Eine Kommode oder: wohin will ich mit dem Hobby gehen?

Beaconhill

ww-birke
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Hallo zusammen,
Meine erste Projektvorstellung, daher ein paar Vorworte.
Ich bin Marcus, 38, Chemiker mit Hang zu LEDs und wie so viele zu dem Hobby gekommen weil am Haus was zu tun war und ich was “mit den Händen” als Ausgleich machen wollte. Allerdings kam das Hobby bei mir erst an, als das Haus schon stand, ich musste also schauen wo ich das Hobby unterbringe. Keller gibt es keinen, aber eine Werkstatt hatten wir eingeplant, an der Garage angeschlossen. Da habe ich jetzt ein ca 3x3 m großes Stück genommen, mehr geht nicht. Das war auch der Grund warum ich letzten Herbst recht intensiv überlege wohin ich in Zukunft mit dem Hobby gehen möchte und wie das mit den räumlichen und finanziellen Gegebenheiten umzusetzen ist. In der Werkstatt sind schon eine Metabo TK1688, ein Eigenbau Frästisch, eine Kappsäge und eine Werkbank mit Bohrständer untergebracht. Neben der Werkstatt kann ich bei halbwegs gutem Wetter noch unter dem carport arbeiten, da sind auch große Teile gut zu Händeln. Aber die Werkstatt hat am Eingang eine große Schwelle, sodass Geräte regelmäßig dort rein und raus rollen keine Option ist.
Ich möchte mit der Vorstellung hier auch ein paar Leuten nochmal Danke sagen, die sind dann a den entsprechenden Stellen verlinkt. Sollte das jemanden stören, sagt bitte Bescheid, dann nehm ich das raus!
Und ich mag soweit ich mich erinnere meine Stolperstellen aufzeigen, vielleicht kann ja jemand was draus lernen oder mir fürs nächste Mal nen Tipp dalassen wie es besser geht.
Wo will ich hin? Plan ist, über die nächsten Jahre Stück für Stück die vorhandenen Spanplattenmöbel (zu großen Teilen noch aus Uni/Kindertagen) zu ersetzen.
Bohlen waren dann nach längerer Überlegung raus, weil das ohne einen Hobel nicht machbar ist und ich den nicht mehr unter bekomme. Platten aus dem Baumarkt haben eine geringe Auswahl und bescheidenes Kosten-Qualitäts-Verhältnis.
Dann hab ich rausgefunden, dass ich, über einen kleinen Umweg, beim lokalen Holzhändler 5-lagige Tischlerplatten und die passenden Massivholzumleimer bekommen kann. Dafür brauchte ich “nur” eine passende Zuschnitt-Möglichkeit.
Also nach Recherche hier im Forum, ein wenig Glück im Timing (Fan-Aktion) und wichtigem Input von @heiko-rech die Mafell MT55 geholt, samt 1,6 m Schiene. Dazu noch über Kleinanzeigen eine 1,1 m Schiene und einen passenden Verbinder von Bosch geholt. @Tokoloshe war dann noch so freundlich, mir für die Säge einen passenden Adapter zu drucken dass ich mein vorhandenes Click and Clean Absaugsytem direkt und fest anschließen kann.
Also das erste Objekt überlegt, welches ich bauen wollte:
ein Ersatz für die Weiss-Lila Kommode im Schlafzimmer, welche die Nische komplett ausfüllt und mehr Stauraum bietet als die alte, zudem wollte ich den Wäschekorb mit integrieren.
Als Holz haben wir (lies die Chefin und ich) uns auf Esche festgelegt, mit Blenden aus Nuss für die Schubkästen.
Das Ganze sollte dann geölt werden, hier hat nur ein Faden von und mit @Avogra geholfen, am Ende wurde es Osmo Topoil.

Nun genug der Vorrede, die Kommode selbst:
Die Kommode sollte 2,17 m breit werden (wie die Nische, mit rechts und links je 1 cm Luft) und ohne Füße 90 cm hoch. Mittig vier Schubladen, links einen Doppeltür mit zwei Einlegeböden, rechts ein schmales Fach mit zwei Böden und ganz rechts zwei Fächer mit “halbhohen“ Türen für Wäschekörbe.
Nachdem ich mir einen passenden Schnittplan überlegt habe und die insgesamt 5 Platten (3x Esche, 1x Nuss und 1x Rückwand, auch Furniert mit Esche) geliefert waren ging es an den Zuschnitt.
Der lief ohne größere Probleme, beim Bekannten dann war ich glücklich über die mittlerweile ausreichend vielen Korpuszwingen sowie die frisch geschärften Bündigfräser zum anschließenden planarisieren (heisst das so?). Die ersten paar Planfräsungen habe ich mit einer Vorrichtung für die kleine Makita gefräst. Das geht bei den großen Teilen gut. Alle späteren Teile (selbst Türen) habe ich über den Frästisch geschoben, ging für mich deutlich besser zu Händeln und fühlte sich sicherer an.
Ich habe aber nur die Kanten belegt, welche später sichtbar sind, deswegen bleiben doch eine ganze Menge frei. Und ich habe so bekanntet dass immer die Hauptsichtseite durchgehend ist. Bei einer Blende als die obere, beim Boden-Deckel die vordere.
Da ich in der Größe das Möbel zerlegbar haben wollte, habe ich für die Seiten/Mittelteile als Verbinder oben und unten je zwei Excenter genommen, dass hat ziemlich gut funktioniert. Zusätzlich hab ich jeweils einen 8er Dübel eingesetzt. Ob’s den gebraucht hatte weiß ich aber nicht.
Alles alles gebohrt war, hab ich die Kommode (zum Glück) einmal vor dem Ölen und dem finalen zusammenleimen der Schubkästen zusammengesetzt. Ich hab irgendwo einen Ungenauigkeit von ca 1 mm reinbekommen (was ich absolut in Ordnung finde), welche ich dann in der Breite der Schubladen noch abnehmen musste.
Die Schubladen hab ich mit eingenutetem Boden und kürzeren Hinterstück gebaut, sodass der Boden bei Bedarf austauschbar ist. Verleimt sind die mit zwei Lamellos, das ging super.
Weiter geht’s dann im nächsten Post
 

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Beaconhill

ww-birke
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Die Nussplatte kam etwas später (das kam mir platz technisch sehr entgegen) sodass ich dann erstmal die Blenden heraus getrennt und bekanntet habe. Nuss ist hier eindeutig zickiger als Esche, da gab’s mehrere kleine Ausrisse, ich musste mehr aufpassen. Ging am Ende aber auch.
Alles wurde dann zweimal geölt (ich weiß, innen eigentlich nur einmal aber ich hatte etwas Sorge wegen Verzug und keine Hektik, also ließ ich alles draußen lang genug trocknen). Die Esche habe ich matt, die Nuss glänzend geölt.
Als Beschläge kommen Blum ClipTop Blumotion und für die Schubkästen Softclose von S+O zum Einsatz.
Am meisten hat mich hier erneut ein Tipp von Heiko begeistert zum einlassen der 35 mm Löcher für die Topfbänder. Das hab ich mit der Oberfräse und einem Bündigfräser (zum Eintauchen) gemacht und einer passenden Vorrichtung. Das ging super einfach, schnell und ohne Dreck. Würde/Werde ich nun immer so machen.
Dann ging’s a den Zusammenbau am Bestimmungsort.
Ich hatte erst vor nur drei Füße vorgesehen, hab das dann aber sehr schnell auf vier (je einen unter den Seiten/Mittelteilen) geändert, das hat sonst zu sehr schon nach ein paar Stunden sich verzogen. Da hatte ich das Gewicht schlicht unterschätzt. Alle Füße vorn und hinten sind in der Höhe verstellbar, sodass ich kleine Unebenheiten im Boden gut ausgleichen konnte. Am Ende ging es ziemlich reibungslos, auch wenn es lange gedauert hat. Ich hab Mega viel gelernt, und es blieb sogar noch einiges a Material über (Was ich gehofft hatte, aber man weiß ja nie ob man sich irgendwo vermisst und dann viel Ausschuss produziert). Aus den Resten ist das ein Hängeregal entstanden (letztes Bild) und zwei Nachtschränkchen sind gerade noch in der Mache.
Was hat nicht so gut geklappt:
Beim Bekannten sind mir ab und an ganz feine Fugen einseitig entstanden. Da weiß ich nicht genau wann das mehr oder weniger auftritt, hat da jemand einen Tipp wie man sowas vermeiden kann?
Die Löcher für die Exzenter in die Stirnseiten, da bin ich manchmal mit dem Bohrer gewandert. Vorkörnen hat geholfen, gibts da noch andere Tipps?

Ansonsten freu ich mich über jedes Feedback und würde, sobald sie fertig sind, gerne auch die Nachtschränkchen noch teilen.
Uns wenn jemand noch was wissen mag, immer raus damit!
 

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Avogra

ww-esche
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Wow, sieht mega aus! Das ist jetzt aber nicht dein erstes Werk oder? Hab ich im ersten Moment so verstanden, obwohl du das nirgends geschrieben hast.
 

Beaconhill

ww-birke
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Vielen lieben Dank!
Nein es ist nicht das erste Möbel dass ich baue. Ich hab mit einigen Rollcontainern (für die Werkstatt und das Zimmer vom Sohn) und einer deutlich kleineren Kommode Erfahrung gesammelt.
Es ist aber das erste Möbel in der Größe (vorher war kein Teil laenger als 1 m), dass erste wo ich nicht nur Schubladen, sondern auch Türen verbaue und das erste mit Tischlerplatte als Material.
 
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