7000 U/min zu viel für bestimmte Hölzer?

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von JZedtler, 30. August 2008.

  1. JZedtler

    JZedtler ww-kastanie

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    Hallo!

    Ich liegäugle mit dem Kauf der neuen Proxxon Feinschnitt-Tischkreissäge
    FET Dieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar.
    Diese hat aber stolze 7000 U/min und keine Drehzalhregulierung wie die etwas ältere FKS/E.
    Sind 7000 U/min für Holzarbeiten uneingeschränkt machbar, oder sind geringere Umdrehungszahlen besser?
    Zur Erklärung: Ich baue Segelschiffmodelle hauptsächlich aus gedämpften Birnbaum.
    Teilweise muss ich auch mal sehr dünne lesiten von 0,5 mm sägen. Meine bissherige kleine Säge hat ca 5000 U/min.
     
  2. derdad

    derdad Moderator

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    Wien/österreich
    Die Drehzahl allein sagt nichts. Die ist abhängig vom Durchmesser des Sägeblatts. Diese beiden Kompomenten ergeben die Schnittgeschwindigkeit.

    gerhard
     
  3. JZedtler

    JZedtler ww-kastanie

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    Ok die Sägeblätter haben einen Durchmesser von 50-85mm. Wobei ich das nicht ganz verstehe. Die Drehgeschwindigkeit eines Sägeblattes passt sich doch der Geschwindigkeit der Welle an auf der es sitzt. Schließlich macht die Welle ja nicht eine ganze Umdrehung und das Sägeblatt nur eine halbe.
     
  4. derdad

    derdad Moderator

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    Das nicht!
    Aber die Schnittgeschwindigkeit ist jene Geschwindigkeit die die Zahnspitze erreicht. Hast du bei 7000 u/min einen Blattdurchmesser von 50mm ist die Zahnspitzengeschwindigkeit (Schnittgeschwindigkeit) eine ganz andere als bei 7000u/min und 300mm Durchmesser.
    Die Richtlinien für die Schnittgeschwindigkeit sind folgend:
    Vollstahlsägeblätter 40-50m/s Hartmetall bestückte Sägeblätter 60-90m/s

    Berechnung:

    v (schnittgeschwindigkeit) = d (sägeblattdurchmesser in cm) x pi (3,14) x n (drehzahl) / 1000

    Die Faustfomel lautet folgend: v = r (in cm) x n / 1000



    Ich hoffe ich konnte das ganze etwas verständlicher machen.

    gerhard
     
  5. JZedtler

    JZedtler ww-kastanie

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    Danke erstmal für die Antwort. so klar ist mir das aber noch nicht zumal ich bei beiden Formeln auf je 2 ganz verschiedene Ergebnisse komme.

    v (schnittgeschwindigkeit) = d (sägeblattdurchmesser in cm) x pi (3,14) x n (drehzahl) / 1000

    v= 8,5cm x3,14 x 7000 /1000
    v=186,83

    v = r (in cm) x n / 1000

    v= 4,25 x 7000 /1000
    v=29,75

    Wie gesagt, für diese Säge gibt es Sägebätter von 50 mm über 63mm bis u 85mm Durchmesser. Sind halt für Modellbauer bestimmt.
    Mir fehlt eine klare Analyse ob 7000 U/min für diese Sägeblätter ok sind oder ob es zu viel ist.
     
  6. Norbert

    Norbert ww-robinie

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    Markdorf
    Hallo JZedtler, hallo Gerhard,

    kein Wunder, denn die erste Formel ist falsch. Bei fast 2/3 der Schallgeschwindigkeit würde es niemand länger als wenige Sekunden bei der laufenden Säge aushalten.

    Ich hasse Formeln, bei denen Werte bzw. Ergebnisse ohne Einheiten angegeben sind. Also nochmals ganz langsam zum Mitmachen:

    Mit

    v = Geschwindigkeit
    d = Durchmesser
    r = Radius
    n = Drehzahl

    lautet die Formel ganz einfach v = pi * d * n. Wenn auf der rechten Seite alle Werte mit ihren Einheiten eingesetzt werden ergibt sich automatisch die richtige Einheit in der Dimension Weg/Zeit:

    mit pi = 3,14; d = 8,5 cm und n = 7000/min ergibt sich dann

    v = 3,14 * 8,5 * 7000 * cm/min = 186 925 cm/min

    Wegen cm = m/100 und min = 60 s also

    v = 186 830 m/(100 * 60 s) = 186 830/6000 m/s = 31,14 m/s

    Die zugeschnittene Formel lautet also

    v = [(3,14 * d/cm * n * min)/6000] m/s oder vielleicht besser zu merken

    v in m/s = (3,14 * d in cm * n in 1/min)/6000

    Wenn man die Größen d und n mit den angegebenen Einheiten einsetzt, kürzen sich diese heraus und es bleibt nur noch die Einheit m/s für die Umfangsgeschwindigkeit

    Da pi * d = pi * 2 * r = 6,28 * r ≈ 6 * r ist, kürzt sich 6/6000 zu 1/1000 und ergibt die Fausformel

    v ≈ [(r/cm * n * min)/1000] m/s bzw.

    v in m/s ≈ (r in cm * n in 1/min)/1000

    was zu den angegebenen 29,75 m/s führt. Der Wert ist etwa um 5% zu klein.

    Gruß

    Norbert
     
  7. JZedtler

    JZedtler ww-kastanie

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    Danke für die Antwort. Aber was heist das jetzt denn konkret über die Tauglichkeit der Säge aus?
    Mal zum Vergleich mit der kleinen säge vpn Proxxon die hat 5000 U/min da beträgt der Wert bei 50mm Sägeblättern 25m/s und mit der sägt es sich ganz gut.
    Es geht mir ja nur darum ob 7000 U/min nicht zu viel sind und es zu Verbrennung am Holz führen könnte oder zum starken erhitzen des Sägeblattes.
     
  8. derdad

    derdad Moderator

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    Wien/österreich
    uups. Da muss ich die Formeln nochmals checken. hab da wahrcheinlich irgendwo einen abschreibfehler.
    Ich verwende immer nur die Faustformel, deshalb hab ich die exakte gar nicht so durchgesehen.
    Ich glaub bei 7000 upm und 85mm Durchmesser kann nichts schief gehen. Zumindest von der Sicherheit. Wie gut es schneidet wird die Praxis zeigen. Da die Maschine ja für versch. Materialien ausgelegt ist, wird es ein guter mittelwert sein.

    gerhard
     
  9. edelres

    edelres ww-robinie

    Drehzahlregulierung

    Hallo JZ,

    Ich wuerde mir keine Gedanken wegen der Drehzahl machen , diese bezieht sich nur auf den Leerlauf, auch beim Saegen von 2 mm Balsaholz geht die Drehzahl zurueck. Mit dem Vorschub, regelt sich die Drehzahl automatisch herunter. Du wirst schnell lernen wieviel du der Maschine zumuten kannst in Bezug Schnitttiefe/Vorschub. Eine Drehzahlregelung macht keinen Sinn, bei zu langsamen Drehzahlen besteht die Gefahr der Ueberlastung. Die volle Motorleistung steht nur bei der Hoechstdrehzahl zur Verfuegung.

    Es kommt auf die geplanten Arbeiten fuer die Maschine an. Die maximale Schnitttiefe von 22 mm ist bei Hartholz wohl kaum nutzbar ausser in 1 mm Schritten.

    Ich spielte mal mit dem Gedanken mir diese Maschine anzuschaffen, wegen der Sicherheit, war jedoch fuer die meisten bei mir vorkommenden Arbeiten(beruflich) zu schwach. Damit will ich auf keinen Fall dies nagativ bezueglich der Maschine sagen.

    Fuer einen Modellbauer, die Grenzen der Leistungsfaehigkeit beachtend, ist es eine sehr gute Maschine, besonders aus der Sicht der Sicherheit gesehen.

    Ich besitze eine Proxon Staender Bohrmaschine(chen), seit 25 Jahren und bin sehr zufrieden damit, lediglich den Antriebsriemen musste ich auswechseln. Auch hier ist die Leerlaufdrehzahl nur Theorie, druecke ich den Bohrer zu stark auf das Material, dann bleibt sie stur stehen. Ich habe mit dem Maschinchen beruflich gearbeitet und aus 5 mm Messing Konturen vorgebohrt fuer die Dekupiersaege. Ich bin angenehm ueberrascht von der Leistungsfaehigkeit und Genauigkeit.

    Als Gedankenanstoss

    mfg

    Ottmar

    PS: Wegen den Saegeblaettern, kannst du Metallsaegeblaetter aus dem Werkzeugzubehoerhandel besorgen. Fuer Buntmetalle eignen sich die Saegeblaetter von 40 mm ø, diese haben nach DIN 1837/1838 eine 10 mm Bohrung.
     
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