Hallo
ich denke du machst dir da um etwas Gedanken das jenseits unserer Vorstellungskraft und Beeinflussbarkeit liegt.
Wie die Kollegen schon geschreiben haben ist für die Haltbarkeit die Konstruktion entscheidener als Feinheiten in der Materialauswahl. Noch wichtiger ist die Sorgfalt der Benutzung.
Klassisches Bsp aus dem Schreinerbereich sind Fenster:
Das Auto bringt der Deutsche fristgerecht in die Werkstatt, checkt Öl und sonstige Funktionen und das bei einer Durchschnittlichen Nutzungsdauer von 6-8 Jahren.
Ein Fenster das mit dem Haus verbunden ist wird dagegen recht stiefmütterlich behandelt. Der Begriff Wartung bzgl eines Fensters ist für viele Häuslebeseitzer ein Fremdwort und doch werden Nutzungszeiträume von 30 Jahren erwartet.
Kurzer Ausflug beendet
Für hochwertige Möbel die furniert werden nutzen die Schreiner bevorzugt Stab oder Stäbchenplatten häufig auch als Tischlerplatte bezeichnet.
Ist neben Multiplex der zweite Plattenwerkstoff bei dem mir deutliche Qualitätsunterscheide aufgefallen sind.
Die Konstruktion wiederum ist abhängig von der Verwendung bzw Standort des Möbels.
Bei einem Reihen- oder Einbaumöbel ( klassisches Bsp. Küche oder Einbauschrank in einer Nische) das vermutlich einmal eingebaut und dann bis zur Entsorgung genau dort stehen bleibt ist die Eckverbindung nebensächlich.
Vom Material und der Verbindung reicht da Spanplatte stumpf verschraubt. Bei sachgemäßer Nutzung hätte ich bzgl einer Halbwertzeit von 50 Jahren keine Bedenken. Beim Kantenmaterial und dessen anbringen fangen dann schon die Unterschiede an.
Ist absehbar das das Möbel häufiger bewegt evtl sogar umgezogen wird sollte man die Konstruktion daraufhin auslegen. Wobei bei solchen Einbaumöbeln die Frage ist passen die auch am neuen Standort ?
Daneben ist die Optik ein Kriterium für die Materiauaswahl.
Ein deckend lackiertes Möbel wird der Schreiner bevorzugt aus MDF bauen.
Konstruktiv evtl mit einem Korpus und angeschraubten Blendseiten. Das ist für mich durchaus eine Frage der Qualität. Eine nur geschraubte Blende kann einfach ausgetauscht, repariert, angepasst oder verändert werden.
Das mal als Exkurs in den Bereich Materialauswahl und Konstruktion.
Man könnte den Text noch ausführlicher und um einiges länger werden lassen, auf unterschiedliche Werkstoffe, Holzarten, Verbindungen, Oberflächen, Beschläge, Konstruktionen usw eingehen und doch nur annährend das Wissen rüberbringen das einem Azubi in 3 Lehrjahren vermittelt werden sollte wobei der dann immer noch Defizite hat.
Den Aspekt der kalkulatorischen Materialauswahl ( der Begriff gefällt mir

) lassen wir mal ganz unbeachtet.
Der Anbieter der 50 Jahre auf sein MDF gibt würde mich mal interessieren.
Der Kreis der Hersteller von MDF in Europa ist recht überschaubar und die etablierten Marken wie krono, egger, kaindl, max funder, pfleiderer um nur mal die vermutlich größten zu nennen unterscheiden sich nur auf Laborebene.
Sogesehen hat OBI mitunter nix anderes im Lager stehen als der Schreiner.
Die Preise unterscheiden sich z.B. durch die abgenommene Menge. Wobei 20-30 € schon mehr als heftig ist ( hast mal nen Link).
Ich hab mal die beiden Themen zusammengeführt da sie aufeinander aufbauen.