Mitten im Brainstorming - Gesellenstück - diagonale Brettfläche

Dieses Thema im Forum "Profi fragt Profi" wurde erstellt von Pax, 12. Januar 2019.

  1. Pax

    Pax ww-kastanie

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    Guten Abend euch,

    eigentlich soll so ein Gesellenstück ja zeigen, was man in der Lehre so gerlernt hat. Aber letztlich will ein jeder sich ja auch irgendwie beweisen und sich selbst nochmal herausfordern.

    Ich hatte jedenfalls die Idee eine Schrankfront aus selbstgefertigter 3S-Platte zu fertigen (machen wir im Betrieb sehr oft, Equipment und Erfahrung ist hier vorhanden). Ich möchte den Faserverlauf der Deckschicht nun allerdings nicht horizontal oder vertikal haben, sondern 45° gedreht, dem entsprechend die Mittellage um 90° dazu und die 2. Decklage wiederum um 90° dazu.

    Soweit so einfach, einfach eine große Platte nehmen und das benötigte Stück herausformatieren. Allerdings, wenn ich das bislang richtig überblicke, ist mein Material zwar locker aussreichend, aber so eine riesige Platten bekomme ich wahrscheinlich nur knapp raus.

    Viel praktischer wäre es ja, wenn ich einfach meine benötigen längen quasi diagonal versetzt verleimen können.
    Aber das habe ich tatsächlich noch nicht gelernt. Wir reden für die Decklagen von etwa 8mm Materialstärke, die Mittellage ist ja etwas stärker.

    Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das noch nie jemand gemacht hat oder das unsere Altvorderen da nicht einen praktischen Trick erfunden haben.


    So in etwa müsste das ganz dann nach dem verleimen aussehen...

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    Habt ihr eine Idee?
    Besten Gruß,
    Pax
     
  2. uli2003

    uli2003 ww-robinie

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    So ganz verstehe ich die Fragestellung nicht..
     
  3. Kaltregen

    Kaltregen ww-kiefer

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    Hallo,

    ich hab das zwar glaub ich noch nicht gemacht, aber ich würde das so machen:

    Bretter diagonal.png
    Die blauen Linien wären die Zwingen.

    Bretter diagonal 2.png
    Bei einer Verleimpresse würde ich einen Mittelweg gehen, da weniger "Zwingen" zur Verfügung stehen.

    Und ansonsten wie du es sonst auch machst, ich denk mal mit Kanthölzern zum sichern und gerade halten.
    Oder hab ich das falsch verstanden?

    Gruß, Michael
     
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  4. Pax

    Pax ww-kastanie

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    Michael hat es trotz meiner fehlenden klaren Formulierung verstanden. Ich versuche es nochmal.

    Für die 3S Platte bauen wir quasi 3 dünne Brettflächen und verleimen diese anschließend flächig. Mal so heruntergebrochen auf das wesentliche.
    Das machen wir mit der Rahmenpresse und anschließend im Vakuumsack.

    Ich hätte nun aber gerade eine 45° gedrehte 3S Platte.

    Wenn ich also die rote Platten haben möchte, muss ich eine entsprechend große Platte bauen, um meine rote einfach rauszuformatieren.
    Die Platte muss quasi die Abmessungen haben, die den Diagonalen der gewünschen Platte entspricht. (Stimmt das? Ist schon spät...)

    Das ist unter Umständen sehr sehr viel verschnitt, man braucht unter Umständen einen sehr großen Vakuumsack usw.

    Klüger wäre es ja, wenn ich die 3S Platte von vornherein mit einem Faserverlauf 45° gedreht zur Plattenkante herstellen könnte. Dazu müsste ich jedoch so schräge Ausgangsbrettflächen herstellen, wie im ersten Post zu sehen.

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    Und genau da komme ich nicht weiter?
    Michaels erste Idee hatte ich natürlich auch schon, ich frage mich nur, ob ich die Brettfläche bündig genug hinbekomme. Bei soviel Zwingen ist ja kaum Platz für Zulagen, aber müsste ich mal ausprobieren, bevor ich sage "geht nicht"

    Die zweite Idee gefällt mir sehr gut, ich bräuchte allerdings etwas mehr Stempel als unsere Presse hat. Oder ich verleime nicht die ganze Brettfläche auf einmal, sondern Abschnittsweise...
     
  5. Holz-Christian

    Holz-Christian ww-robinie

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    Servus, 3 Schicht Platte als Front?

    Würde ich tunlichst lassen, das wird fast immer krumm/ windschief.

    Nimm lieber eine 16er Spanplatte oder MDF und mach Sägefurnier drauf.

    Die kannst Du dann anschließend auf Fertigdicke runterkalibrieren.

    Gruß Christian
     
  6. Pax

    Pax ww-kastanie

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    Wenn ich richtig informiert bin und davon gehe ich aus, verwenden wir bei uns im Betrieb 3S-Platten schon seit Ewigkeiten für Fronten (fast ausschließlich selbstgebaute) und es gab wohl auch mal Probleme mit dem Verzug, das war aber wohl ein Einzelfall, zumindest soweit ich es mitbekommen habe. Danke für den Hinweis, werde da mal morgen genauer Forschen.
    Auch wenn es nicht ganz dem Zeitgeist entspricht, wollte ich eigentlich auf Plattenmaterial soweit ich kann verzichten, aber von krummen Fronten habe ich am Ende auch nichts. Bin da etwas fundamentalistisch.
    Ansonsten muss ich eben mit Gratleisten arbeiten, ist aber natürlich ein unschöner Kompromiss.

    Für die Sägefuniervariante bräuchte ich dann ja weiterhin meine schräg verleimte Brettfläche, bin daher weiterhin für Vorschläge offen.
    Wobei nach weiterem überlegen scheint mir die Lösung für die Rahmenpresse sehr praktikabel und zumindest verschnittminimierend.

    Gruß zurück
     
  7. Holz-Christian

    Holz-Christian ww-robinie

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    Von welcher Frontgröße reden wir hier?

    Ich bin auch kein Freund von Spanplatte, aber wenn man eine bestimmte Optik möglichst Formstabil erreichen will gibts halt nichts besseres.

    Gruß Christian
     
  8. Pax

    Pax ww-kastanie

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    Wir reden hier von z. Zt. knapp 1900x1650 mm insgesamt, die in drei nebeneinanderliegende Türen geteilt wird.
    Allerdings ist das Maß noch lange nicht fix und wird in der Tendenz noch etwas kleiner werden.
    Und da unser Vakuumsack natürlich nicht soo groß ist, werde ich die drei Türen einzeln verleimen, sprich nach aktuellem stand brauche ich drei Platten mit etwa 1650x600 mm.
     
  9. uli2003

    uli2003 ww-robinie

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    Reicht den 1bar/cm2 Flächendruck zum verleimen so großer Flächen?

    Was ich nicht verstanden hatte - willst du die Platte erst diagonal versetzt verleimen, und dann aufeinanderpressen?
    Klar, dann kannst du die Lamellen in der von dir genannten Form erst verleimen.
    Die sich stellende Frage ist, ob sich der Aufwand gegenüber dem sonst anfallenden Verschnitt lohnt.
     
  10. Pax

    Pax ww-kastanie

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    Meine Frage zielte tatsächlich auf das "wie" ab. Wie führe ich so eine Verleimung am klügsten durch? Das sonstige Verfahren ist vielleicht etwas einfach, aber erprobt.

    Ich bezweifel tatsächlich etwas ob meine Kollegen sich jemals wirklich Gedanken darüber gemacht haben, ob der Druck reicht, bis jetzt hat er immer gereicht. Große Fugen kamen eher daher, das wir zu langsam unseren Leim angegeben haben. Wie verleimen mit ganz normalen Weißleim. Und jedesmal wenn wir das machen, frage ich mich, ob es nicht eine bessere Alternative gibt? Aber dann funktioniert es eigentlich doch ganz gut.
     
  11. uli2003

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    Du sagtest Equipment ist vorhanden, wenn man in der Fläche nicht schnell genug Leim angeben kann, und 3-Schichtplatte im Vakuumsack gefertigt wird, bezweifele ich das etwas :emoji_wink:

    Wie man die Lamellen nun verleimt ist ja einfach, Klemmen/Zwingen und versetzt verleimen, ggf. in mehreren Gängen. Dann kalibrieren und verpressen.
     
  12. Besserwisser

    Besserwisser ww-robinie

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    Sowohl mein Gesellenstück als auch mein Meisterstück haben selbstgemachte 3S Eiche als Front, und das steht wie ne eins, selbst bei stark einseitiger Trocknung durch den Kamninofen, der in anderthalb Metern daneben steht.
    Keine Bedenken bezüglich 3Schicht.
    Vakumsack wäre und war jetzt aber auch nicht mein Vorgehen.
     
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  13. Pax

    Pax ww-kastanie

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    Naja, wir bekommen es ja hin, und haben wie schon geschrieben fast nur gute Erfahrungen mit unserer Ausstattung, lediglich ein anderer Leim, oder vielleicht eine schnellere Variante fürs Leim angeben.
    Ich habs noch nicht anders gemacht, aber ich halte den Vakuumsack für eine super Möglichkeit. Wie macht ihr es den? Für eine Funierpresse fehlt sowohl der Platz, als auch der sonstige Verwendungszweck.

    Und genau das meine ich, das stelle ich mir wiederum nicht ganz einfach vor. Ich werde es einfach mal ausprobieren.

    Ökonomisch betrachtet eher nicht. Aber ich habe Menge X an Holz (aus eigenem Wald), wenn alle dann erstmal alle.
    Ich hatte eigentlich nicht vor mir noch mehr zu kaufen . Deswegen suche ich nach möglichkeiten möglichst Materialeffizient zu Arbeiten.
    Gibt nach unserer Merkmalsliste (Stichwort Hamburger Modell, wenn das jemanden was sagt), immerhin einen Punkt.


    Dankeschön :emoji_wink:
     
  14. uli2003

    uli2003 ww-robinie

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    Ein gewagter Punkt. 3-Schicht Platte an sich verbietet schon fast das materialeffiziente Arbeiten. Die Frage würde ich dir im Fachgespräch 1 ganz sicher stellen :emoji_wink:

    Grüße
    Uli
     
  15. Pax

    Pax ww-kastanie

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    Okay, Uli, gibt nen Punkt für dich! :emoji_wink: Dennoch ist ja die Frage, ob man das gewünschte Ziel (also die 3S-Platte) nicht etwas sparsamer (aus Vollholz) erreichen kann. Die Verwendung der 3S-Platte an sich ist da ja eher fraglich und die verwende ich aus ästhetischen Gesichtspunkten.

    Mal sehen, ob mir diese Frage begegnen wird. Ich bezweifel es etwas.

    Aber wir driften ja total vom Thema ab.

    Daher kurz was anderes. Gibt es Erfahrungen zu folgenden Beschlägen?
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    Lieben Gruß
     
  16. Pax

    Pax ww-kastanie

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  17. uli2003

    uli2003 ww-robinie

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    Ich hatte schon häufiger mit - von den Azubis - etwas sportlich gesehener Punkteverteilung zu tun. :emoji_wink:

    Ja natürlich kannst du die Platte in oben gezeigter Weise mit weniger Materialeinsatz herstellen. Theoretisch könntest du die Streifen zur maximalen Ausbeute noch schräg schneiden. Macht das verleimen aber nicht einfacher.
    Ja nach Menge würde ich darüber nachdenken, wenn das Holz begrenzt ist.

    Die Scharniere habe ich noch nicht verbaut, dachte erst die wären von Krono Koblenz gefertigt, werden aber von Salice hergestellt und sind sicher nicht schlecht. Air CEL6SE9XXI heißen die dort.
     
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  18. Pax

    Pax ww-kastanie

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    Salice ist mir natürlich ein Begriff. Krono Koblenz nicht. Ist darüber nicht so positiv zu berichten?
    Der Name lässt das vom Klang her eher nicht vermuten.
     
  19. Holz-Christian

    Holz-Christian ww-robinie

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    Ich würde auf alle Fälle darauf achten dass das Holzbild über die gesamte Front durchläuft.
    Also große Platte fertigen und dann auseinander sägen.

    3Schicht kann vereinzelt gutgehen aber die Gefahr von Verzug ist ungleich höher als bei Trägerplatte und Sägefurnier.
    Grundsätzlich empfehlen würde ich das jetzt nicht.

    Kennst Du einen Betrieb mit Furnierpresse bei dem Du die Frontplatte pressen kannst?
    Mit Weißleim , 50 Grad aufgeheizt und mehrmals hin und her schieben haut das schon hin.

    Ordentlicher Leimroller und fähige Helfer vorausgesetzt.

    Gruß Christian
     
  20. Pax

    Pax ww-kastanie

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    Mit durchgehendem Holzbild zu arbeiten ist natürlich selbstverständlich. Aber das bekommt man ja (zumindest so halbwegs )hin, wenn man lediglich die vordere Decklage durchgehend fertigt und dann zersägt. Mir bleibt eigentlich auch nichts anderes übrig, weil unser BBS keine 1600mm breite Platte schleifen kann.

    Nach einer Funierpresse und einem größeren BBS kann ich mich in anderen Betrieben umhören. Vielleicht geht da was.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Januar 2019
  21. Holz-Christian

    Holz-Christian ww-robinie

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    Schleifen würde ich erst nach dem Verleimen und auftrennen.

    Ein nur halbwegs durchlaufendes Holzbild empfände ich nicht besonders schön.
    Das sollte schon stimmig sein.
     
  22. Pax

    Pax ww-kastanie

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    Aber Moment mal. Wie stellt ihr den 3S Platten her? Vielleicht machen wir das einfach ganz anders (durchaus weniger rationell).
    Ich muss die einzelnen Lagen doch erstmal komplett kalibrieren und die beiden Decklagen gleich stark machen. Wie soll ich das den ohne BBS machen? Und zu dem Zeitpunkt sind die Lagen ja auch noch entsprechend groß...
     
  23. Holz-Christian

    Holz-Christian ww-robinie

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    Gar nicht.:emoji_wink:

    Aber wir haben zum Beispiel erst letztes Jahr etliche Zimmertüren und Möbeleinbauten in großflächiger Brettoptik gefertigt.
    Das wurde alles mit selbst gefertigter 6mm Sägefurnier belegt.

    (OK, wir haben eine Blockbandsäge)
    Lamellen bis knapp 200mm Breite lassen sich auch an der Formatkreissäge im Umschlagverfahren fertigen, so viel ist das dann ja auch nicht.

    Anschließend wurden die Lamellen auf 3mm kalibriert , sauber gefügt und mit Fugenpapier zusammengesetzt.

    Natürlich braucht man dafür weitgehend spannungsfreies Holz.

    Verzogen hat sich da gar nichts.

    Gruß Christian
     
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