Dachkonstruktion Gartenhütte

Maxe_M

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Hallo zusammen,

es steht ein neues Satteldach für eine Gartenhütte an, jetzt habe ich mir überlegt, was für eine Art Aufbau des Dachstuhls sinnvoll ist. Die Grundmaße der Hütte sind 2,25m x 4m. Das bisherige Dach war sehr einfach aufgebaut, etwa wie in A in den angehängten Varianten, also ohne Firstbalken, die Sparren halten sich paarweise gegenseitig und liegen auf den Wänden auf. Durch einen umgefallenen Baum sind die Dachhälften runtergeklappt, sodass das Dach fast eben ist. Die "historischen" Dachplatten sollen erhalten werden, das schränkt die Dachneigung im neuen Aufbau schon mal ein. Bei 25° sollte die Länge reichen.

Jetzt habe ich mir bereits Gedanken gemacht und bin auf die unten stehenden Varianten gekommen:
A - Wie gehabt, einfacher Aufbau, die Sparren stützen sich durch die Dreiecksform gegenseitig, jedoch verstärken sich die Kräfte durch den geringen Neigungswinkel. Die beiden Wände würden also auseinandergedrückt. Das verhindern dann die Längsbalken (Auflager) und die Deckenkonstruktion der Hütte.
B - Wie A, jedoch mit Latten als Verstärkung. Die Latten können einiges an Zugkraft aufnehmen, abr die Anbindung ist denke ich problematisch, dürfte schon bei kleineren Kräften reißen oder zumindest etwas nachgeben.
C - Einen Horizontalbalken für jedes Sparrenpaar, der die Zugkräfte aufnehmen soll. Problematisch sehe ich dabei die Anbindung der Sparren, da ungünstige Zugkräfte auftreten. [Edit: C sind eigentlich 2 Varianten, einmal noch mit senkrechtem Ständer für jedes Sparrenpaar.]
D - Die Sparren liegen im Firstbereich auf einem Firstbalken, dadurch wirken nur Vertikalkräfte, die Sparrenpaare werden nicht "gespreizt" wie bei den anderen Varianten. Der Firstbalken stützt sich dann beidseitig auf den Stirnwänden ab. Nachteil ist, dass damit das halbe Gewicht des ganzen Daches auf dem Firstbalken liegt und der ja die ganze Länge von 4m Überspannen muss im Gegensatz zu den kurzen Sparren von einem knappen Meter.
--
Wie würdet ihr es machen? Was für Balkenstärken sind sinnvoll?

Danke schonmal!


Dachstuhl2.png
 

civil engineer

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Hier meine Variante über einer Garage mit ca 3 m Breite insgesamt:
Am First eine Überblattung, je links und rechts von den Sparren eine Zange aus einem 20 mm oder zoelligen Brett, ca 12 cm Breite, in dem Fall mit einer Schloßschraube mit dem Sparren verschraubt. Das oben am First ist keine Pfette, sondern ein First Brett. Und den Wind verband nicht vergessen.
 

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Maxe_M

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Danke fürs Zeigen! Die Konstruktion gefällt mir eigentlich gut, nur etwas aufwendiger wie ich eigentlich vor hatte. Hast du nur eine Schlossschraube an jeder Seite verwendet?

Edit: Für den Windverband hätte ich von innen diagonale Latten eingeschraubt.
 

Johannes

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Hallo,
ich würde Variante B etwas abändern und weiter oben Bretter oder Sperrholz annageln oder schrauben. Stichwort ist Nagelbinder.

Es grüßt Johannes
 

Maxe_M

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Mit der Vorlage von @civil engineer und dem Hinweis von @Johannes habe ich jetzt Variante C nochmal überarbeitet, siehe unten (E). Das kurze Holzbrett am First soll mit Faserrichtung horizontal sein, es soll ja vorallem die beiden Sparren miteinander verbinden. An Materialstärken dachte ich an 80x80er Balken und 24x90er Bretter.

Dach3.png
 

Johannes

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Hallo,
ich denke das passt so. Ich würde mir eine Schablone machen und die beiden Sparren liegend miteinander verbinden. Dann kannst du das fertige Sparrenpaar aufs Dach setzen und fixieren.

Es grüßt Johannes
 

Friederich

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Den Kehlbalken würd ich wohl mit Schwalbenschwanz an den Enden in die Sparren einlassen.
 

Maxe_M

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@Johannes , das ist ein guter Hinweis mit der Schablone. Ich wollte sowieso die Elemente vorbereiten, da es an der Hütte keinen Strom gibt. Vielleicht nehm ich einfach das erste fertige Sparrenpaar als Schablone und entferne einseitig die Zange. Dann kann ich jeweils ein Sparrenpaar einfach reinlegen, die halbe Zange auflegen und provisorisch anschrauben. Das Brett oben am First gefällt mir nicht so, habe aber bisher keine bessere Idee.

@Friederich , Der Kehlbalken ist ja als Zange ausgeführt. Wie meinst du das mit Schwalbenschanz an den Enden? Dass der Balken wie ein Puzzlestück von der Seite in den Sparren eingehängt werden kann, oder dass die Zange wie eine Gratleiste auf den Sparren aufgeschoben wird?
 

Friederich

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Dass der Balken wie ein Puzzlestück von der Seite in den Sparren eingehängt werden kann
Das ist wohl das was ich meinte. Die Schwalbe am Kehlbalken wird seitlich in die entsprechende Aussparung am Sparren eingelassen. Der Kehlbalken lasst sich dadurch auch auf Zug belasten. Die Schraube, wie geplant, wird man dann zusätzlich setzen.

Kehlbalken mit Schwalbe
 

Maxe_M

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Danke für das Bild! Ich hatte mir es etwas anders vorgestellt, die Schwalbe ist aber auf jeden Fall sinnvoll, denke ich. Ohne den Mittelpfosten würde es ja nur Zugkräfte auf die Zangen geben, da verhindert die Keilform dann ein Ausziehen. Allerdings wollte ich die ganze Konstruktion eigentlich eher einfach halten. Naja, mal sehen.
In meiner Konstruktion E habe ich noch jeweils eine senkrechte Stütze in der Mitte, um die Zugkräfte zu reduzieren, da ja die Dachneigung sehr flach ist, was zu größeren Zugkräften führt. Jetzt frage ich mich, ob Zangen prinzipiell überhaupt Biegekräfte aufnehmen dürfen (Problem des Verdrehens). Bei dem kleinen Dach wird zwar wohl nichts passieren, aber ich würde trotzdem gerne nicht gegen grundlegende Konstruktionsregeln verstoßen.
 

Maxe_M

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Ich dachte, flache Zangenbretter können keine senkrechten Lasten aufnehmen, sondern nur Zugkräfte, da sich die Bretter bei Querbelastung dann längs der Achse verwinden könnten. Habe jetzt aber im Netz auch Bilder gefunden, wo die Anordnung ähnlich ist, d.h. auch ein senkrechter Balken von einer Doppelzange getragen wird.
 
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