Anlauger nicht abgewaschen, was nun?

sinfonie

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Hallo allerseits,

sorry, wenn diese Frage nun etwas lang wird, aber ich weiß grade nicht weiter. Zur besseren Schilderung scheint es besser, wenn ich von vorne beginne:
vor fünf Jahren habe ich meine Holzmöbel mit einem Acryllack gestrichen (nach Alkydharzlack, davor waren sie gewachst). Das hat gut geklappt und ging schnell. Nun wollte ich die Möbel mal wieder aufhübschen und die Oberfläche anrauen um sie dann erneut zu lackieren. Leider habe ich sie zu sehr aufgeraut und der Lack ist an vielen Stellen ganz abgegangen (habe nun erfahren, dass sich Acryllack nicht gut bearbeiten lässt). Dann habe ich mit Fön und Spachtel den Lack weitestgehend abgezogen. An manchen Stellen ging er aber leider nicht ab, daher habe ich nun ungleiche Stellen auf dem Holz (teils roh, weil mit 40er Schleifpapier bearbeitet, teils lackiert).
Da das Holz früher gewachst war, wurde mir empfohlen, dieses vor dem erneuten Lackieren mit Anlauger abzuwaschen, aber leider habe ich im Eifer des Gefechts diesen nicht sofort abgewaschen und das Holz ist unglaublich schnell trocken gewesen.
Da mir Alkydharzlack empfohlen wurde, habe ich diesen aufgetragen. Jedoch ist er erstens überhaupt nicht trocken geworden (hat bei Zimmertemperatur 2 Tage gedauert, also länger als angegebene 24 h) und an manchen Stellen kommen gelbliche Stellen durch.
Ich bin nun geneigt, wieder Acryllack zu benutzen, da dieser schneller trocknet. Ist dies überhaupt möglich? Und bekomme ich das stark angeraute Holz sofort wieder fein mit 240er Schleifpapier oder muss ich da zuerst 80er, 120er usw. benutzen? Zuletzt habe ich nacheinander 40er, 60er und 80er benutzt. Und wie bekomme ich eine homogene Fläche, wenn an manchen Stellen der alte Lack noch da ist?
Ich wäre sehr dankbar für Hilfe!
Viele Grüße
 

WinfriedM

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Ich würde bei einem Lacksystem bleiben und ohne große Not nicht hin- und herwechseln. Streichst du mit Klarlack oder mit einem Farblack?
 

sinfonie

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Hallo Winfried,

vielen Dank für deine Antwort.
Ich streiche mit einem Farblack und habe inzwischen auf Acryllack gewechselt, allerdings deckt dieser nicht besonders gut, auch der Verlauf ist nicht so toll.

Vom Alkydharzlack ist mir von den Ausdünstungen dermaßen schlecht geworden, dass ich mit diesem auf keinen Fall weitermachen konnte.

Ich streiche mit einem weißen Farblack seidenmatt, aber der kommt total matt, eher schon stumpf rüber.

Ich weiß auch nicht. Meine Streichaktion vor fünf Jahren war da wesentlich unkomplizierter, aber ich weiß nicht mehr, welchen Lack ich damals hatte.

Ich werde nun in ein Farbengeschäft gehen und mir einen hochwertigeren Lack besorgen. Hab wohl den Fehler gemacht, mir den Lack im Bauhaus zu besorgen.

Gruß
sinfonie
 

WinfriedM

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Genau, tue dir was Gutes an und besorg dir vernünftigen Lack. Davon hängt viel ab. (Sikkens, Zweihorn, Clou, Adler, Brillux). Eigentlich brauchst du auch eine Grundierung/Vorstreichfarbe.
 

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Hallo Winfried,

unser Farbengeschäft führt die Marke Caparol. Habe nun diesen Lack. Kannst du diesen auch empfehlen?
Habe heute Abend damit gearbeitet, ich glaube, das Ergebnis wird ok.

Danke für deine Hilfe.

Viele Grüße
sinfonie
 

WinfriedM

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Caparol hat früher nur Bautenlacke/Fassadenfarben etc. hergestellt. Ist also kein typischer Hersteller für Möbellacke. Kann mir aber nicht vorstellen, dass die Müll unter ihrer qualitativ hochwertigen Marke verkaufen.

Wenn es der Capacryl ist, das ist ein PU-Acryl-Lack. Die sind in der Regel wesentlich belastbarer als reine Acryllacke. Schau auch am besten mal ins technische Merkblatt rein.

http://www.caparol.de/Portals/_de/upload/IMPProdukte/pictureCache/caparol_de/ti/2615/TI_052_CC.pdf
 

sinfonie

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Hallo Winfried,

ja, es ist der Capacryl-Lack. Vielen Dank für deine Superauskunft, da bin ich ja echt beruhigt, dass der belastbarer ist, als herkömmlicher Acryllack.
Ich weiß schon, dass Acryllack nicht so strapazierfähig ist.

Ich habe gehört, man kann evtl. auch Parkettlack als "Versiegelung" für z.B. Tische oder Regale verwenden.
Was hältst du davon?

Viele Grüße und vielen Dank, dass du mir schreibst.

sinfonie
 

WinfriedM

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Kommt drauf an, einen Standard-Acryl Parkettlack würd ich nicht für strapazierfähige Tische verwenden. Es geht hauptsächlich um wenig Beständigkeit gegenüber Chemikalien und Fetten. Selbst eine Handcreme kann so einen Lack nach 24 Stunden weich gemacht haben, ist so meine praktische Erfahrung.

Es gibt aber auch stark strapazierfähige Parkettlacke. Und Parkettlacke lassen sich super rollen oder streichen.
 

sinfonie

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Es handelt sich hierbei um eine PU-Holzversiegelung von Herbol "hochwertiger Parkettlack". Wurde mir im Fachgeschäft empfohlen, als ich nachgefragt habe.
 

sinfonie

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Hallo Winfried,

nun habe ich noch eine letzte Frage: würdest du empfehlen, die mit Capacryl lackierten Möbel mit dem Parkettlack noch zusätzlich zu überziehen?

Dadurch könnte ich mir evtl. eine erneute Streichaktion nach einigen Jahren vielleicht sparen, zumal die Möbel schon auch strapaziert werden:
eine Eckbank (massives Holz von Domicil), und eine Anrichte und Vitrine, welche beide als Geschirrschränke benutzt werden.

Wäre nochmal dankbar für deine Tipps.

Grüße
sinfonie
 
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