Holz verleimt und dann gebeizt - noch zu retten?

Flauti

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Hallo zusammen,
ich habe beim Bilderrahmen bauen vermutlich einen ziemlichen Anfängerfehler gemacht: Die Ecken habe ich auf 45° geschnitten und anschließend verleimt (Normaler Ponal Classic Holzleim). Anschließend habe ich die Rahmen geschliffen und gebeizt (AquaClou Holzbeize). Beim trocknen kommt nun heraus dass natürlich die Stellen, an denen sich der Leim verteilt hat, die Beize nicht so gut annimmt, sprich alle Ecken haben helle Flecken - siehe Bild.

Da ich die Rahmen ungern in die Tonne befördern möchte: Was kann ich tun um die Rahmen noch zu retten - und dabei möglichst braun zu behalten. Eine Idee die ich hatte wäre, braun drüberzulackieren. Vermutlich hält Lack auch über gebeizten Oberflächen?

Gibt es noch eine Möglichkeit außer Lack, am besten wo man noch die Holzmaserung etwas beibehält?

Danke schon mal!

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marcus_n

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Kann man probieren mit Wasserfarben oder Aquarellfarben. Dickflüssig anmischen und satt auftupfen. Nach dem Trocknen einen passenden Klarlack darüber. Funktioniert aber nicht immer. Alternativ Retuschefarben von König. Sind aber sauteuer.
Das Problem ist ja der Leim, der ist wasserabweisend und deswegen leuchtet er so hervor. Das muss man abdecken. Daher in Zukunft. Erst leimen. Leim abwischen und danach Farbauftrag. Kannst auch versuchen, von dem Leim etwas abzukratzen. Die wasserfeste Fläche zu verkleinern.
Wie gehts dem Bücherregal?
 
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carsten

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Hallo

due Erfahrung haben auch die meisten Schreiner im Laufe ihrer Karriere mal gemacht. Da hilft nur komplett abschleifen. So dass Beize und Leim komplett weg sind. Durch leichtes Anfeuchten kann man prüfen ob noch Leimreste drauf sind. Ein bisschen im Licht drehen und genau beobachten wo sich die Farbe anders verändert.
Und dann das ganze als Lehrgeld verbuchen.
 

Weihnachten

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So wie @carsten es schreibt ist es fachgerecht und richtig, aber leider auch sehr mühsam.

Ich hätte, wenn es meine eigenen wären und nur für mich daheim, nur die beleimten Flächen sauber geschliffen und versucht passable Übergänge zu den guten Flächen hinzubekommen. Dann mit dem Schwamm vielleicht, erst die frisch geschliffene Fläche beizen und verwischen in die Übergänge hinein. Experimentieren. Schlimmstenfalls am Ende, nach dem Trockenen, den ganzen Rahmen, evtl. kurzer Zwischenschliff und dann nochmal insgesamt beizein.
 

Flauti

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Hallo

due Erfahrung haben auch die meisten Schreiner im Laufe ihrer Karriere mal gemacht. Da hilft nur komplett abschleifen. ...
Danke für die tröstenden Worte, immer schön zu hören, dass man nicht als Einziger mal auf dem Schlauch steht :emoji_wink: Komplett abschleifen steht leider ausser Frage, das sind recht dünne Winkelleisten aus dem Baumarkt, ich fürchte die würden das nicht überleben. Auf der positiven Seite bedeutet das, dass ich damit experimentieren kann, ohne dass viel kaputt geht.

So wie @carsten es schreibt ist es fachgerecht und richtig, aber leider auch sehr mühsam.

Ich hätte, wenn es meine eigenen wären und nur für mich daheim, nur die beleimten Flächen sauber geschliffen und versucht passable Übergänge zu den guten Flächen hinzubekommen. Dann mit dem Schwamm vielleicht, erst die frisch geschliffene Fläche beizen und verwischen in die Übergänge hinein. Experimentieren. Schlimmstenfalls am Ende, nach dem Trockenen, den ganzen Rahmen, evtl. kurzer Zwischenschliff und dann nochmal insgesamt beizein.
Ich glaube das probiere ich mal, danke!

Was meint ihr, würde drüberlackieren auch funktionieren?

Und wie verhindere ich sowas in zukunft? Vor dem Leimen die Kanten abkleben? Oder bei verleimen am besten komplett auf Beize verzichten?
 

hobbybohrer

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Hallo, abschleifen, denn der Leim ist ja auf dem Holz . Natürlich geht das auch bei den dünnen Leisten, muss man halt nur ran. Ansonsten aus jedem Rahmen die Ecken heraussägen und den nächst kleineren machen und nur den größten neu. Grüße Richard
 

Keilzink

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Und wie verhindere ich sowas in zukunft? Vor dem Leimen die Kanten abkleben? Oder bei verleimen am besten komplett auf Beize verzichten?
Bei der Formatierung der Leisten mit einplanen, dass die nochmal überschliffen werden können. Sofort nach dem Einspannen mit einem gut feuchten Lappen so viel wie möglich von dem ausgetretenen Leim abwischen. Dabei nicht mit Wasser sparen. Nach dem Ausspannen überschleifen, dann dürften da keine Problem auftauchen. Abkleben funktioniert natürlich auch, aber das macht man eher, wenn Furnier im Spiel ist, das kein Abschleifen verträgt, beim Restaurieren zB.
 

Macchia

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da man beim schleifen oft gerne verrundet würde ich mit einem sehr scharfen Stechbeitel in ziehendem Schnitt
den Leim abtragen, am Ende mit Schleifpapier nur noch die Übergänge egalisieren.
die bereits gebeizten Anschlussstellen ein klein wenig mit Wasser benetzen und dann tupfend neue Beize aufbringen.
 

uli2003

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Erfahrungsgemäß ist so etwas nicht unsichtbar zu kaschieren. Buche lässt sich eh schon bescheiden beizen.

Streich die Rahmen deckend über oder entsorg sie.
 
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