Gesellenstück

Selina-MU

ww-pappel
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Hallo,
Ich bin gerade an der Planung und bräuchte einen Rat und zwar möchte ich eine 16er STAE Platte für meine Fronten nehmen (maximale Größe 500x400).
Jetzt ist das Problem dass ich einseitig Linoleum und auf der anderen Seite 0,9er Furnier möchte. Ich weiß selbst, dass es ein absoluten nogo ist es so zu verleimen. Jetzt ist die Frage, wenn ich statt Weißleim die paar Fronten mit PU oder Kontaktkleber verleime, kommt an das Furnier ja kein Wasser und sollte sich nicht verziehen oder bin ich da falsch? Hat irgendjemand erfahrung damit bzw. Kann mir einen Lösungsvorschlag geben? Es wäre wirklich wichtig dass es Lino und Furnier sind.

Liebe grüße
 

holzz

ww-eiche
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Hallo.
Wenn du die Platte von beiden Seiten furnierst und oberflächenbehandelst und dann das Linoleum einseitig mit Kontaktkleber aufbringst, dann ist das bei dieser Plattengröße kein Problem..
LG
 

magmog

ww-robinie
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Guuden,

da ein No-Go, also eindeutig fachlich verkehrt, warum nicht beidseitig Lino?
Nebenbei, auch Lino arbeitet in der Breite starker als in der Länge,
wie auch Papier und viele Materialien die durch Walzendurchgänge verdichtet werden.

Unter Beachtung dieser Eigenschaft habe ich schon viele unterschiedliche Materialien
auf einen Träger appliziert, hat auch immer geklappt.
Trotzdem gilt es fachlich als Fehler und ist deshalb an einem Prüfungsstück nicht angebracht,
meine ich jedenfalls.
 

carsten

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Hallo

sehe das wie Justus.
In der täglichen Berufspraxis würde ich das jederzeit so lösen. ABER das ist ja eben ein Prüfungsstück und das macht man um die Prüfung zu bestehen und da muss man in erster Linie vor dem jeweiligen Prüfungsauschuß bestehen. Und da gibt es solche die sind praxisorientiert und solche die eben sehr konservativ sind.
Bei ersteren kann es auch von Vorteil sein das Thema von sich aus anzusprechen:
geringe Größe der Platte
Kleberauswahl
Auswahl Trägeplatte
Langzeiterfahrung in der Firma
Aufstellen an klimatisch günstigem Ort ( also nicht die Bauerstube die im Winter nur durch Kachelofen beheizt wird) .

Wie der Prüfungsauschuß so drauf ist sollten Kollegen, Chef, Lehrer einschätzen können.
Davon würde ICH das abhängig machen
Ansonsten eher eine garantiert prüfungssichere Konstruktion verwenden
 

joh.t.

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Hallo.
Wenn du die Platte von beiden Seiten furnierst und oberflächenbehandelst und dann das Linoleum einseitig mit Kontaktkleber aufbringst, dann ist das bei dieser Plattengröße kein Problem..
LG
Bloß viele deutsche Schreiner Tischler halten Pattex, Kontaktkleber für nicht standesgemäß,satisfaktionsfähig...


Anhand meiner Ausdrucksweise hoffe ich meine Meinung dazu kundgetan zu haben...

Und angeblich hält Pattex nicht so lange. Was ich nicht bestätigen kann. Habe ich nie drauf geachtet und noch keine Beschwerden bekommen.
 

Pareto

ww-esche
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Ich halte die Antwort #2 auch für den richtigen Weg.
Aber Garantie gibt dir keiner.

Magst du, wenn du fertig bist, hier ein paar Fotos einstellen? :emoji_slight_smile:
 

wirdelprumpft

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Was ist denn als Kante geplant?
Hält EVA bzw. PU auf Linokante?
Würde bei Gesellenstück keine Experimente machen.
Gibt es da kein Schichtstoff in ähnlicher Optik wie das Linoleum?
Wobei dann hätte man Schichtstoff vs. Furnier auch nicht viel besser.
Warum eigentlich Stäbchenplatte als Träger?
 

DZaech

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Also der Hersteller empfiehlt als Gegenzug ja Lino, Kraftpapier oder HPL. Jetzt wäre natürlich eine Möglichkeit, dass du einen beidseitig geschliffenen Gegenzug-HPL nimmst und furnierst im Nachgang. Das wäre wahrscheinlich kein Problem, müsste man halt testen.

Oder eben ein passendes Dekor-HPL wie @wirdelprumpft schreibt. Mit innen HPL würdest du die Herstellervorgabe (=eindeutig fachlich richtig, egal was irgend ein Aussschuss behauptet) einhalten.
 

magmog

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.......wer will mit dem Ausschuss oder einem einzelnen Mitglied in den Klinsch gehen?
Dann wird von denen bewiesen, dass sie im Recht sind. Der Rechtsweg steht dann natürlich offen,
ist aber der perfekte Schuss ins eigene Knie.
 

brubu

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Ansonsten eher eine garantiert prüfungssichere Konstruktion verwenden
Und die ist beidseitig gleich belegt. Ich sehe ab und zu Tischplatten einseitig Lino, unten HPL aber ganz gerade sind die nie und werden auf Gestelle geschraubt. Es fragt sich auch wie sich die Materialien langfristig verhalten, was am Anfang gut ist kann sich später stark verziehen.
Das ist für dich nicht so wichtig, die Prüfung ist dann vorbei.

Im Prinzip ist es eine Haustürkonstruktion für ein Möbel. Da hilft Stäbchenplatte nichts. Normale Schranktüre beidseitig furnieren und überlegen wie eine Aufdopplung mit Linol montiert werden könnte. Eine Art 2 Türschalen aufeinander.
 

Holz-Christian

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Servus, eine 16er Stäbchenplatte hat einem Verzug wenig entgegenzusetzen, würde ich auf keinen Fall mit unterschiedlichen Materialen belegen.
Im Prinzip ist es eine Haustürkonstruktion für ein Möbel. Da hilft Stäbchenplatte nichts. Normale Schranktüre beidseitig furnieren und überlegen wie eine Aufdopplung mit Linol montiert werden könnte. Eine Art 2 Türschalen aufeinander.
Das wäre auch mein Lösungsansatz, zwei dünnere Platten, Anleimer Drumherum und die eine beidseitig mit Lino, die andere beidseitig mit Furnier.

Das könnte man bei Bedarf auch noch gleich für die Ausbildung eines eventuellen Falzes nutzen.

Die beiden Platten dann punktuell mit MS Polymer miteinander verkleben.
 

brubu

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Weil einseitig Eiche Furnier sein soll. Oder für die Prüfung beidseitig Eiche und das Linol später nur aussen aufkleben.
Die beiden Platten dann punktuell mit MS Polymer miteinander verkleben.
Da wär ich eher bei Schrauben unter den Scharnieren und sonst sauber sichtbar von innen. Wieso kompliziert, ein Argument wäre die Demontier-und Reparierbarkeit. Von diesem Möbelschreinern wo alles en Bloc irgendwie immer verleimt sein muss um in ein paar Jahren dumm da zu stehen wenn Service und Reparaturen fällig sind bin ich schon lange weg. So argumentiere ich jeweils bei Privatkunden, die sind meist begeistert.
Mit Planern die nur Probleme machen und nachher nie mehr zu sehen sind habe ich nicht viel zu tun.
 

Selina-MU

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Danke für die hilfreichen Antworten! Das mit dem Lino lasse ich einfach! Kann man denn für 0.9mm Furnier eine Gegenzugpapier oder Grundierfolie nehmen, die man anschließend farbig lackiert? Das Furnier würde ich dann klar lackieren.. ging das vom Verzug her? Oder wie würde man bei Farblack vorgehen?
 

wirdelprumpft

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Würde in dem Fall eine MDF-Grundierfolie bzw. W980 / K101 nehmen und einseitig die Folie wegschleifen wenn Breitband vorhanden.
Dann muss man entscheiden ob Grundierkante oder Furnierkante.
Bei Farblackierung ist abkleben der furnierten Seite sinnvoll. Würde vermutlich auch zuerst die furnierte Seite klar lackieren.
 

Schreinersein

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innen farblack? Würde immer gleichen Aufbau machen. Warum was riskieren? Also innen dann z.B. ein Ahorn oder ähnliches glattes Furnier, dann außen klar grundieren und innen Füller aus gleichem Lacksystem (Aqua oder Lösemittel), dann Zwischenschliff, Farb (und ggf Klarlack), dann außen Anschleifen und fertig lackieren. bei Füller und Farblack ggf abkleben, je nach dem wie die Kanten behandelt werden.
Lino beidseitig ist aber auch bei aufschlagenden Fronten schön finde ich. Kann man machen.... Schick gleich mal ein Bild hinterher
 

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brubu

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Nun sind wir wieder bei unterschiedlichen Aufbauten innen/ aussen. Gehört es nicht zu einer Fachausbildung fachgerecht zu arbeiten?
Möbel sind meist aussen sichtbar und innen nur in geöffnetem Zustand. Es gibt (ältere) Möbel die aussen z.B. in Nussbaum und innen in Ahorn furniert sind. Das geht aber bei Farblacken wo Füller, Füllgrund nötig ist kann einseitige Spannung entstehen.

Viel Glück, vielleicht geht es, vielleicht nicht und vielleicht geht es am Anfang und verzieht sich mit der Alterung.
Irgendwie kommst du mir vor wie eine Künstlerin die sich nicht an Grundsätze halten will. Die kannst du dann den Experten erklären.
Und ich bin nun keiner der sich immer streng an alle Vorgaben hält aber gleich schon beim Gesellenstück grob davon abweichen ist nicht mein Fall.
Wenn ich Experte wäre gäbe es Abzug.
 

Schreinersein

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leicht OT:
Und angeblich hält Pattex nicht so lange. Was ich nicht bestätigen kann. Habe ich nie drauf geachtet und noch keine Beschwerden bekommen.
Ich kenne durchaus einige Beispiele, wo sich z.B. Kunststoffkanten (sicherlich noch PVC) und HPL vom Träger gelöst haben, weil der Kontaktkleber aufgegeben hat
 

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brubu

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Auch OT aber Erfahrung.

Kontaktkleber gibt es bei uns schon lange nicht mehr. Das ist Klebstoff für nicht dauerhafte Lösungen, mindestens der lösemittelhaltige. Wenn bei sich bei uns HPL nach Jahrzehnten löst ist der Kleber meist dunkelbraun, irgendwie "verbrannt". Laut Hersteller wurde dann zu viel Vernetzer/ Härter für die Wärmebeständigkeit beigegeben.
Klammheimlich wurde irgendwann die Dosierung reduziert obwohl jedem Lehrling der Umgang mit den Messbechern "eingebrannt" wurde.
Ich kenne die mühsame Kleberflickerei zu gut und lasse die Finger von Kontaktkleber. Es sei denn, es handle sich um Wegwerfware, Messebau etc.
 

uli2003

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Kontaktkleber (Sprühkleber) verwende ich seit Jahrzehnten. Noch nix abgefallen.
Das ist aber auch nicht Thema.

Ich würde auf Basis von #2 ein Muster machen. Bei kleinen Fronten sollte das gehen. Bei MDF als Träger hätte ich weniger Kopfschmerzen.

Ich würde das als PA durchwinken, wenn das Muster funktioniert. Aber du machst ja nicht bei mir die Prüfung :emoji_slight_smile:
 

brubu

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Kontaktkleber (Sprühkleber) verwende ich seit Jahrzehnten. Noch nix abgefallen.
Wenn ich Kontaktkleber verwenden müsste, würde ich genauer abklären wo die Unterschiede liegen und wie die Alterungsbeständigkeit ist bei lösemittelhaltigem, wässerigen Kontaktkleber und Sprühkleber. Da habe ich eine Bildungslücke.

Abgesehen davon fangen die Probleme auch beim lösemittelhaltigen erst nach frühestens 15 Jahren, aber meist viel später an.
Ich weiss aktuell nicht wie viele Jahrzehnte es den Sprühkleber für handwerkliche Anwendung schon gibt, bei uns jedenfalls eher in diesem Jahrtausend.
 

joh.t.

ww-robinie
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bei den Zwergen
Wenn ich Kontaktkleber verwenden müsste, würde ich genauer abklären wo die Unterschiede liegen und wie die Alterungsbeständigkeit ist bei lösemittelhaltigem, wässerigen Kontaktkleber und Sprühkleber. Da habe ich eine Bildungslücke.

Abgesehen davon fangen die Probleme auch beim lösemittelhaltigen erst nach frühestens 15 Jahren, aber meist viel später an.
Ich weiss aktuell nicht wie viele Jahrzehnte es den Sprühkleber für handwerkliche Anwendung schon gibt, bei uns jedenfalls eher in diesem Jahrtausend.
OT habe mit Kontaktsprühkleber im Ladenbau schon 92 93 gearbeitet.
 
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