Anschlag einer Kappsäge "begradigen"

Djslimer

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Hi,

ich fürchte, der Anschlag (Aluminium) meiner Kapp- und Gehrungssäge (Metabos KGSV 216) ist nicht ganz gerade (Bilder unten - ist aber schlecht zu sehen) und überlege gerade, ob ich das "Abrichten" kann.

Symptomatik: Ein Lineal, das ich anlege, wackelt leicht. Wenn ich das Lineal nur jeweils an einer Backe des Anschlag anlege, scheint diese gerade zu sein.

Daher vermute ich, dass die beiden Backen des Anschlags nicht ganz in Flucht sind, es scheint, dass die rechte minimal weiter vorne ist
Ggfs. ist es aber auch nur eine kleine Nase auf einer Backe.
Es scheint auch, dass der Anschlag leicht gekippt ist. Ein Winkelmesser zeigt 89,4° an. Das kann aber auch an einem 3D-Druckteil liegen, dass ich unter den Anschlag geschraubt habe. Das prüfe ich noch, kann ich aber notfalls auch anderweitig begradigen.

Meine Idee ist, die Backen vom Anschlag entweder plan zu schleifen (manuell, oder mit einem Bandschleifer), oder mit einem geeigneten Fräser am Frästisch plan zu fräsen. Ich habe eine Triton 2400W Oberfräse.

Habt ihr andere Ideen?
Könnt ihr mir einen Fräser empfehlen, der auch Aluminium fräsen kann?
Was muss ich beim Aluminiumfräsen beachten?

Anrufe bei Schlossereien ergaben, dass die keinen Bandschleifer der groß genug ist, oder nicht mit Aluminium umgehen können / wollen.
Auch paar Metallbauer haben abgesagt, hauptsächlich weil die kein Aluminium verarbeiten können.

Lineal über beide Backen 20260214_161708_small-4.jpg
Linke Backe aussen
20260214_161708_small-3.jpg Linke Backe innen 20260214_161708_small-2.jpg Rechte Backe innen 20260214_161708_small-0.jpg Rechte Backe aussen
Lineal nur linke Seite 20260214_161708_small-6.jpg
Linke Backe aussen
20260214_161708_small-5.jpg
Linke Backe innen
Ansichten der "Flucht" 20260214_161708_small-7.jpg
Flucht von linkssa
20260214_161708_small-8.jpg
Flucht von rechts


Beim Bild "Linke Backe aussen" sieht man einen leichten Spalt im Vergleich zu "Rechte Backe aussen".
In der zweiten Zeile meine ich keinen Spalt zu sehen, was gegen eine "Nase" sprechen würde.
In der Zeile 3 meine ich, einen leichten Versatz der beiden Backen sehen zu können.
 

Alceste

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Ich würde von einer spanenden Bearbeitung absehen: Das Material ist recht dünn, du weißt nicht wie gut sich das zerspanen lässt. Das Risiko ist recht hoch, dass das nix wird. Außerdem wird das vermutlich recht witzig zu spannen, weil nur eine Seite plan ist.
Wäre das meine Säge, würde ich mir ein Stück beschichtetes MDF nehmen und vor den Anschlag schrauben (wenn ich das richtig begriffen habe, hat der Anschlag ja noch einen oberen Teil mit Löchern, die wohl genau dafür gedacht sind; wenn nicht Doppelseitiges Klebeband). Dann nochmal prüfen, ob das Ding gerade ist und wenn nicht entsprechend mit Fühlerlehrenblatt oder Klebeband unterfüttern.

PS: Hast du auch geprüft ob dein Messmittel selbst gerade ist?
 

kberg10

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Das scheint wohl ein allgemeines Problem der Kappsägen zu sein. Mal schnell auf der Baustelle einen Keil schneiden und schon bekommt der Anschlag einen ordentlichen Schlag. Was ich damit sagen will, es ist kein Gerät welches auf Dauer für präzises Schneiden ausgelegt ist. Wohl aber sehr praktisch und transportable. Wenn, dann sollten sich die Hersteller was einfallen lassen, bräuchte halt was Widerstandsfähiges in verstärkter Ausführung, wo ein Wille da ein Weg. Inzwischen baue ich mir so manche Vorrichtung selber.
 

fried.chycken

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Ein Freund hat die auch, am Ende half nur Anschlag erneuern, beim Versuch zu richten ist er nämlich gebrochen. Kostenpunkt um die 40€.
 

depitter

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wie sind denn die Schnittergebnisse deiner Säge? Wenn die für Dich in Ordnung sind, ist doch alles gut.
Wenn nicht, würde ich mal schauen ob sich da irgendetwas einstellen lässt, beim abschleifen oder abfräsen wäre ich raus, dass wird das möglicherweise noch verschlechtern.
Die Metabo ist ja auch eher eine preiswerte Kappsäge, da muss man ja auch gewisse Abstriche in Kauf nehmen und letztendlich sind wir in der Holzverarbeitung und nicht im Metallbau.
So manches Stück Holz wird sich alleine durch das absägen mehr verdrehen als Dein Anschlag verschulden kann.
 
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petertenor

ww-ahorn
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Ich hatte mit einer Metabo-Kappsäge dasselbe Problem.

Der Versuch, den Anschlag gerade einzustellen scheiterte, da nach jedwedem Versuch (es waren viele) immer wieder ein anderes unstimmiges Ergebnis erfolgte. Ich konnte ihn ihn einfach nicht gerade zwingen, weil die Spannung in ihm zu groß war.

Letztlich habe ich das Teil verkauft.
 

Fastdarkness

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Sorry, Kapp und Zugsäge sind nicht wirklich ein Präzisionswerkzeug.
Bevor ich da Zeit und Geld in eine etwaige Feineinstellung investiere, länge ich ein Stück länger ab und nutze eine Stoßlade.
Ich habe auch die 216, beim Renovieren/Restaurieren um Dielen abzulängen, nen Vierkant zu schneiden usw ist die Klasse. Aber kein Präzisionswerkzeug wie meine TKS/FKS.
 

depitter

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ohne jetzt als Fanboy da zu stehen, ich habe mit meiner Festool 120 auch keine Probleme exakte Schnitte zu machen, auch meine Makita 1219 ist sehr genau, die Festool vielleicht noch ein wenig besser aber beide allemale genau genug.
 

carsten

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Hallo

richtig genau genug (für Holz).
Hab jahrelang mit einer ELU PS174 (die Mutter aller Kappsägen) gearbeitet. Hab irgendwann mal festgestellt dass die Anschläge gaaaaaaaaaaaaaaaaanz leicht V förmig zueinander stehen. Ist weder mir noch einem anderen Kollegen je aufgefallen.
Und wir hatten ne Menge Montagen. Da wurde selten bis nie an irgendeiner Maschine was nachgemessen.
 

Martin45

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Auf wieviel Nanometer oder Tausendstel genau möchtest du denn dein Holz sägen?
Das ist ne Kappsäge, nichtmals obere Preisklasse, da ist das bisschen doch völlig egal bzw. nicht anders zu erwarten.
 

Dietrich

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Hallo,

klar verhaut es einem mal den Kappanschlag, ich lege dann ein Keilstahl 30x80mm von 1400mm Länge, zwinge den links an den festen Anschlag, richte den tiefenverstellbaren Anschlag rechts danach aus, löse die 4 Inbusschrauben der Anschläge der KGS 1670 (Bj 1994 Erstbesitz), drücke sie an den Keilstahl und zieh die Schrauben an. Danach die 90° Stellung vom Teller mit einem Probeschnitt überprüfen.

Gruß Dietrich
 

Djslimer

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wie sind denn die Schnittergebnisse deiner Säge? Wenn die für Dich in Ordnung sind, ist doch alles gut.
Wenn nicht, würde ich mal schauen ob sich da irgendetwas einstellen lässt, beim abschleifen oder abfräsen wäre ich raus, dass wird das möglicherweise noch verschlechtern.
Die Metabo ist ja auch eher eine preiswerte Kappsäge, da muss man ja auch gewisse Abstriche in Kauf nehmen und letztendlich sind wir in der Holzverarbeitung und nicht im Metallbau.
So manches Stück Holz wird sich alleine durch das absägen mehr verdrehen als Dein Anschlag verschulden kann.
Die Schnitte sind nicht wirklich winklig. Ich versuche gerade mit Teilen aus m 3D Drucker, die Absaugung zu bändigen, von daher musste ich die Säge eh neu einstellen.
Eingestellt habe ich die Neigung vom Sägeblatt und den Anschlag zum Sägeblatt, dabei ist mir das Kibbeln entdeckt.
Meine Messmittel sollten passen, für 90°
habe ich Winkel der Klasse I und 0.
Das Kibbeln habe ich mit mehreren linealen nachvollziehen können.
Für die 5 Schnittmethode hatte ich aktuell noch keine Zeit.
Alternativ überlege ich gerade, aus Aluprofilen einen eigenen Anschlag zu basteln.
 

Alceste

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Ich halte das Kippeln nicht für einen Genauigkeitsfetisch sondern auch für sicherheitsrelevant. Du könntest auch ein Stück plangefräste / geschliffene Stahlplatte vor den Anschlag schrauben und einmalig ausrichten wie ich das beschrieben habe. Hier gibts ja einige (z.B. Claus) die dir sowas für eine Aufwandsentschädigung sicherlich gerne Anfertigen.
 

rafikus

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Dann gebe ich jetzt auch meinen Senf dazu.
Mit meiner Schwarzbach SZK 200 kann ich auch präzise sägen, und die trägt keine schwarz-grüne Farben.
 

Johannes

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Ich halte das Kippeln nicht für einen Genauigkeitsfetisch sondern auch für sicherheitsrelevant. Du könntest auch ein Stück plangefräste / geschliffene Stahlplatte vor den Anschlag schrauben und einmalig ausrichten wie ich das beschrieben habe. Hier gibts ja einige (z.B. Claus) die dir sowas für eine Aufwandsentschädigung sicherlich gerne Anfertigen.
Hallo,
Stahl würde ich da nicht einsetzen. Eher 9mm MDF auf den Anschlag kleben und das dann einebnen.

Es grüßt Johannes
 

Alceste

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Ich halte rohes MDF von dem du die Decklage entfernt hast für so empfindlich, dass du das abreibst wenn du da Holz dran drückst oder entlang schiebst, was soweit mit bekannt der vorgesehene Einsatzzweck eines solchen anschlagen wäre.
 

Djslimer

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Ich würde von einer spanenden Bearbeitung absehen: Das Material ist recht dünn, du weißt nicht wie gut sich das zerspanen lässt.
Im idealfall würde ich ja max 1mm abtragen. Die Backe an der stelle müsste 3 mm haben.
Von (selbst) Abichten haltet ihr aber anscheinend nichts.
Der Tisch der Säge hat für die Befestigung des Anschlags insgesamt 4 Schraubpunkte.
Einen neuen Anschlag selber bauen und daran befestigen.
Was haltet ihr davon?
Bzgl. Zurechtbiegen bin ich skeptisch. Die beiden Backen sind über einen recht massiven Halbbogen verbunden. Ggfs. Das auftrennen, damit ich beide unabhängig von einander einstellen kann?
 

Alceste

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Das Problem ist, dass du nicht weißt, was für ein Material das ist und wie es sich verhält wenn du da anfängst was abzutragen. Wenn das z.B. Alu ist, dann hast du am Ende vermutlich ne Oberfläche die aufs Holz abfärbst. Über Verzug nach dem Abnehmen von Material ganz zu schweigen.
Einen neuen Anschlag selber bauen und daran befestigen.
Was haltet ihr davon?
Wie gesagt: Ich würde da irgend ein Material nehmen und am Anschlag befestigen. Dann prüfen obs noch schepp ist. Anschließend abnehmen entsprechend unterfüttern und dann wieder fest machen und nie wieder anfassen. Das ist ein minimaler Eingriff, der zum Ziel führt. Wie ich glaube ich schon gesagt habe, hab ich das genauso bei meiner Graule gemacht das funktioniert prima und wenn du einen Holzwerkstoff nimmst (z.B. beschichtetes MDF) bekommst du am Ende auch eine Art zero Clearence Anschlag, der gegen Ausrisse schützt, wenn das Blatt aus dem Material austritt.
Natürlich kannst du die ganze Säge neu konstruieren, die Frage ist nur ob sich das rentiert. Ich würde die minimalinvasivste Variante wählen und das ist die, die ich vorgeschlagen habe. So kann man die Säge auch irgendwann wieder verkaufen.

PS: Wenn du willst kannst du auf dem Vorsatzanschlag dann noch ne T-nutenschiene befestigen, um einen Anschlagreiter zu nutzen. Aber bedenke, wenn du den auf der Seite des Abschnitts nutzt ihn vor dem Schnitt einzuklappen, damit du den SChnitt nicht sperrst.
 
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