Alternative zu Lochreihenbohrungen

Testlabor

ww-ahorn
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Ich plane aktuell Möbel, die ich für das Kinderzimmer meines Patenkindes bauen werde. Die Möbel werden aus Zirbenholz (hat der Vater aus eigenem Bestand) gefertigt. Die werden also schon etwas hochwertiger und keine schnellen Spanplattenmöbel.

Um in der Nutzung / mit steigendem Alter (von Kleinkind bis ...) flexibel zu bleiben habe ich die Schränke und Regale mit Lochreihenbohrungen geplant. Ich sage ganz offen, ich kenne keine anderen sinnvollen und besseren Möglichkeiten zur späteren flexiblen Konfiguration und Nutzung durch Eltern und Kind.

Feste Positionen der Fächer, oder späteres Einbohren von Befestigungen sind keine Option. Zwischen Duplo Bausteinen, Tonie Box, FischerTechnik, Bilderbüchern, Malkästen, Schulbüchern... ist der Platzbedarf ja schon deutlich unterschiedlich. Und wer weiß was es in der Zukunft noch so alles gibt was untergebracht werden muss.

Jetzt wurden in einem anderen Thread Möbel mit Lochreihenbohrungen negativ als "Industriemöbel" abqualifiziert. Allerdings wurden leider keine handwerklich akzeptierten Alternativen genannt die eine flexible Nutzung ermöglichen (obwohl es angeblich welche gibt). Jetzt bin ich etwas verunsichert was sich machen soll. Liege ich mit Lochreihen wirklich falsch?

Deshalb die Frage an das Forum: welche besseren / schöneren / hochwertigeren Alternativen gibt es zu Lochreihenbohrungen.

Vielen Dank für eure Hilfe
 

Testlabor

ww-ahorn
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Danke für eure schnellen Anregungen

@joh.t:
unter dem Suchbegriff "Hakenleiste" habe ich nur Haken für Garderoben gefunden. Das meinst du ja sicher nicht. Hast du bitte mal einen Link was du meinst?
3mm Bodenträger scheinen mir in der (weichen) Zirbe ggf. problematisch zu sein. Meinst du die wären ok wenn auf die Fachböden auch mal Bücher draufkommen?

@Ro So
Ja - das könnte ich mir in einem Schrank vorstellen. Hast du das bei offenen Regalen auch schon mal realisiert? Wie ist dann die Optik? Sind die Zähne eine Staubfalle?

@teluke
Ja - das was du baust ist schon die oberste Liga. Kompliment - deine Möbel sind sicherlich keine "Industriemöbel".
Es beruhigt mich, dass du dort wo Flexibilität gefragt ist auch Lochreihen verwendest.

Ich bin gespannt, was für Möglichkeiten noch kommen. Bitte weitere Vorschläge machen.
Danke
 

magmog

ww-robinie
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Guuden,

wir bohren im 72mm Abstand, häufig auch in Dreiergruppen, Zwischenraum entspricht dann zwei oder drei Bohrungen,
wie es über die Höhe sinnvoll aufgeht. Oben unten unten im jeweiligen Fach bleiben natürlich ca. 25mm ungebohrt.
Den Abstand habe ich vor vielen Jahren entwickelt indem ich mich an Büchern fast aller Größen
und diversem Büromaterial orientiert habe.
Die Perforation, die an einen Abreißblock erinnern sowie an die damals aufkommenden Gelb-blauen Möbel,
waren und sind mir zu einfallslos und hässlich.

Auch ist mir eine Teilung außerhalb der Sehgewohnheiten wichtig,
die durchgehenden 32mm vom unteren Boden bis zum obersten finde ich einfach ätzend.

Bei offenen Regalen habe ich auch häufig mit den Kunden gemeinsam eingeräumt
und exakt nach Wunsch die Bohrungen gesetzt.
 

weissbuche

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Als die Topfscharniere aufkamen, waren die für die älteren Gesellen und Meister ein Zeichen für Industriemöbel, heute findet man die an Gesellenstücken. Dann waren es die Lochreihen die als Zeichen für die billige Industriewark herhalten mussten, weil viele das System nicht verstanden haben. Kümmer Dich nicht um solches Gelaber, probiere aus, ob das bei Zirbe funktioniert und dann einfach machen.
 

Ro So

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@Ro So
Ja - das könnte ich mir in einem Schrank vorstellen. Hast du das bei offenen Regalen auch schon mal realisiert? Wie ist dann die Optik? Sind die Zähne eine Staubfalle?

Hallo
Ich habe das nie realisiert sondern nur konsumiert
Wie die Optik ist hängt von der Konstruktion ab. Bei uns ist es im Schrank hinter Tür und folglich nicht staubig. Von Vorne ist es durch die Schrankkonstruktion verdeckt.
 

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Johannes

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3mm Bodenträger scheinen mir in der (weichen) Zirbe ggf. problematisch zu sein. Meinst du die wären ok wenn auf die Fachböden auch mal Bücher draufkommen?
Hallo zusammen,
ich verwende 3mm Lochreihen oft und gerne, insbesondere in hellen Hölzern. Da finde ich es eleganter. Bei ausdrucksstarken Hölzern, wie z. B. geölter Eiche, fallen die Bohrungen auch bei 5mm kaum auf. Leider sind viele 3mm Bodenträger schlecht produziert, da sich so dünnes Material recht einfach schneiden lässt.

Es grüßt Johannes
 

Martin45

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habe schon dieses System verwendet:

https://www.opo.de/de/bodentraegerschiene-hettich-vari/p/bp10006137.html?listerPage=SEARCH&searchfield=schienen+für+fachböden&position=1

Je nach eigenen Möglichkeiten eine - wie ich finde- elegante Lösung.
Rainer
Ich kenne diese Schienen von Hettich. Ehrlich gesagt nicht günstig. Ich finde sie nicht gerade unauffällig (vielleicht könnte man sie einfräsen) und diese Halterungen dazu (zumindest bei Hettich) fallen sehr gerne raus, wenn man Bretter wechselt und sind nicht mal eben im Baumarkt zu bekommen. Mein Vater hatte sie in einem Bus-Ausbau verwendet, wo die Wände aus sehr dünnem Holz bestehen, da macht das Sinn. An einem Möbel ist/wäre es meins jetzt nicht.
 

joh.t.

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anobium60

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Aufwendiger herzustellen als System 32.

Für mich nicht, da ich die Lochreihen händisch bohren muss. I.d.R. bohre ich ähnlich wie von @magmog in #6 beschrieben. Mit selbstgemachter Schablone aus MPX. Wenn der Kunde aber mehr Möglichkeiten-gewissermaßen fast unbegrenzte- wünscht wie jetzt hier von @Testlabor würde ich die Schienen nehmen. Die Nuten sind auf der Kreissäge ratzfatz gemacht.
Rainer
 
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derdad

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3mm Bodenträger scheinen mir in der (weichen) Zirbe ggf. problematisch zu sein. Meinst du die wären ok wenn auf die Fachböden auch mal Bücher draufkommen?
Da geb ich Testlabor Recht. 3mm in Zirbe ist zu klein. 5mm hält um einiges besser. Ich hab vor vielen Jahren ein simples Regal für den Abstellraum aus Fichte gemacht. Mit 3mm Fachträgern. Nachdem das Regal vollgeräumt war dauerte es 3 Tage bis sich die Fachträger nach unten herausdrückten. Hab dann 5mm nachgebohrt und das trägt nun.
LG Gerhard
 

Uranus

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Anderes gefragt: wie oft verstellst du einen Fachbodenträger in einem Möbel? Ich für meinen Fall eigentlich nahezu nie, vielleicht mal in einer Küche, aber Regale oder Schränke sind oft aufgebaut und so gelassen.
Es spricht also nichts dagegen nur da Bohrungen zu machen, wo man Regalböden plant. Dann bleibt das Möbelstück zerlegbar. Mir gefallen diese Gruppenbohrungen auch überhaupt nicht, wenn dann eine durchgehende Reihe, aber unterbrochen find ich nicht nicht harmonisch.

Das ist halt Geschmackssache, das Argument mit der Industriesichtweise ist jedenfalls nur ein Mythos.
 

Testlabor

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Wow - vielen Dank für die vielen Kommentare. Ich bin im Moment beruflich unterwegs und schaue mir das Ganze heute Abend an.
Danke
 

Johannes

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Da geb ich Testlabor Recht. 3mm in Zirbe ist zu klein. 5mm hält um einiges besser. Ich hab vor vielen Jahren ein simples Regal für den Abstellraum aus Fichte gemacht. Mit 3mm Fachträgern. Nachdem das Regal vollgeräumt war dauerte es 3 Tage bis sich die Fachträger nach unten herausdrückten. Hab dann 5mm nachgebohrt und das trägt nun.
LG Gerhard
Hallo,
das kann ich nur bedingt bestätigen. Es ist natürlich auch von der Form der Bodenträger abhängig. IMG_2407.jpeg
Die beiden linken sind 3mm, der rechte ist 5mm. Bei den beiden rechten hatte ich schonmal Probleme, was die Tragfähigkeit angeht. Bei dem linken noch nie.

Es grüßt Johannes
 

teluke

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Die Tagfähigkeit ist natürlich in der Hauptsache von dem Baumaterial, in dem die Bohrung ist, abhängig.
Ich verwende gerne die ganz rechts.
In massiver Eiche kannst Du die mit einem Regalbrett nicht überlasten.
 

magmog

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Guuden,

Zitat @Uranus:„Das ist halt Geschmackssache, das Argument mit der Industriesichtweise ist jedenfalls nur ein Mythos."


........naja, das ist wie Rukola, wer hat's erfunden?
Jedenfalls nicht die Handwerker!
 

magmog

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Ist doch egal wers erfunden war. Praktisch ist es allemal, über Schönheit kannst du eine andere Meinung haben.
Exzenterbeschläge haben Schreiner auch nicht erfunden, aber welcher Handwerker leimt denn heut noch sein 2,2m hohen Kleiderschrank oder die Wohnwand zusammen.


....manche es halt anders!
Bereits als Azubi habe ich den Spruch: „die Industrie macht es ja schließlich auch so" gehasst!
So geht das Handwerk vor die Hunde.
 
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