Buchenleimplatte hat sich geworfen

Aloha

ww-esche
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Hallo,

seit einiger Zeit schon habe ich eine Buchenleimplatte (400mm * 400mm) in Bearbeitung, um daraus eine Uhr zu machen.
Vor Monaten schon hatte ich eine kreisförmige Vertiefung herausgefräst für das Zifferblatt, und in die Mitte hatte ich auch schon ein Loch gebohrt für den Teil des Werks an dem die Zeiger fixiert werden.
Die weitere Bearbeitung ist dann mal an der Bestimmung der Tiefe des Ausschnitts an der Hinterseite die das Werk aufnimmt hängen geblieben.

Ich hatte vor mehr als einem Monat die Platte aus der (in meiner Abwesenheit wenig beheizten) Werkstatt ins Haus geholt um die Sache dort weiter zu studieren (wobei es ja eigentlich keine große Sache ist und minimale arithmetische Kenntnisse erfordert :emoji_wink: ).

Gestern dann wollte ich endlich Nägel mit Köpfen machen, und habe die bis dahin ebene Platte in die Werkstatt transportiert, um endlich diesen Ausschnitt herauszufräsen. Dabei ist mir beim Einspannen auf dem Frästisch aufgefallen, dass die Platte sich geworfen hatte und ich musste den Buckel mit der Zwinge auf den Tisch zwingen.
Ich habe die Platte dann umgedreht, um die Ziffern der Uhr hinein zu gravieren, sie an einer Kante fixiert und festgestellt, dass sie so krumm geworden war, dass die gegenüber liegende Kante ganze 15mm über der Platte abstand.

Wie ist es möglich, dass diese doch recht kleine Platte in so kurzer Zeit sich so sehr deformiert hat -Temperatur- und Feuchtigkeitsunterschied wohl!?
Un gibt es eine Möglichkeit, den Buckel wieder wegzukriegen? Da hatte ich z.B. daran gedacht, die hohle Seite anzufeuchten, damit sie sich ausdehnt. Ist das eine Methode?

Mit freundlichen Grüßen
Aloha
 

SebastianThiel

ww-esche
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Die Platte hat sich nur an die Luftfeuchtigkeit im Haus angepasst.
Buche Leimholz neigt dazu, sich stärker zu verziehen.

Wenn du den Verzug dauerhaft beseitigen möchtest, muss die Platte durch den Dickenhobel, per Hand gerade gehobelt werden oder plan gefräst werden.
Dann bitte nicht wieder länger woanders lagern.
 

Aloha

ww-esche
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Naja, ihr definitiver Ort wird nicht in meiner Werkstatt sein, sondern in einem Musikprobesaal, und da gibt es wohl auch Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen, je nachdem ob geprobt wird oder nicht.
An das Planfräsen hatte ich, muß ich zu meiner Schande gestehen, nicht gedacht. Aber das macht ja auch nur Sinn, wenn sie sich nicht weiter verzieht.
 

willyy

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die Platte braucht durchgehend dieselbe Feuchtigkeit um plan zu bleiben. Das schlimmste ist, wenn sie flach irgendwo liegt und einseitig Feuchtigkeit zieht oder austrocknet.
Ist sie in der Wohnung krumm geworden oder erst (gestern?) in der feuchten Werkstatt?
 

IngoS

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Da hatte ich z.B. daran gedacht, die hohle Seite anzufeuchten, damit sie sich ausdehnt. Ist das eine Methode?
Hallo,

Das ist genau falsch Rum gedacht.
Du musst die konvexe Seite trocknen.
Einfach die hohle Seite nach unten auf ein Brett, oder auf den Boden legen. Dann trocknet die andere Seite stärker und deine Platte wird gerade.
Etwas Geduld.

Gruß Ingo
 

Aloha

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Danke für die Ratschläge!
Mir schien, dass sie plan war als ich sie in die Werkstatt transportiert habe, aber auf der anderen Seite kann ich mir aber auch nicht vorstellen, dass sie sich binnen kurzer Zeit so verworfen haben kann.
 

magmog

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Guuden,

Wenn die Luftfeuchtigkeit stärker ändert und die Platte einseitig aufliegt,
dauert ein Werfen nicht lange. Sollte die Uhr später an einer Außenwand hängen,
kann das auch zum Werfen führen. Dann sollte zumindest für ein bisschen Abstand
zum Mauerwerk gesorgt werden. Der Einbau des Uhrwerks muss so erfolgen,
dass die Zeiger auch bei nicht ganz planer Grundplatte noch frei umlaufen können.
 

Stanislavski

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Hab kürzlich ein ähnliches Problem gehabt. Hab die Platte einige Stunden gewässert und anschließend mit Zwingen in Form gebracht. Dann am besten eingezwungen dort (oder ähnlich) trocknen lassen, wo sie dann auch „leben“ soll. Funktioniert natürlich nur, wenn die Verleimregeln stimmen.
 

Aloha

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Zwei Bilder. Bei dem einen sieht man wie sie sich vom Tisch abhebt.
 

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