Kleine Kreise aus Sperrholz 45° anfasen

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von Johh, 30. November 2017.

  1. Johh

    Johh ww-pappel

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    Moin,

    welche Möglichkeiten gibt es, vorzugsweise mit einer Oberfräse, 60mm Sperrholzkreise (ca. 6,5mm dick) rundrum 45° zu fasen.
    Die Bedingung ist aber, dass ich kein Loch in der Mitte haben möchte. Die Fasung soll durchgängig sein, d.h. spitz von der einen Oberfläche bis zur anderen.

    Das Problem was ich mit der Oberfräse habe ist, dass ich die kleinen Kreise nicht sicher halten und führen kann.

    Vielleicht wichtig zu erwähnen, ich habe bereits alle benötigten 250 Kreise ausgeschnitten (Lochkreissäge ohne Zentrierbohrer)

    Danke schonmal.
    John
     
  2. haass

    haass ww-esche

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    Ich würde eine kleine kantenfräse nehmen.
    Bei 60 mm Durchmesser geht die gut.
     
  3. Johh

    Johh ww-pappel

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    Was wäre der Vorteil gegenüber einer normalen Oberfräse? Gehalten müssen die Werkstücke ja trotzdem irgendwie.

    Mir schwebt da eher eine Art von selbst gebauter Führung/Halterung irgendwie..
     
  4. lunateide

    lunateide ww-robinie

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    Hallo Joh,

    hast du einen Frästisch zur Verfügung?
    Dann hätte ich eine Empfehlung.

    Gruß
    Roland
     
  5. Friederich

    Friederich ww-robinie

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    Hallo John,
    für die Oberfräse einen kleinen Tisch bauen, die Fräse von unten einbauen.
    Darauf eine Zuführlade mit 2 Anschlagsleisten im 45 Grad-Winkel (siehe Bild). "Handwarm" festzwingen. Genaue Position der Lade ausprobieren und mit leichten Hammerschlägen herantasten.
    (Rot ist der Fräskopf)
    Roland hatte sicherlich die selbe Idee.

    Fase von unten, dann kann man nicht zuviel wegfräsen.
     

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  6. Clemens J.

    Clemens J. ww-eiche

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    Hallo Friedrich,

    grundsätzlich richtig gelöst. Die Handhabung bei so kleinen Teilen stell ich mir halt recht schwierig vor. Ich würde den selben Aufbau wählen, aber den einen (linken) Anschlagschenkel soweit kürzen, dass der gerade noch das Werkstück stützt.
    Dann die ganze Anschlaggeschichte so hoch auf eine Grundplatte setzen, dass die Kreisscheibe sicher aufliegt, aber soweit übersteht, dass sie mit den Fingern sicher gehalten und gedreht werden kann.

    Gruß Clemens
     
  7. dascello

    dascello ww-robinie

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    Ich würde einen Fräser mit Anlaufring wählen. Eine vlt 12 mm dicke Runde Scheibe von 60 mm aussägen und die Sperrholzteile mit Doppelklebeband befestigen. Dann den Anlaufring an der "Schablone" laufen lassen. So geht dann die Fräsung auch präzise komplett von oben nach unten.
    Ok, die Dinger sind ja schon fertig, aber mit diesem Vorgehen hätte man die Rohlinge nur grob aussägen müssen.

    meint

    Michael
     
  8. dascello

    dascello ww-robinie

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    Ganz ungefährlich wird das im Übrigen nicht. Irgend eine Art von stationärer Oberfräse muss das schon sein, damit beide Hände am Werkstück bleiben können. Ein Frästisch (vlt.auch improvisiert) sollte es schon sein.

    Michael
     
  9. Komihaxu

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    Alle Kreise mit doppelseitigem Klebeband auf eine größere Platte kleben.
    2-3 cm² Kleber genügen, um die Teile sicher zu halten. Bloss nicht vollflächig aufkleben, das bekommst du nie wieder ab.

    Dann ein Brett mit größerem Loch oben drauf legen, Kopierring auf die Oberfräse und ganz normal handgeführt von oben abfahren.
     
  10. dascello

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    Lieber Komihaxu,

    das hat dann aber den Nachteil des fehlenden "Fail safe". Wenn ich nicht ganz genau am Lochrand entlang führe, läuft der Fräser in den Rohling rein.
     
  11. haass

    haass ww-esche

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    Mit einer beidhändig geführten Oberfräse würde ich da nicht rangehen. Da fliegt dir nur alles um die Ohren. Eine Vorrichtung bauen ist zwar ok, aber die kleinen Scheiben dort heran zuführen wird auch nicht ungefährlich.
    Warum nimmst du nicht eine kleine kantenfräse. Ich habe so eine, auch gerad für kleine Teile und arbeiten. Die führst du mit einer Hand sicher um die Scheibe herum. Diese kannst du mit Doppel Klebeband fixieren.
    Die kleine kantenmaschine Hat auch nicht soviel Kraft wie eine oberfräse. Ich habe eine kleine Makita, war nicht so teuer , aber sehr handlich.
    Heiner
     
  12. derdad

    derdad Moderator

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    Also für mich ist eine Kantenfräse auch eine Oberfräse. Und wenn es um die Gefährlichkeit und Verletzungen geht ist es ziemlich egal ob die Maschine 500W hat oder 2000W.
    Die Lösung von Friedrich find ich gut, schnell umsetzbar, und verhältnismäßig sicher.
    Jedenfalls sollte die Maschine fix sein, und die Scheiben bewegt werden.

    LG
    Gerhard
     
  13. ChrisOL

    ChrisOL ww-robinie

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    Ich würde das auch auf einem Frästisch machen. Bei nur 6,5mm Stärke muss der Fräser nicht sehr weit raus stehen und kann noch ein klein wenig verdeckt werden.

    Bei 250 Teilen würde ich nicht jedes Teil mit doppelseitigem Klebeband versehen wollen.

    John, hast du die Chance an einen Tellerschleifer zu kommen. Hier eine 45° Schräge improvisiert mit einem V-Förmigen Anschlag entgegen gesetzt zum Schleifpapier bringt dich auch schnell zum Ziel.
     
  14. Johh

    Johh ww-pappel

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    Guten Abend,

    wow erstmal danke euch für die vielen Vorschläge. Hab grad noch Zeit alles zu überfliegen. Werde die nächsten Tage mal genauer studieren und ein Feedback geben.

    Vorhanden: Wolfcraft Mastercut 2500+wolfcraft Fräsanschlag 6901000, Festtool OF 1010 (oder Vorgänger) mit diversen Fräsern.

    Danke nochmal! Bis die Tage.
     
  15. yoghurt

    yoghurt Moderator Mitarbeiter

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    Hallo,
    nach meinem Verständnis geht nur Friedrichs Lösung. Denn die Fase soll ja spitz auslaufen, insofern ist der Anlaufring keine Lösung wenn man nicht 250 Plättchen mit doppelseitigem Klebeband befestigen will.

    "Frästisch" ist so ein großes Wort. Ich habe auch einen Plattenrest mit Loch unter dem ich eine Oberfäse befestigen kann. Mehr braucht es nicht.
     
  16. Friederich

    Friederich ww-robinie

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    Wobei..ganz scharfkantig funktioniert das auch nicht.
    Es wär ja unvermeidlich, dass auch irgendwo etwas zuviel abgenommen würde; dreht man weiter, kommt diese zuviel abgenommene Stelle an den Anschlag, und es wird dann anderswo zuviel abgenommen, usw usw. Der Kreisradius würde also immer kleiner werden. Falls ich jetzt keinmen Denkfehler mache??
    Bei meiner Methode müsste man also einen ganz dünnen senkrechten Rand stehenlassen.
    Für einen wirklich scharfkantigen Rand bliebe dann wohl nur Fräser mit Anlaufring und die aufgeklebte Schablone . Von der man einen Teil direkt unter dem Werkstück "opfern" würde
    Falls ganz kleine Löcher nicht stören, könnte man, anstelle zu kleben, auch kleine Nagespitzen unten aus der Schablone rausschauen lassen. Sollte genügen, um die Schablone beim Drehen zu fixieren.
     
  17. ranx

    ranx ww-robinie

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    moin, hallo Friedrich,

    ich überlege gerade das in 2 Schritten nach deiner Vorlage zu machen, also ob
    das gehen könnte.
    Mit einem Fasenfräser ohne Anlaufring anfangen aber dabei die OF nicht auf
    Endtiefe eintauchen.
    So das ein zylindrischer Ring oben stehen bleibt und im 2ten Durchgang/Einstellschritt
    die Anlageleisten auf den unteren kegeligen Teil des Kreises, in der Höhe reduzieren.
    Dann die OF auf einen hauch vor Fertigmaß eintauchen...
    Dabei muss allerdings im ersten Schritt schon passend gefräst werden ... sehr Umständlich ?

    LG uwe
     
  18. Friederich

    Friederich ww-robinie

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    Wenn ichs richtig verstanden habe, würde das im Prinzip funktionieren. An einer Schräge anlegen birgt aber eine zusätzliche Gefahr von Ungenauigkeit. Wenn nicht fest genug nach unten gedrückt, rutscht die Scheibe zu weit zum Fräser. Und reichlich umständlich ist es auch.

    Ich würd entweder die Methode anwenden wie von mir ursprünglich beschrieben, und dabei einen kleinen Bereich der Kante senkrecht belassen, (also ohne Fase)

    oder kreisförmige Schablone mit Nagelspitzen aufs Werkstück gedrückt, und in diese Schablone etwas hineinfräsen, wenns ganz scharfkantig sein soll. Bei dieser Methode könnte man alles auch in einem einzigen Durchgang erledigen. Also Kreisform inclusive Fase.

    Ach ja, geht ja noch einfacher: Wenn ein Nageleindruck nicht stört, kann man auch das grob zugeschnittene Werkstücke um diesen Nagel als Drehachse drehen. Schon eine ganz feine Nagelspitze sollte genügen.
    Gäbe einen wirklich perfekten Kreis gleich inclusive scharfkantiger Fase.
     
  19. uli2003

    uli2003 ww-robinie

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    Bei Friedrichs Lösung wird es die Ecken plattdrücken beim drehen. Zudem werden einige Plättchen ein sehr stark beschleunigtes Eigenleben entwickeln, wenn der Fräser mal zupackt. Passiert meist beim umgreifen, wenn der Druck auf's Werkstück kurz nachlässt.

    Ich bin da auch bei der Lösung mit dem Hilfsplättchen gleichen Durchmessers, und dem Fräsen mit Anlaufring. Aber nicht nur 10 oder 12 mm dick, sondern deutlich höher (50-60mm).
    Auf diesen runden Klotz wird dann das zu fasende Plättchen geklebt, die Oberfräse in den Tisch gespannt oder auf den Kopf gestellt, und man hat einen schönen Griff oben zum halten.
    Es fliegt nichts weg, und man kreiselt einmal mit dem Teil um den Fräser.
    Wenn man nicht 250 Stck. kleben möchte, dann einfach zwei Nägel in den Hilfsklotz, und abzwicken bis auf 1 mm. Draufpiksen und gut ist.

    Grüße
    Uli
     
  20. andama

    andama ww-robinie

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    Sollten eigentlich beide Seiten gefast werden? Wie genau rund sind die Teile, wenn die Lochsäge sie ausgespuckt hat? Da der TO den Verwebdungszweck nicht genannt hatte, ist noch die Frage zu beantworten, ob nicht auch die Schnittfläche also die Aussenfläche geschliffen werden muss.
    Die Bearbeitung mit der Oberfräse ist mir nicht geheuer.
    Wenn Zugriff auf eine Drehmaschine besteht, dann würde ich in ein Stück Rundmaterial
    eine 2mm tiefe Ausdrehung einbringen, in der dann die Sperrholzteile aufgenommen werden und mit der Planfläche einer „abgedrehten mitlaufenden Spitze“ im Reitstock dagegedrücken und schließlich mit einem Formstahl die Fase andrehen. Die Vorbereitungen sind hier etwas umfangreicher, jedoch sind die Fasen im nu fertig und es ist sicher.
     
  21. ascona

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    Also entweder Frästisch mit einem Fräser mit Anlaufring oder halt Stabfräse. Kommt auf die Größe der Fase an.
     
  22. Johh

    Johh ww-pappel

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    Nabend nochmal,

    Respekt für eure gedankliche Anteilnahme.

    Also Friedrichs Lösung habe ich mit dem Parallel-Fräsanschlag schon bevor ich hier gefragt habe getestet. Und da muss ich uli2003 Recht geben, dass die Scheiben, wenn der Druck nachlässt flattern, bzw ein Eigenleben entwickeln. Gleichzeitiges festes Andrücken und geschmeidiges Drehen ist schwierig.

    Deswegen werde ich bei Gelegenheit mit dem größeren Zylinder mit Nägelchen testen, da mir ankleben auch zu lange dauern würde.

    @andama Habe leider (noch) keine Drehmaschine. Die Scheiben sind durch die Lochkreissäge ziemlich rund, auf jeden Fall ausreichend.

    Zum Verwendungszweck möchte ich sagen, dass es so eine Art von großen Lego-Steinen werden sollen. Ich habe kostenloses Sperrholz erhalten (Verpackungsmaterial Palettenware, mehrere 10qm mit der genannten 6,5mm Stärke). Die kann ich aufeinander leimen.
    Es wäre hier nicht weiter schlimm, wenn eine Kante für den Anlaufring stehen bleiben muss... wie gesagt teste ich frühestens morgen.
     

    Anhänge:

  23. Friederich

    Friederich ww-robinie

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    Vielleicht hattest du nur nicht die richtige Arbeitsweise?
    Nach jeder Teildrehung (knapp 1/4 schätze ich) müsstest du das Werkstück etwas zurückziehen und dann erst umgreifen.
    Und der freie Überstand des Werkstückes muss möglichst klein gehalten werden.

    Das man gegen die Fräserdrehung arbeiten muss, ist dir ja bestimmt bekannt?
     
  24. Johh

    Johh ww-pappel

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    5
    Das ist gut möglich, dass ich hier etwas flüchtig war.

    Ich werde beide Varianten testen, genau mit den von dir beschriebenen Details.
     
  25. xv_treiber

    xv_treiber ww-ahorn

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    Ort:
    PLZ 850xx
    Wenn man die Vorrichtung von Friedrich (Beitrag #5) noch oben über die Hälfte der zu bearbeitenden Scheibe in knapper Höhe mit einem dreieckigen Teil abdeckt, hätte man keine Chance, beim Drehen der Scheiben überhaupt einmal an den Fräser zu kommen. Diese spitz zulaufende"Schublade" mit dem Fräser unter der Abdeckung gibt die Scheiben nur soweit frei, dass gedreht werden kann. Der Fräser ist also immer komplett abgedeckt und das Material hat keine Möglichkeit, in irgendeine Richtung auszuweichen. Auch nicht nach oben. Optional könnte man sogar noch in einer Nut mittig zur Scheibe ein Kugellager positionieren, so dass die Scheibe damit auch noch von hinten fixiert werden kann. Das wäre dann die Luxusversion, aber bei hoher Stückzahl vielleicht zu überlegen.
     
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