Hintergrund erscheint mir die von Lösung von @WinfriedM (mit relativ viel Holzverlust) oder xv_treiber (so aufgrund nur 2 vorhandener Fräsen nicht exakt umsetzbar) aktuell am besten. Auch wenn ich eigentlich unbedingt meinen Frästisch einweihen wollte :emoji_wink:
 

lunateide

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Hallo Uli,

wenn ich Deine Ausführungen richtig verstanden habe, beschreibst Du, wie die gebogenen Schienen außen und innen an einer Schablone bündig fräst.

Wie aber fräst man danach mit einem Hohlkehlfräser die Vertiefung für die Murmel?

Vielleicht wird mit meinem eigenen Anliegen die Fragestellung vereinfacht:

Wie fräst man in ein ovales Küchenschneidebrett eine Saftrinne im Abstand von 1 cm vom Rand. Frästisch mit OF vorhanden.

Gruß
Roland.
 

Lurchi18

ww-pappel
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Jetzt ist mir noch ein Verfahren eingefallen, wie ich doch mit Schablonen arbeiten könnte.
1. Fräsen der Außenkurve mit einer Schablone
2. Eine Schablone ähnlich wie in der ersten Skizze von Post 11 bauen. In die Schablone passt die fertig gefräste Außenkurve exakt rein. Mit einem Abstand von ca. 20mm von der Schablone spanne ich den Hohlkehlfräser in den Tisch. Jetzt fahre ich mit der Außenkurve die Schablone ab und bekomme eine Rinne parallel zur Außenkurve.
3. Fräsen der Innenkurve mit einer Schablone, so dass man jetzt erst die "Schiene" aus dem Brett erhält.

Falls mir jemand folgen kann, gibt es Gründe das nicht so zu machen? Es hört sich erstmal nach relativ viel Schablonen-Wechsel an. Ist dann die Frage, ob es im Vergleich zum Fräßzirkel-Wechsel in @xv_treibers Modell (wenn man keine 3 Fräsen hat) nicht doch schneller und genauer geht.
 

ohne_titel

ww-ahorn
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um das rätsel mit der spirale zu lösen: es gibt zwei unterschiedliche kurven. eine etwas enger im radius. das ist übrigens recht unbefriedigend, weil es verhindert, dass ein zweijähriger selbst etwas bauen kann. ebenso unbefriedigend ist das zu flache anlaufstück und die fixierung auf den pfeilern.

mein persönlicher tip weitab jeder technischen frage wäre ja: wenn schon kopieren, dann die cuboro. davon hat der/die beschenkte länger was.
 

xv_treiber

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@Lurchie18
Nochmals zu meinem Vorschlag, der sich - wie erwähnt - nur auf die Anfertigung gleicher Teilstücke bezog:
Man braucht nicht drei OF - nur drei Fräszirkel.
Diese baut man für dieses Vorhaben lediglich aus drei Sperrholz-Streifen (oder MDF oder sowas in der Art - nur nicht zu dick, um keine Frästiefe zu verlieren). Zum Beispiel 3 Stück 20 cm auf 60 cm (natürlich abhängig vom gewünschten Radius der Murmelbahnen).
Auf eine Seite des Langbretts 1 wird eine Schraube oder ein Stift befestigt, der den Kreismittelpunkt darstellt. In einem definierten Abstand wird die OF positioniert (Loch für die Kopierhülse). Das gleiche Prozedere bei den anderen beiden Langbrettern, nur mit abweichendem Abstand Kopierhülse (Loch dafür) zu der Schraube/dem Stift.
Dann kann man mit Brett 1 den "langen" Radius fräsen, mit Brett 2 und der gleichen OF/Kopierhülse die Murmelbahn, mit Brett 3 dann das ganze mit dem "engeren" Radius. Geht also auch mit 1 OF und drei Sperrholzbrettchen.

Radius.png
 

Dietrich

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Hallo,

mit der Oberfräse eine Kurve in dieser Oberflächenqualität ohne sich tot zu schleifen, ich weiß nicht.
Drechseln dann vierteln und aussägen, das wäre meine Vorgehensweise, man kann sich gleich verschiedene Kurven machen und die Außenränder wie bei der Bobbahn überhöhen, sonst fliegen die Kugeln eh raus.

Gruß Dietrich
 

rorob

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Wie aber fräst man danach mit einem Hohlkehlfräser die Vertiefung für die Murmel?

Servus Roland,

einfach mal so dahin geschwafelt:
Wenn es möglich ist, die Aussenkonturen zu fräsen, sollte es auch möglich sein, eine Nut zwischen Aussen- und Innenradius zu fräsen.

Dann einen Hohlkehlfräser mit Anlauflager an beiden Nutwänden verwenden. Sollte gehen.
Oder hab ich mich jetzt total vergaloppiert?

Gruß

Robert
 

lunateide

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Hallo,

wo sind Nutwände bei einem geschweiften Stück Kantel?
Nut(wände) entstehen doch erst bei Bearbeitung mit dem Hohlkehlfräser.

Oder wie hast Du das gemeint, Robert?

Wodurch genau bekommt der Fräser die Führung, die Hohlkehle zu schneiden?

Gruß
Roland
 
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