Metabo TS 254 (ohne M) - Tisch ist nicht plan

petertenor

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Hallo zusammen!

Heute kam die neu gekaufte Metabo TS 254 (ohne M), die ich genau unter die Lupe nahm.
Gewählt hatte ich sie, weil sie zusammen mit dem Gestell inkl. Trolleyfunktion klein und kompakt zu verstauen ist, wenn sie nicht gebraucht wird.

Positiv ist, dass alles präzise einstellbar ist.

Negativ ist, dass das Einzige, was nicht einstellbar ist, unpräzise ist.
Denn der Sägetisch ist in der Breite hohl. (Längs ist er perfekt.)
Zugegeben; Mit einem Messfühler habe ich lediglich 0,7 mm festgestellt.

Frage nach Eurer Meinung:
Ist es möglich/vorstellbar, dass man den Tisch demontiert, um ihn irgendwie gerade zu biegen? Mit der etwas windschiefen Tischeinlage habe ich das erfolgreich hinbekommen. Aber der Sägetisch ist schon eine andere Hausnummer, weswegen ich mich das erstmal nicht getraue.
Was meint Ihr?

Beste Grüße an Euch!
 

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Guido_CH

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So ganz verstehe ich Deine Befürchtungen nicht. Dieses Durchbiegen führt dazu, dass der Winkel vom Sägeblatt zum Werkstück variiert, je nach Werkstücklänge und wieviel davon rechts bzw. links vom Blatt ist. Das ist aber eine rechnerische = theoretische Angelegenheit. Wichtig ist alleine, ob das praktische Auswirkungen hat. Ich glaube eher nicht - da kommen nämlich noch ganz andere Faktoren ins Spiel...
Mit dem Queranschlag scheinst Du doch zufrieden zu sein (ich würde das kleine Ding nicht gerade als "präzise einstellbar" bezeichnen, aber nur weil ich von anderem verwöhnt bin). Der Schnittwinkel, um den es Dir geht, ist sicher nicht schlechter als das, was der Queranschlag liefert.

Du hast Dir doch bewusst eine Säge zugelegt, die den Schwerpunkt auf Mobilität hat. Eine präzisere Bauweise würde auch deutlich mehr Gewicht = wenige Mobilität und einen ganz anderen Preis bedeuten!
Wenn man sie liebevoll und mit Verständnis einsetzt, kann man mir ihr ganz sicher gute Ergebnisse erzielen, natürlich im Rahmen ihrer Möglichkeiten - mit schweren Balken oder großen Paltten wird das natürlich zwangsläufig schwierig werden.

Die entscheidende Frage ist doch: was genau willst Du denn mit der Säge machen? Wenn Dir kleine Abmessungen und höchste Präzision wichtig sind, gibt es spezielle "Modellbausägen". Vor einiger Zeit war hier irgendwo ein Beitrag über ein faszinierendes Teil:emoji_stuck_out_tongue_winking_eye:reislich übrigens eine gaaanz andere Hausnummer.

Meine sehr persönliche Meinung:
es kommt nicht nur auf die Maschine, sondern vor allem auf die eigenen Fähigkeiten an. Freu Dich also über Deine neue Säge, benutze sie, lerne sie kennen und wachse mit ihr. Und wenn Du wirklich mal so gut bist, dass sie mit Deinen Fähigkeiten nicht mehr mithalten kann, dann tausche sie ein gegen etwas, das dann (!) perfekt zu Deinen Bedürfnissen passt.
 

petertenor

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Ja, ich nutze sie erstmal und werde schauen, ob sie für meine Massivholz-Möbel taugt.
Bislang bin ich mit meiner mannshohen Bandsäge, Tauch- u. Kappsäge gut klargekommen.
Manchmal allerdings hatte ich das Bedürfnis nach einer Möglichgkeit, kleinere Werkstücke schön sauber, schnell und unkompliziert zu schneiden.
Ich bin neugierig, wie sie sich machen wird.
 

Manuel_

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Manchmal hat man (im Amateurbereich...) fast den Eindruck, dass ohne absolutes Profigerät gar nix geht,
Den Eindruck habe ich absolut nicht, im Gegenteil, es wird imho oft und deutlich darauf hingewiesen, dass es eben nicht das Profiequipment sein muss. Und häufig wird auch direkt erklärt wie man ein Projekt mit vorhandenen Mitteln umsetzen kann.

Aber es gibt Fragesteller, die keine Lust haben sich in ihrer Freizeit über schlechtes Werkzeug zu ärgern, dazu zähle ich mich z.B..
Und es gibt Fragesteller, die eine Erwartungshahltung an ihr Werkzeug haben, welche billiges Werkzeug nicht erfüllen wird.

Für beide diese Gruppen macht es keinen Sinn billiges Werkzeug zu empfehlen, weil billig fast immer ein Kompromiss in der Qualität ist, somit wird das fast immer zu Unzufriedenheit und zweimal kaufen führen.
 
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raziausdud

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Hallo,

gerade für kleine Teile ideal: bau Dir einen Schiebetisch, englisch CrossCutSled. Der liegt dann immer gleich auf. Ev in der Mitte etwas unterfüttern. Klebeband !?). Nach ihm stellst du dann das Sägeblatt auf 0 Grad (90 Grad).

Achte (auch dabei !!!) auf Deine Finger. Begegne der Gefahr am besten gleich durch die Konstruktion. Beispiele wirst Du im Netz finden.

Grüße. Rainer
 

Guido_CH

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Hallo Manuel,
es gibt hier im Forum sicher das komplette Spektrum; ich habe deshalb auch von "manchmal" geschrieben. Ich glaube, dass es in erster Linie auf den Menschen ankommt, der das Werkzeug nutzt.
Mein persönlicher Eindruck ist, dass (nicht immer - es gibt kein schwarz/weiß!) vom Werkzeug erwartet wird, die fehlende eigene Erfahrung/Kenntnis auszugleichen. Klar, mit schlechtem Werkzeug zu arbeiten ist schwer. Aber mein Lieblinsgsbeispiel ist die "Opfersäge" von @Holz-Christian: ein Profi ist mit einer Einhell ziemlich zufrieden...
Ich bin echter Fan von hochwertigem Werkzeug (das für mich, ehrlich gesagt, eher "Luxus" ist, weil ich es oft gar nicht an seine Grenzen bringe). Trotzdem glaube sehr, dass das "wer billig kauft, kauft zweimal" zu einem großen Teil der Tatsache geschuldet ist, dass zum Kaufzeitpunkt die eigenen Bedürfnisse nicht klar sind, und man schlicht zuerst das Falsche kauft.
 

Manuel_

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Ich stimme dir in fast allem zu.

Trotzdem glaube sehr, dass das "wer billig kauft, kauft zweimal" zu einem großen Teil der Tatsache geschuldet ist, dass zum Kaufzeitpunkt die eigenen Bedürfnisse nicht klar sind, und man schlicht zuerst das Falsche kauft.
Jemandem der mit einem Haarlineal und Fühlerlehre eine Kreissäge ausmisst würde ich keine Baukreissäge empfehlen, das ist absolut keine Kritik am Fragesteller. Es passt nur die Erwartungshaltung nicht zum Produkt, ich finde das legitim, man sollte sich halt nur bewusst machen was man kauft und was man möchte.

Und auch bei der Opfersäge, die erfüllt den Job für den Christian sie gekauft hat und auch wenn er damit vermutlich alles bauen könnte, hat er das ja nicht getan. Sondern, für z.B. Treppe und Türen seine Profimaschinen genutzt.
Er würde sich ja auch keine Felder Maschinen kaufen, weil er nicht damit arbeiten will. (Ich hoffe ich habe mich richtig erinnert.)

Da bleibe ich bei der Meinung bei manchen Käufen kann man vorher schon sagen, dass der Käufer nicht dauerhaft zufrieden sein wird.
 

Holzgolf

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Habe die gleiche Säge allerdings mit M und hatte nach dem Neukauf ( im örtlichen Baumarkt) das gleiche Problem: Der Tisch war verzogen, die ganze Säge kippelte wenn man sie auf eine ebene Fläche stellte. Habe direkt bei Metabo angerufen , das Problem geschildert und mit Fotos belegt. Daraufhin wurde eine Abholung per Spedition veranlasst und wenige Tage später erhielt ich eine neue Säge welche nun seit über 4 Jahren sehr zufriedenstellend ihren Dienst verrichtet.
 
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petertenor

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Mit Haarlineal und Fühlerlehre eine Baukreissäge zu prüfen finde ich bei einem Preis von über 600,- EUR nicht sooo abwegig.

Wenn ich den Platz und Drehstrom für eine Felder-Formatkreissäge hätte, stünde sie bereits in meiner kleinen Werkstatt.
Auch eine kleinere Tischkreissäge mit Graugusstisch wie die Hammer K2M wäre zu groß.
Selbst die neue Bosch-Expert-Tischkreissäge kann ich nicht so platzsparend an den Rand stellen.
Ich brauche Platz zum Rangieren der bestehenden Maschinen ("Es kann nur Eine geben!").

Zu Profi-Maschinen oder nicht:
Ich hasse es, wenn Werkzeug nicht gut funktioniert. Deswegen habe ich manche Werkzeuge nicht nur zweimal nachgekauft...
 

petertenor

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Meine Erfahrungen nach einigem Einsatz (keine Langzeiterfahrung):

  • Die Mobilität der Säge mit integrierten Beinen ist ein Traum!!!
  • Die Motorbremse ist fantastisch und gibt ein gutes Gefühl sowie Zeitersparnis beim Hantieren nach dem Schnitt.
  • Der An- u. Ausschalter sind für mich auf der falschen Seite. Um die Maschine auszuschalten, kommt das Gesicht immer wieder in eine potenzielle Gefahrenzone.
  • Der Parallelanschlag ist ok. Allerdings gleitet er selbst bei angehobenem Feststellhebel nicht sanft über den Tisch. Da er einstellbar ist, gab es bislang keine gefährlichen Momente.
  • Der Spaltkeil war bei mir zu weit links. Er war einstellbar, ABER: Weiter nach rechts geht er nicht mehr, was gerade so eben reicht (aber seeeehr knapp).
  • Die Span-Schutzhaube finde ich mäßig, weil der bewegliche linke Teil immer nach unten fällt. Die soll ja auch so sein, um Schutz bei Gehrungsschnitten zu bieten. Allerdings hakten die Werkstücke ganz leicht beim Durchschieben an diesem Schutz, was mich nervte, denn es trägt zur Unsicherheit bei. Jetzt nach Entfernen dieses Teils und der Spannungserhöhung der Befestigungsschraube bleibt die Haube horizontal, sodass ich mich aufs gleichmäßge Vorschieben der Werkstücke konzentrieren kann.
  • Der Sägeblattwechsel funktioniert gut. Ich hasse es, wenig Platz zu haben; aber hier stört mich nichts.
  • Die Tischeinlage lässt sich gut plan zum Tisch einstellen. Im Gegensatz zu manchen Erfahrungen im Netz ließen sich meine Schrauben leicht drehen.
  • Mit einem Schiebeschlitten erhöht sich der Komfort deutlich; und mit kleinen Werkstücken wird es damit auch sicherer. Damit die Gleitschienen in der Nut schöner gleiten, habe ich die Nuten mit feinem Schleifvlies leicht angeschliffen; jetzt gleitet der Schiebeschlitten leichter.
  • Die Absaugung nur unten reicht für mich völlig (und ich bin penibel). Mit dem Werkstattsauger (36er Anschluss) ist die Absaugung minimal besser als mit meiner großen Absauganlage mit 100er Anschluss(adapter). Hinzu kommt, dass der Sauger automatisch anläuft, wenn der Maschinennetzstecker im Sauger-Netzanschluss eingesteckt ist. Innerhalb der Sägeblatt-Einhausung bleibt überhaupt nichts an Sägespäne/-staub liegen.
  • Das Standard-Sägeblatt ist in Ordnung, erzeugt aber sichtbare Spuren. Sägeblätter mit denselben Daten habe ich bei Festool gefunden; rmit dem Feinschnittblatt gibt es natürlich weniger/kleinere Spuren.
  • Der rote Strich zur Ablesung der Skala am Parallelanschlag ist mir zu dick. Diesen werde ich bei Gelegenheit mal gegen einen Eigenbau austauschen.
  • Kleine Gummimatten unter den 4 Füßen bieten beim Vorschub deutlich mehr Grip auf meinem Laminat-Fußboden, sodass die Säge nicht mehr nach hinten geschoben wird.
  • Für Längsschnitte am Parallelanschlag empfehle ich zum Schiebestock noch ein weiteres Hilfsmittel (2. Stock oder etwas ähnliches), um nicht mit dem Finger das Werkstück an den Parallelanschlag zu drücken. Ich habe zwar keine Angst, aber Respekt vor dem Kreissägeblatt.
  • Ich werde mir noch eine Nullspalt-Einlage machen, um sehr schmale Leisten schneiden zu können, die nicht plötzlich in die Absaugung gezogen werden.
Alles in Allem:
Ich bereue den Kauf nach dieser kurzen Benutzungszeit nicht und kann sie ohne Einschränkung empfehlen.

Optimierungsfähig, aber nicht ausschlaggebend, sind
  • Lage des An-/Ausschalters
  • besseres Gleiten des Parallelanschlags
  • Einstellbarkeit Spaltkeil
  • Span-Schutzhaube, die Werkstücke leichter durchlässt.
 

Guido_CH

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Herzlichen Glückwunsch zu Deiner Säge!
Und Danke Dir für die ausführlichen "ersten Erfahrungen"!
 
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