Abrichten mit Dickenhobel

Keeganhh

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Moin zusammen,

ich spiele mit dem Gedanken mir eine Hobelmaschine zu kaufen. Da mein Platzangebot sehr (ich wiederhole: sehr !!!) gering ist, tendiere ich zu einem Dickenhobel. Zum Abrichten gibt es ja zig Möglichkeiten dies dann über einen Schlitten zu erledigen. Nun zu meiner Frage: Hat jemand Erfahrungen zum Abrichten mit einem Dickenhobel? Wie sind die Ergebnisse? Wie ist der Vergleich des Ergebnisses zu einem kleinen Kombigerät a la Einhell, Scheppach etc.

Mir ist durchaus bewusst, dass eine große stationäre Maschine deutlich besser wäre, aber auf Grund der Wohnverhältnisse ist dies leider nicht darstellbar. Auch ein Umzug kommt vorerst nicht in Farge :emoji_slight_smile:

Vielen Dank für Eure Rückmeldung vorab

Gruss
 

IngoS

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Hallo,

Abrichten mit Dicktenhobel ist mehr als mühsam mit ungewissem Ergebnis. Ein weiteres Problem ist ja das Anhobeln einer Fügekante. Da wirst du erst recht scheitern.
Kenne Leute die langatmige Filme über das Abrichten mit dem Dicktenhobel gemacht haben, inzwischen aber schon längst auf eine Abrichte Dickte Kombi umgestiegen sind.
Mit dem geringeren Platzbedarf ist auch mehr Theorie. Willst du eine 1,5m lange Bohle abrichten, brauchst du auch einen Schlitten mit mindestens gleicher Länge. Eine kleine Kombi hat etwa 1m Tischlänge. Das reicht allemal für die 1,5m Bohle.

Gruß

Ingo
 

Keeganhh

ww-birke
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Hallo Ingo,

vielen Dank für Deine schnelle Antwort. Kannst Du kleine Kombigeräte empfehlen ?

Gruss
 

IngoS

ww-robinie
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Hallo Ingo,
vielen Dank für Deine schnelle Antwort. Kannst Du kleine Kombigeräte empfehlen ?
Gruss
Hallo,

ich kenne da aus eigener Anschauung nur die Elektra Beckum Hobelmaschinen mit 26cm Arbeitsbreite, die es original in neu nicht mehr gibt.
Allerdings gibt es allerhand Nachbauten.
Aber da stecken Andere hier mehr im Thema.

Gruß

Ingo
 

Leibhaftiger

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Hi,
ich habe das selbe "Problem" wie Du, sehr kleine Werkstatt (3,5m x 3,5m) mit viel zu wenig Platz für alle Maschinen die man haben möchte :emoji_slight_smile:
Mir war bei der Anschaffung wichtig, dass ich die Maschine ohne riesigen Aufwand bewegen kann, gerade wenn mal etwas längeres Holz durch muss. Damit fielen die ganzen "richtigen" ADHs aus dem Raster, 300kg bewege ich nicht einfach mal so.
Übrig geblieben sind dann die kleinen Kombigeräte (Bench Tops). Habe mich dann nach viel anschauen und überlegen für den Zipper HB305 entschieden. War die Maschine, die am robustesten aussah, schwer aber nicht zu schwer war.

Fazit: Mit dem Teil kann man gut arbeiten, wenn man weiss, wo die Schwächen liegen.

Es ist relativ massiv gebaut, kein Vergleich zu den kleineren Kombigeräten. Der Anschlag ist kein Blechbiegeteil, sondern ein richtiges Profil, sehr stabil und lässt sich gut einstellen. Die Tische sind Plan, parallel und sauber gefräst. Der Dickentisch ist ausreichend stabil, 160x300mm Balken mit 3 m länge würde ich da allerdings nicht draufpacken.
Alle Skalen kann man vergessen, die Winkelskala auf dem Anschlag ist ein Witz. Mit Winkel/Bevelbox aber einfach einzustellen. Die Skalen für die Spanabnahme haben nur die Qualität von Schätzeisen, hier muss man am Anfang etwas ausprobieren. Wichtig ist immer: Messen, Messen, Messen.
Ach ja: die maximale Spanabnahme ist auch übertrieben, bei 1,5mm Abrichten in Fichte müht sie sich schon ziemlich.

Ich bin sehr zufrieden mit der Maschine. Die Hobelergebnisse sind für die Preisklasse sehr ordentlich (Oberfläche), die Winkligkeit der Werkstücke ist für meine Ansprüche top. Fügekanten sind aus meiner Sicht i.O.
Ja, ihr fehlt ein bisschen Leistung (ist halt nicht von Binford...) und die Verarbeitung ist im Detail nicht so wirklich toll. Aber alle Stellen, auf die es ankommt, sind aus meiner Sicht gut verarbeitet/konstruiert. Ich habe damit von Eiche über Birke bis zu Fichte schon einiges drübergezogen, hat immer tadellos funktioniert (dauert halt nur etwas länger als an ner "richtigen" Abrichte)
Sinnvolles Zubehör sind aus meiner Sicht zwei Rollenböcke, die helfen bei längeren Werkstücken enorm (und dann ist auch das Ergebnis gut)

Und für etwas mehr als 500 Taler aus meiner Sicht ein wirklich gutes Angebot.

Gruß
Moritz
 

Komihaxu

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Wenn die Wohnverhältnisse es nicht hergeben, dann hast du wohl wenig Möglichkeiten.

Ich kann dir nur einen Tipp geben: Lass die Finger von diesen günstigen Kombimaschinen (unter 500€).
Du kannst sie in allen möglichen Farben kaufen, es bleiben trotzdem Scheisshaufen Fehlkonstruktionen Spielzeuge, die oftmals nicht einmal einem Hobbyanwender genügen. Ob die Zipper anders ist, mag sein. Auf lange Sicht ist das auch ein auf Budget gebautes Spielzeug mit Universalmotor und sicherlich Kunststoffteilen im Inneren, die eine Lebensdauer besitzen, wo sich eher ein Betriebsminutenzähler als ein Betriebsstundenzähler lohnen würde.

Du kannst ja mal überlegen, wie oft du sie brauchst und ob es nicht sinnvoller sein mag, die 500 Euro lieber in Plattenmaterial (Stäbchenplatte, Tischlerplatte, Multiplex) zu investieren, das nicht gehobelt werden muss. Oder du hast einen Schreiner am Ort, der dir dein Massivholz aushobeln kann.

Wie kommst du denn bisher an dein Holz? Kommst du günstig an Bohlen ran, dass sich das selber hobeln und schneiden überhaupt lohnt?
 

Leibhaftiger

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...
Du kannst ja mal überlegen, wie oft du sie brauchst und ob es nicht sinnvoller sein mag, die 500 Euro lieber in Plattenmaterial (Stäbchenplatte, Tischlerplatte, Multiplex) zu investieren, das nicht gehobelt werden muss. Oder du hast einen Schreiner am Ort, der dir dein Massivholz aushobeln kann.

Wie kommst du denn bisher an dein Holz? Kommst du günstig an Bohlen ran, dass sich das selber hobeln und schneiden überhaupt lohnt?
Ist schon richtig was Du schreibt, aber: Wenn man es als Hobby betreibt, geht es nicht um sinnvoll oder lohnen. Es geht um den Spaß und die Freude. Und mit Platten zu arbeiten finden halt einige nicht so schön (mich eingeschlossen). Ich mag richtiges/massives Holz, und gerade das Verarbeiten von der Bohle bis zum Möbel ist das, was es interessant macht.
Ich hab's mit der Maschine probiert, bin bisher zufrieden. Das das Teil kein Vergleich zu einer richtigen Abrichte ist, versteht sich von selbst. Wie lange sie hält: Ich werde es sehen. Versuch macht kluch...
 

Keeganhh

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ja, genau das ist der Punkt. Ich kann auf Eichenbohle zugreifen, die wirklich recht günstig sind. Dass ich da noch ein bisschen vorarbeit leisten muss, ist selbsterklärend, daher versuche ich mich so gut es geht aufzustellen.
 

magmog

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Moin zusammen,

[...] tendiere ich zu einem Dickenhobel. Zum Abrichten gibt es ja zig Möglichkeiten dies dann über einen Schlitten zu erledigen. [...]

Gruss
Guuden,

kannst Du bitte einige der zig Möglichkeiten, das Abrichten über einen Schlitten in einer Dickte zu erledigen, verlinken oder nennen? Das wäre eine sehr interessante Möglichkeit.
 

Rene 60

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Moin,
schaff dir doch ne MAFELL AD 160 an.
Ist baugleich mit der Bosch SHO 160.
Sind zwar schon alt, halten aber ewig.
Die kann man auch per Post verschicken.
Sind sehr begehrt, aber hin und wieder noch über Ebay zu bekommen.
Gruß
René
 

michaelhild

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Guuden,

kannst Du bitte einige der zig Möglichkeiten, das Abrichten über einen Schlitten in einer Dickte zu erledigen, verlinken oder nennen? Das wäre eine sehr interessante Möglichkeit.
Der Schlitten ist eine ebene (MPX) Platte. Darauf wird das zu hobelnde Brett gelegt, möglichst hohle Seite unten. Damit es nicht kippelt, wird mit Klötzchen o. ä. gearbeitet, gegen Verrutschen fixiert mit Heißkleber oder passend gesetzten Schrauben oder geschraubten Klötzen. Das Paket geht dann durch die Maschine, bis eine gerade Fläche gehobelt wurde.
 

HermanUser

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schaff dir doch ne MAFELL AD 160 an.
Ist baugleich mit der Bosch SHO 160.
Sind zwar schon alt, halten aber ewig.
Das würde ich unter "Urban Legend" einstufen. Ich hatte mal eine AD 160 und das ist Spielzeug. So eine Maschine 20 oder mehr Jahre alt und gebraucht ist mit viel gutem Willen 50 € wert und vielleicht für den Modellbau zu gebrauchen.

Gruß Sven
 

benben

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@magmog sowas ist gemeint. Halt ein Behelf wenn wirklich nichts anderes zur Verfügung steht. Nix für dich und auch nichts für wirklich massive Sachen und Maschinen.

Gruss
Ben
 

Rene 60

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Das Video überzeugt auch mich.
Da ist nen Dickelhobel für die kleine Werkstatt wohl wirklich ideal.
 

vikary

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Ich habe einen Metabo DH330 Dickenhobel und bin echt damit zufrieden. Für Abrichten habe ich mir eine dicke (25mm) MDF Platte (31x80cm lang) gekauft und bin schickiert, wie toll das funktioniert hat! Für die meisten Anwendungen reicht es aus. Jonas WInkler hat auch ein Video dazu gemacht. Wenn der Hobel nicht benötig wird, wird es zusammengeklappt und ins Regall gestellt.
Gruß
Dominik
 
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Lico

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Ich hab eine Metabo HC260, ist das Nachfolgemodell zur gleichnamigen EB. Genießt hier aus irgendwelchen Gründen keinen guten Ruf, aber für meine Zwecke ist die ok. Arbeitet genau und das out of the box, anders als die alte EB, die ich mir mal angeguckt hab.

Lico
 

miaz

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Ich hab eine Metabo HC260, ist das Nachfolgemodell zur gleichnamigen EB. Genießt hier aus irgendwelchen Gründen keinen guten Ruf, aber für meine Zwecke ist die ok. Arbeitet genau und das out of the box, anders als die alte EB, die ich mir mal angeguckt hab.
Die Maschinen sind, bis auf die Sicherheitsschalter und die Höhenverstellung baugleich. Also bringen sie auch die gleichen Ergebnisse, vorausgesetzt, sie sind ordentlich eingestellt.
 

Keeganhh

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Es wurde ja schon einige Videos erwähnt. Besonders das von Jonas Winkler finde ich recht detailiert erklärt. Des Weiteren gibt es auch bei youtube unter dem Suchbegriff "planer sled" mehrere englischsprachige Videos, die teils recht gute Ideen haben.
 

herumtreiber

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Abrichten kann man auch von Hand. Dann braucht es wirklich nur so einen kleinen Dickenhobel. Ich mache das so...
 

VolkerDK

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Hallo @Keeganhh,
schön, dass du dich an Massivholz wagen möchtest.
Ich habe auch nur eine kleine Werkstatt, etwa 3x7.5m Grundfläche. Klar geht es noch wesentlich kleiner, aber meine Erfahrungen im Ungang mit Massivholz bei geringem Platzbedarf sind (Rohware verfügbar als Bohlen, Balken, Stämme): Eine Handkreissäge mit Führungsschiene zum Besäumen, ein ADH und eine Tischkreissäge sind unerlässlich.
Diese beiden Maschinen nehmen auch einen permanenten, dominanten Platz in der Werkstatt ein.
Warum dieses Setup? Weil am Anfang jedes Projektes eben das Formatieren der Rohware steht. Jedes Holz, auch im Baumarkt schon als Hobelware gekauft, muss ja unmittelbar vor der Verarbeitung nochmals abgerichtet werden. So "fast gerade" Bretter werden nicht zu einer gerade Platte, Zarge, Tischbein etc.

Das deine Stuecke absolut 90Grad winklig werden, die Fügekanten dicht, und dass du rechtwinklig sägen kannst beim Ablängen ist das A und O. Wenn das nicht klappt, braucht man nicht weitermachen :emoji_slight_smile: Daher sind diese Maschinen für mich das Herzstück einer Werkstatt für Massivholz.

Die Stellfläche sehe ich nicht als Problem, weil der Platz der vor und hinter der Maschine identisch ist, unabhängig von der Maschine selber. Also ein 2m Brett benötigt einen etwas über 4m langen Raum (oder eine offene Tür, oder sogar diagonal gestellt die Maschine).

WENN du nun gar keinen Platz hast (Werkstatt unter 12m2), um zum Beispiel eine Jet260 und eine Bosch GTX10 zu stellen, dann würde ich tatsächlich von der Verarbeitung von Massivholz mit Maschinen absehen, und eine reine Handwerkzeug Werkstatt einrichten. Statt dann Geld für Maschinen auszugeben und die halbe Zeit mit umräumen der selben zu verschwenden, wird dann eine gute Hobelbang dein Herzstück. Und für 1000 Euro bekommt man schon eine Grundausstattung an Sägen, Hobeln, Anreißwerkzeugen usw.

Wenn ich sehe wie ein geübter Tischler ein Brett mit dem Schrupphobel formatiert, dann geht das nicht wesentlich langsamer als so einen DH330 aus dem Regal zu holen, Absaugung anzuschließen, das "Jig" mit der Bohle vorzubereiten, und dann dann abzuhobeln.
Und du wirst in deinem Ergebnis nie durch deine "Maschinen" beschränkt sein, nur durch deine Fähigkeiten.
 

Lico

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Die Maschinen sind, bis auf die Sicherheitsschalter und die Höhenverstellung baugleich. Also bringen sie auch die gleichen Ergebnisse, vorausgesetzt, sie sind ordentlich eingestellt.
Die Tische sind unterschiedlich. Bei der EB sind die Abrichttische angeblich irgendwie gehärtet. Der Dicktentisch hat eine aufgeklebte Stahblechauflage. Bei der Metabo ist der wie bei den Abrichttischen aus plan gefrästem Aluminium.

Lico
 

michaelhild

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Die Tische sind unterschiedlich. Bei der EB sind die Abrichttische angeblich irgendwie gehärtet. Der Dicktentisch hat eine aufgeklebte Stahblechauflage. Bei der Metabo ist der wie bei den Abrichttischen aus plan gefrästem Aluminium.

Lico
Stimmt so nicht ganz. Auch bei der EB waren die Abrichttische nur aus Alu. Außer die "K" Version, dort waren die zusätzlich beschichtet, gehärtet oder was auch immer. Erkennt man, die sind dunkel grau. Aber das hatte nur die K. Ich hab ja eine, was das genau für ne Beschichtung auf den Tischen ist, keine Ahnung. Wie eloxiert sieht es nicht aus.

Dickentisch ist richtig. Früher aus Alu (!) + Edelstahlblech, heute aus Grauguss. Grauguss wird billiger sein, aber ich denke nicht unbedingt schlechter. Bei den alten Dickentischen konnte es passieren, dass sich das Edelstahlblech löst, dann ist der Tisch natürlich nicht mehr gerade. Das kann bei Grauguss nicht passieren.

Zu der allgemeinen Thematik, bezüglich Abrichten mit Dickenhobel. Nee sorry, für mich ist das nur ein sehr behelfsmäßiger Behelf. Welcher lange dauert, nicht immer saubere Ergebnisse liefert (Das Brett kann anfangen zu flattern) und auch was den Platzbedarf anbelangt, nur wenig Vorteile bringt.
Ne Dickenhobel ist nicht viel kleiner wie z. B. die HC 260, dazu kommt noch die Vorrichtung und beim Arbeiten brauchen beide den gleichen Platz.
Oben hat jemand seine 80 cm Vorrichtung erwähnt. Was lässt sich damit hobeln? 70 cm oder so? Für was soll das reichen?
Bei dem ganzen Aufwand, der da betrieben werden muss, um das Werkstück auf der Platte zu fixieren, in der Zeit hat man auch mit nem Handhobel die Berge soweit geglättet, dass das Brett nicht mehr kippelt und das reicht dann für nen Dickenhobel.
Es gibt etliche Leute, davon sogar welche mit Meistertitel, die den Versuch unternommen haben, alleine nur mit Dickenhobel auf Dauer Massivholz zu bearbeiten. Ein Großteil ist wieder umgeschwenkt.
Bevor ich Zeit und Energie in irgendeine Notlösung investiere, würde ich diese lieber darein stecken, die paar Zentimeter an Stellfläche frei zubekommen, um ne kleine ADH aufstellen zu können. Und ja ich weiß wovon ich rede, ich habe auch nur knapp 10 m² und die nicht mal durchgehend.
 

Keeganhh

ww-birke
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Hallo @Keeganhh,
schön, dass du dich an Massivholz wagen möchtest.
Ich habe auch nur eine kleine Werkstatt, etwa 3x7.5m Grundfläche. Klar geht es noch wesentlich kleiner, aber meine Erfahrungen im Ungang mit Massivholz bei geringem Platzbedarf sind (Rohware verfügbar als Bohlen, Balken, Stämme): Eine Handkreissäge mit Führungsschiene zum Besäumen, ein ADH und eine Tischkreissäge sind unerlässlich.
Diese beiden Maschinen nehmen auch einen permanenten, dominanten Platz in der Werkstatt ein.
Warum dieses Setup? Weil am Anfang jedes Projektes eben das Formatieren der Rohware steht. Jedes Holz, auch im Baumarkt schon als Hobelware gekauft, muss ja unmittelbar vor der Verarbeitung nochmals abgerichtet werden. So "fast gerade" Bretter werden nicht zu einer gerade Platte, Zarge, Tischbein etc.

Das deine Stuecke absolut 90Grad winklig werden, die Fügekanten dicht, und dass du rechtwinklig sägen kannst beim Ablängen ist das A und O. Wenn das nicht klappt, braucht man nicht weitermachen :emoji_slight_smile: Daher sind diese Maschinen für mich das Herzstück einer Werkstatt für Massivholz.

Die Stellfläche sehe ich nicht als Problem, weil der Platz der vor und hinter der Maschine identisch ist, unabhängig von der Maschine selber. Also ein 2m Brett benötigt einen etwas über 4m langen Raum (oder eine offene Tür, oder sogar diagonal gestellt die Maschine).

WENN du nun gar keinen Platz hast (Werkstatt unter 12m2), um zum Beispiel eine Jet260 und eine Bosch GTX10 zu stellen, dann würde ich tatsächlich von der Verarbeitung von Massivholz mit Maschinen absehen, und eine reine Handwerkzeug Werkstatt einrichten. Statt dann Geld für Maschinen auszugeben und die halbe Zeit mit umräumen der selben zu verschwenden, wird dann eine gute Hobelbang dein Herzstück. Und für 1000 Euro bekommt man schon eine Grundausstattung an Sägen, Hobeln, Anreißwerkzeugen usw.

Wenn ich sehe wie ein geübter Tischler ein Brett mit dem Schrupphobel formatiert, dann geht das nicht wesentlich langsamer als so einen DH330 aus dem Regal zu holen, Absaugung anzuschließen, das "Jig" mit der Bohle vorzubereiten, und dann dann abzuhobeln.
Und du wirst in deinem Ergebnis nie durch deine "Maschinen" beschränkt sein, nur durch deine Fähigkeiten.
God sag Volker,

daran hatte ich ehrlich gesagt auch schon gedacht, mehr zu traditionelle Handwerkzeugen zu greifen. Allerdings fehlt mir da absolut die Erfahrung und das Können. Aber ich werde mich bestimmt auch mal damit auseinandersetzten.
Bzgl. des Platzes. Ja, mein Hobbybereich ist platztechnisch wirklich limitiert. Ich habe vieles so eingerichtet, dass ich einigermaßen mobil bin und z.B. meine TKS (Dewalt DW7492 - welche ich übrigens sehr sehr empfehlen kann) auch auf einen fahrbaren Untersatz gestellt, sodass ich meine rollbare Werkbank und die TKS je nach Bedürfnis umstellen kann. Für eine große stationäre Hobelmaschine ist dafür leider kein Platz mehr. :emoji_frowning2:
Allerdings möchte ich mir von der Situation nicht den Spaß und Motivation am Basteln nehmen lassen. Ich merke immer wieder, wie sehr mich das Basteln und Tüfteln total entspannen und vom beruflichen Alltag abschalten lässt.

Schöne Grüße nach DK
Tim
 

ruland

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Ich habe einen Metabo DH330 Dickenhobel und bin echt damit zufrieden. Für Abrichten habe ich mir eine dicke (25mm) MDF Platte (31x80cm lang) gekauft und bin schockiert, wie toll das funktioniert hat! Für die meisten Anwendungen reicht es aus. Jonas WInkler hat auch ein Video dazu gemacht. Wenn der Hobel nicht benötig wird, wird es zusammengeklappt und ins Regall gestellt.
Ich hab auch den Metabo und genau so angefangen, wie Dominik es hier beschrieben hat (wenn auch nicht mit MDF, sondern mit einem etwas längeren Abschnitt einer Küchenarbeitsplatte). Allerdings ist das Abrichten einer Fläche auf diese Weise ein ziemliches Drama, wenn die Bohle etwas krummer oder verdrehter ist (bei leichten Unebenheiten geht es sehr gut und sogar besser als auf einer billigen Mini-Kombi-China-Abrichte). Wenn die Bohle verdrehter ist, muss man sie faktisch auf die Unterlage schrauben, Unterlegplättchen oder so etwas reichen dann nicht mehr, weil es verrutscht und dann eben doch nicht plan wird. Auch die Konstruktion einer Vorrichtung für die Tischkreissäge habe ich einmal ausprobiert, dann aber schnell wieder verworfen, das ist viel zu mühsam und fehleranfällig.
Was man immer machen kann, ist eine stärker unebene Fläche mit dem Handhobel erst einmal so weit zu begradigen, dass das Verfahren mit Unterlage funktioniert. Keine Angst vor dem Handhobel! Das ist ein SUPER Werkzeug, wenn man ein wenig damit umgehen kann.

Das Abrichten von Kanten mit dem Dickenhobel geht so lala. Wenn die Kante etwas breiter ist, steht das Brett und das Verfahren liefert brauchbare (Schulnote befriedigend) Ergebnisse, man kann mit etwas Geduld auf diese Weise auch fügen. Wenn die Bretter dünner sind, muss man mehrere gerade und bündig zusammenklemmen, damit das Verfahren funktioniert.

Fazit: es geht, aber man muss Zeit und Experimentierfreude mitbringen. Ich hab mir jedenfalls eine kleine Abrichte danebengestellt (weil es präziser ist und Zeit spart) und habe jetzt zwei Maschinen herumstehen.

Liebe Grüße
 
Oben Unten