Kleiderschrank Frontgestaltung

elmgi

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Hallo miteinander,

demnächst möchte ich mit dem Bau eines neuen Kleiderschrankes aus Kernbuche beginnen, komme aber bei
der Gestaltung der Front zu keinem klaren Ergebnis. Die Ursache liegt darin begründet, dass die
Varianten, die mir optisch am Besten zusagen würden, konstruktiv doch ein wenig Bauchweh bereiten.
Es geht um die sogen. Kacheloptik. Zur Vorstellung hier zwei Beispiele:

Kleiderschrank 240x216x60cm FRONT 6 4türig Massivholz geölt | Casa de Mobila

Kleiderschrank Massivholz | Front F | 4 türig - Außenschubladen | TS05 (xxmoebel.de)

Das eigentliche Problem sehe ich in der Türkonstruktion. Die einzelnen "Kacheln" werden
lediglich mit zwei entsprechend langen Leisten verschraubt, die Bohrungen für die Topfscharniere
befinden sich in den Kacheln.
Bei meinem geplanten 5türigen Exemplar werden die Türen etwa 230 cm hoch sein (raumhoher Schrank)
und jeweils aus sechs Kacheln bestehen. Die Sichtseiten der Lamellen für die Kacheln müssten - wegen der optischen
Wirkung - weitgehend deren rechten Seiten sein.
Insgesamt befürchte ich, dass sich solch eine Konstruktion verwindet/verzieht, was ich auf alle Fälle
vermeiden möchte. Falls nötig würde ich auf eine Variante mit Längsfriesen für die Türen wechseln, was
ich aber gerne vermeiden würde.

Hat jemand mit solchen Konstruktionen schon selbst Erfahrung(en) oder besitzt einen adäquaten Schrank und
kann hier Aussagen zur Stabilität der Türen machen?
 

elmgi

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Nachdem Ihr mich ja mit Ideen und Erfahrungsberichten überschüttet habt ( :emoji_stuck_out_tongue_winking_eye: ), hier noch
eine bescheidene Inspiration meinerseits, die irgendwann gestern Abend in meinen Hirnwindungen
auftauchte.
Ggf. werde ich den Korpus in der Höhe zweiteilig bauen und die Teilung der gewählten Kachelgröße
anpassen. So kann ich die Verbindungsleisten für die Kacheln wesentlich kürzer halten und das evtl.
Verzugsproblem minimieren. Das muss jetzt aber noch etwas "köcheln".
 

TischlerTheo

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Hallo
Das ist schon eine heikle Konstruktion. Am einfachsten wäre eine beschichtete Spanplatte zu nehmen und darin die Töpfe zu bohren. Dann in Langlöchern die Massivholz Platten von hinten verschrauben. Nur mit Leisten hängt das meiner Meinung nach schnell herunter.
Grüße Theo
 

elmgi

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Nur mit Leisten hängt das meiner Meinung nach schnell herunter.

Das ist auch meine Befürchtung, dass die Konstruktion "in sich" zu labil ist.
Die Lösung mit Spanplatte ist für mich ein No-Go, aber trotzdem ein Dankeschön
für Deine Anregung.

Mir fällt dazu eine Rahmenkonstruktion mit mehreren Querfriesen ein. Die sichtbare Front dann mit überschobenen Füllungen.

Das wäre statisch eine unbedenkliche Lösung, würde aber die Optik (etwas) verändern. Aber ich bin jetzt
nicht starr festgelegt und werde mit Sicherheit einer unproblematischen Variante den Vorzug geben.
Deine Anregung werde ich also im Auge behalten.

PS: Eine Dreischichtplatte mit eingefrästen Nuten wäre auch vorstellbar, aber alles der Reihe nach, zumal ich
das Material (Pollmeier Kernbuche) schon in der Werkstatt liegen habe.
 

LaettaLight

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Hallo Elmar,
Ich besitze einen Kinderzimmerschrank 200 hoch in der Bauweise, Buche, quer in Segmenten.
Stabilität ist kein Problem, da in jedem Segment je ein Topfband eingelassen ist. Die Segmente haben sich auch nicht verzogen (8 Jahre im Kinderzimmer). Die einzelnen Segmente sind überfälzt und je mit 2 durchgängigen Leisten gesichert. Jedes Segment mittig ohne Spiel geschraubt und dann mit 2 Langlöchen oben und unten gesichert. Wie gesagt Stabilität kein Problem. Aber ich habe nach 8 Jahren jetzt das erste Mal wieder auf die Spaltmaße geschaut und gesehen, dass mehrere Segmente diagonal verschoben sitzen. Ich denke man sollte so alle paar Jahre die Segmente neu justieren. Kann allerdings nicht sicher sagen, ob sich da nicht auch Mal Kinder an die Türgriffe gehängt haben.
Ein paar Bilder gibts auch noch
Ich finde die Konstruktion schon ok, aber die Spaltmaße im Griff zu bekommen ist nicht ganz trivial.

Viele Grüße
Tobias
 

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elmgi

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Danke Tobias (@LaettaLight), dass Du Deine Erfahrung teilst.

Es scheint so, dass die zweite Schranktür leicht durchhängt, was ich bei dieser Konstruktion ja leider befürchte.

Die Kacheln mittig zu fixieren - und weiter seitlich mit Luft zum Arbeiten zu verschrauben - ist klar. Dass sich die horizontalen
Fugen im Jahresverlauf verändern ist ja quasi "eingebaut". Das Spaltmaßproblem könnte wirklich eine Folge dieser
speziellen Konstruktion sein, da fehlt mir aber die Erfahrung.
 

LaettaLight

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Hi Elmar,
Ja die hängt, aber der Schrank steht seit der letzten Umräumaktion auch nicht im Wasser und wie gesagt die Kinder hängen sich auch gerne mit ihrem Gewicht an die Türgriffe. Ich denke ohne diese Effekte wäre die Türe noch gerade. Alternativ (aber nicht schön) könnte man noch einen diagonalen Wechsel wie bei einer Brettertüre zwischen den Leisten vorsehen. Damit wäre die Gefahr des Durchhängens gebannt. Am schönsten würde ich eine überschobene Füllung finden, aber eventuell werden dann die Türen zu dick.
Grüße
Tobias
 

elmgi

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Alternativ (aber nicht schön) könnte man noch einen diagonalen Wechsel wie bei einer Brettertüre zwischen den Leisten vorsehen.

Da würde es mich bei jedem Öffnen der Türen "frösteln", auch wenn das funktionieren würde. :emoji_head_bandage:

Mal sehen, was da evtl. noch kommt und dann lasse ich mir alles in Ruhe durch den Kopf gehen.
Wie ich mich letztlich entscheide ist noch offen.
 

netsupervisor

Gäste
Wenn du die gefalzten Verbindungen per Lamello/Domino/Dübel oder einfach stumpf verleimst sollte doch die Gefahr des Absackens gebannt sein. Evtl kannst du die Rückseite mit einer Buche-Sperrholzplatte (da reichen sicher 6-10mm) ordentlich verschrauben und damit aussteifen. Aus meiner Erfahrung heraus hält das besser, also eine dicke Kantel als Diagonalstrebe.
 

Frank73

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Servus @elmgi ,
mit Interesse verfolge ich diese Diskussion.
Ich habe ähnliches vor. Allerdings zwei Korpen übereinander gestellt, da dies für mich einfacher zum händeln ist.
Ich habe ein Möbelhaus gefunden die genau solche Schränke haben.
Da wollte ich mal vorbeischauen um die Konstruktiven Details anzuschauen. Allerdings weiß ich noch nicht wann ich das schaffe, ist leider nicht ums Eck.
 

elmgi

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Ggf. werde ich den Korpus in der Höhe zweiteilig bauen und die Teilung der gewählten Kachelgröße
anpassen. So kann ich die Verbindungsleisten für die Kacheln wesentlich kürzer halten und das evtl.
Verzugsproblem minimieren.

Hallo @Frank73,

Das mit dem geteilten Korpus habe ich auch als Lösungsansatz im Kopf. Die kürzeren Teile - im Vergleich zu einem Korpus am Stück -
bringen auch bei mir eine deutliche Arbeitserleichterung (Schrank wird raumhoch), zumal ich auch nicht mehr der Jüngste bin und mein Rücken es mir danken wird.

Ich habe ein Möbelhaus gefunden die genau solche Schränke haben.
Da wollte ich mal vorbeischauen um die Konstruktiven Details anzuschauen.

Das ist natürlich sehr interessant. Vielleicht kannst Du mir hier einige Informationen zukommen lassen, gerne als persönliche Nachricht.
 

elmgi

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Hallo Manuel (@netsupervisor),

der Gedanke mit einer Trägerplatte wurde ja auch schon von Tischler Theo in #3 angeregt. Spanplatte würde ich
sicherlich nicht nehmen, aber ein optisch ansprechendes Material ist eine Alternative, die ich im Prinzip als Lösung
akzeptieren würde.
 

Lorenzo

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Ich denk wenn du den Rahmen einschlagend baust,und die überschobenen Füllungen noch überfälzt und am Falz leicht anfast, dann bekommst du ziemlich genau die Optik hin.
 

joh.t.

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bei den Zwergen
Spezialtopfbänder bis 32 mm Türstärke:
Dicktüren-Topfbänder HETTICH Sensys 8631i, Eck-, Mittel- und inliegendes Band

Auflagenverstellung +/- 2 mm, direkte Tiefenverstellung + 3/- 2 mm
Höhenverstellung +/- 2 mm über Montageplatte, Topftiefe 12,5 mm, Topfdurchmesser 35 mm


und dann überschobene Füllungen vielleicht in der Mitte halbiert. Die Fugen bieten sich ja geradezu dazu an.


Mir fällt dazu eine Rahmenkonstruktion mit mehreren Querfriesen ein. Die sichtbare Front dann mit überschobenen Füllungen.
 

teluke

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Mir fällt dazu eine Rahmenkonstruktion mit mehreren Querfriesen ein. Die sichtbare Front dann mit überschobenen Füllungen.

Ich würde das genau so machen.
Dann gibt es auch kein Stabilitätsproblem.
Die Herstellung der Türen ist dann auch nicht problematisch.
 
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