Frage zu Bugholz- oder Thonet-Stühlen

petermitoe

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Hallo,
meine Tochter hat ein paar Stühle bekommen, die stehen jetzt bei mir unter und die Stühle wieder zu verkaufen wäre prima.
Sind das die bekannten Bugholzstühle? Alle 4 haben so einen Kleber unten, 2 sind allerdings schlecht lesbar, die lesbaren habe ich angehängt
Was könnten die wert sein?
Ich nehme an es ist am besten die so zu lassen wie sie nunmal sind und nichts daran aufzuarbeiten? Hauptsächlich scheint der Klarlack ab zu sein
Vielen Dank schonmal für Infos
 

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Manohara

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auf das "Genauere" bin ich gespannt.
Meine nichtfachmännische Einschätzung:
Das sind keine Stühle von Thonet.
Es gab wohl einige, die nach seinen Entwürfen gearbeitet haben und die auch keineswegs schlechter sein müssen, aber eben nicht von ihm sind.
Interessant wären noch Bilder von den "Nahtstellen", also zum Beispiel der Verbindung zwischen Sitz und Rückenlehne.
 

Berde

ww-birke
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Laut KI hat die Firma ZPM Radomsko für Thonet gearbeitet.

KI Antwort:
ZPM Radomsko war ein polnischer Möbelhersteller, der vor allem für seine Bugholz- und Bistromöbel bekannt ist. Die Fabrik in Radomsko, Polen, hatte eine lange historische Verbindung zur Marke Thonet. pamono.de +1


Hier sind die wichtigsten Fakten zum Unternehmen:


  • Herkunft und Geschichte: Die Fabrik in Radomsko wurde nach dem Zweiten Weltkrieg verstaatlicht. Sie produzierte bereits vor dem Krieg (1910–1914) Stühle für Thonet und setzte die Produktion danach als staatlicher Betrieb fort, oft unter der Marke Thonet, aber mit dem Aufdruck „ZPM Radomsko“. pamono.com +1
  • Produkte: Das Unternehmen ist heute besonders bei Sammlern und Liebhabern von Vintage-Möbeln gefragt. Es produzierte klassische Bugholzstühle, Kaffeehausstühle und Bistro-Möbel im Stil von Michael Thonet. Bekannte Designs sind unter anderem die „Radomsko Heart Chairs“ mit Handgeflecht sowie Dreh- und Esszimmerstühle aus Buchenholz. 1stdibs.com +5
  • Aktueller Status: ZPM Radomsko existiert heute nicht mehr als eigenständiger, aktiver Hersteller im gleichen Sinne wie in der DDR-Zeit oder der frühen Nachkriegszeit. Die Möbel werden hauptsächlich als Antiquitäten und Vintage-Designstücke auf Plattformen wie Etsy, Pamono oder 1stDibs gehandelt. Etsy +1
 

derdad

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Nur ganz kurz, da die KI manchmal viel Blödsinn erzählt. Reines googeln oder z.B. Wikipedia sind meist besser.
Radomsk hat nicht nur für Thonet gearbeitet, sondern diese Fabrik wurde von Thonet in den 1850ern gebaut war Eigentum von Thonet. Genauso wie das Werk Bystrice und noch einige andere. Stammsitz der Firma Thonet war ja damals in Wien. Im Habsburgerreich. Und Thonet hat im waldreichen Mähren seine Fabriken gebaut. Billige Anlernkräfte und Heimarbeiterinnen (Sitzgeflecht) gab es auch. Radomsk gehörte damals auch zum Habsburger Kaiserreich. Nach dem 1.WK wurde das Habsburgerreich zerstückelt und die Fabriken waren plötzlich in "fremden Ländern". Ab den 20er Jahren fing das Firmenimperium von Thonet an zu zerbröckeln und die Produktionsstätten wurden verstaatlicht oder verkauft. Radomsk stand/steht in Polen, Bystrice in Czechien. Es wurde aber an diesen Produktionsstätten die gleichen Stühle, mit der gleichen Ausstattung, und z.T. den gleichen Arbeitern erzeugt wie unter Thonet. Es kann also sein, dass ein Stuhl aus Radomsk ein echter Thonet ist, und wenige Jahre später hat er ein anderes Label und ist plötzlich keiner mehr. Obwohl er an gleicher Stelle, auf den gleichen Maschinen, evtl sogar vom gleichen Arbeiter gemacht wurde. Mit Thonet Label gilt er heutzutage als "exquisit", mit Radomsk Label als billiges Ostprodukt, auch wenn qualitativ kein Unterschied ist. Wieweit in Radomsk heutzutage noch produziert wird, kann ich nicht sagen.
Das Werk in Bystrice, z.B., firmiert heute als Firma TON und produziert hochwertige Sitzmöbel. Ich war vor einigen Jahren bei einer Werksführung. Dort wird z.T. noch immer mit den original Biegevorrichtungen, und der original Dampfkammer produziert.
Soweit in Kürze. Über Thonet und alles drumherum wurden schon viele Bücher geschrieben und es ist schwer es nur kurz zusammenzufassen.
LG Gerhard
 

petermitoe

ww-esche
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Vielen Dank
An sich geht es mir hauptsächlich um eine Werteinschätzung zum verkaufen, da die Stühle teilweise sehr unterschiedlich angeboten werden.
Anbei noch Bilder von den Verbindungen unter der Sitzfläche.
 

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Johannes

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Hallo,
ich weiß nicht ob das heute noch so ist, vor circa 40 Jahren hat so ein Stuhl auf dem Flohmarkt 80 DM gekostet, im Antiquitätenladen 150 DM und im Wasserschloss meines damaligen Arbeitgebers wurden 280 DM gezahlt. Es ist also immer auch abhängig vom Verkaufsplatz.

Es grüßt Johannes
 

derdad

Moderator
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Einen schönen Abend!
Fahe hat mich gerade hingewiesen, dass Noworadomsk nicht mehr in habsburgischem Gebiet gelegen ist, sondern immer schon polnisch war. Da hat er wahrscheinlich Recht, das ist in meinen Büchern nicht genau geschrieben. Aber jedenfalls wurde das Werk 1880 von Thonet errichtet und auch betrieben. Also ein Zweigwerk im Ausland. Genauso wie das jetztige Thonethauptwerk in Frankenberg in Hessen 1889 als Zweigwerk im "Ausland" errichtet wurde.
(Übrigens hatte Thonet Anfang der 1900er Jahre auch Werke in den USA errichtet- um die Zollauflagen zu umgehen)
Aber nun zum Wert der 4 Stühle. Ich schätze sie wurden irgendwann in den 1960er/1970er Jahren hergestellt. Einen direkten Marktwert gibt es nicht. Schon gar nicht da es "nur" Bugholzstühle sind und kein Thonetlabel haben. (Den feinen Unterschied hab ich in einem vorigen Post erklärt). Der Preis ist soviel wie jemand bereit ist zu zahlen. Ich würde sagen zwischen € 50,- und € 200,- für alle 4 zusammen.
Es kommt dazu, dass die Lackoberfläche sehr mitgenommen ist. Ich hatte schon einige solcher "Radomsk Stühle" in der Werkstatt und schätze es ist ein Nitrolack. Aber von minderer Qualität. Dort wo er grau ist hat er sich vom Untergrund gelöst und man kann ihn beinahe mit dem Fingernagel entfernen.
Falls du sie verkaufen möchtest würde ich mit € 200,- für alle 4 zusammen beginnen und abwarten wie es sich entwickelt.
Das ist aber meine persönliche Einschätzung.
LG Gerhard
 
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