Ich bin auch Vinylliebhaber. Den Puck von Kuzma kannte ich bisher nicht. Als ich den Preis gesehen habe, habe ich echt geschluckt. Und bei der Beschreibung gleich noch einmal.
Ich habe auch viele alte Schallplatten, die leicht verwellt sind, und nutze so ein Ding trotzem nicht. Denn um stark verwellte Platten nierderzudrücken, braucht man schon ein bisschen Gewicht. Das hat dieser Puck mit gut 300g ja auch. Ob das reicht, weiß ich nicht, weil ich sowas wie gesagt nicht nutze.
Zunächst kommt es auf Deinen Plattenspieler an. Hast Du ein Subchassis? Dann bringst Du mit dem zusätzlichen Gewicht die ganze Abstimmung durcheinander; die Resonanzfrequenz des Subchassis ändert sich. Sie dürfte nach unten gehen und Dein Plattenspieler reagiert sensiebler auf Trittschall. Hast Du ein Masselaufwerk mit einem schweren Plattenteller, kannst Du so ein Ding nehmen. Selbst ohne Subchassis und leichtem Plattenteller würde ich so einen schweren Puck nicht nutzen. Denn das Lager ist auf das geringe Gewicht ausgelegt und wenn es oben schwerer wird, erhöhst Du die Reibung (oft ist unten eine Kugel unter der Achse, z.B. beim Rega) und dann hast Du mehr Rumpeln.
Dann wird das Gewicht aber nur lose auf die Schallplatte gelegt. Wenn das Loch im Puck Untermaß hat und der jedes mal beim Auflegen kräftig aufgeschoben wird, geht das auch aufs Lager. Die Dinger sind empfindlich und sollen wirklich keine Geräusche machen. Ich weiß nicht, ob das alles gehärtet ist.
Wie gut so ein Puck gewuchtet ist, weiß ich auch nicht. Zur Reduzierung von Gleichlaufschwankungen haben viele Plattenpsieler einen schwachen Moter und einen schweren Plattenteller. Der Motor ist oft so schwach, dass er gerade reicht, um den Teller am drehen zu halten. Dann läuft die Platte bei Gleichlaufschwankungen des Motors einfach stoisch weiter. Ob dann eine Unwucht des Pucks relevant ist? Keine Anhnung. Theoretisch bestimmt aber auch praktisch?
Wenn ich dann noch etwas zum Klang des Pucks höre, frage ich mich, was das soll? Natürlich gibt der Resonanzkörper des Instruments dem Instrument seinen Klang. Da ist das Material und seine Verarbeitung sehr wichtig. Deshalb klingt eine Stradivari anders als eine No-Name Geige.
Aber doch bitte nicht bei einem Plattenspieler! Der soll doch möglichst wenig Eigenklang haben, sondern das wiedergeben, was auf der Platte drauf ist. Wenn Du einen Puck nutzen möchtest und etwas hözernes haben willst, nimm das Holz, das Dir gefällt (vielleicht farblich gut zum Plattenspieler passt), lasse einen Hohlraum machen und fülle den mit Sand oder Bleischrot, resonanzarm halt.
Und von dem gesparten Geld kaufst Du Dir ganz, ganz viele tolle Schallplatten. Just my 5 cents
