Balken anlaschen - Dimensionierung ?

ubbut

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Hallo,

bei der Fußbodensanierung im 1. OG unseres Hauses (Baujahr 1905) ist uns Braunfäule an einem der Balken aufgefallen. Die Fäule ist dort, wo der Balken mittig auf einer (tragenden) Wand aufliegt. Die Balkenköpfe selbst sind in Ordnung.
Unser Holzgutachter hat nun empfohlen den Balken vorbeugend zu behandeln und um die befallene Stelle Anlaschungen anzubringen, mit mindestens 1m ausgehend vom Befall.
Der Balken selbst ist 19cm breit und 24 cm hoch. Länge und Position der Innenwand siehe Zeichnung.
Mein Plan ist nun eine beidseitige Anlaschung mit jeweils 10x24 Balken und 2,5m Länge durch Gewindestangen.

Jedoch fehlen mir Erfahrungswerte oder Rechengrundlagen um die Verschraubungen zu dimensionieren. Welcher Durchmesser der Gewindestangen, welcher Abstand und welche Anzahl wäre hier zu empfehlen?

Was die Belastung angeht: Es ist geplant den Fehlboden wieder einzusetzen und mit einer neuen Lehmschüttung (die alte haben wir sicherheitshalber entsorgt) zu füllen. Darauf kommt dann ein schwimmend verlegter Dielenboden.

vielen Dank für eure Einschätzungen und Hilfe
 

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Schreinersein

ww-robinie
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Oh, hatte das heute Mittag nicht abgesendet, meine Frage war die gleiche:
Sind die Rohre neu? Sieht ja so aus, als seinen diese die Ursache für den Gammel, entweder Undichtigkeiten oder Kondensat?
 

ubbut

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Ja, die Heizungsrohre sind neu (ein paar Monate alt) und definitiv nicht die Ursache für den Schaden. Es liefen aber vor über 10 Jahren schon einmal Heizungsrohre hier durch und die sind vermutlich der Grund für den Schaden.

Ich hätte versucht aus neuen Balken oben ein Stück auszuklinken für die Rohre, aber diese höher verlaufen lassen. Zur not kann man diese auch nocheinmal entfernen und neu machen, würde ich aber sehr gerne vermeiden wollen da es nicht leicht ist einen Heizungbauer mit Zeit zu finden.
 

magmog

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Guuden,

obwohl selber Holzwurm, ich würde eher zwei kräftige L-Profile aus Stahl, die unter den Balken greifen, gegeneinader verschrauben.
Im Bereich des Auflagers auf der Mauer die Fußlasche des L abflexen.
 
Zuletzt bearbeitet:

ubbut

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Hi, ich hatte auch ursprünglich an zwei Stahl U-Profile gedacht, aber der Holzgutachter meine er würde eher Holz empfehlen. Aber auch bei Stahl müsste ich ja wissen, wie ich das dimensioniere.

Zurück zum Thema:

Nehmen wir mal an, ich kann die Heizungsrohe temporär entfernen (sie führen momentan noch kein Wasser).
Wie kann ich die seitlichen Anlaschungen (Holz oder Stahl) korrekt dimensionieren? Welcher Gewindestangendurchemsser und welchen Abstand?

vielen Dank
 

Küstenharry

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Wie sieht der dicke Deckenbalken in der Gesamtkonstruktion aus?
Sicher, schöner wäre es,wenn die Rohre später wieder eingebaut werden würden.
Diese liegen wohl im oberen drittel auf dem Auflagerpunkt.
12 mm Gewindestangen alle 50 cm.
ich würde aber wohl 8x 200 er Holzbauschrauben nehmen.
8x 24 KVH Balken von oben mit der Kettensäge ausgenommen.
Unter den Rohren hochgekantet.
Mess mal den Abstand von Unterkante Rohr bis Unterkante Balken.?
 

ubbut

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Danke :emoji_slight_smile:
Wie sieht der dicke Deckenbalken in der Gesamtkonstruktion aus?
was meinst du mit Gesamtkonstruktion?

Mess mal den Abstand von Unterkante Rohr bis Unterkante Balken.?
Rohre sind 17cm von der Unterkante entfernt. Ich könnte mir aber vorstellen, dass ich diese vorsichtig etwas nach oben verlege, damit man bei den neuen Balken nicht so viel ausklinken muss. Oder ich lasse die Rohre eben doch nocheinmal erneuern (seufz, aber was sein muss, muss sein).

Ich würde aber wohl 8x 200 er Holzbauschrauben nehmen.
Gibt es da einen bestimmten Grund, oder ist das einfach eine persönliche Bevorzugung?

vielen Dank
 

MarcBerlin

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Erst einmal zu den Rohren: Die müssen selbstverständlich wieder weg. Und die dürfen auch nur in der "neutralen Faser" verlegt werden, wo der Balken und auch die Laschen weder Druck- noch Zugspannung aufnehmen. Sonst schwächen sie die tragenden Elemente.

Um sicher zu sein, nimmt man für die Laschen den gleichen Querschnitt wie den Balken. In der Breite also jeweils die Hälfte, da ja 2 Stück. Also 12/24. Wichtig ist, die Laschen auf ausreichender Länge am gesunden Teil des Balkens zu befestigen. Rein gefühlsmäßig würde ich sagen mindestens 1,5m. Dann noch die Dimensionierung der Befestigungsmittel wichtig. Kann man entweder klassisch mit Gewindestangen plus Gekas oder Bulldogs machen oder mit VG Schrauben.

Aber bitte: für all diese Zahlen brauchst Du wirklich einen Statiker oder einen Zimmermann, der das alles mal kurz durch sein Programm jagt! Das kann Dir das Forum nicht abnehmen. Das kostet auch nicht die Welt. Gönn es Dir, und sei es nur aus rechtlichen Gründen.

Wichtige rechtliche Frage: Das ganze Haus gehört schon Dir, oder? Also es handelt sich nicht um eine Eigentumswohnung?
 

wildsau11

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Zusätzlich solltest Du noch eine Mauerwerkssperre unter deinen Balken legen. Dies würde ich auch an den anderen Balken der Balkenlage kontrollieren.
 

Küstenharry

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Jep. Und die Bohrungen sind ja schon vorhanden im Bereich des Auflagers und liegen etwas höher . Also so lassen und den Träger nicht weiter schwächen.
 

wildsau11

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Auf ner Innenwand? Wofür? Bitte um Erklärung
Weil ich bei jedem Auflager eines Holzbalkens auf Mauerwerk oder Beton eine Mauerwerksperre einbaue. Auch bei Innenwänden.
Wenn der Holzbalken nur am Auflager faul ist, dann ist aufgrund der Kapillarwirkung im Mauerwerk Feuchtigkeit aufgestiegen, die Auswirkung sieht man dann am Holzbalken.
 

Schreinersein

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Auch die Übergänge zwischen Fugenmörtel und Ziegelstein in Ziegelmauerwerk wirken hemmend auf den kapillaren Aufstieg, weshalb Bodenfeuchte in Ziegelmauern in der Regel meist nicht höher als 7 bis 10 Ziegelschichten[1] und teilweise nur weniger als 20 cm aufsteigt.[2]
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Aufsteigende_Feuchte

Ich halte kapilares Waser an der Stelle für extrem unwahrscheinlich. Entweder waren das defekte im Rohr oder Kondensat
 

werists

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Weil ich bei jedem Auflager eines Holzbalkens auf Mauerwerk oder Beton eine Mauerwerksperre einbaue. Auch bei Innenwänden.
Wenn der Holzbalken nur am Auflager faul ist, dann ist aufgrund der Kapillarwirkung im Mauerwerk Feuchtigkeit aufgestiegen, die Auswirkung sieht man dann am Holzbalken.
Sieh Beitrag #6, es waren wohl eher die alten Heizungsrohre
 

Lallumper

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Für die Dimensionierung kann dir ein Forum keine verbindlichen Informationen geben. Ich kann dir sagen, wie ich es rechnen würde, aber an deiner Stelle würde ich darauf nicht alleine vertrauen :emoji_wink:

Ich würde erst berechnen, welche Querkraft der Balken maximal übertragen kann (F_C). Diese Querkraft muss dann über die angelaschten Balken übertragen werden können. Wenn die Balken an den Positionen A und B über Gewindestangen angelascht werden und an Position C die maximale Querkraft in das Mauerwerk eingeleitet wird, lassen sich die Lagerkräfte F_A und F_B berechnen. Mit Beispielwerten kommen da etwa 60 kN je Scherfuge raus. Laut Datenblatt von Würth übertragen deren Scheibendübel (115 mm, C10) 30 kN Querkraft. Das würde bedeuten, dass die Verbindung B mit zwei anstatt einer Gewindestange mit Scheibendübel ausgeführt werden müsste.



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Küstenharry

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Die Scheibendübel bringen aber wenig in dem morschen Holz im Aussenbereich. Vollgewindeholzbauschrauben?
 

Lallumper

ww-birnbaum
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Die Scheibendübel bringen aber wenig in dem morschen Holz im Aussenbereich. Vollgewindeholzbauschrauben?
Die Idee wäre es, die Verbindung B ausreichend weit weg vom morschen Bereich zu setzen. In der Beispielrechnung ist B 200 mm von der Mauermitte (C) entfernt. Falls es da noch morsch ist, müsste man noch weiter weg gehen.

Wenn Holzschrauben, dann würde ich ohne Vollgewinde machen, damit der Schubquerschnitt in der Scherfuge nicht durch das Gewinde geschwächt wird. Bei einer Tragfähigkeit von ca 2.2 kN je Nagel (D=6) braucht es da aber etwa 27 Nägel je Scherfuge.
 

ubbut

ww-pappel
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Danke für die Antworten

Also man würde die Verschraubungen natürlich weit entfernt von der morschen Stelle platzieren, klar.
Sehr Interessant die Berechnung und das Ergebnis. Müsste man denn tatsächlich zwei Verschraubungen an Punkt B anbringen, oder könnte man auch eine weitere zwischen A und B plazieren?
Ich frage, weil das so ein (ehemaliger) Zimmermann vorgeschlagen hat, allerdings ohne zu berechnen.
In dieser Version hätte man 2x 5m lange Balken um genügend Abstand zu gewährleisten und dann jeweils 3 Verschraubungen mit 12mm + Scheibendübel auf jeder Seite.
 

Timer

ww-esche
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Wenn Holzschrauben, dann würde ich ohne Vollgewinde machen, damit der Schubquerschnitt in der Scherfuge nicht durch das Gewinde geschwächt wird. Bei einer Tragfähigkeit von ca 2.2 kN je Nagel (D=6) braucht es da aber etwa 27 Nägel je Scherfuge.
Vollgewindeschrauben für diese Art Anwendung werden ja nicht orthogonal zum Balken gesetzt sondern schräg über Kreuz. Trägt deutlich mehr aber ist komplexer zu rechnen da teils Scher-, teils Zugbelastung.
 

brubu

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Bin kein Statiker aber Bauschrauben im Holzbau fangen bei uns eher bei 16 oder 14mm an, 12mm und damit Bulldog o.ä. einpressen dürfte etwas streng werden.
 
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