Lindenholz trocknen

bestdriver

ww-pappel
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Hallo Zusammen

Ich habe eine Frage zum Thema Holztrocknen. Und zwar habe ich mir zwei Stammabschnitte Lindenholz direkt nach den Baumfällarbeiten besorgt.
Ich möchte das Holz gerne trocknen um später dann meine Künste im Schnitzen zu probieren.
Deswegen wollte ich gern wissen, wie trockne ich das Holz mit oder ohne Schale?Wie lange sollte das Holz ablagern um damit nachher arbeiten zu können?
Die Stammabschnitte sind ca 400 mm im Durchmesser und ca. 1000mm lang
Für Tipps und Ratschläge bin ich dankbar.



mit freundlichen Grüßen Bestdriver
 

elcoso

ww-eiche
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Hallo,
Holz keine Schale sondern eine Rinde. Diese sollte entfernt werden.Der Stamm wird noramlerweise vor dem Trocknen aufgeschnitten (in Bretter), damit wärend der Trocknug keine Risse entstehen und um auszuschließen daß es fehlerhaft ist(Risse,Faul... )Fehler kann der Profi nur schwer am Stamm erkennen (für den Laien ünmöglich)
Danach muß das Holz fachgerecht gestapelt werden (mit Stapelhölzern, möglichst nicht an windgeschützten Orten...)
Nach etwa 5 Jahren ist das Holz auf etwa 12% getrocknet (mißt man mit einen Holzfeuchtemessgerät).
Das Holz kann auch in einer Kammertrocknungsanlage getrocknet werden (hat nicht jeder Schreiner, hoher Energieverbrauch...).
Persönlich glaub ich,daß der Aufwand (Kosten,Zeit...) sich nicht lohnt um ein bischen das Schnitzen zu probieren. Würd das Holz einem Drechsler oder einem Schreiner zeigen ob diese vieleich Verwendung dafür haben.Man kann es vieleicht gegen ein paar trockene Holzstücke (zu schnitzen). Gewinnbringend wird man es kaum verkaufen können.
mfg
elcoso
 

bestdriver

ww-pappel
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Danke für deine Antwort elcoso

Klar heißt das Rinde ich Dussel!!! 5 Jahre sind ne lange Zeit! Was würde denn passieren, wenn ich das Holz im nassen Zustand bearbeite?
Mir geht es ja hauptsächlich erst einmal um die Technik des Schitzens als solches Messerführung und so! Ergebnis ist also zweitrangig. Meinst du zum probieren muss es auch unbedingt Restfeuchte von 12 % besitzen??

Gruß bestdriver
 

elcoso

ww-eiche
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hallo bestdrive,
eine Restfeuchte von ca. 8% ist für Holz im Innebereich empfohlen. ( das Holz schwindet nicht mehr). 12% sind für den Übwerdachten Aussenbereich empfohlen.
Man kann natürlich auch nasses Holz schnitzen. Bedenk aber dein Schnitzwerkzeug geht leichter ins nasse Holz (schierwirkung) und das Holz schwindet noch ( die geschnitzte Form bleibt nicht erhalten. Das richtige Gefühl für´s schnitzen erhält man somit nicht. Es ist aber durchaus möglich
mfg
elcoso
 

Simb05

ww-buche
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Ich dachte das Forum heißt Neuling fragt Profi, die Betonung liegt auf Profi.
Moin moin simb05
 

bestdriver

ww-pappel
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Hallo Simb05
ich versteh jetzt nicht, was ich falsch gemacht hab??? Oder was du sagen wolltest?? Bitte um nähere Erläuterung!!

gruß best driver
 

elcoso

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Hallo simb05,
was ist an dieser "Hilfestellung" falsch.
Wollte mit meiner Antwort einfach erklären, daß der Weg vom Baumstamm zum trocken Holz ein langer und schwerer Weg ist. Natürlich kann man auch ein abendausfüllende Erörterung daraus machen. In meinen Fachbuch stehen die gleichen Angaben über die Restfeuchte für Holz im Innen um Aussenbreich. Wenn man bei wikipedia nachschaut wird eine relative Holzfeuchte im Innenbereich zwischen 6-10% und im geschützten Aussenbereich zwischen 8-12%. (nehme an ein Schnitzerei aus Lindenholz steht unter Dach). Laß mich auch hier gerne belehren, wenn meine Ausage fehlerhaft ist. Würd halt gern erfahren was genau auszusetzen ist, denn aus Fehlern lernt man.
mfg elcoso
 

Simb05

ww-buche
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Hallo elcoso.
Die Aussagen nach 5 Jahren ist das Holz auf 12% getrocknet ist falsch. ES kann auch schon nach einem Jahr soweit wenn es sich um ein Brettchen handelt wenn es aber zu Bohlen von 12cm eingeschnitten wird dauert es länger. die Endfeuchte die sich in der BRD einstellt ist im Mittel 14,8%. 12% stimmt nicht. 8% im Innnenbereich ist richtig, das das Holz nicht mehr arbeitet ist falsch. Ändert sich das Raumklima, ändert sich die Holzfeuchte. Und jetzt frage nicht was ist falsch. Falsch ein bisschen hart aber zu mintest nicht ganz eindeutig beantwortet.
Moin moin simb05
 

elcoso

ww-eiche
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hallo simb05,
Hast recht, meine Antwort ist sogesehen nicht ganz eindeutig. Wollt´s einfach beschreiben und bin doch von einem anderen "Grundwissen ausgegangen. Ohne genaue Angaben wär,s korekter.
Danke für den Hinweis
elcoso
 

Simb05

ww-buche
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Hallo elcoso.
Du schreibst "ohne genaue Angaben wär,s korrekter. Nein mit genauen Angaben kann der Fragende etwas anfangen und somit korrekter. Ich finde hier kann gesendetes Halbwissen fatale Folgen haben und es hat hier keinen Platz,deswegen mein Tipp nochmal las andere schreiben und lese dich schlau.
Moin moin simb05
 

bestdriver

ww-pappel
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Hallo Zusammen,

ich hoffe, ihr haut euch nicht die Köpfe ein!! Ich versuch einfach mal mit dem bestehnden Mitteln erste Erfahrungen zu sammeln und hau den anderen Teil des Holzes unter mein Carport zum trocknen!

Im Zweifel immer den Weg: learning by duing
oder Versuch macht klug!!

bestdriver
 

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Hallo Bestdriver , spalte das Holz "über Kreuz" , d.h. in 2 x vier Teile . Solch ein Viertel trocknet bei Linde ganz gut . Nicht entrinden und sehr luftig (!) ( je 2 Stück über Kreuz ) lagern . Die Stirnenden bei Linde am besten mit Wachs oder Leim einstreichen .
Grüsse
Andreas
 

frollein Susi

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Lindenholz

Hallo Bestdriver!

Deine Frage ist ja schon etwas älter. Wie sieht denn deine Erfahrung inzwischen aus?Has t du das Holz bearbeitet oder läßt du es noch lagern? Ich stehe nämlich gerade vor einem 4, 80 m Lindenstamm. Den kann ich geschenkt bekommen, möchte große Skulpturen daraus machen und frage mich auch, wie ich den am besten lager?
Liebe Grüße
frollein Susi
 

derdad

Moderator
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Hallo Susi!
Lass den Stamm ablängen. In Längen wie du denkst es passt für dich. Wenn du das Holz in möglichst ganzen Teilen lagern möchtes, einfach mit der Motorsäge einen Längsschlitz sägen. So tief, dass der Kern aufgetrennt ist. Damit ist die Spannung weg und der Rundling reisst nicht mehr, sondern öffnet sich am Schlitz. Noch besser wäre es den Rundling in der Mitte längs aufzutrennen. Jetzt kannst du das Holz an einem trockenen, möglichst luftigen Platz zum Trocknen aufstapeln.
Wie lange es trocknen soll hängt vom Kunstwerk ab, dass du vorhast anzufertigen. Bei gröberen Arbeiten, die nicht so Detailraich sind, werden 1-2 Jahre genügen. Bei sehr genauen, detailierten Werken, würde ich das Holz sicher 5 jahre und länger leigen lassen. Lagern in großen Stücken hat den Nachteil der längeren Trockningszeit, aber den Vorteil, dass du auch später noch entscheiden kannst in welche Dimensionen du das Holz auftrennst.

Noch was: Entfern die Rinde, wirf sie aber nicht weg. Früher wurden Leimpinsel daraus gemacht. Die Rinde leicht einweichen und mit einem Hammer fasrig klopfen. Funktioniert wunderbar. Der Werkzeug Mythos Verkäufer Dick hat es mittlerweile wieder im Angebot
DICK GmbH - Feine Werkzeuge zur Holzbearbeitung
Unter: Materialien-Leimpinsel
lg
gerhard
 

ToK_ToK

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Hallo bestdriver,


vornweg: ich habe grundsätzlich nicht soviel Ahnung (weder vom richtigen Holztrocknen noch vom Schnitzen).

Möchte aber ein wenig "ingenieurtechnische" Herangehensweise einbringen: wenn man etwas machen möchte, sollte man sich zunächst die Frage nach dem "Was/Wie" stellen. In Deinem Fall: was willst Du schnitzen und wie groß soll es sein? Und: ist es dafür wichtig, daß der Stamm rißfrei getrocknet ist, oder machen Risse nichts aus? (Für eine z.B. im Garten aufgestellte, dem Wetter ausgesetzte Schnitzfigur unterstelle ich, daß die Restholzfeuchte schnurzpiepegal ist ;o)

Wenn Du Dir fürs Schnitzen gleich einen großen Stammabschnitt besorgt hast, nehme ich an, daß Du nicht mit "Kleinkram" anfängst, dafür hättest Du auch im Holzhandel ein kleines, trockenes Stück besorgen können. Jetzt aus Deinem Stamm per Aufschneiden Bretter zu machen, wäre in der Tat aufwendig (ob beabsichtigt und sinnvoll, weißt bisher nur Du).

Ich habe vor ~ 7 Jahren aus demselben Anlaß ein gutes Meterstück Linde mit ~50cm Durchmesser mitsamt Rinde auf einige Klötzer in den Keller gestellt, das trocknet prima vor sich hin, ohne daß bisher große Risse aufgetreten sind. Ebenso Eiche, Robinie und Pflaume ( <- das war das einzige Holz, das mit deutliche Rissen getrocknet ist, und auch das wäre wahrscheinlich mit Hirn-Versiegeln verminderbar gewesen). Alles in allem kann ich prima damit leben.

Also: laß Dich nicht gleich ins Bockshorn jagen. Wenn Du was großes schnitzen willst, laß das Stammstück im ganzen, bring es halbwegs trocken unter, versiegel ggf. die Enden und warte ein bißchen. In der Zwischenzeit kannst Du ja mit kleineren, trockenen Stücken das Schnitzen üben.

Viele Grüße aus Dresden,
Thomas
 

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Frollein Susi sagt danke

Hallo Dad!

Vielen Dank für die Antwort. Damit hatte ich so schnell gar nicht gerechnet.
Ich mache also einen mutigen Schnitt bis in die Mitte des Stamms. Etwas schade, weil man den Schnitt dann später an der Skulptur sieht.
Dann lagere ich den Stamm drinnen, je trockener um so besser, richtig?
Und soll man die Stirnseite des Stamms mit Leim bestreichen? ( Steht irgendwo weiter oben.)
Viele Grüße
Frollein Susi
 

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Frage

Ich jetzt auch nen Lindenstam gekauft und mich würde unterworfen zum Thema perchtenmaske schnitzen ist es besser wenn ich das Holz nass zum schnitzen benutz oder erst wenn es trocken ist weil ich will Dan ned das Ed am schluss San reist für Hilfe und hinweise wer ich sehr dankbar MfG Chri :emoji_open_mouth:)
 

fritz-rs

am 7.9.2016 verstorben
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Chri,
so genau kann ich noch nicht erfassen, was Du machen willst.
Wenn Du schnitzen willst und nasses Holz hast, wäre es nicht falsch, zuerst grob vorzuschnitzen und alles, was mit Sicherheit weg soll, zuerst zu entfernen.
Das, was übrigbleibt, ist dann wesentlich schneller trocken und reißt auch weniger, weil viele Spannungszonen entfernt wurden.
Grobe Teile kann man bei Linde recht gut entfernen. Die feinen Arbeiten sind bei trockenem Holz einfacher.
Nasses Lindenholz läßt sich nicht schleifen. Das fasert fein aus und verschließt sofort Schleifpapier, bzw. setzt sich vor die Schneiden der Schnitzmesser.
Wenn die Lindenstücke sehr stark bleiben sollen, wäre ein Abdecken der Hirnholzflächen mit Wachs, Weißleim oder noch besser Anchorseal besser, weil sie dann nicht schneller als die anderen Holzbereiche austrocknen und damit nicht vorrangig reißen.

Gruß Fritz
 

torneträsk

ww-pappel
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Ich habe gerade diesen alten Thread gefunden, und weil mich das Thema gerade sehr beschäftigt, mochte ich meinen Senf dazu geben:

Im März diesen Jahres habe ich vom Förster frisch gefälltes Lindenholz bekommen.
Das waren Stammabschnitte, so 50cm lang, Durchmesser 40cm. Dieses Holz habe ich sorgfältig gelagert, waagerecht, mit Hölzern dazwischen, an einer Wand gestapelt.

Die Schnittstellen habe ich, wie empfohlen, mit Anchorseal bepinselt.
Alle Stammabschnitte sind - jetzt ist September - nach einem halben Jahr - total verstockt!

Kann sein, dass die Lindenabschnitte zu geschützt liegen, aber einen anderen Lagerplatz habe ich nicht. Noch einmal werde ich dieses Anchorseal nicht verwenden, weil ich denke, dass es der Verstockung Vorschub leistet.

Ich hatte im März aus dem frischen Holz 2 Schalen gefertigt, das ging sehr gut, die Schalen sind bisher nicht gerissen, wahrscheinlich, weil bei meinen Schalen der Kern entfernt wurde.

Ich werde morgen neues, frisches Holz bekommen und hoffe, dass es ohne Anchorseal besser trocknen wird.

MfG
 
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