Möbel aus MDF Platten - Lebensdauer?

Firkraag

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Guten Tag zusammen !

Ich möchte mir Möbel aus MDF Platten herstellen, die ich zwecks der Optik furnieren möchte, bevor ich allerdings mit der Arbeit beginne, würde mich ersteinmal interessieren was ihr für Erfahrung mit der Stabilität, Lebensdauer und der Qualität von MDF Möbeln gemacht habt.

Sind MDF Plattenmöbel eine preiswerte Alternative für die guten alten Vollholzmöbel oder einfach nur billiges Konsumgut?

Ich habe kein Interesse daran mir Möbel herzustellen, die nach 5 oder 10 Jahren im Sperrmüll landen, sondern sie sollen bis zum " Schluss " mithalten können, ist das überhaupt realistisch?

Ich freue mich auf alle Meinungen
 

Mitglied 42582

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Ist allgemein verbreitet, das Plattenmaterialien furniert werden. Wie lange Möbel halten hängt vom Benutzer ab. Meiner Meinung nach spricht nichts gegen MDF, wenn du Plattenmaterialien verwenden willst.
 

Gast aus Belgien

ww-robinie
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Die Lebensdauer von Plattenmaterialmöbel hangt sehr stark vom Umfeld und, wie Roostie richtig schreibt, vom Benutzer ab.

Jedes Jahr einen Umzug ist schon ein Problem, aber wenn die Möbel über Jahre auf dem gleichen Platz stehen bleiben, sie gut konstruiert sind und mit höherwertigen Beschlägen versehen sind, bleiben sie sehr lange funktionstüchtig.

Ich habe hier noch einen Wohnzimmerschrank stehen den mein Vater vor 45 Jahren durch einen Schreiner bauen lies. Plattenmaterial kombiniert mit Vollholz, der Schrank ist in Deutschland 2 x umgezogen (geschätzte 10 x verschoben zum Tapezieren und Streichen) und dann nach Belgien gekommen.
Das Einzige was ich daran machen musste waren neue Fussleisten, die hatten ein paar Macken die mir nicht gefielen, für den Rest ist dieser Schrank immer noch im Top-Zustand.

Plattenmöbel die ein Leben lang mithalten sind also schon realistisch.
 

v8yunkie

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Ich denke es hängt viel davon ab, wie man die Verbindungen gestaltet. In MDF kann man nicht eben mal eine Schraube bzw. einen geschraubten Beschlag eindrehen... da hält - vorallem wenn die Schrauben auf Zug belastet werden - nicht besonders gut. Also braucht man mehr Beschläge oder man leimt stellenweise Vollholz ein, dort wo verschraubt werden soll.

Weiterhin ist MDF sehr schwer. Spanplatte ist das etwas leichter. Und MDF ist auch nicht so biegesteif. Bei meinem Couchtisch habe ich deshalb unterhalb der Platte Vollholz-Versteifungen angebracht.

Und MDF staubt mehr beim Verarbeiten, als Span- oder Tischlerplatten.

Dafür kann man es wunderbar fräsen oder Hobeln - und zwar in allen Richtungen, ohne Rücksicht auf irgendwelche Maserungen.

Würde dir vorschlagen, mal ein paar Reste zu kaufen und damit ein paar Verbindungen zu probieren - dann bekommst Du ein Gefühl dafür.

Gruß,
Thomas
 

WinfriedM

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Wenn du MDF 100 Jahre in einem Wohnraum in die Ecke stellst, wird es vermutlich nach dieser Zeit noch nahezu die gleichen Eigenschaften haben. In dieser Hinsicht brauchst du keine Sorgen zu haben. Das ist bei Spanplatte übrigens genauso.

Wenn du dir anschaust, warum z.B. Spanplattenmöbel oft nach kurzer Zeit entsorgt werden, dann sind es oft Schäden, die durch Umzüge oder mechanische Überlastung entstehen. Oder weil billigste Beschläge oder Verbindungselemente verwendet werden, die nicht lange durchhalten. Oder Umleimer, die abgehen. Vieles lässt sich durch gute Konstruktion vermeiden.

MDF ist bei Lautsprecher-Boxenbauern recht beliebt. Da gibt es uralte Boxen ohne irgendwelche Probleme.

Achte bei MDF auf eine Qualität, die nur wenig Schadstoffe ausdünstet.
 

Firkraag

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Vielen Dank für die Antworten, ich werde einen neuen Thread mit spezifizierten Fragen stellen, würde mich freuen, wenn ihr euch den ebenfalls durchlest :emoji_slight_smile:
 

Firkraag

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MDF Möbel Haltbarkeit erhöhen

Guten Tag zusammen;

Ich wollte euch fragen inwiefern ihr Tipps und Tricks zur Erhöhung der Haltbarkeit von Möbeln insbesondere von furnierten MDF-Platten Möbeln in Peto habt:

Wie muss ein MDF Möbel hergestellt werden, damit dieses eine möglichst lange Lebensdauer hat.

Welche Verbindungselemente sind besonderes haltbar? Gibt es Möglichkeiten, um diese besonders langlebig und stabil zu gestalten? Ich gehe hierbei von einer 0815 Nutzung in einer ganz normalen Wohnung aus.

Oder sind Vollholzmöbel - wenns um Langlebigkeit geht - einem MDF Platten Produkt vorzuziehen, und warum / warum nicht?

Dann eine weitere Frage: Ich habe im Internet verschiedene Anbieter von MDF Plattenmaterial unter die Lupe genommen, im Vergleich dazu der Holzhändler von nebenan und der Baummarkt z.B. Obi.

Manche Internetanbieter geben einem 50 Jahre ( ! ) Garantie auf ihre MDF Platten bei einem Preis von ca 20-30€ pro m², der Holzhändler ist bei ca 15-25€ und versichert gute Qualität, würde aber nicht von 50 Jahren Garantie ausgehen und bei Obi ... naja Obi halt^^ 12-15 € pro m²... zur Garantie / Qualität will ich mich da mal nicht äußern.

Was für Erfahrungen habt ihr bei eurem "Grundmaterial" MDF Platten gemacht? Wo kauft ihr ein? Wo seid ihr überzeugt von?
 

Dietrich

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Hallo,

die gewerbl. arbeitenden Tischler müssen vor allem den Preis im Hinterkopf behalten, die Kundschaft will viel Möbel für möglichst wenig Geld, und toll aussehen solls natürlich, dort ist Plattenware aus gemahlenen Holzresten dann das Mittel der Wahl, auch wenn viele Tischler viel lieber Vollholz-Möbel in Bio-Qualität bauen würden, allein die Kundschaft fehlt.
Diese aus gemahlenen Holzresten gefertigte Platten sind der Grund warum ich vor 22 Jahren hobbymäßig mit der Holzbearbeitung angefangen habe.
Ich hatte ausgerissene Scharniere, Patentverbinder, zusammenklappende Kleiderschränke und 30 kg schwere Schiebetüren satt.
Inspiriert haben mich damals die Erlenholzmöbel von Team7, Oster und auch die Vollholzserien von Mustering, preislich leider nicht machbar für mich.
Auch heute noch meide ich diese o.g. Platten und verwende fast ausschließlich heimische Laubhölzer.
Für den technischen bzw. Werkstattbereich verwende ich ganz gerne Sperrhölzer, Multiplex und in seltenen Fällen mal eine OSB Platte.
Die Haltbarkeit und Reparaturfreundlichkeit von Vollholz erreichen MDF und Co. nie.

Gruß Dietrich
 

carsten

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Hallo

ich denke du machst dir da um etwas Gedanken das jenseits unserer Vorstellungskraft und Beeinflussbarkeit liegt.
Wie die Kollegen schon geschreiben haben ist für die Haltbarkeit die Konstruktion entscheidener als Feinheiten in der Materialauswahl. Noch wichtiger ist die Sorgfalt der Benutzung.
Klassisches Bsp aus dem Schreinerbereich sind Fenster:
Das Auto bringt der Deutsche fristgerecht in die Werkstatt, checkt Öl und sonstige Funktionen und das bei einer Durchschnittlichen Nutzungsdauer von 6-8 Jahren.
Ein Fenster das mit dem Haus verbunden ist wird dagegen recht stiefmütterlich behandelt. Der Begriff Wartung bzgl eines Fensters ist für viele Häuslebeseitzer ein Fremdwort und doch werden Nutzungszeiträume von 30 Jahren erwartet.
Kurzer Ausflug beendet
Für hochwertige Möbel die furniert werden nutzen die Schreiner bevorzugt Stab oder Stäbchenplatten häufig auch als Tischlerplatte bezeichnet.
Ist neben Multiplex der zweite Plattenwerkstoff bei dem mir deutliche Qualitätsunterscheide aufgefallen sind.
Die Konstruktion wiederum ist abhängig von der Verwendung bzw Standort des Möbels.
Bei einem Reihen- oder Einbaumöbel ( klassisches Bsp. Küche oder Einbauschrank in einer Nische) das vermutlich einmal eingebaut und dann bis zur Entsorgung genau dort stehen bleibt ist die Eckverbindung nebensächlich.
Vom Material und der Verbindung reicht da Spanplatte stumpf verschraubt. Bei sachgemäßer Nutzung hätte ich bzgl einer Halbwertzeit von 50 Jahren keine Bedenken. Beim Kantenmaterial und dessen anbringen fangen dann schon die Unterschiede an.
Ist absehbar das das Möbel häufiger bewegt evtl sogar umgezogen wird sollte man die Konstruktion daraufhin auslegen. Wobei bei solchen Einbaumöbeln die Frage ist passen die auch am neuen Standort ?
Daneben ist die Optik ein Kriterium für die Materiauaswahl.
Ein deckend lackiertes Möbel wird der Schreiner bevorzugt aus MDF bauen.
Konstruktiv evtl mit einem Korpus und angeschraubten Blendseiten. Das ist für mich durchaus eine Frage der Qualität. Eine nur geschraubte Blende kann einfach ausgetauscht, repariert, angepasst oder verändert werden.
Das mal als Exkurs in den Bereich Materialauswahl und Konstruktion.
Man könnte den Text noch ausführlicher und um einiges länger werden lassen, auf unterschiedliche Werkstoffe, Holzarten, Verbindungen, Oberflächen, Beschläge, Konstruktionen usw eingehen und doch nur annährend das Wissen rüberbringen das einem Azubi in 3 Lehrjahren vermittelt werden sollte wobei der dann immer noch Defizite hat.
Den Aspekt der kalkulatorischen Materialauswahl ( der Begriff gefällt mir :emoji_grin:) lassen wir mal ganz unbeachtet.


Der Anbieter der 50 Jahre auf sein MDF gibt würde mich mal interessieren.
Der Kreis der Hersteller von MDF in Europa ist recht überschaubar und die etablierten Marken wie krono, egger, kaindl, max funder, pfleiderer um nur mal die vermutlich größten zu nennen unterscheiden sich nur auf Laborebene.
Sogesehen hat OBI mitunter nix anderes im Lager stehen als der Schreiner.
Die Preise unterscheiden sich z.B. durch die abgenommene Menge. Wobei 20-30 € schon mehr als heftig ist ( hast mal nen Link).

Ich hab mal die beiden Themen zusammengeführt da sie aufeinander aufbauen.
 

ChristophW

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Der Anbieter der 50 Jahre auf sein MDF gibt würde mich mal interessieren.
Wobei man da auch immer zwei Dinge beachten sollte:
1) Wer findet nach 10, 20, ... 50 Jahren noch den "Kassenbon", ist der noch lesbar und gibt es den Hersteller dann noch.
2) Worauf wird Garantie gewährt und was muss der Kunde nachweisen um diese in Anspruch zu nehmen.
 

WinfriedM

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Der Händler würde mich auch mal interessieren, der 50 Jahre Garantie auf MDF gibt. Hört sich skuril an. Garantie heißt hier übrigens lediglich, dass es nur um eine gewisse Haftung auf Fehler während der Produktion geht. So kannst du auch auf einen Autoreifen 50 Jahre Garantie geben, auch wenn der nach spätestens 10-12 Jahren nicht mehr benutzt werden sollte. Aufgrund natürlicher Alterung. Wie lange ein Produkt hält, hat mit der Garantielänge nicht unbedingt etwas zu tun. Einen Anspruch hast du deshalb aber nicht.

Aber wie schon geschrieben, bei MDF ist das alles ziemlich egal. Ich habe auch noch keine nennenswerten Hersteller-Unterschiede bei dem Material wahrgenommen.

Wo du bei MDF sehr aufpassen musst: Das darf nie Feuchtigkeit abbekommen, sonst hast du einen Totalschaden. Bei einem Möbel aus Vollholz ist das wesentlich unkritischer.
 

Firkraag

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Also wenn ich eure Kommentare jetzt richtig verstehe, ratet ihr mir fazitär von MDF Platten ab, wenn ich langlebige Möbel herstellen möchte? Hab ich das richtig verstanden?

Warum werden dann "tote" Pressplatten wie Span oder die höherwertigen MDF Platten für Furniere empfohlen? Nur weil sie nicht arbeiten? Das kann doch nicht die einzige Begründung sein ( nebst dem Kostenfaktor ).

Wenn Furniere die Optik eines Möbelstücks bestimmen, wäre es meiner Meinung nach vollkommen legitim Plattenwerkstoffe zu nutzen, da sie preiswerter und ökologisch potentiell sinnvoller sind, allerdings würden Plattenwerkstoffe als Option ausfallen, wenn sich dieses Material als Fehler bzgl. der Langlebigkeit herausstellen sollte.

Selbstverständlich finde ich Vollholzmöbel reizvoller als irgendwelche Möbel, die im Endeffekt aus zusammengepressten Spänen bestehen, aber ich denke dass es ein Irrglauben ist, diesem Reiz zu folgen, wenn er auf einer falschen, ja geradezu lächerlich romantischen Beziehung zu dem natürlichen Werkstoff Holz begründet liegt - wie dämlich dieser Satz auch klingen mag.

In 100 Jahren werden vtl die Menschen sagen " Wow, dieses Möbelstück besteht aus Holzplattenmaterial, das ist ja ein Relikt aus einer anderen Zeit " ... dem Motto nach " Antik ist schick, das muss in jeder stilvollen Wohnung drin sein ".

Solchem Mode-Denken sollte man sich bei der Gestaltung eines Möbelstückes nicht unterwerfen.

Nun, ich formulier meine Frage anders: Welchen Werkstoff würdet ihr mir ans Herz legen, wenn ich folgende Vorraussetzungen erfüllt haben möchte:
Das Möbelstück soll
a) formstabil
b) äußerst langlebig
c) gut furnierbar sein
 

Gast aus Belgien

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Nun, ich formulier meine Frage anders: Welchen Werkstoff würdet ihr mir ans Herz legen, wenn ich folgende Vorraussetzungen erfüllt haben möchte:
Das Möbelstück soll
a) formstabil
b) äußerst langlebig
c) gut furnierbar sein

Die Frage hat Carsten ja eigentlich schon deutlich beantwortet:
Für hochwertige Möbel die furniert werden nutzen die Schreiner bevorzugt Stab oder Stäbchenplatten häufig auch als Tischlerplatte bezeichnet.
 

carsten

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Hallo

das ist eine besondere Variante für die Verwendung im Außenbereich. Ein echter Exot. Da ist dann auch ein Marktpreis von 20-30 € gerechtfertigt.
Für Möbel im Innenbereich aber absolut nicht notwendig.
Zudem sind die Stärken unüblich und es könnte bei einigen Beschlägen zu Maßanpassungen kommen so dass zusätzlich gerechnet werden muss.

Also ich rate nicht prinzipiell von MDF ab. Es ist eben eine Frage der Konstruktion bzw was ich optisch erreichen will.
Möchte ich z.B. eine furnierte Oberfläche mit sichtbaren durchgehenden Löchern ( z.B. Lüftungslöcher) herstellen wäre MDF aufgrund eines dichten homogenen Aufbaus erste Wahl. Soll eine ALU Griffleiste eingeschlagen werden würde ich MDF wegen der größeren Neigung zum Spalten meiden. Soll beides kombiniert wedern als Lüftungslöcher und eingeschlagene ALU Griffleiste würde wiederum garantiert MDF bei mir verwendet werden und ich würde die Nut breit genug fräsen und die Griffleiste mit geeignetem Kleber einkleben.

Für den hochwertigen Möbelbau werden gängigerweise schon erwähnte Tischlerplatten verwendet.

Für Rückwände oder Schubkastenböden wiederrum haben sich Spanplatte oder Sperrholz etabliert, da es ST und STAE Platten in der Stärke ( üblicherweise 8 mm) nicht gibt.

Auf die Gefahr hin das ich mich wiederhole: Die Haltbarkeit ist hauptsächlich eine Frage der Konstruktion und Verwendung.

Bei all deiner Fragen stellt sich mir die Frage welche maschinellen Voraussetzungen zur Herstellung langlebiger Möbel sind vorhanden.
Uuuuund nicht zuletzt welche Erfahrung im Möbelbau ist vorhanden bzw explizit im Furnieren ???
 

WinfriedM

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Also wenn ich eure Kommentare jetzt richtig verstehe, ratet ihr mir fazitär von MDF Platten ab, wenn ich langlebige Möbel herstellen möchte? Hab ich das richtig verstanden?

Ich komme eher zu dem Schluß, dass man langlebige Möbel aus MDF, Spanplatte oder vielen anderen Plattenmaterialien bauen kann.

Es kommt aber eben auch darauf an, wie die Bedingungen in den nächsten 50 Jahren sein werden. Ob du wöchentlich umziehst oder jährlich deine Wohnung überschwemmt wird. Und an der Konstruktion hängt eben auch vieles.

Ich habe übrigens Bücherregale aus funiertem Span, die sind mittlerweile 40 Jahre alt und werden vermutlich nochmal 40 Jahre halten.
 

Firkraag

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Bei all deiner Fragen stellt sich mir die Frage welche maschinellen Voraussetzungen zur Herstellung langlebiger Möbel sind vorhanden.
Uuuuund nicht zuletzt welche Erfahrung im Möbelbau ist vorhanden bzw explizit im Furnieren ???

Ich werds nicht beschönigen: Ich habe fast nur Bücher"wissen" was die Möbelherstellung anbelangt, praktische Erfahrung habe ich bisher nur bei Restaurierungen gesammelt.

Werkzeuge hab ich zu großen Teilen aus einem Nachlass erhalten und weil ich der Meinung bin, dass es eine Schande wäre, diese nicht zu benutzen und mich das Thema schon immer interessiert hat, möchte ich jetzt den Schritt gehen, mir das Know-How anzueignen, Möbel selbst herzustellen. Außerdem ist es eigtl vollkommen egal, welche maschinellen Vorraussetzungen vorhanden sind: Wenn ein Gerät erforderlich ist, auf das ist nicht verzichten kann, dann wirds kurzerhand gekauft. Ganz einfach. Ich hab zwar keinen Geldscheißer, aber ich bin mit Anfang 20 in einem Alter, in dem sich festlegt welche Interessen man ( wahrscheinlich ) für den Rest seines Lebens verfolgt, da sollte man keine Abstriche machen und auch mal bereit sein was zu investieren.

Bei Geräten, die man sich z.b. nicht einfach in einen 25m² Keller reinstellen kann bzw. die einfach zu teuer sind / nur sehr selten benutzt werden, dann kann ich auf die Werkstatt von Verwandten zurückgreifen, die beruflich Schreiner sind oder ich nutze eine Werkstatt eines Schreinermeisters, die ich kostenlos unter Anleitung mitbenutzen darf.

Warum ich diese Leute nicht frage? Das tue ich sehr wohl, aber ich möchte möglichst viele unterschiedliche Antworten bekommen. Mein Verwandter z.B. hält nichts von "künstlichen" Materialien, wenn man Qualität wünscht. Und weil es nicht meine Aufgabe ist, Überzeugungsarbeit zu leisten, nehme ich mir das Wissen was er mir bereitwillig zu geben bereit ist und filter dann raus was ich brauche. Der Schreinermeister wiederum hält nichts vom Furnieren, er ist der Auffassung, ein Furnier verdecke quasi den wahren " Inhalt " eines Gegenstandes / Möbelstückes und Intarsien sind unnützer SchnickSchnack.

Ich könnte das jetzt noch so weiterführen ...

Letztendlich will ich das Ganze nicht überstürzen: Es darf ruhig ein paar Jahre oder Jahrzehnte dauern, bis ich ausgereifte Möbel herstellen kann, aber irgendwo muss ich ja den Dialog mit "Fremden" suchen weswegen ich in diesem Forum beginne rumzustochern. Und nebenbei: Holzwurmausbildung anzufangen ist ein No Go. Hobbies und Arbeit sollte man ( meiner Ansicht nach ) voneinander trennen.

Bzgl meiner Erfahrung mit Furnieren: Ich habe bisher nur kleine Flächen furniert, z.B. bei einem Biedermeier Tisch war ein ca 100mm breiter Teil eines Eichenfurniers beschädigt, das habe ich herausgetrennt und ein neues Furnierstück hinzugefügt, gezwungenermaßen der ganze Abschnitt, damit der Bruch der Holzmaserung nicht auffällt. Solche Sachen halt.
 

Firkraag

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Auf die Gefahr hin das ich mich wiederhole: Die Haltbarkeit ist hauptsächlich eine Frage der Konstruktion und Verwendung.

Da kann ich dir nur begrenzt zustimmen.

Es steht wohl außer Frage, dass eine komplette Innenausrichtung aus Silberregen deutlich bessere Chancen hat 200 Jahre alt zu werden als bestes Fichtenholz. Es ist selbstverständlich eine Frage der Konstruktion und der Verwendung, aber irgendwo ist der Punkt erreicht indem die normale Nutzung über lange Zeiträume / Generationen hinweg selbst eine Art von großer Beanspruchung für Möbelstücke darstellt.

Man könnte also behaupten, dass nicht nur die Art der Verwendung nebst der Konstruktion den Verwendungszweck billigt sondern auch die Zeitspanne, wobei jede Benutzung über den "empfohlenen (Zeit-)rahmen" hinaus eine Art von Missbrauch darstellt.

Irgendwann kommt jedes Material an seine Grenzen...
 

Firkraag

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Für hochwertige Möbel die furniert werden nutzen die Schreiner bevorzugt Stab oder Stäbchenplatten häufig auch als Tischlerplatte bezeichnet.

Es sollte keine Rolle spielen was Tischler an Materialien bevorzugen, denn Tischler haben evtl andere Prioritäten. Ein Tischler muss sich seine Brötchen u.a. durch das Herstellen von Möbeln verdienen, das kann zur Folge haben, dass er vielleicht an einem Rohstoff spart, weil er andernfalls nicht wettbewerbsfähig ist. Ich weiß, dass Tischlerplatten hochwertig sind, aber sind sie auf lange Sicht wirklich die beste Wahl?

Wer ein Hobby betreibt tut das hingegen nicht aus kommerziellen Gründen. Deswegen sollte die Antwort nicht sein, wer Stäbchen / Tischlerplatten für welchen Zweck benutzt sondern warum er das tut.
 

Firkraag

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Weiterhin ist MDF sehr schwer. Spanplatte ist das etwas leichter. Und MDF ist auch nicht so biegesteif. Bei meinem Couchtisch (Projektvorstellung: Furnierter Wohnzimmertisch) habe ich deshalb unterhalb der Platte Vollholz-Versteifungen angebracht.

Und MDF staubt mehr beim Verarbeiten, als Span- oder Tischlerplatten.

Dafür kann man es wunderbar fräsen oder Hobeln - und zwar in allen Richtungen, ohne Rücksicht auf irgendwelche Maserungen.

Warum ist es ein Problem dass MDF verhältnismäßig schwer ist? Was genau meinst du mit "biegesteif" ? Dass MDF bei der Verarbeitung staubt ist doch eigtl vollkommen egal, oder ist das verarbeitungsrelevant / beim Endprodukt zu beachten?

Würde dir vorschlagen, mal ein paar Reste zu kaufen und damit ein paar Verbindungen zu probieren - dann bekommst Du ein Gefühl dafür.

Das ist ein wirklich brauchbarer Tipp, hatte ich zwar ohnehin vor, aber es ist gut zu wissen, dass man sinnvolle Dinge ans Herz gelegt bekommt, da weiß man, dass man richtig beraten wird. Danke !
 

Firkraag

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ich denke du machst dir da um etwas Gedanken das jenseits unserer Vorstellungskraft und Beeinflussbarkeit liegt.

Was meinst du damit? Ich kann dir nicht ganz folgen.

Wie die Kollegen schon geschreiben haben ist für die Haltbarkeit die Konstruktion entscheidener als Feinheiten in der Materialauswahl. Noch wichtiger ist die Sorgfalt der Benutzung.

Ich stimme dir zu, aber nur weil die Konstruktion wichtiger ist als das Material möchte ich Letzteres logischerweise nicht übergehen, auch möchte ich die Möbelstücke nicht mit Samthandschuhen anfassen müssen.

Klassisches Bsp aus dem Schreinerbereich sind Fenster:
Das Auto bringt der Deutsche fristgerecht in die Werkstatt, checkt Öl und sonstige Funktionen und das bei einer Durchschnittlichen Nutzungsdauer von 6-8 Jahren.
Ein Fenster das mit dem Haus verbunden ist wird dagegen recht stiefmütterlich behandelt. Der Begriff Wartung bzgl eines Fensters ist für viele Häuslebeseitzer ein Fremdwort und doch werden Nutzungszeiträume von 30 Jahren erwartet.
Kurzer Ausflug beendet

Wohl wahr.

Für hochwertige Möbel die furniert werden nutzen die Schreiner bevorzugt Stab oder Stäbchenplatten häufig auch als Tischlerplatte bezeichnet.
Ist neben Multiplex der zweite Plattenwerkstoff bei dem mir deutliche Qualitätsunterscheide aufgefallen sind.

Ja, das Gleiche wurde mir auch schon öfters gesagt. Kannst du mir das näher erläutern? Inwiefern sind dir deutliche Qualitätsunterschiede aufgefallen?
 

mj5

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N' Abend!

Dieser thread hat ein sehr erhebliches "Chips & Bier" Potential, finde ich... :emoji_grin:

Firkraag? Zufaellig dieser?
Firkraag - The Forgotten Realms Wiki - Books, races, classes, and more
Ein Schuft, wer boeses dabei denkt...

Letztendlich will ich das Ganze nicht überstürzen: Es darf ruhig ein paar Jahre oder Jahrzehnte dauern, bis ich ausgereifte Möbel herstellen kann, aber irgendwo muss ich ja den Dialog mit "Fremden" suchen weswegen ich in diesem Forum beginne rumzustochern.
Der ein oder andere der "Fremden" tut genau das: Seit Jahrzehnten ausgereifte Moebel bauen!
Und nicht wenige sehr erfolgreich, grade weil sie ihr Hobby zum Beruf gemacht haben, denke ich.

Die Haltbarkeit eines Moebels wird von der Konstruktion bestimmt. Angemessene Materialauswahl ist ein Teil der Konstruktion.
Ein gute Konstruktion beruecksichtigt zu allererst den Nutzungszweck. Basta.

Ich gebe dir auf jede MDF-Platte lebenslang Garantie - gegen Durchrostung.
Und trotz dieser hervorragenden Materialeigenschaft wuerde ich kein Kanu aus MDF bauen. :emoji_wink:

Gruesse
mattes
 

Firkraag

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Die Haltbarkeit eines Moebels wird von der Konstruktion bestimmt. Angemessene Materialauswahl ist ein Teil der Konstruktion.
Ein gute Konstruktion beruecksichtigt zu allererst den Nutzungszweck. Basta.

Ich gebe dir auf jede MDF-Platte lebenslang Garantie - gegen Durchrostung.
Und trotz dieser hervorragenden Materialeigenschaft wuerde ich kein Kanu aus MDF bauen.

Ja, du hast Recht. Und genau das möchte ich ja herausfinden - u.a. mit eurer Hilfe.

Nutzung (-szweck): Das Möbelstück soll formstabil sein, es soll beanspruchbar sein, ich will es nicht mit Samthandschuhe anfassen müssen, es soll eine sehr lange Lebensdauer haben und es soll gut furnierbar sein.

Jetzt geh ich mal exemplarischer vor, damit man ein Beispiel zum Anfassen hat und über das man auch mal griffiger reden kann: Sagen wir mal, ich möchte einen Wohnzimmertisch bauen, der eine furnierte Oberfläche inklusive Intarsien haben soll. ( Verwendung: Furnier / Intarsien )

Meine Freunde sind ziemlich wilde Leute, die ihre Füße auf dem Wohnzimmertisch absetzen und auch mal ihre Bierkrüge mit Rums auf dem Tisch abstellen. ( Formstabilität / starke Beanspruchung )

Außerdem bin ich ein extremer Familienmensch und mir ist es wichtig ein Erbstück für zukünftige Generationen zu haben und ich wünsche mir, dass dieser Wohnzimmertisch auch noch meine Urenkel erfreuen wird. ( Lebensdauer / Haltbarkeit )

Also, welches Material sollte ich bei diesem fiktiven Beispiel benutzen?

ps: Pass auf dass ich dich nicht verkokel mj5 :rolleyes:
 

mj5

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Hi "Firkraag",

ich habe nix dagegen, wenn du mich mit meinem Vornamen anredest :emoji_wink:
und bin im uebrigen relativ "temperature tolerant"...

Sagen wir mal, ich möchte einen Wohnzimmertisch bauen, der eine furnierte Oberfläche inklusive Intarsien haben soll. ( Verwendung: Furnier / Intarsien)
Meine Freunde sind ziemlich wilde Leute, die ihre Füße auf dem Wohnzimmertisch absetzen und auch mal ihre Bierkrüge mit Rums auf dem Tisch abstellen. ( Formstabilität / starke Beanspruchung )
Außerdem bin ich ein extremer Familienmensch und mir ist es wichtig ein Erbstück für zukünftige Generationen zu haben und ich wünsche mir, dass dieser Wohnzimmertisch auch noch meine Urenkel erfreuen wird. ( Lebensdauer / Haltbarkeit )

Dann hast Du ein Problem mit der Zielvorgabe!
Freunde/Fuesse/Bierkruege - das ruft imo nach "Wirtshaustisch". Gerne robust, massiv.
So ein Tisch altert in Ehren und es stoert ihn nicht, wenn jemand Herzchen oder Drachen reinritzt. Auf keinen Fall Furnier oder gar Intarsien.
"Form follows function" - immer wieder richtig.

Es ehrt dich sehr mit Anfang Zwanzig schon an deine Urenkel zu denken.
Aber um eine gewisse "Ausschuss-Fabrikation" wirst Du nicht drumrum kommen. Also Moebel, die vermutlich keine 200 Jahre halten. :eek:
Es heisst nicht umsonst "Hand"werk. Und die noetige Erfahrung erwirbt man nicht aus Buechern.

Das Beispiel vom Tisch war doch schonmal gut.
Wenn Du mehr sowas wie Teekraenzchen versammeln wuerdest, saehe der Tisch vermutlich anders aus.

Gruesse
mattes
 
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