Dampfbiegen / Stuhlbau ?

ChrisOL

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Moin,

nach etwas Abstinenz wird es mal wieder Zeit für die Werkstatt. Seit langem habe ich schon den Stuhlbau aufgeschoben. Die Stühle sollen für den Esstisch sein. Ich möchte gern neue Dinge ausprobieren und scheue auch nicht vor dem Aufwand. Etwas Übermut ist natürlich auch dabei.

Technisch habe ich das Dampfbiegen schon verstanden., Gemacht habe ich es noch nie, eine Vorrichtung müsste ich mir bauen. Einen Dampfreiniger habe ich, damit könnte ich schon was hinbekommen. Eine Form zum Einspannen braucht es auch, ggf auch ein Zugband.

Frage zum Dampfbiegen, das Holz wäre Kirsche, Materialstärke, 25-30mm

a. wie schnell gibt es eine Lernkurve, wie oft brechen die Fasern?
b. wenn das Holz abgekühlt ist, wie stark sind mögliche Rückscherkräfte?
c. wie schnell muss ich nach dem Dampf in der Form sein?

Design, bitte nur als Inspiration verstehen
https://www.carlhansen.com/de-de/dede/shop-kollektion/stuhle/esstischstuhle/ch23
https://www.thosmoser.com/products/the-nypl-branch-chair

Hier sieht man die notwendigen gebogenen Lehnen ganz gut.

Wie oft findet bei euch Dampfbiegen statt?
 

ChrisOL

ww-robinie
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Guuden,

schau mal YouTube nach Thonet,
dort bekommt man einen Eindruck über den Aufwand.
Schichtverleimung wäre meins auch bei diesen Formen.

Schichtverleimen wäre auch was, für den Hansen könnte das was sein, nur für den anderen Stuhl mit der weit gebogenen Lehne würden mich die Schichten stören. Wie stark sollten die Schichten sein. 5mm oder geht mehr?



Ja das ist schon viel Aufwand. Den scheue ich nicht, man muss ja mal was ausprobieren. Im Hobby muss ich meine Stunden ja nicht rechtfertigen.
 

werists

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Frage zum Dampfbiegen, das Holz wäre Kirsche,
Ich war vor Kurzem bei Dictum auf einem Workshop "Holz biegen"
Zu Deinen Fragen, soweit ich es aus dem Kurs mitgenommen habe. Aber Erfahrung habe ich noch nicht.
https://www.woodworker.de/forum/threads/was-wir-jetzt-so-machen.110868/post-1302115

a. Hängt auch stark von der Holzauswahl ab. Mir ist auch ein Übungsstück gerissen, im Riss erkannte man dann ein überwachsenes Aststück. Es lässt sich minimieren aber nicht ganz vermeiden.
b. Auch das hängt vom Holz ab, typische Wert wollte Ernst nicht nennen. Am Besten Probestück machen.
c. Sehr schnell, nach 10 Minuten fing das teilweise schon an zu knistern und zu reißen.
 

agnoeo

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Ich habe mehrere Windsor Stühle gebaut, aber keine mit großen Bögen oder doppelten Biegungen. Aktuell ist noch der "Make a Chair from a Tree" Stuhl in Arbeit, dafür habe ich wieder mal den Dampfer und das PVC Rohr eingesetzt.

a) Das Material das ich verwendet habe war bisher immer frisches Holz oder irgendwann dann luftgetrocknet. Was meine ich einen wesentlichen Unterschied macht ist wenn man das Material nicht sägt sondern spaltet; wenn man beim Stamm anfängt ist das naheliegend. Galbert hat ein Video zum Thema Schnittholz verwenden, z.B.


In seiner kostenpflichtigen Serie hat er auch noch ein ausführliches Video dazu (teaser: https://www.youtube.com/watch?v=70TOnI-gRBA).
Sobald die Fasern aus der Fläche rauslaufen, besonders auf der Aussenseite, hat man ein erhöhtes Risio.

b) einige Pläne berücksichtigen den Rücksprung; wenn man selbst was entwirft, wird man wohl Tests machen müssen; es hängt sicherlich auch von Materialstärke und Holzart ab.

c) hängt vor allem davon ab wie schnell das abkühlt, also wieder Materialstärke und Aussentemperatur; ASAP ist wohl die Devise, selbst bei großen Stärken sollte man nicht trödeln (https://www.instagram.com/holzbiegewerk/)

Bin gespannt, wie es bei dir läuft.

Gruß, David
 

Manohara

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jemandem, der sich damit beschäftigt, ist das vermutlich sowieso klar, aber ein wichtiges Detail ist das Metallband auf der Außenseite des zu biegenden Holzes, damit es mehr gestaucht als gestreckt wird.
Das war meines Wissens nach die entscheidende Erfindung von Michael Thonet, die ihm vermutlich den Vorsprung bei den konkurierenden Herstellern gebracht hat.
In den Filmen, die ich über "Thonet heute" gesehen habe, sieht die Produktion noch fast so aus wie in den Anfängen.
Und noch was, was mich freut: In sehr vielen Filmen aus aktueller Zeit, sieht man Thonet-Möbel irgendwo rum stehen. Filmausstatter wissen halt, was gut ist :emoji_wink:
 

isso

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Holzbiegewerk Winkler ist sehr aktiv auf Instagram. Wenn du das nicht kennst, ich denke da kann man sich einiges abgucken.
 
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Da hast du einen tollen Designklassiker herausgesucht. Gibt es einige schöne Videos auf Youtube zum CH23. Ab 18:20 wird die Schichtverleimung gezeigt. https://www.youtube.com/watch?v=YnlnzEYjwl4 Hab ich mir auch schon überlegt den zu bauen.

Dampfbiegen haben zwei Leute bei uns in der Gemeinschaftswerkstatt getestet. Naja aufwändig und die Ergebnisse waren nicht ganz so gut reproduzierbar. Müsste man bestimmt länger erforschen und optimieren.
 

MukerBude

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@ ChrisOL,

vielleicht hilft dir das ein wenig weiter.

Meine bescheidene Erfahrung mit dem biegen von Gitarren-Zargen.
2,5 mm dünne Bretter mit einer Breite von meist 95 mm.

Entscheidend ist die Wahl des Holzes. Am leichtesten lässt sich wohl Esche biegen.
Das englische Stuhlholz schlecht hin.
Ich benutze es für meine Zarge und erziele als fortgeschrittener Laie sehr gute Erfolge damit.

Einige YouTube Videos, die verschiedene Möglichkeiten des Biegens zeigen.
MHM zeigt - Holz biegen mit Dampf
Horgenglarus biegt richtig dicke Hölzer
Totally Handy – Holz biegen ohne Dampf

Es gibt noch die Möglichkeit das Lignin im Holz mit Chemikalien zu erweichen, aber davon halte ich Abstand.

Das A und O beim biegen ist das Stahlband, (wie Manohara beschrieben hat) auf der Außenseite des Holzes,
das verhindert, das die äußeren Schichten des Holzes reißen .

Es grüßt
 
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