Holzfass Handarbeit

anpoky

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Moin Zusammen,
Ich würde gerne ein Holzfass als Regenwassertonne bauen. Im Internet findet mal kaum etwas zum "Holzfass selber bauen" oder man findet nur etwas mit vielen Profiwerkzeugen. Ich habe aber nur eine Oberfräse und viele Handwerkzeuge.

Meint Ihr das man das schafft oder soll ich lieber gar nicht anfangen?

Am meisten machen mir die Dauben sorgen. Wie schafft man es, dass alle gleich sind und später Wasserfest sind?
Ist dazu ein PU Kleber eine Alternative?
Wie sollten die Geometrie sein? Wie dick die Latten etc?

Ggf. baue ich so ein Fass, nur halt als 120l variante: https://www.youtube.com/watch?v=7DI0jMEJyPw&t=249s

Hat jemand von Euch Erfahrung mit Holzfassbau?

Danke und schönen Gruß
Andreas

PS: Zu Geometrie habe ich das hier gefunden, nur etwas sehr wissenschaftlich: http://www.proligno.ro/en/articles/2010/4/cismaru.pdf
 

agnoeo

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Dass Fass wird dicht dadurch dass es nass wird und das Holz sich ausdehnt.

Fass bauen steht auch noch auf meiner ferne Projekte Liste; ich würde mit einem Eimer anfangen, das biegen usw ist doch nochmal ein zwei Stufen höhere Komplexität.

Gruß, David
 
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Holzrad09

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Das wird nichts ....
Es gibt bei Youtube einen Ukrainer, der baut Fässer mit einfachsten Mitteln, das kannst Du Dir ja mal anschauen.
In Anbetracht seiner Stückzahlen und Holzvorräte auf'm Hof, scheint er sowas wohl öfter zu machen. :emoji_slight_smile:
Ein Fass ist nichts, was man eben mal so baut.
LG
 

civil engineer

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Aus der Serie "Der letzte seines Standes" gibt es die Folge Der Fassbinder. Hier wird gezeigt wie mit Handwerkzeugen ein Fass gemacht wird. In der Folge Der Weissbinder ein kleineres Gefäß.
 

IngoS

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Hallo,

wünsche dir viel Glück dabei. Hinweise hat es ja schon einige gegeben.
Wesentlich einfacher wäre eine Konstruktion mit eingehängter Kunststofffolie. Kannst du dir beim Gewächshaushersteller Beckmann anschauen. Vorteil der Konstruktion, frostfest. Dort könntest du dir nur die Einhängefolie besorgen und die hölzerne Konstruktion selber machen.

Gruß Ingo
 

raziausdud

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Und einfacher wird es auch, wenn man kein klassisches Fass mit Bauch sondern mit geraden ungebogenen Dauben baut. Dann muss „nur“ der Winkel der Kanten passen.

Und noch einfacher wird es mit im Querschnitt rechteckigen Dauben, also „normalen“ Brettern, die einen kleinen Abstand zueinander haben. Die werden durch ein durchgefädeltes Stahlseil (denke ich mir zumindest …? Oder auf eine innere Folie aufgeklebt…?) zusammengehalten. Die sind natürlich nicht dicht, man könnte es als Verkleidung für eine vorhandene Wassertonne nehmen oder - wie Ingo schon vorgeschlagen hat - mit Folie auskleiden. Hier zB gleich das erste Bild: https://www.ecosia.org/images?q=regentonne holz#
Weiter unten: die von Beckmann sehen genauso aus …
Rainer
 
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Holzrad09

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Gebrauchte Fässer werden auch immer wieder bei Ebay / Ebay KA in diversen Größen angeboten.
Klickst Du hier
Wer einen Händler in der Nähe hat, kann es bestimmt auch abholen.
 

SchweißerSchnitzer

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Habe zwar keine Ahnung vom Küferhandwerk, finde die Idee aber schon cool. Nur mit Handwerkzeug und Oberfräser wird das aber sehr mühsam. Und bei den Holzpreisen wäre es schon ein ziemliches Lehrgeld, falls es nachher nicht dicht ist.

Diesen Film kennst du?
https://youtu.be/2EtuClgZWqY

Vielleicht gibt's ein Freilichtmuseum oder sowas in der Nähe, wo einer altes Handwerk ausübt und dem du über die Schulter schauen kannst. (bei uns in der Gegend gibt's zum Beispiel das Freilichtmuseum in Kommern, wo ein Stellmacher live Handwägen und Wagenräder fertigt)
 

stedaniel

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Vermutlich wird man da einige Fässer bauen müssen bis es mit dem Zuschnitt der Dauben so klappt, daß das Fass anschließend dicht ist. Das stell ich mir am schwierigsten vor.
 

teluke

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Hallo,

Ralf Mattern hat es vor einigen Jahren in einem der ersten Beiträge von Handwerkskunst gezeigt, wie er ein 3000 Ltr Faß baut, allerdings ist das m.M. n. nicht Hobby-kompatibel ähnlich wie auch die Arbeit des Stellmachers.

https://www.youtube.com/watch?v=2EtuClgZWqY

Gruß Dietrich
Hallo,
passend zum Thema ein Film von 1962 über einen Küfer bzw, Fassbinders bei der Arbeit.
https://www.youtube.com/watch?v=Mfhzy-pmFTA
Solche Fässer habe ich als Kind, bei einem Onkel, viele innen gereinigt. Hat mir Spaß gemacht und wurde gut bezahlt.
Wollten andere nicht machen weil sie Angst hatten da hinein zu klettern.
 

anpoky

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Wow, vielen Dank für Eure Anregungen und Ideen. Dieses Forum ist echt super! Danke an Alle!:emoji_thumbsup::emoji_slight_smile:

Mein Fazit soweit:
Ich bau in einem kleine Vater-Sohn Projekt ein 8L Fass und mal schauen, ob es dicht wird, sonst wird es halt Spielzeug von meinem Sohn.
Anleitung nach Zhenatan.

Dann kommt ein großes Faß. Wenn das nicht dicht wird, dann ist die Idee mit der Kunststofffolie super!

Hallo,
passend zum Thema ein Film von 1962 über einen Küfer bzw, Fassbinders bei der Arbeit.
https://www.youtube.com/watch?v=Mfhzy-pmFTA
Diesen Film fand ich am Besten. Und echt Hammer, dass damals die Fäßer dicht wurden. Ich hatte schon Videoes gesehen, wo ein Eimer mit super Machinen gebaut wurde und dann doch nicht dicht war.

Wie @stedaniel geschrieben hat, das ist dann wirklich Erfahrung.

Kaufen wollte ich ein Faß nicht. Bin ja Hobby-Handwerker und dann versuche ich es selber zu bauen. :emoji_wink:
 

derdad

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Diesen Film fand ich am Besten. Und echt Hammer, dass damals die Fäßer dicht wurden. Ich hatte schon Videoes gesehen, wo ein Eimer mit super Machinen gebaut wurde und dann doch nicht dicht war.

Wie @stedaniel geschrieben hat, das ist dann wirklich Erfahrung.
:emoji_wink:
Fässer werden seit Jahrhunderten wenn nicht jahrtausenden gemacht und auch damals waren sie dicht. Es ist ein Lehrberuf wie viele andere und keine Magie.
LG Gerhard
 

Holzfummler

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Moin,
vielleicht ist ja eine runde Tonne mit Boden und Deckel eine Alternative. Hohlfuge und runde Kante lassen sich leicht fräsen und im fast beliebigen Winkel ineinander legen. Mit Spanndraht oder Gurt (der sich nicht reckt) sichern. ggfs. mit Teichfolie auskleiden, dicht.
Wäre dem ähnlich:
Holzregenwassertonne
Gruß
Thomas
 

Andreas W.

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fahe

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Da ist auch viel Holzkunde dabei.
...wenn der Küfer ein 2000 Litter fassendes Weinfass neu herstellt, hat er sich in seiner Ausbildung vielleicht auch mit solcher Art Mathematik befasst.

Die Schotten und Iren halten es da übergreifend eher schottisch und packen ihren New Make in der Regel erst einmal ins ausgediente Bourbonfass, weil zur Sammlung der skurrilen Gesetze auf der anderen Seite des Teichs ja auch die Vorschrift gehört, dass Bourbon nur in frische Fässer amerikanischer Weißeiche darf.

Wer mal in der Speyside ist, sollte unbedingt auch die Speyside Cooperage besuchen. Da werden Fässer in irrer Akkordarbeit geprüft, neu zusammengesetzt und repariert.

Das ist einer der imho nur zweier Betriebe in Schottland, die quasi für fast alle Destillerien arbeiten. Ich kenne nur eine einzige Destillerie, die auch mal eine eigene kleine Küferei hatte(?) oder vielleicht sogar noch hat. Bin aber auch nicht so der Speysidefan. Meiner Erinnerung nach war das Glennfiddich. So, genug OT...:emoji_wink:
 

seschmi

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Wahnsinn - auf der Webseite schreiben sie ja, dass sie 150.000 Fässer pro Jahr machen. Eine unglaubliche Menge.

Und sie schreiben: „Best American Oak“. Scheint also alles Importholz.
 
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