Dielen abschleifen, ölen und wachsen - das in 2 Tagen?

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Hallo zusammen!
Ich lese dankbar alle Eure Beiträge und trotzdem bin ich noch nicht sicher, ob ich das schaffe, was ich mir vorgenommen habe.
Ich ziehe nächstes Wochenende mit meiner Freundin in eine schöne Altbauwohnung um und muss vorher noch den Boden (Küche Stäbchenparkett, Wohnzimmer und Schlafzimmer Dielen) abschleifen und anschließende behandeln.
Dafür bleiben mir aber nur 2 Tage Zeit...
Glaubt Ihr, dass das möglich ist?
Hier erstmal ein Bild, damit man überhaupt sieht, in welchem Zustand der Boden ist:
http://www.byza.de/Images/boden.JPG
Wie man sieht, ist der Boden in keinem schlechten Zustand - er muss eben nur mal "aufgefrischt werden" hoffe ich :emoji_slight_smile:
Nun die Fragen: Welches Öl/Wachs soll ich nehmen? Bzw. welches trocknet am schnellsten? Osmo oder Glimtrex oder ein anderes? Wieviele Gänge muss man ölen? Kann man bei 50qm planen, dass man am ersten Tag abschleift und abends das erste mal ölt und dann am nächsten Morgen eventuell das zweite mal?
Über Eure Antworten freue ich ich schon jetzt,
Christian
 

carsten

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Hallo

ich würde behaupten das ist ordentlich in zwei Tagen nicht machbar. Du musst die Fläche mind 2 oder gar 3 mal schleifen plus den Randbereich. Und ein Tag zum trocknen einer Öloberfläche scheint mir etwas zu wenig.
 

morten

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Die Trockung des Öles dauert auf jeden Fall länger, besonders bei der derzeitigen Wetterlage, die Luftfeuchtigkeit ist einfach zu hoch.
 

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ich glaube ich mache das jetzt so, dass ich erst den Boden abschleife und dann am nächsten Wochenende öle. Dann ist die Wetterlage bestimmt auch besser! Aber welchen Öl ist denn nun das beste? Es gibt ja auch noch welche von Naturhaus oder Triptrap neben Glimtrex und Osmo... Hat einer Erfahrung, welches am Besten ist?
 

Jungschiss

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Hallo Christian!

Schön das Du ölen willst! Die allerschönste Behandlung wie ich finde ist die Naturhausvariante. Das ist aber eher was sehr Aufwändiges und die Bude stinkt die nächsten 6 Wochen nach Orangenöl.
Es muss einpoliert werden, dazu brauchst Du eine Poliermaschine und Schleif bzw Polierpads. Das ist für den Rauhspundboden schon fast zu schade.

Ich würde Osmo Hartwachsöl nehmen, einen grossen Pinsel 100mm kaufen um das ganze zu streichen. Besser drei mal dünn gestrichen als 1 mal dick auftragen. Zwischen den Aufträgen mit 240er Papier zwischenschleifen und entstauben.

Achtung: Mit Öl getränkte Lappen in ein Glasgefäss packen oder draussen im freien ausgebreitet trocknen lassen! Nicht zusammenknuddeln und in die Ecke schmeissen! Gefahr der Selbstentzündung

Habe mal weissgefärbtes Öl mit einer Kunststoffrolle auf Holz aufgetragen, dabei fing die Rolle auf einmal an heiss zu werden und zu brennen....:eek:
 

carsten

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Hallo

warum willst du erst nach einer Woche ölen ?
Das Wetter ist da nebensächlich. Und der Boden wäre in der Zeit ungeschützt, wenn du in der Zeit am Enden auch noch in der Wohnung wohnst strapaziert es den ungeschützten Boden zusätzlich.
 

morten

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Hallo

warum willst du erst nach einer Woche ölen ?
Das Wetter ist da nebensächlich.

Natürlich hat die Luftfeuchtigkeit einen Einfluss auf die Trockenzeit des Öls. Ganz besonders bei Öl. Der Verfasser fragte schließlich, ob er es schafft in zwei Tagen zu schleifen und zu ölen.

Geschliffene Flächen sollten allerdings sofort versiegelt werden, ansonsten muss man erneut schleifen/putzen/entstauben.
 

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Hallo

warum willst du erst nach einer Woche ölen ?
Das Wetter ist da nebensächlich. Und der Boden wäre in der Zeit ungeschützt, wenn du in der Zeit am Enden auch noch in der Wohnung wohnst strapaziert es den ungeschützten Boden zusätzlich.

weil ich in der Woche arbeiten muss .... :emoji_frowning2: Und ich wohne sowieso noch in meiner alten Wohnung. Dann decke ich den Boden zum streichen gut ab (zukleben mit Papier) und mache das dann einfach später... Oder muss man sofort nach dem abschleifen streichen?

mfg
Christian
 

yoghurt

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Hallo Christian,

das "Problem" am ölen sind eben die Trockenzeiten. Daher bietet es sich möglichst direkt nach dem schleifen/entstauben zu ölen... Nachteil ist natürlich, dass die Wohnung dann nicht oder nur bedingt begehbar ist.

Gruß

Heiko
 

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Hallo Christian,

das "Problem" am ölen sind eben die Trockenzeiten. Daher bietet es sich möglichst direkt nach dem schleifen/entstauben zu ölen... Nachteil ist natürlich, dass die Wohnung dann nicht oder nur bedingt begehbar ist.

Gruß

Heiko

Hallo Heiko,

also meinst du nicht, dass man 4 Tage warten kann mit dem einölen, wenn man den Boden komplett mit Papier abdeckt? Diese Papierrollen, die man verwendet, wenn man streicht, würde ich so lange verlegen... Ich muss nämlich auch noch die Wohnung streichen und das alles vor dem 21. weil ich dann in den Urlaub fahre... was für ein stress :emoji_slight_smile:
Aber anders geht es leide nicht - da muss der Boden dann wohl durch...

Trotzdem vielen Dank für deine Bedenken!
Ich nehme dann wohl das OSMO Rapid Hartwachsöl - das soll noch schneller trocknen!
 

yoghurt

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Hallo Christian,
nöö, da sehe ich kein Problem! Blos dauert es danach dann auch wieder ne ganze weile, bis das öl trocken ist. Ich neige dazu - egal worum es sich dreht- gleich zu ölen, denn wer weiß schon geanu wann's trocken ist? Und davon wiederum hängt der Zeitpunkt des zweiten Ölauftrags ab.....
Idee: Du ölst gleich. Deckst dann 24 h später - wenn das Öl schon weitestgehend trocken ist - jeweils den Raum ab, den Du streichen willst. Wenn Du fertig gestrichen hast entfernst Du die Pappe gleich wieder, damit das öl weiter trocknen kann....

gruß

heiko
 

raftinthomas

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also,
in 2 tagen wirst du nie und nimmer fertig. ausser du benutzt produkte wie die industrie-serie von osmo. ich bezweifel aber, dass du ohne erfahrung in dem bereich damit zu einem zufriedenstellenden ergebniss kommst.
ich würde von dem osmo matt abraten. wachs ist nun mal wachs, und wenn man es aufpoliert, wird es immer leicht glänzen. und aufpolieren tust du es allrine durch die benutzung des bodens...

zum wetter: mir ist nicht klar, warum luftfeuchte einfluss haben soll auf die trockenzeit. die üblichen produkte wie osmo hartwachsöl trocknen erstens durch das ausdiffundieren von lösemitteln und zweitens durch oxidation. beides kann man durch gute belüftung bis zu einem grenzwert beschleunigen ebenso durch eine reaktionsfreundliche, dh hohe temperatur.
inwieweit luftfeuchte da einfluss haben soll, ist mir nicht ersichtlich. aber ich lerne gern dazu, dazu bin ich hier :emoji_grin:
 

morten

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Die meisten natürlichen Hartöle sind lösemittelfrei.
Zwei Beispiele:
1
2,
Man beachte jeweils die Angaben zu "Trockenzeiten". :emoji_wink:

Hersteller wie z.B. Osmo versetzen die Öle mit Sikkativen, (Sikkativ - Wikipedia) die die Trocknung beschleunigen. Dies geschieht durch Oxidation, d.h. es wird nichts abgegeben, sondern Sauerstoff aufgenommen, der zum Aushärten durch Polymerisation führt.

Osmo-Anleitung - auch für den Threadersteller interessant
Die Oxidation ist übrigens der Grund, warum ölgetränkte Lappen zur Selbstentzündung neigen.
 

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Hallo Morten!
Vielen Dank für die Beschreibungen - genau danach habe ich gesucht! Wenn ich drei jetzt vergleiche, ist aber schon das OSMO Produkt das Idiotensicherste, oder? Es klingt jedenfalls besonders einfach zu benutzen!
Dann kaufe ich nämlich das - besonders, weil es auch noch schneller trocknet als die anderen!

mfg
Christian
 

raftinthomas

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aha.
wobei mir zusammenhang nicht klar ist, und ich möchte immer auch wissen, warum.
etwas so ist.
zu den lösmittel:emoji_open_mouth:k, sagen wir verdünner. die sind meistens drin und müssen "weg". volox sagt zu dem thema, das produkt sei "eingestellt", dh im rückschluss, das etwas drin ist.
 

raftinthomas

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hi christan,

ja, meiner erfahrung nach ist osmo das idiotensicherste. wichtig ist vor allem: dünn auftragen !!!
ich würde eine kurzveloursrolle empfehlen.
 

morten

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Thomas, so haargenau kann ich dir das auch nicht erklären, das sind physikalische/chemische Zusammenhänge. Die jeweilige relative Luftfeuchtigkeit wird Einfluss daruaf haben, wieviel Sauerstoff aufgenommen werden kann. Wenn mehr Feuchtigkeit in der Luft ist, wird die Aufnahme möglicherweise erschwert.

@Christian: Ich würde an deiner Stelle einfach ein günstiges Öl nehmen. Hartöl ist ein Naturprodukt und unterscheidet sich nur durch die Zusätze und die Versprechungen der jeweiligen Hersteller :emoji_wink:
Ich glaube nicht, dass du einen Unterschied zwischen Osmo, biopin, kreidezeit, Naturhaus o.ä wirst feststellen können. Ölen ist eine ziemliche einfache Angelegenheit, man braucht nur einige wenige Regeln beachten. Deswegen hatte ich die Osmo-Anleitung verlinkt...
 

raftinthomas

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hey morten,

der unterschied zwischen osmo hartwachsöl und einem beliebigen hartöl ist gigantisch: du musst keine überstände abnehmen ! insofern schon mal idiotensicher, ausserdem ists ein hartWACHSöl, dh du hast automatisch noch eine wachsschicht drauf. auch ein enormer unterschied zum normalen öl.

und zu deiner signatur: da kann man geteilter meinung drüber sein, wir hatten unter https://www.woodworker.de/forum/ab-massivholz-t2432.html schon mal eine kurze diskussion darüber. die würd ivh gern noch mal aufgreifen :emoji_grin:
 

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Verstehe ich nicht!

hey morten,

der unterschied zwischen osmo hartwachsöl und einem beliebigen hartöl ist gigantisch: du musst keine überstände abnehmen ! insofern schon mal idiotensicher, ausserdem ists ein hartWACHSöl, dh du hast automatisch noch eine wachsschicht drauf. auch ein enormer unterschied zum normalen öl.


Wieso soll das Osmo-Oel gegenüber z. B. TripTrap-Oel besser sein? Stehe ebenfalls vor der Entscheidung ein normales Oel oder ein Hartwachsoel zu verwenden für einen Bucheparkettboden.

bin für jede Antwort dankbar!!!!!
 

morten

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Ich bin ein Mensch, der es gerne einfach (und ökologisch) hat. Deshalb bin ich der Meinung, dass viele Produkte reine Marketingmaschen sind. Natürlich ist ein Hartwachsöl eine gute Sache, allerdings sehe ich nicht ein, warum ich das teuere Produkt kaufen soll, wenn die einfache Sache sich teils über Jahrhunderte bewährt hat. Ich verwende meistens Leinöl, welches ich selbst je nach Holzart mit Balsamterpentinöl oder Orangenöl mische. Ich arbeite allerdings auch nur an privaten "Produkten"

und zu deiner signatur: da kann man geteilter meinung drüber sein, wir hatten unter https://www.woodworker.de/forum/ab-massivholz-t2432.html schon mal eine kurze diskussion darüber. die würd ivh gern noch mal aufgreifen :emoji_grin:

Die Bezeichnung "Massivholz" ist ja durchaus geläufig, selbst bei großen Firmen, die es eigentlich wissen müssten. Unser Prof an der Uni hat jedenfalls immer gesagt, das diese Bezeichnung falsch ist. Holz (aufgetrennte Bäume) nennt man Vollholz, alles Andere sind Plattenwerkstoffe oder Furnier.
 

raftinthomas

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Wieso soll das Osmo-Oel gegenüber z. B. TripTrap-Oel besser sein? Stehe ebenfalls vor der Entscheidung ein normales Oel oder ein Hartwachsoel zu verwenden für einen Bucheparkettboden.

bin für jede Antwort dankbar!!!!!

hab ich doch eben geschrieben: du musst keine überstände abnehmen. man muss auch nicht maschinell vertreiben, damit ist der laie schnell überfordert. ausserdem hat es zusätzlich eine wachsschicht als oberfläche.
 

raftinthomas

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@morton: damit wäre ja auch die leimholzplatte kein vollholz mehr, weil nicht mehr nur aufgetrennter baum, sondern verleimt.
 

yoghurt

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@ Thomas und Morten: Ihr wisst schon, wer die Sophistiker waren und von welcher großen Bedeutung diese alten Griechen für das Tischlerhandwerk waren und sind??

Gruß

Heiko
 

morten

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@morten: damit wäre ja auch die leimholzplatte kein vollholz mehr, weil nicht mehr nur aufgetrennter baum, sondern verleimt.

Das habe ich so nicht gesagt. Warum verleimtes Vollholz kein Vollholz mehr sein soll, erschließt sich mir nicht ganz...

...erst wenn die natürliche Faserrichtung verändert wird, spricht man nicht mehr von Vollholz, sondern von Holzwerkstoffen. Diese Terminologie findet man übrigens überall und sie sollte einem Tischler auch geläufig sein...
z.B. http://www.HOLZLEXIKON.de
 

raftinthomas

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wir sind ja jetzt gaaanz leicht vom thema weg :emoji_grin:
zentraler punkt ist doch der: der kunde will (meist), wenn finanziell möglich, keinen spanplattenschrank, sondern etwas massives. das ist aus seiner sicht keine technologische entscheidung, sondern mehr eine emotionale, denn er kennt nur schwarz oder weiss. die zwischentöne sind ihm nicht bekannt, auch nicht ihre vor- oder nachteile. das tsichlerplatte technologisch vorteile gegenüber massivholz besitzt, weiss er nicht, den meissten ist auch nicht klar, was eine tischlerplatte ist.
und genau dort möchte ich ansetzen, genau wie der möbelhandel das mit begriffen "teilmassiv" auch macht. man muss dem kunden einfach auch über eine nomenklatur ein gutes gefühl geben. und plattenwerkstoff ist (auch für uns tischler) in erster linie mal mit spanplatte assoziiert. und damit irgendwie schlecht besetzt.
und es ist einfach mühsam, einem kunden zu erklären, dass eine multiplexplatte ein tolles material ist und das eine tischlerplatte auch nach 150 jahren noch ihre daseinsberechtigung hat.
ich hoffe, ich konnte mein ansinnen halbwegs verständlich rüberbringen.
@yougurt: ich muss gestehen, meine kentnisse der griechischen philosophie sind durchaus eher lückenhaft. aber es gibt ja lexika...zu tischlern hab ich da allerdings auf die schnelle nix gefunden.
 
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