Badmöbel selber bauen (DIY vs. Fertigkauf): Wirtschaftlich sinnvoll oder reines Hobby?

maig8370

ww-pappel
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Hallo zusammen,
wir planen aktuell unser neues Badezimmer und ich stehe vor einer spannenden Frage, bei der ich sehr auf eure Erfahrungen und Ideen gespannt bin! Ich versuche gerade herauszufinden, ob sich der Selbermacher-Aufwand bei unseren konkreten Eckdaten finanziell überhaupt noch lohnt – oder ob das am Ende eher ein schönes Hobbyprojekt ist.
Zu mir & meiner Werkstatt: Ich bin handwerklich recht gut ausgestattet und bringe einiges an Erfahrung mit. In meiner Werkstatt stehen unter anderem:
  • Hammer B3L Formatkreissäge mit Fräse
  • Hammer A3 41 Abricht- und Dickenhobelmaschine
  • Mafell DDF 40 Duodübler
  • DeWalt Flachdübelfräse
  • Mehrere Handoberfräsen und entsprechendes Handwerkzeug
In der Vergangenheit habe ich schon eine Stube aus 3S-Platten und Fichte-Massivholz gebaut sowie ein Schlafzimmer mit Bett und Garderobe aus belegten Dekorspanplatten umgesetzt. Das Werkzeug steht also bereit und Know-how ist da.
Das Projekt: Geplant ist ein Badmöbel-Set mit folgenden Teilen:
  • Doppelwaschtisch (1,50 m breit) mit Waschtischunterschrank (4 Schubladen)
  • Spiegelschrank (1,50 m breit)
  • Hochschrank (ca. 1,70 m hoch, ca. 0,40 m breit)
Aktuell vergleiche ich zwei Varianten:

Variante 1: Eigenleistung / Teil-DIY​

  • Waschtisch: Doppelwaschbecken aus Mineralguss (1,50 m) kaufen → ca. 600 €
  • Spiegelschrank: 1,50 m breit, fertig kaufen (inkl. Beleuchtung und Elektrik, da im Teilekauf kaum günstiger zu machen) → ca. 750 €
  • Material: Platten für Korpusse und Fronten inkl. Zuschnitt und Kanten bearbeiten lassen → ca. 700 €
  • Eigenleistung:
    • Detailplanung und Materialbestellung
    • Korpusse für Waschtischunterschrank und Hochschrank zusammenbauen und verbinden
    • 4 Schubladenboxen bauen, Beschläge montieren und einstellen
    • Hochschrank fertigen und aufstellen
  • Gesamtkosten Material: ca. 2.100 € – 2.300 € (ohne meine Arbeitszeit)

Variante 2: Komplett fertig kaufen​

  • Ein Online-Hersteller aus Deutschland (baut die Möbel selber in DE) würde das Komplettset exakt nach unseren Wunschmaßen aus Egger Dekorspanplatten fertigen.( Korps matt schwarz und Fronten in Halifax Eiche)
  • Gesamtkosten: ca. 2.300 € (zzgl. Versand)
Meine Fragen an die Runde: Wenn ich mir die reinen Zahlen ansehe, liege ich beim reinen Materialeinkauf für den Selbstbau fast gleichauf mit der Komplettlösung vom Hersteller – die ganze Arbeitszeit für Planung, Bau und Feineinstellung kommt bei mir noch obendrauf.
Wie seht ihr das unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten? Lohnt sich der Selbstbau bei Standard-Materialien wie Dekorspanplatten eurer Meinung nach überhaupt noch?
Ich bin extrem dankbar für eure Einschätzungen, Tipps oder auch ganz andere Ideen, an die ich vielleicht noch gar nicht gedacht habe!
Vielen Dank schon mal fürs Mitdenken und liebe Grüße!
 

Roterbischof

ww-robinie
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Hallo, mit dem Kauf deiner Werkstatt, hast du ja eine Entscheidung getroffen und wenn man so deine Maschineliste liest recht viel Geld investiert. Was ist rentabel , was nicht. Es gibt Firmen wie knoll die sehr hochpreisig produzieren, vergleichbares wird es für gute hotels auch im Bad Bereich geben, hier kannst du gewinnbringend nachbauen. Wenn du irgendein allerseits badschrank kopierst. Wirst du für die Materialien das bezahlen , wofür du bei den üblichen verdächtigen alles fertig bekommst. Das sind die zwei extreme zwischen denen wir uns alle bewegen, jetzt musst du wissen, was du willst. Willst du mehr allerseits Kram, fertig kaufen, willst du mehr in Richtung top Bundesliga , wird es rentabel. Mfg viel Spaß
 

carsten

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Hallo

ich hab nur mal bis Zeile 11 gelesen ( Aufzählung der Maschinen und Werkzeuge).
Für was hast du so einen Maschinenpark angeschafft um jetzt ein eigentlich relativ einfaches Möbel einfach zu kaufen.
Ja 08/15 einfach kaufen wird günstiger. Aber selber bauen kannst du echt individuell auf dich bzw euch zugeschnitten bauen. Kleine Detaillösungen die es so nicht zu kaufen gibt, passend auf den mm, angepasst an die schiefe Ecke. Stell doch mal deine erste Planung ein. Ein Spiegelschrank für 750 € da sehe ich im Eigenbau schon Einsparpotential. Und schreib auch mal dazu aus welcher Ecke du kommst.
 

holzer1998

ww-robinie
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Der Fertigpreis kommt mir recht günstig vor. Welcher Anbieter ist das, my Spiegel?

Ansonsten kann ich mich Carsten nur anschließen. Du hast im Eigenbau sicherlich die Chance noch wesentlich individueller Auf eure Bedürfnisse einzugehen. Auf der anderen Seite musst du je nachdem wie geübt du bist auch mit Mehraufwand rechnen, weil nicht alles auf das erste Mal klappt.

Aber auch ich würde mal mit der Planung anfangen und dann entscheiden, ob du es dir zutraust, bzw. dir punktuell Hilfe dazunehmen. Z.B. beim Bekanten.
 

TomfromMuc

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Kann mich den Vorrednern nur anschließen: warum schafft man sich das an, um dann fertig zu kaufen? Und selbst, wenn Selbstbau nicht günstiger ist, hat man hinterher doch viel mehr Freude daran und Spaß beim Arbeiten. Mein Maschinenpark ist ähnlich und ich bin auch nur Hobbybastler. Beiliegend ein Foto meiner Badmöbel, vielleicht hilft es bei der Entscheidung.
Viel Erfolg beim Projekt, VG Tom
 

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dsdommi

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Nicht zu vergessen dass man ja durch den Eigenbau viel lernen kann.
Ich habe gerade einen kleinen Schrank fürs Bad gebaut und einige Fehler gemacht die ich beim nächsten mal nicht mehr mache wie ich hoffe. Wir können mit den Fehlern leben.
War mein erstes Möbelstück und meine erste Schwalbenschwanz Verbindung
Ist weit weg von perfekt, aber fürs erste für uns ok.
Ich stelle trotzdem mal ein Bild ein :emoji_sunglasses:
Esche Vollholz mit durchgehender Lamelle
 

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Ikeabana

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Mal ganz ketzerisch: Wenn Du die Maschinen verkaufst, könntest Du das Bad möblieren und noch in den Urlaub fahren.

bei den meisten wird es so sein, dass man nicht alles selber machen kann, denn die eigene Zeit ist begrenzt und meistens gibt es bei ähnlich gelagerten Projekten einen gewissen Fertigstellungsdruck. Die aufgezählten Badmöbel sind nicht komplex und bergen wenig Gefahr sich zeitlich zu verkalkulieren. Das wäre eine Aufgabe, die ich vermutlich selber umsetzen würde. Bei mir ist es so, dass die Liste der Aufgaben immer zu lang ist. Ich muss Dinge in professionelle Hände geben. Also wähle ich die DIY Projekte nach anderen Kriterien als der Wirtschaftlichkeit aus. Entweder schwebt mir etwas vor, dass ein Profi nur widerwillig oder mit großem Aufwand umsetzen kann oder ich habe einfach Bock auf die Aufgabe. Manchmal wähle ich auch besondere Materialien statt Fremdlohn zu bezahlen. Oder oder
 

Alceste

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Wenn du da keinen Bock drauf hast, keine Zeit zu hast oder bestimmte Teile der Aufgaben zu kniffelig für deine Ausstattung sind (Kanten fürs Bad sind nicht ohne) dann gebs außer Haus. Diese Faktoren sind unabhängig vom Maschinenpark, denn der macht die Arbeit nicht sondern hilft dabei nur. Die Maschinen werden auch nicht besser oder schlechter davon, dass du dir das jetzt aufbrummst und ein suboptimales Ergebnis hinstellst oder frustriert bist, weil du in deiner Freizeit lieber was anders tun möchtest oder deine Frau dich zusammenstaucht weil sie lieber was von dir hätte als dass du deine Sägeblätter an eingegossenen Minifixverbindern in der Spanplatte ruinierst. Ich schweiß mir ja auch kein Winkelprofil aus Flachmaterial zusammen, wenn ich mir auch einfach ein Winkelprofil kaufen kann, nur weil ich mir ein Schweißgerät für teuer Geld gekauft habe. Man lebt nur einmal!
 

Dietrich

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Hallo,

Spanplatten waren vor 35 Jahren der Grund mit dem Holzhobby zu beginnen und Spanplatte kommt mir bis heute keine in die Werkstatt.
Du bezahlst als Hobbyist 20-50 mal soviel für den Spanplattendr... wie die Möbelindustrie, von daher kann man deren Preis nicht einhalten.
Vergleiche mit Vollholzmöbel und Du bist vielfach im grünen Bereich, Ausnahme hiervon sind von der Industrie durchrationalisierte Fertigungen wie bspw. Hobelbänke, Fenster u. Türen, hier hält die Industrie extrem teure Maschinenparks vor die eine schnelle Schrittfolge erlauben.
Sjöbergs Hobelbänke in Schweden, wo ich 2008 zu Besuch war fertigt Hobelbänke im 20 min Takt also etwa 300mal schneller als der normale Hobbyist:emoji_slight_smile:

Gruß Dietrich
 

maig8370

ww-pappel
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Hallo zusammen,

vielen Dank für die vielen ehrlichen Rückmeldungen und Denkanstöße! Das hilft mir extrem weiter, meine eigenen Gedankengänge zu sortieren.

Kurz vorab zur Frage von Carsten: Ich komme aus Tirol.

Ihr habt den Nagel auf den Kopf getroffen: Wenn es am Ende nur darum geht, belegte Dekorspanplatten (Halifax Eiche / Matt Schwarz) in Standardformate zu bringen und zusammenzufügen, legt man als Heimwerker beim Materialeinkauf im Einzel-/Zuschnittshandel fast genauso viel hin wie der Industrie-Hersteller für das fertige Möbel verlangt. Rein wirtschaftlich lohnt sich der reine „Nachbau“ von Standard-Spanplattenmöbeln also tatsächlich nicht.

Warum ich den Maschinenpark habe und trotzdem frage? Weil meine bisherigen Lieblingsprojekte (wie eine Stube aus 3S-Platten und Fichte-Massivholz) genau das waren: individuelle Projekte mit Echtholz, bei denen das Selberbauen nicht nur preislich im Vergleich zu einer Schreinerarbeit unschlagbar ist, sondern auch richtig Spaß macht.

Ich sehe nach euren Beiträgen im Wesentlichen zwei Wege für mich:

  1. Komplettset bestellen: Wenn wir wirklich bei der schlichten Dekorspan-Optik bleiben wollen, gebe ich das Projekt ab. Die Zeit in der Werkstatt investiere ich dann lieber in ein Projekt, bei dem Massivholz oder 3S-Platten zum Einsatz kommen und meine Maschinen (Abrichte, Tischfräse) auch wirklich gefordert werden. Zudem habe ich beim Fertigkauf durch die industrielle PUR-Kantenverleimung im Bad eine Sorge weniger bezüglich Feuchtigkeit.
  2. Umplanen auf echtes Holz / Individuallösung: Wenn ich es selber mache, dann richtig – zum Beispiel mit gebürsteter Fichte/Eiche oder hochwertigen Dreischichtplatten, kombiniert mit maßgeschneiderten Details (z. B. eingepasste Nischenlösungen oder spezielle Aussparungen), die es so gar nicht von der Stange gibt. Dann stimmt die Rechnung bezüglich Wertigkeit und Eigenleistung sofort wieder.
Ich werde mich nochmal mit meiner Frau zusammensetzen und die Planung anpassen. Entweder wird es die bequeme Bestellung für das Standard-Dekor – oder ich nutze die Werkstatt für ein echtes Unikat fürs Bad.

Danke euch für den Reality-Check und die Inspirationen!

Liebe Grüße aus Tirol,

Günter
 
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