Beim Verleimen verrutscht - wie verhindert ihr das?

fitter2joiner

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Hallo Gemeinde,

Eigentlich ganz banal - man schämt sich fast zu fragen.
2 gleichgroße Brettchen flächig aufeinander leimen.
Einseitig Weißleim drauf und mit ausreichend Zwingen auf dem Arbeitstisch festgespannt. Wenn man da nichts macht, verrutscht das Obere beim Festzwingen gerne. - Also seitlich und in Längsrichtungen auch noch Zwingen oder Anschläge.

Was aber, wenn das obere Brettchen eine Leiste z.B. 20x20mm ist, das untere aber breier, meinetwegen 100mm - und die Anforderung lautet "außen genau bündig". Und beischleifen oder bündigrfäsen nicht gewollt sind.

Irgendwie muss das Verrutschen doch in den Griff zu kriegen sein.
Das Eine oder Andere ist mir in der Vergangenheit schon eingefallen, aber professionell war das sicher nicht.

Wie gesagt, ich schäme mich fast, so eine banale Frage zu stellen.
Aber wie macht ihr das?
 

SteffenH

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Da gibt es einiges. Manchmal hilft ein Lamello als Positionierhilfe. Die einfachste Methode ist wahrscheinlich, einen kleinen Drahtstift/Nagel einschlagen und knapp abknipsen, so dass 2mm rausgucken. Dann das andere Teil trocken drauf drücken und jetzt hat man beim Verleimen eine Führung, die das schwimmen verhindert. Angeblich gibt es Leute, die Salz oder Zucker auf den Leim streuen, das soll eine ähnliche Wirkung haben, habe ich aber noch nie ausprobiert. Die Kristalle drücken sich ins Holz und wirken rutschhemmend.
 

WinfriedM

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Bei Leisten funktioniert auch: Erstmal nur ganz sanft anzwingen oder andrücken. Nach etwa 2 Minuten hat der Leim typisch schon so angezogen, das man nun auch vorsichtig Zwingen ansetzen kann, die man erstmal sanft anzieht, wieder etwas wartet und dann nochmal nachzieht.

Ich denke, Ärger über wegschwimmende Hölzer hat jeder schon erlebt, ist also keine dumme/banale Frage.
 

ok.58

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Hallo,

ich helfe mir immer mit ganz dünnen Nägeln bei denen ich vorher den Kopf abkneife.
Ich lege mir die Teile erstmal 'trocken' (also ohne Leim) bündig zusammen und schlage zwei Nägel ein. Natürlich nicht bis Anschlag. Nur so weit, daß die gerade so im unteren Holz sitzen. Dann zieh ich das vorsichtig wieder auseinander, Leim drauf und 'steck' die Teile wieder zusammen und dann die Zwingen dran.
Wenn die Nägel bzw. die Löcher später nicht sichtbar sein sollen, schlag ich die nur ins untere Holz ein und lass die dann (ohne Kopf natürlich) 1-2mm rausstehen. Dann Leim dran, das obere Holz passend aufsetzen, andrücken und die Zwingen dran.
Das funktioniert bestens. Da verrutscht nichts mehr.

Mit Salz und Zucker hab ich auch schon experimentiert. Das hat (zumindest bei mir) nicht funktioniert.
 

VoodooChile

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Druckluft Pin-Nagler wäre die Luxuslösung :emoji_wink:
0,59x0,67mm Pins sieht man in Massivholz mit Maserung quasi nicht, können also nachdem der Leim drauf ist auch in einer "guten" Seite eingeschossen werden.
Oder man nimmt extra kurze Pins und schießt sie in die zu verleimende Seite eines der Bretter, Nagler so eingestellt dass die Enden 1-2mm rausstehen.
 

IngoS

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Hallo,

Schrauben, wenn sie denn nicht stören, oder Lamellos sind bei mir wichtige Mittel,
wenn ich die Teile nicht von außen mit Zwingen arretieren kann.

Gruß

Ingo
 

ukunz

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Bei flach aufeinander geleimten Brettern ist das nicht so möglich. aber um typische Platten zu leimen fräse ich jetzt immer einen Leimkamm an den Rand. Seitdem geht es im Scheppach Plano Gestell recht gut mit dem Verleimen. Auch das NAchschleifen hält sich dadurch in Grenzen. Für flache Bretter müsste es aber auch bis zu der Grenzdicke von 14 cm in diesem Gestell recht gut gehen. Ulli
 

ukunz

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P.S. Lamellos sind gut aber immer unsschön weil man bei der Nacharbeit dann doch plötzlich wieder auf sie stösst und sie unschön am Rand aussehen, bei Metall hätte ich BEdenken für mein Werkzeug, da habe ich schon immer wieder mal ein Hobelmesser oder ein Sägeblatt mit einem Schrauben oder NAgelrest gelyncht. Nur wenn es wieder zu entfernen wäre ginge es! Dazu müsste der NAgel dann unten herausschauen - also durch ein Brett ganz durchgehen!
 

Holz-Fritze

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Korpuszwingen verwenden und mit Gefühl anziehen. Klappt mit ein wenig Übung gut.
 

IngoS

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P.S. Lamellos sind gut aber immer unsschön weil man bei der Nacharbeit dann doch plötzlich wieder auf sie stösst und sie unschön am Rand aussehen,
Hallo,

vollkommene Selbstverständlichkeit, dass man die Flachdübel so platziert,
dass sie im fertigen Werkstück liegen.
Bisschen nachdenken muss man halt.

Gruß

Ingo
 

Eulenmacher

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Kurze Zwischenfrage vom interessierten Laien: Wie sieht denn ein angefräster Leimkamm aus? Google zeigt mir nur Bilder von Zahnspachteln, wenn ich danach suche, das kann es aber wohl nicht sein. Ich habe bei ähnlicher Aufgabenstellung auch schon mal einen kleinen Falz angefräst, aber Leimkamm hört sich nicht nach Falz an...
 

Eulenmacher

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Ach so, das ist ein Leimkamm... Ich hatte schon auf einen genialen Ersatz für meine Nägelchen gehofft (siehe Beitrag von ok.5:emoji_sunglasses:. Trotzdem danke für die Aufklärung :emoji_slight_smile:
 

Schreinersein

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Bei 20*20 auf 100*100 exakt positioniert würde ich ja über einen kleine Schablonr nachdenken...
 
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