Löcher aufweiten - wie?

Mazze

ww-birnbaum
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Hi zusammen,

an zwei Holzstücken habe ich die Problematik, daß vorliegende Löcher aufgeweitet werden müssen.

Holzstück Nummer 1 ist ein Designobjekt aus geräucherter Eiche, ca. 4cm dick. Darin befinden sich 7 Sacklöcher je 30mm breit und ca. 25mm tief, mit Forstnerbohrer genau gebohrt. In die Löcher sollen kurze Aluminiumrohre kommen, die leider einen Aussendurchmesser von 30,5mm haben. Zwar besitze ich eine Drehbank, mit dieser kann ich aber wegen Defekt aktuell nur radial drehen und nicht axial. Ich kann also das Aluminium nicht von 30,5 auf 30,0mm abdrehen. Ausserdem sind mehrere der Aluminiumrohre bereits komplett fertig mit Inhalt etc und können daher auch nicht mehr in eine Drehbank gespannt werden. Was würdet Ihr tun? Fräse habe ich nur als mobile Oberfräse, damit bekomme ich die Löcher zwar größer, aber ganz sicher nicht regelmäßig. Auch der Dremel fällt aus gleichem Grund raus; wenn die Löcher oval werden, fällt das später auf. Mir fällt aktuell nur ein, mit sehr viel Geduld und Schleifpapier den halben Millimeter in allen 7 Löchern manuell rauszuschleifen. Die Eiche wird später geölt, ich muss das also vorher machen. Sonstige Ideen?

Holzstück 2: Habe eine Bank günstig bekommen, die ich im Aussenbereich für Wanderer aufstellen möchte (die bisherige war wunderbar, aber hat konzeptbedingt nur 3 Jahre gehalten). In dieser Bank besteht die Sitzfläche aus langen Latten, ca. 4x2cm. Die Latten sind auf jeder Seite mit M6 Gewindeschrauben an den Stahlwangen befestigt, allerdings sind die Köpfe in einem Loch versenkt. Lochdurchmesser oben: ca. 12mm, Lochdurchmesser unten ca. 6,5mm für M6. Die originalen Schrauben müssen getauscht werden. Die neuen, baugleichen Schrauben aus Edelstahl haben einen Kopfdurchmesser von 12mm. Manche Löcher sind aber ein kleines bisschen zu klein, ca. 11-11,5mm. Wie würdet Ihr die Löcher weiten? Bei diesem Durchmesser kann ich nicht schleifen, und bevor ich das tun würde, würde ich lieber die Latten tauschen … Klar, ich kann wieder andere Schrauben mit dünnerem Kopf kaufen, aber die originale Schraubenform finde ich am passendsten. Aktuelle Idee: die Schrauben mit Kraft durch die Gewinde reinziehen. Ich schätze, bei den meisten Löchern wird das funktionieren. Bloss vermutlich nicht bei allen … Sonstige Ideen?

Passungsproblemen, meist bei Sacklöchern, hab ich häufiger. Und meist das Problem, daß ich keine einfachen Lösungen für das Weiten kenne.

Besten Dank schonmal!
Martin
 

dsdommi

ww-robinie
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Du könntest dir doch eine Schablone für die Oberfräse bauen, die du dann mit einem Kopierring abfährst. Das wird sehr genau und rund.
zB 12mm Fräser mit 17mm Ring müsste ein Schablonen Loch von 35,5mm ergeben.
Das musst du dann nur einmal herstellen.
Wie du die Mitte genau findest müsste ich nochmal drüber nachdenken. Aber da kommen bestimmt noch Ideen dazu

Gruß dsdommi
 

Curby

ww-esche
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Normale Bohrlöcher weite ich mit Metallbohrern. Wenn die Oberfläche noch geschliffen werden soll dann von beiden Seiten im linkslauf kurz so 2mm anbohren (das ist mehr ein reiben, als ein bohren, da falsch herum). Das bricht jedoch die obersten Fasern. Anschließend bohre ich ganz normal aber vorsichtig im rechtslauf durch. Überstehende Fasern, es kann sich beim "linksbohren" ein Kragen bilden, einfach abschleifen oder ganz leicht senken.

Wenn ich 30mm aufbohre, dann mit Schablone die festgezwingt wird.
 

joergem

ww-ahorn
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Hello,
Teil 1 kann mit einem Lamellenschleifer in der Bohrmaschine aufgeweitet werden, das hab ich schon öfter gemacht.
Teil zwei kann mit einem Kegelsenker, 12, 4, glaubich, geweitet werden, hab ich auch schon öfter gemacht.
Grüße, Jörg
 

wirdelprumpft

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1. Alu ist zwar weich aber könnte man nicht einfach in ein Reststück ein paar Zähne einfeilen ähnlich Lochkreissäge.
Sind ja nur 5/10 das müsste gehen. ggf. das Loch mit Fräser leicht ansenken.
2. Flachsenker ? bzw. was ist das für eine Kopfform
 

Daniboy

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Hallo Martin, um ca 25 Euro gibt es Spiral-Bohrer mit Durchmesser 30,5mm
(beispielhaft: https://amzn.eu/d/0adif9GI)
Teil festgespannt und mit einer Ständerbohrmaschine.

Die zweite Sache kann ich mir von der Beschreibung ohne Zeichnung schlecht vorstellen, aber da tät ich wohl auch einfach aufbohren, wenn ich das recht verstanden habe...
 

WinfriedM

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15mm Holzstab, 80er Schleifpapier aufkleben rundherum, in die Ständerbohrmaschine einspannen. Holzteil auf Maschinentisch, Tisch so hoch, dass der "Schleifer" im Loch ist und dann einmal gleichmäßig runderhum schleifen. Für 0,5mm brauchst vielleicht 2-3 Umdrehungen von Hand. Vorsicht, dass dir das nicht aus der Hand flutscht und alles in Schwingung gerät, dann wirds gefährlich.
 

Johannes

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Hallo,
bei dem ersten Fall würde ich mit Oberfräse und Schablone arbeiten. Bei dem zweitenFall würde ich ein Stück Sperrholz und einen 12mm Forstnerbohrer nehmen. In das Stück Sperrholz ein 12mm Loch bohren und nach Augenmaß zentriert aufspannen und dann mit dem Forstnerbohrer die Senkung bohren.

Es grüßt Johannes
 

Mazze

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Da sind echt coole Ideen dabei, die ich auch recht gut umsetzen kann. Vielen lieben Dank!

Kurzes Feedback zu den Fragen und Ideen, etwas vermischt:

- Die Schrauben für Projekt 2 haben Köpfe ähnlich wie Tellerkopfschrauben, also Linsen mit "eingebauter" Scheibe.

- Senken mit Metall- oder Spiralbohrer funktioniert nicht, weil der untere Teil der Aufbohrung dann konisch ist. Das geht vor allem, wenn es keine Sacklöcher sind, und ist meistens (bei mir) nicht präzise. Mache ich häufiger in Metall so, wenn's keine Präzisions-(nach-)arbeit ist.

- Senkbohrer geht nicht, ich habe gestern abend gesehen, daß die durchgehenden M6 Bohrungen auch nicht zentrisch sind. Keine Ahnung, wer die gemacht hat, muss besoffen gewesen sein :emoji_slight_smile: Darüber hinaus würde der Senkbohrer, wenn er oben das Bohren beginnt, unten noch keine Führung haben.

- Die Fixierung eines Forstnerbohrers in einer dünnen Sperrholzplatte find ich mega genial, das muss ich mir auf jeden Fall merken

- "Aufhohnen" mit einem Holzrundling, der mit Schleifpapier beklebt ist: ebenso! Klasse. Ich kann beide Standbohreinrichtungen so weit runter regeln, daß die wirklich wirklich langsam laufen, und dann ist das fein.

- Lamellenschleifer ist ebenso klasse, das wird zumindest sehr gleichmässig, ich müsste nur einen passenden Lamellenschleifer im Baumarkt finden. Idee spitze!

- Oberfräse und Schablone: hab ich schon ein paarmal gemacht, kann ich nicht gut. Unsicher. Hab ich mir schon Werkstücke mit versaut, weil am Ende doch abgerutscht. Das hier (Projekt 1) ist ziemlich filigran, da ist selbst klemmen (für mich!) schwierig.

- In Projekt 1: Das Alurohr hat Aussendurchmesser 30,5, Innendurchmesser 20 (!). Also >5mm Wandstärke. Ist kein dünnes Rohr :emoji_slight_smile: Zeig Euch mal ein Bild einer ähnlichen Anwendung (die Grundplatte ist hier 5mm Eiche geräuchert, die Alu-Teile kann ich leicht rausnehmen - hier habe ich manuell per Schleifen die 30,5mm erreicht - bei 4cm dicker Eiche dürfte das halt aufwendiger sein von Hand ...)


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