Gefederte Eckverbindung - beste Methode?

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von conny_g, 16. August 2019.

  1. conny_g

    conny_g ww-esche

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    Hallo Holzwerker,

    ich möchte beim nächsten Korpus oder Schublade eine gefederte Eckverbindung ausprobieren:

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    Und überlege wie ich die am Besten herstelle. Weil man für einen Korpus oder ein paar Schübe jede Menge davon machen muss...
    Habe Bandsäge, Tauchsäge, Bosch GTS 10 Tischkreissäge, kleine und große Oberfräse.
    Ich denke Handwerkzeuge sind hier nicht interessant :emoji_slight_smile:

    Ich habe mir das mal mit der TKS durchdacht und ich müsste entweder einen klassischen Nutschnitt mit mehrmals durchfahren machen - was erstens ein Querschnitt ist, der mit der Bosch nicht so perfekt gelingt und zweitens mit großen Platten quer auf der Bosch nicht so Spaß macht - oder auch mit der Kante der Platte drüberfahren, was jetzt auch nicht so mein Favorit ist. Und dann hab ich noch kein Flachzahnblatt, dann wird das eh sehr geriffelt und ich müsste es evtl. noch nachbearbeiten. Gefällt mir nicht.

    Ich tendiere deshalb zur Oberfräse und habe mir gerade eine Vorrichtung zum wiederholgenauen und kontrollierten Nuten gebaut:

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    Das ist jetzt erstmal für ausgefälzte Verbindungen gedacht.
    Dazu spanne ich zwei Klötzchen dazwischen, die mir die halbe Fussbreite abzüglich der Fräserdicke geben und dazu das Material, das eingefälzt werden soll. Gestern getestet, klappt auf Zehntel genau.
    Warum 2 Klötzchen? Ich wollte nix messen, sondern alles physisch von den Beteiligten abnehmen. Dazu fräse ich mir diese Klötzchen genau in dieser Vorrichtung und so muss ich keine Masse ermitteln und übertragen.

    Zum Einfälzen an sich habe ich auch noch einen Tipp von Heiko entdeckt, der Bündigfräser nutzt:
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    Einen Bündigfräser hätte ich, aber in Vorausschau auf die gefederte Eckverbindung und sonstige Langlochfräsungen habe ich jetzt das Jig jetzt trotzdem gebaut.

    Das wäre jetzt mein Plan, mit dieser Vorrichtung auf die gefederte Eckverbindung loszugehen:

    Zwei Platten, 18mm
    Nut 6mm breit, 6mm tief

    Platte mit Nut:
    - mit Streichmass die Plattendicke an der Kante anzeichnen
    - die oben gezeigte Vorrichtung ausrichten. Dazu das Klötzchen für 6mm Fräser (es zeigt mir die Mitte abzgl. halber Fräserbreite) am Jig anschlagen und die andere Kante des Klötzchens am Riss ausrichten
    - 6mm Tiefe einstellen
    - fräsen

    Platte mit Feder
    - mit Streichmass an der Seite (Plattenfläche) die 6mm Federhöhe anzeichnen
    - gleiche Prozedur wie oben das Jig am Riss auszurichten
    - Tiefe einstellen: etwas passendes in die gefräste Nut stecken, Fräse auf die Kante der genuteten Platte aufsetzen, die Tiefe einstellen indem ich den Fräser auf die in die Nut gesteckte Leiste aufsetze
    (Die Idee ist hier: nicht messen, physisch abnehmen)
    - Alternativ natürlich messen und ausrichten wie oben
    - fräsen

    Macht das so Sinn? Bin ich da zu umständlich unterwegs? Wie würdet ihr das machen?

    Viele Grüße,
    Conny
     
  2. benben

    benben ww-robinie

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    Ich habe jetzt nicht genau verstanden was du wissen möchtest, auch weiss ich nicht wie viele Stücken du machen möchtest. OF funktioniert. Kann man hier auch gut mit Nutfräser und parallel Anschlag machen. Ich würde grössere Platten machen und dann Streifen in der entsprechenden Breite runterschneiden, das vereinfacht das ungemein.

    Gruss
    Ben
     
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  3. conny_g

    conny_g ww-esche

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    Wie meinst Du das mit den Streifen?
     
  4. benben

    benben ww-robinie

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    Wenn du jetzt viele Teile in der gleichen Länge brauchst, dann kann man das Werkstück breiter lassen, die Verbindungen abarbeiten und dann Streifen in der benötigten Breite schneiden. Macht aber nur Sinn bei mehreren Teilen mit der gleichen Länge.

    Gruss
    Ben
     
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  5. conny_g

    conny_g ww-esche

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    Dann meinst Du was anderes als ich machen wollte, glaub ich.
    Die gefederte Eckverbindung hat ja als Knackpunkt, dass ich da keine Leiste einlege als „Dübel“, sondern dass ich die Feder an einer Seite herstelle und eine Nut auf der anderen.
    Und meine Frage lautet: was ist der effizienteste Prozess mit meinen Mitteln diese beiden Fräsungen 100%ig maßgenau zu machen.
     
  6. benben

    benben ww-robinie

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    Wie viele Teile brauchst du?

    Gruss
    Ben
     
  7. magmog

    magmog ww-robinie

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    Guuden,

    beidseitig mit dem Scheibennuter in der NF nuten und mit loser Feder Verleimen.
     
  8. conny_g

    conny_g ww-esche

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    Ich hatte ja geschrieben, welche Arbeitsmittel ich habe - das passt jetzt m.E. nicht so zu meinen Möglichkeiten.
     
  9. conny_g

    conny_g ww-esche

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    Ach jetzt ist der Groschen gefallen, was Du meinst:
    Wenn ich 4 Schubladen mache, dann kann ich alle Front/ Rückseiten und alle Seiten in ein langes Brett zusammenlegen, die Verbindung einmal an der Längskante machen und dann meine z.B. 15cm für den Schub abschneiden und habe dann mit einem Arbeitsgang Nuten & Federn gleich je alle 4 Sets auf einmal.
    (Hehe, am besten mach ich anfangs erstmal 2-3 einzeln, denn so kann ich auch alle 4 Schübe auf einmal verschneiden :emoji_grin: )

    Ja, das ist ein guter Tipp, wie man den Einrichtungsaufwand reduzieren kann! Danke!

    Und generell von der Vorgehensweise, macht das so Sinn, wie ich es beschrieben habe oder gibt’s da noch Tipps / Tricks zur Vereinfachung?
     
  10. magmog

    magmog ww-robinie

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    Guuden,

    so etwas passt nicht zu Deiner Ausrüstung?:
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  11. benben

    benben ww-robinie

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    Du hast halt bei einer breiteren Platte auch keine Probleme die OF zu führen. Einfach mit Parallelanschlag arbeiten.

    Gruss
    Ben
     
  12. conny_g

    conny_g ww-esche

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    Ach sooo, jetzt verstehe ich. Ich würde dann alles auf einem Frästisch machen.
    Das wäre natürlich denkbar, da hab ich dann auch ein bisschen Anlauf, denn mein Frästisch sieht aktuell so aus:

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    Und ich müsste dann auch ggf größere Bretter längs auf der Kante drüberziehen, das wird aktuell so nix richtiges...
     
  13. conny_g

    conny_g ww-esche

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    Ja, das könnte ich auch machen. Bei der letzten Nut von 2 Metern hatte ich allerdings den einen oder anderen kleinen Ausrutscher bzw. Wegdreher, wenn ich die Frase mal eine Sekunde nicht ganz richtig gehalten hatte.
    Das wollte ich mit meinem Jig komplett ausschließen.
     
  14. conny_g

    conny_g ww-esche

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    Habe jetzt mal einen Testlauf mit meinem Fräs-Jig gemacht - erstmal nur eingefälzte Ecke - und mit Restholz (Palettenauflage) eine Restholzkiste gebaut.
    Hat perfekt funktioniert.
    Hab dann nach den ersten zwei Fräsungen festgestellt ich kann mit von rechts ein Anschlagbrett festklemmen, dann brauche ich nur das zu fräsende Brett von links einschieben, nochmal mit Klötzchen gegen Riss kontrollieren und los geht’s.
    Klappt super, freue mich. Bin gespannt ob’s noch Überraschungen gibt beim Verleimen, aber die Stellprobe ist schon mal bestens.
     

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  15. conny_g

    conny_g ww-esche

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    Hehe, das Testobjekt ist besser geworden als gedacht.
    Noch alles geschliffen und Griffe gefräst. Fast zu schön als Restholzkiste.
    Wenn das Holz nicht die schicken Sägestreifen hätte, dann würde die Kiste als richtiges Produkt durchgehen.

    Die Fräsvorrichtung funktioniert also. Dann als nächstes die gefederte Eckverbindung.
     

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