Mineralöl von Holz entfernen

SimonSt

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Hallo Forum,

ich habe gestern meine Flinte vom Büchsenmacher abgeholt und musste leider feststellen, dass er das Schloss dermaßen mit Waffenöl eingesprüht hat, dass dieses über den Abzug austritt. Da ich die Plörre nicht an meinen Händen haben will, habe ich den Schaft entfernt um das überschüssige Öl aus dem Schloss zu entfernen. Leider war der Büchser dermaßen "großzügig", dass der Schaft von innen vollständig mit dem Waffenöl eingesaut ist. Da ich mir nicht vorstellen kann, dass dies dem Holz auf Dauer zuträglich ist würde ich es gerne vollständig entfernen.
Ein Bekannter hat mir hierfür Spiritus empfohlen. Habt Ihr dazu eine Meinung bzw. andere gesundheitlich unbedenkliche Alternativen? Backofenspray, Bremsenreiniger und andere abenteuerliche Mittel würde ich gerne vermeiden.

Vielen Dank und einen schönen Sonntag,

Simon

EDIT: Ich hätte kein Problem damit, den ganzen Schaft und nicht nur das Innere zu behandeln, die aktuelle Farbgebung gefällt mir eh nicht sonderlich. Wichtig wäre jedoch, dass sich der Schaft bei der Maßnahme nicht verzieht, dass wäre für meine Trefferquote tödlich...
 
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JannikOS

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Weshalb beschäftigt sich der Büchsenmacher nicht mit dem von ihm verursachen Schaden? So ne Flinte ist ja nicht gerade günstig und der Büchsenmacher sollte ja wohl Fachmann genug sein
 

marcus_n

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Warum sollte das dem Schaft nicht zuträglich sein? Es gibt doch extra Schaftöl zur Pflege. Öl dringt ja auch nie wirklich tief in Holz ein. In eine normale Oberfläche ein paar Hundertstel, in Stirnholz ein paar Zentel. Alles kein Drama. Einfach trocken abwischen. Wenn du Spiritus nimmst, schadet das dem Holz noch viel eher.
Besten Gruß Marcus
 

Túrin

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Warum sollte das dem Schaft nicht zuträglich sein? Es gibt doch extra Schaftöl zur Pflege. Öl dringt ja auch nie wirklich tief in Holz ein. In eine normale Oberfläche ein paar Hundertstel, in Stirnholz ein paar Zentel. Alles kein Drama. Einfach trocken abwischen. Wenn du Spiritus nimmst, schadet das dem Holz noch viel eher.
Besten Gruß Marcus
Nunja, da es sich ja nicht um ein Holzöl handelt, das aushärtet, zieht das Waffenöl sehr tief ins Holz ein, da es ja Zeit hat. Ich würde den Schaft abnehmen, das überschüssige Öl aus dem Schlosskasten und den Schlossteilen entfernen und gut. Das Öl wird sich nicht auf die Schussleistung auswirken, da der Schaft ohnehin geteilt ist. Da kann sich kein Teil so verziehen, dass der Lauf am Holz anliegt wie bspw. einer Vollschäftung. Und selbst bei einem Repetierer hätte ich da keine Sorge.
 

uli2003

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Da verzieht sich nichts, keine Sorge.
Wie ist denn der Schaft sonst behandelt? Ärgerlich wenn es Flecken an einem lackierten Schaft gibt.
Notfalls das System ausbauen und säubern, viel hilft halt nicht immer viel.
Um was für eine Flinte handelt es sich, dass du Treffereinbußen erwartest?
 

Bastelheiko

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Kannst auch aus der Apotheke Äthanol holen.
Scheint ja fast so, als wenn auch Büchsenmacher knapp werden wie Handwerker, wenn man sich mit solchen lästigen Fehlern herumärgern muss.
Allerdings sieht dein Büchsenmacher das vielleicht völlig anders.
Weiterhin frage ich mich, warum man sich mit so einer filigranen Waffentechnik, die eine 5-stellige Summe kostet, an ein Holzforum wendet und nicht an eins mit Jagdschützen oder wie die heißen. Und wie eine Änderung des Schaftes im Nanomillimeterbereich Einfluss auf deine Trefferquote hat.

Ich empfehle ansonsten für solche Fälle eine AK 47 mit Plastikschaft. Bis 300 m trifft die mit viel Übung des Schützen auch fast auf den Punkt trifft. :emoji_grin:
Ohne Zielfernrohr.

Wie man allerdings eingezogenes Öl aus Holz bekommt interessiert mich auch brennend wegen den Ölflecken auf meiner Hobelbank.

VG
 

michaelhild

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Wenn ich das richtig lese, sind die Ölfecken doch nur innen im Schaft, dort wo der Systemkasten eingesetzt ist. Das stört doch absolut nicht, weder schadet das, noch sieht man das. Und wenn es paar Tropfen Öl im Schaft die Trefferlage beeinflussen, was passiert dann bei einem Kratzer?
 

marcus_n

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Verstehe das Problem langsam nicht mehr. Hat eben keiner mehr gedient. Da war das noch normal beim Waffenreinigen ein bisserl schmutzige Finger zuhaben. Hätte es ja lustig gefunden, wenn ein Schütze beim Schiessen sagt: Ich hab nicht getroffen, weil zwei Tropfen Öl auf meinem Schaft waren. Was ist so schlimm an ein paar Tropfen Waffenöl? Da hat man einen Baumwolllumpen im Köfferchen und wischt das weg. Das wär mir zu anstrengend deswegen extra einen Beitrag zu schreiben. Ich glaub es ist alles gesagt. Gruß Marcus.
 

SimonSt

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Hallo und danke für die umfangreiche Resonanz!

Weshalb beschäftigt sich der Büchsenmacher nicht mit dem von ihm verursachen Schaden? So ne Flinte ist ja nicht gerade günstig und der Büchsenmacher sollte ja wohl Fachmann genug sein
Dazu gibt es eine längere Vorgeschichte, hier die Kurzfassung:
Ich habe eine neue Flinte bestellt (Beretta Silver Pigeon). Da ich nicht unbedingt die Standardmaße habe (bin etwas breiter als der Durschnitt) war die Empfehlung des Büchsenmachers und auch mein persönliches Empfinden, dass die Schränkung des Schaftes geändert werden soll (der Schaft wandert also beim Rechtsschützen etwas nach rechts). Hierzu wird lediglich wenig Holz (er sprach von 1-2 mm) am Schaft an der Anschlussstelle zum Schloss entfernt.
Die Flinte (Nr. 1) war dann irgendwann da und wurde umgebaut. Der Büchsenmacher hielt es allerdings für eine gute Idee, den Schaft neu zu ölen. Hierzu hat er als abschließende Schicht 30 Jahre altes Waffenöl benutzt. Der Schaft hat dermaßen gestunken, dass die Flinte umgehend zurück gegangen ist. Der Büchser bzw. sein Chef hat dann auch nach kurzem hin und her den Umtausch in eine neue angeboten. Wir vereinbarten, dass er bei der neuen Flinte keine gut gemeinte Schaftbehandlung vornimmt. Ich habe auch explizit danach gefragt, ob er nach dem ändern der Schränkung irgendwelche Öle im Schaftinneren aufträgt. Seine Antwort: Nein... Naja, die neue Flinte (Nr. 2) hat dann leider doch verdächtig gerochen. Allerdings nur im Bereich des Schlosses. Als ich dann nach dem Abholen zu Hause feststellte, dass Öl aus dem Abzug läuft rief ich den Büchser an und bekam die Information, dass er das Schloss neu eingeölt hat (Zitat "Wer gut schmiert, der gut fährt"). Beim ersten Schießstandbesuch hab ich dann alle 5 Minuten mit einem Taschentuch den Abzug geputzt...

Ich habe keine Lust mehr auf weitere Diskussionen mit dem Büchsenmacher. Auch befürchte ich, dass er es nicht unbedingt besser machen würde. Das Vertrauen ist einfach dahin.


Warum sollte das dem Schaft nicht zuträglich sein? Es gibt doch extra Schaftöl zur Pflege. Öl dringt ja auch nie wirklich tief in Holz ein. In eine normale Oberfläche ein paar Hundertstel, in Stirnholz ein paar Zentel. Alles kein Drama. Einfach trocken abwischen. Wenn du Spiritus nimmst, schadet das dem Holz noch viel eher.
Besten Gruß Marcus
Siehe hierzu den Post von Túrin. Die Plörre wird in 100 Jahren noch flüssig sein. Wieso meinst Du, dass Spiritus bzw. meinetwegen auch reines Ethanol dem Holz schadet?


Das Öl wird sich nicht auf die Schussleistung auswirken, da der Schaft ohnehin geteilt ist. Da kann sich kein Teil so verziehen, dass der Lauf am Holz anliegt wie bspw. einer Vollschäftung. Und selbst bei einem Repetierer hätte ich da keine Sorge.
Klares Jein! Es geht hier nicht um einen anliegenden Lauf. Wenn der Büchsenmacher mit seinen 1-2 mm Abtrag nicht untertrieben hat, würde sich das unter Umständen schon auswirken können. Die Mündung der Flinte hat sich durch die 1-2 mm Abtrag am Schaft um ca. 2-3 cm verschoben. Bei einer Flinte finde ich die perfekte Schäftung ehrlich gesagt wichtiger als bei einer Büchse. Bei Nr. 2 kann ich mit geschlossenen Augen in Anschlag gehen und blicke dann bei geöffneten Augen perfekt über die Schiene. Also da hat der Büchsenmacher schon gute Arbeit gemacht, das muss man ihm lassen.


Da verzieht sich nichts, keine Sorge.
Wie ist denn der Schaft sonst behandelt? Ärgerlich wenn es Flecken an einem lackierten Schaft gibt.
Notfalls das System ausbauen und säubern, viel hilft halt nicht immer viel.
Der Schaft ist geölt.

Kannst auch aus der Apotheke Äthanol holen.
Scheint ja fast so, als wenn auch Büchsenmacher knapp werden wie Handwerker, wenn man sich mit solchen lästigen Fehlern herumärgern muss.
Allerdings sieht dein Büchsenmacher das vielleicht völlig anders.
Garantiert sieht er das anders.

Weiterhin frage ich mich, warum man sich mit so einer filigranen Waffentechnik, die eine 5-stellige Summe kostet, an ein Holzforum wendet und nicht an eins mit Jagdschützen oder wie die heißen.
Ähm, 5-stellig?! Die Flinte hat ca. 1.800 € gekostet.
An ein Holzforum wende ich mich, weil es hier um eine holzbezogene Fragestellung geht.

Also, hat noch jemand eine Idee, wie man Mineralöl vom Holz bzw. aus dem Holz entfernt?
 

uli2003

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Verstehe das Problem langsam nicht mehr. Hat eben keiner mehr gedient.
Lehn dich mal nicht so weit aus dem Fenster. Das Rumballern beim Bund hat nun wirklich noch weniger mit Präzision zu tun.
Mit meinen 6 mm Büchsen schieße ich im Schnitt eine 10.2, und mit dem LG eine 10.6. Wenn da das Öl raustropfen würde, wäre das sehr hinderlich.
Auf dem Wurfscheiben Stand brauche ich auch keine öligen Flossen, wenn auch die Genauigkeit dort nicht ganz so wichtig ist.
 

seschmi

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Was ist das denn für ein Öl? Ich stelle mir da eigentlich sowas wie Ballistol vor, also Paraffinöl, auch Weißöl genannt.

Paraffin löst sich nicht allzu gut in Spiritus, aber sehr gut in Waschbenzin (Auch Testbenzin oder Terpentinersatz genannt). Ether und Chloroform gingen auch, sind aber aus anderen Gründen nicht empfehlenswert. Testbenzin kriegst du in jedem Baumarkt oder in der Drogerie. Paraffin besteht ja zum großen Teil aus unpolaren Alkanen, da brauchst Du ein unpolares Lösungsmittel.

Halt wie üblich erstmal vorsichtig an einer Stelle probieren. Wenn das Holz vorher unbehandelt war, kriegst Du das Öl nie mehr ganz raus, weil es zu tief eingezogen ist, aber es sollte soweit rausgehen, das es nicht mehr rausläuft.
 

Mathis

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Ich habe immer bei Ölflecken im Holz diese mit Testbenzin als Lösungsmittel und Wiener Kalk oder Bimsmehl, normales Mehl geht vermutlich auch, aus dem Holz zu ziehen versucht. Das Benzin löst das Öl an, und das Trocknungsmittel saugt dann dieses verdünnte Öl-Benzin-Gemisch auf. Mal hats geklappt, mal weniger...ist das gleiche Prinzip wie bei Ölbindemitteln, die auf der Straße einegetzt werden.
Oft ists gut, die Stelle bzw. das Trocknungsmittel mit Folie abzudecken, damit das Benzin nicht so schnell verdunstet.
 

SimonSt

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Was ist das denn für ein Öl? Ich stelle mir da eigentlich sowas wie Ballistol vor, also Paraffinöl, auch Weißöl genannt.
Der Büchsenmacher meinte, er hätte Waffenöl von Browning benutzt. Riecht auf jeden Fall eher wie Caramba als wie Ballistol.

Paraffin löst sich nicht allzu gut in Spiritus, aber sehr gut in Waschbenzin (Auch Testbenzin oder Terpentinersatz genannt). Ether und Chloroform gingen auch, sind aber aus anderen Gründen nicht empfehlenswert.
Also Chloroform hat er wohl benutzt, um das Schloss zu reinigen, bevor er es neu geölt hat. Das sollte aber doch verflogen sein, oder?
Hatte mich schon gefragt, ob ich das Schloss auch reinigen und statt Öl ein Waffenfett zur Konservierung auftrage. Das sollte auch an Ort und Stelle bleiben.
 

carsten

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Hallo

Das Öl aus dem Holzschaft rausläuft halte ich für eher unwahrscheinlich. Also die Technik / mechanik so weit trockenkegen das sie nicht mehr sifft, aber immer noch für Funktion und Schutz ausreichend geölt ist. .
Holzseitig würde ich nix machen. Die Gefahr mit all diesen Öllösenden Mitteln auch die reguläre "korrket" Ölung des Schaftes zu entfernen udn damit zu einer fleckigen Oberfläche zu sorgen wäre mir zu riskant
 

uli2003

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Es gibt durchaus geölte Schäfte. Hierzu werden aber härtende Öle wie Leinöl oder Tungöl verwendet, man ölt doch keinen Schaft mit Waffenöl.
Genau so gibt es lackierte oder rohe Schäfte, immer so, wie der Benutzer es möchte.
Beschädigungen im Lack können natürlich bei Ölkontakt dunkle Flecken bekommen, das kann unschön sein.
 

michaelhild

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Mich würde hier ehrlich gesagt mal die Aussagen der anderen Seite interessieren.
Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass ein Büchsenmacher einen Schaft nachträglich nochmal mit einem Waffenöl behandelt. Vielleicht gabs da einfach nur Missverständnisse.
 

SimonSt

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Mich würde hier ehrlich gesagt mal die Aussagen der anderen Seite interessieren.
Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass ein Büchsenmacher einen Schaft nachträglich nochmal mit einem Waffenöl behandelt. Vielleicht gabs da einfach nur Missverständnisse.
Er hat den Schaft erst mit Leinöl und irgendwelchen Farbstoffen geölt, zum Abschluss hat er dann um Pigmente aufzutragen Waffenöl benutzt. Nach seiner Aussage nur eine geringe Menge aber es hat gereicht um den Schaft zu versauen. Ich wollte das auch nicht glauben und habe mir das nochmal von ihm erklären lassen.
Als ich den Koffer zu Hause geöffnet habe, hab ich erst mal Ärger mit meiner besseren Hälfte bekommen weil die ganze Bude nach dem Zeug gestunken hat. Das Öl blieb auch ziemlich hartnäckig an den Händen, selbst nachdem man sich diese gewaschen hatte, war der Geruch noch da. Besonders schön, wenn man sich vorstellt, dass man sich den Schaft an die Backe drückt.

Aber das Thema ist erledigt, Flinte Nr. 1 ist ja glücklicherweise zurückgegangen.
 
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