Führt jemand von euch ein Fahrtenbuch?

ClintNorthwood

ww-robinie
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Guuden,

Nach jeder Fahrt den km-Stand notieren und alle paar Wochen oder nach ca. 10 Fahrten ins Reine schreiben.
So bleibt man flexibel.
Genau das ist einer der Gründe, warum das schief gehen kann. Ich schreibe da aus Erfahrung.
Das hängt davon ab. Einen Ermessensspielraum kann man nur im Falle eines Fehlers. Bis dahin liegt es beim Prüfer, mir den Fehler nachzuweisen. Habe ich den jedoch gemacht, gibt es sicher Spielraum in Sachen der Bewertung.
Und ob sich ein Prüfer gegen eine höchstrichterliche Rechtsprechung aufzulehnen traut, ohne dass andere Verhandlungsmöglichkeiten im Raum stehen, halte ich für sehr fraglich. Finanzgerichtsentscheidungen sind immer Einzelfallentscheidungen, jedoch orientieren sich die Gerichte an den vorangegangenen Urteilen. Ob man da nun Klage erhebt oder nicht, ist halt die Frage. Meist wird der Drops geschluckt und es wird eine Abmachung getroffen. Du zahlst xyz ans Finanzamt, und wirst dann drei Jahre nicht geprüft oder so.


Wenn deine Partnerin den Wagen steuerlich absetzt, heißt es ja nicht, dass er nicht zu einem Anteil zu privaten Zwecken genutzt wird. Das ist ja auch völlig in Ordnung. (Geringe private Nutzung deines Transporters übrigens auch, s.o.)


Was glaubst du, warum ich keinen (mehr) habe?


Man kann und darf auch bilanzieren wenn man nicht muss. Bei den Banken ist eine Bilanz immer besser als eine EÜR, weil letztere nur sehr unvollständige Vermögensauskünfte gibt.
Die Bilanz gibt laut Gesetz der Kaufmann ab. Ob er sich dazu Hilfe holt, ist seine Sache. Das Finanzamt kann die selbst erstellte Bilanz nicht ohne Gründe ablehnen. Dazu muss schon ein gewisses Fehlerpotential bestehen.
Eine Bilanz ist so einfach wie komplex. Man muss sich damit befassen und sich die Zeit dazu nehmen. Vorbereitet durch eine gute Software ist das aber möglich.
Meine ganzen Recherchen im Rahmen meiner Möglichkeiten geben deinen Ausführungen Recht. Ich bin seit kurzem fassungslos, wie viele Leute mit angeblich guter steuerlicher Beratung nicht über den Tellerrand schauen.
Habe dieses Video gefunden, was deine Aussage unterstreicht.

Meine luschige, in ihren Augen über alle Fehler erhabene Buchhaltungsspezialistin (4. fragwürdige Berater:in in 20 Jahren) hat neben mehreren Fehlern einen größeren gemacht. Sie hat seit 2017 keine Umsatzsteuer für mein gemietetes Büro und das Lager geltend gemacht.
Sie war der Meinung, dass Vermietungen grundsätzlich keine Umsatzsteuer enthalten.
Ich habe ihr dann das Gegenteil bewiesen und sie gleichzeitig auf die Folgen hingewiesen bezüglich Schadensersatz.
Sie hat dann alle Möglichkeiten ausgeschöpft, damit die letzten 4 Jahre die Steuererklärung rückwirkend berichtigt wurde und mit das Geld zurücküberwiesen wurde.
Für weitere 2 Jahre wird das ihre Rechtsschutzversicherung übernehmen. Mal sehen...

Genau das gleiche werde ich jetzt mit der 1% Regelung versuchen. Zu versuchen, rückwirkend die Kohle zurück zu bekommen.
Rechtsschutz für diesen Fall ist vorhanden.
Sollte ich gewinnen, würde dies zeigen das ich viele Jahre Geld verschenkt habe.

Ich werde deinem Beispiel folgen und mich für meine Belange steuerlich und buchhalterisch weiterbilden.
Damit ich nie wieder auf einen Berater reinfalle, den ich noch nicht mal verklagen kann, sofern ich ihm keinen Vorsatz nachweisen kann.

Danke für deinen Denkanstoß!
 

uli2003

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Sie war der Meinung, dass Vermietungen grundsätzlich keine Umsatzsteuer enthalten.
Grundsätzlich ist es auch so, es sei denn, dein Vermieter optiert zur Umsatzsteuer. Aber das sollte in deinem Mietvertrag und den Abrechnungen zu ersehen sein. Dann hast du natürlich (sofern du kein Kleinunternehmer nach §19 UStG bist) die Möglichkeit des Vorsteuerabzugs.

Ich werde deinem Beispiel folgen und mich für meine Belange steuerlich und buchhalterisch weiterbilden.
Zumindest so weit, dass du die Tätigkeiten deines StB verstehst. Am Ende obliegt es dir als Unternehmer, alles zu kontrollieren.
 

Ikeabana

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Zumindest so weit, dass du die Tätigkeiten deines StB verstehst. Am Ende obliegt es dir als Unternehmer, alles zu kontrollieren.
Genau das. Ein gewisses Verständnis der Materie sollte man sich als Selbständiger aneignen. Ich habe es mir auch angewöhnt bei Anschaffungen oder größeren Entscheidungen den Steuerberater zu konsultieren und zu besprechen, wie steuerlich verfahren werden soll. Dann kann ich nachher kontrollieren, ob das so umgesetzt wurde. Spätestens bei einem Jahresgespräch gehen wir alle Positionen durch.

Ebenso wie es schlechte Tischler gibt, gibt es schlechte Steuerberater, Rechtsanwälte oder Buchhalter. Und ja es wird genauso wie bei Handwerkern immer schwieriger, die Guten zu finden. Alles in die eigene Hand zu nehmen, kann nicht die Lösung sein. Sonst betreibe ich am Ende auch noch Ackerbau und nähe meine Hosen. Dann bleibt keine Zeit für den eigentlichen Broterwerb und was noch wichtiger ist: Keine Zeit zum Leben.

Deine Buchhälterin hat einen Fehler gemacht. Offenbar habt Ihr eine Lösung gefunden. Egal was Du jetzt unternimmst, es wird wieder etwas schief gehen. Ich wurde weiterhin mit einem Steuerbüro arbeiten, aber die Unterlagen zur Buchung nicht nur einreichen, sondern auch besprechen. Dazu gehört auch dass alle Verträge, wie Leasing-, Kauf oder Mietverträge, der Buchhaltung vorliegen.
 

brubu

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Für weitere 2 Jahre wird das ihre Rechtsschutzversicherung übernehmen. Mal sehen...
Wenn das so ist habt ihr grosses Glück. Ich kenne Fälle bei uns wo die Treuhänder Einsprachefristen verpasst haben. Wenn die Fristen verpasst sind gibt es keinen amtlichen Entscheid über die Einsprache ob die erfolgreich gewesen wäre. Weil man den Erfolg der Einsprache nicht nachweisen kann klemmen die Haftpflichtversicherungen der Treuhänder und Anwälte, weil nicht bekannt sei ob tatsächlich ein Schaden vorliege.
 

uli2003

ww-robinie
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Alles in die eigene Hand zu nehmen, kann nicht die Lösung sein.
Sicher nicht.
Die Unterlagen zusammenzustellen dauert im Monat aber auch eine Weile. Und dann werden noch Fragen gestellt und bunte Zettelchen geklebt. Wieder suchen und nochmal zum Berater. Je nach Betriebsgröße sind die Belege dann genau so schnell gebucht und die Auszüge abgestimmt, sowie Fehler oder fehlende Quittungen direkt erkannt.
Die BWA ist auf Knopfdruck da, und man kann jederzeit durch die Buchhaltungskonten blättern. Ich fand das jetzt viel vorteilhafter für mich.
 

Ikeabana

ww-esche
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Ich fand das jetzt viel vorteilhafter für mich.
Das kann ich nachvollziehen. Hängt aber auch vom konkreten Fall ab. Bei mir ist es so, dass ich eine gute Ablage habe und meine Buchhälterin den Betriebsablauf gut kennengelernt hat. Da mache ich nur noch wenig. Deshalb kann ich besser mit meinem Beruf Geld verdienen und ein Steuerbüro bezahlen.
 

ClintNorthwood

ww-robinie
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Einmal das, und andererseits vergeudete Zeit. Die Sachkonten 45xx in der Buchführung zeigen exakt das Gleiche.

Machen das mehrere hier beim Transporter? Die Fahrzeuge gingen aus den Posts nicht hervor.
Nach einigen Videos und Nachfragen sprach ich heute mit dem Steuerberater.

@uli2003, du hattest Recht.
Bei einem Kastenwagen mit Sortimo-Ausbau und nur einem Beifahrersitz ist man auf der sicheren Seite ohne Fahrtenbuch.

Das kann ich nachvollziehen. Hängt aber auch vom konkreten Fall ab. Bei mir ist es so, dass ich eine gute Ablage habe und meine Buchhälterin den Betriebsablauf gut kennengelernt hat. Da mache ich nur noch wenig. Deshalb kann ich besser mit meinem Beruf Geld verdienen und ein Steuerbüro bezahlen.
Genauso ist jetzt der Plan. Umso besser und genauer ich alles bei der Buchhaltung hinbekomme, anfangs mit Personaltrainerin, umso günstiger wird das.
Am Ende ist das günstiger als mein bisheriger Weg.

Danke für eure Zeit!
 

Bitzi

ww-birnbaum
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Wir nutzen den GPS Tracker 4.0 von PAJ, auch unter Salind vertrieben.
Dazu ein Abo um die App und das Fahrtenbuch nutzen zu können.
Preislich liegt das Gerät für festen Einbau (was wir haben) oder als OBD-Stecker bei 49,99€
Dazu kommen dann die Abo Gebühren.
Wir haben uns für das längste und billigste Abo entschieden.
2 Jahre für 144€ Brutto, so kommen wir auf 6€ pro Monat zzgl. Anschaffung.
Das Gerät hat in diesem Abo Modell lebenslange Garantie und ich bevorzuge Fest verbaut, da so
das Finanzamt keinen Spielraum hat. Habe von Kollegen schon gehört, dass beim OBD Stecker rumgezickt wird.
Wenn natürlich im Fahrtenbuch KM fehlen, müssen diese begründet werden.
Fest verbaut sind alle Fahrten schon mal im Fahrtenbuch, man muss diese natürlich fest zuordnen, sonst Privatfahrt.
Alles in Allem habe ich das ab Februar fest im Einsatz, ich berichte.

Gruß Dennis
 
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