Korpus ist schief und muss aufgetrennt werden …

ThomasDC

ww-pappel
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hi

ich bin neu hier und hoffe, dass ich in der richtigen Abteilung mein Problem schildere.

Ich bin ein totaler Amateur. Wobei ich eigentlich schon ein paar Möbelstücke gebaut habe. Allerdings war es nie notwendig wirklich präzise zu sein, da meine Projekte gewisse Ungenauigkeiten zugelassen haben. Ich habe es auch immer gezielt so designed, weil ich keine Werkstatt habe um wirklich genau zu arbeiten.

Jetzt habe ich mich aber doch daran gewagt etwas Aufwendigeres zu bauen. Und zwar eine Schubladenkommode. Ich habe vorher ein 3D Modell gemacht, und mir Multiplex im Baumarkt zuschneiden lassen. Es war auch halbwegs genau zugeschnitten.


Screenshot 2026-03-22 at 18.55.28.png


Jetzt kommt aber mein Fehler. Beim verleimen des Korpus, sind die Holzverbindungen wohl verrutscht als ich sie noch zusätzlich mit einer Taschenlochverbindung (nennt man das so auf Deutsch?) verschraubt habe und ich Depp habe es nicht ernst genommen. Ich dachte mir aus irgendeinem Grund nicht viel dabei und habe einfach weiter gemacht ohne es zu korrigieren. Der große Fehler ist mir erst aufgefallen, als ich die Schubladenfronten befestigen wollte. Die waren überhaupt nicht bündig mit den Seitenwänden. Denn dann sah ich, dass der Korpus eigentlich so aussieht (übertrieben gezeichnet):

Screenshot 2026-03-22 at 18.59.21.png

lange Rede kurzer Sinn:

1. was wäre die beste Methode um die Leimverbindung zu lösen? Es ist weißer Leim von UHU oder Ponal, weiß nicht mehr welchen ich verwendet habe, da ich beide habe. Soll ich es mit Feuchtigkeit und Hitze versuchen oder gleich lieber aufsägen? Es wäre kein Problem wenn die Kommode ein paar Millimeter niedriger wird.

2. wie vermeide ich sowas am besten in der Zukunft. Ich habe definitiv daraus gelernt (um mal etwas Positives aus dem Projekt zu nehmen :emoji_wink: ). Eigentlich war das mit einer Kantenzwinge befestigt. Aber beim verschrauben habe ich es wohl verzogen.

danke schonmal für Ratschläge.
 

depitter

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mit heissem Wasser würde das gehen, das macht das Holz aber nicht schöner. Das beste wäre wohl ein Heissluftföhn. Bei ca. 70 Grad wird der Weissleim weicher und sollte sich lösen lassen. stellt sich nur die Frage, wie du das bei allen drei Zwischböden gleichzeitig hinbekommst.
 

hainwerker

ww-birnbaum
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Tauchsägen kommen recht dicht an den Rand beim sägen, damit könntest du die senkrechten nach am Deckel absägen. Dann bleibt aber immer noch ein kleiner Rest auf dem Deckel, den du irgendwie abbekommen musst.
Beim lösen wird da bestimmt irgendwas ausreißen, das zu flicken ist dann u.U. nervig.
Wenn die Schubladen einzelne Blenden haben, könntest du die einzeln einpassen. Das ist mühselig, aber würde dir ersparen den Korpus nochmal auseinander zu reißen. :emoji_slight_smile:
 

willyy

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Hallo Thomas,

mit einer japanschen Dübelsäge könnte das gehen, ist aber gewissermaßen Sträflingsarbeit.
Die hat keine geschränkten Zähne und keinen Rücken und beschädigt die Oberfläche (theoretisch) nicht. Ich habe sowas nochnciht gemacht, aber mit dem Sägetyp verlierst Du am wenigsten Material.
Bsp von dictum, muß nicht die sein, nur als Anhaltspunkt.
Ist die Rückwand auch ringsrum verleimt oder nur in einer Nut geführt ?

Die Pocket hole Schrauben vorher raus, versteht sich von selbst :emoji_wink:
Beim wieder verleimen die Diagonalen messen, die müssen auf den mm genau stimmen, dann ist es auch rechtwinklig.

Viel Erfolg und gute Nerven.
Thomas
 

ThomasDC

ww-pappel
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die Rückwand habe ich nur genagelt.

ich habe eine Ryoba, die hat aber leicht verschränkte Zähne. Hmmm … ich könnte es trotzdem mal testen. Die Oberfläche muss nicht unbedingt makellos bleiben da man es später eh nicht mehr sehen wird. Es muss nur eben genug sein, damit ich nicht zu viel hobeln muss. Ich will mir nicht zu viel Arbeit machen.

Ist mein erstes aufwändiges Projekt, also … ein wenig Pfusch ist akzeptabel :emoji_grin:. Man lernt ja aus Fehlern … und muss lernen sie zu korrigieren.

"Witzig" nur, dass ich jede Schublade perfekt hinbekommen habe, aber ausgerechnet am Korpus so verrutscht bin
 

bello

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Ich will mir nicht zu viel Arbeit machen.

Ist mein erstes aufwändiges Projekt, also … ein wenig Pfusch ist akzeptabel :emoji_grin:.
Du merkst schon, dass sich beide Aussagen widersprechen.
Gerade wenn der Fehler mit größter Sorgfalt behoben wird prägt sich das auch ein.

Was meinst Du wie blöd ich geschaut habe als in einem Korpus ein eingeleimter Boden schräg stand?
 

kberg10

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Wir sollten von Flachdübeln, Fitschenplätchen oder ganz einfach von Lamelos sprechen.
Fehler passieren immer nur denen die was in die Hand nehmen und was machen.
Verschiedene Strategien wie trocken zusammenbauen, können schon mal vorbeugen.
Wie angesprochen Diagonale, Parallellitität, (besonders bei Schubladen) messen können schon hilfreich sein.
 

Alceste

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sind denn wirklich die Bretter in einem unterschiedlichen Winkel zueinander verleimt oder hast du vielleicht einfach nur ein parallelogramm gebaut? Im letzteren Fall könnte man das evtl. richten und durch eine Rückwand dauerhaft fixieren.
 

Avogra

ww-eiche
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Mit ner normalen Japansäge würde ich nicht flach am innen am Deckel sägen. Hab genau das mal probiert als ich einen Couchtisch zerlegen wollte und die Platten für zukünftige Projekte erhalten. Die Japansäge hat sich immer tiefer in die Platte gegraben. Ich hab leider auch keine gute Idee, wie man die auf einen konstanten Abstand hält.
 
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