Probleme mit der Schnittqualität an der TKS

MTrp

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Ich habe eine DeWalt 7492 - ja, ich weiß, dass ich mir von der keine Wunderdinge erwarten darf. Und in den letzten Tagen sind mir ein paar Aspekte aufgefallen, die mich sehr motivieren das geplante Upgrade stark vorzuziehen.

Jetzt konkret zu meinem Problem: Mir ist heute aufgefallen, dass beim Schneiden auf der Oberseite des Werkstücks auf den ersten ca. 1,5-2cm der Schnitt etwas breiter ist als auf der restlichen Länge bzw. auf der Unterseite. Siehe die Fotos. Besonders deutlich tritt das bei Gehrungen zu tage, wenn zwei solche Schnittflächen aufeinander treffen. Woran kann das liegen? Kann ich das ev. mit vertretbarem Aufwand beheben?

Erwähnenswert ist aus meiner Sicht:
  • Ich habe die Schnitte mit einem neu gebauten Schiebeschlitten für Gehrungsschnitte durchgeführt, der keinerlei Spiel hat.
  • Das Werkstück ist beim Schneiden mit zwei Spannern fixiert.
  • Es kommt mit den aufsteigenden Zähnen hinten nicht in Berührung.
  • Es macht keinen Unterschied, ob ich den Schiebeschlitten mit dem durchgeschnittenen Werkstück wieder zurückziehe oder die Säge stoppe, während das Werkstück auf Höhe des Sägeblattkörpers, liegt, also keinen Kontakt mehr zu den Zähnen hat.
  • Auffällig ist, dass das Sägeblatt beim Starten der Säge zuerst etwas unregelmäßig „flattert“ - so intepretiere ich jedenfalls die Geräusche, die wohl vom Kontakt zur Grundplatte des Schiebeschlittens entstehen und nach ein paar Sekunden Laufzeit verschwinden.
  • Ich habe auch das Sägeblatt ausgebaut, alle Bestandteile rund um Blatt, Welle und Fixierung auf sichtbare Auffälligkeiten kontrolliert, gereinigt, gut angezogen - keine Veränderung.
  • Was mir insbesondere unerklärlich ist, ist, dass das Problem offensichtlich nur auf den ersten 1,5-2cm auftritt und nicht auf der gesamten Schnittlänge. Wie kann das sein?
Aus meiner laienhaft Sicht gibt es entweder ein Problem mit der Welle oder dem Sägeblatt oder beidem.
 

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dsdommi

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Ich kann nur mutmaßen
Wie schnell schiebst du ?
Zu Beginn hat das Sägeblatt keine Führung wenn es ins Holz eintritt und "flattert" ein wenig.
Vielleicht zu Beginn etwas langsamer schieben .
 

ChrisOL

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Nimm mal das Sägeblatt raus und lege es flach auf eine sehr Ebene Fläche. Dann siehst du ob das Blatt eine Macke hat. Oder einfach mal ein anderes Blatt probieren.

Ansonsten kann ich mir dein Thema nur dadurch erklären das Aufhängung vom Motor oder der Flansch etwas Spiel haben. Dann ist auf dem ersten Stück der Schnitt größer. Wenn das Sägeblatt dann gut ins Material greift stabilisiert sich das ganze selbst etwas.

Probiere doch mal ein Stück Plattenmaterial aus. Zur hälfte einsägen, Maschine ausschalten und den Schnitt prüfen.
 

bast_ig

ww-eiche
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Du kannst auch schauen, ob das Blatt beim auslaufen oder nach dem händischen Anstoßen trudelt.

Etwas Seitenschlag ist normal, dazu gibt es bestimmt auch hier im Forum Infos.
 

MTrp

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Danke für Eure Beiträge!

Die Schiebegeschwindigkeit halte ich bewusst recht langsam, daran kann es meiner Einschätzung nach nicht liegen.

Nimm mal das Sägeblatt raus und lege es flach auf eine sehr Ebene Fläche. Dann siehst du ob das Blatt eine Macke hat. Oder einfach mal ein anderes Blatt probieren.
(…)
Ansonsten kann ich mir dein Thema nur dadurch erklären das Aufhängung vom Motor oder der Flansch etwas Spiel haben.
(…)
Probiere doch mal ein Stück Plattenmaterial aus. Zur hälfte einsägen, Maschine ausschalten und den Schnitt prüfen.
Werde ich prüfen, danke!

Anderes Sägeblatt ausprobiert ?
Noch nicht, werde ich machen! Es handelt sich übrigens um ein Bayerwald-Blatt, das noch relativ neu/jung ist - es ist noch ziemlich scharf und musste noch nie zum Schärfdienst.
 

wirdelprumpft

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Bild vom selbstgebautem Schiebeschlitten wäre evtl. hilfreich.
Montagesägen sind keine Präzisionswunder.
evtl. zu grobes Sägeblatt <Z24 die neigen manchmal dazu beim Einschnitt leicht zu flattern.
Auf Bilder sieht nach Universal-Wechselzahn Z40 oder so evtl. mal was mit mehr Zähnen ausprobieren so +-Z80
Falls Akkusägeblatt kann auch das die Ursache sein die haben meist geringe Stammblattstärke und neigen deshalb eher zu flattern beim Einschneiden
 

Lorenzo

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Hallo.

Eine Möglichkeit (!), ehr unwahrscheinlich, aber leicht zu testen: Dreck am Flansch. Also Sägeblatt mal ausbauen, den Flansch und das Sägeblatt am Kontaktbereich reinigen, Sägeblatt wieder einbauen, testen.

Grüße. Rainer
Hat er schon gemacht.. :emoji_wink:

Ich tipp auf doch vorhandenes ganz leichtes Spiel in der Führung des Schlittens. Ganz ohne gehts nicht wenn sich der Schlitten bewegen will. Ich hatte an meiner Frommia ne sehr massiven kleinen Anschlag der in einer Nut geführt wurde. Um absolut präzise Ergebnisse zu bekommen wars wichtig das Werkstück aufzulegen, und den ganzen Anschlag leicht im Uhrzeigersinn in seiner Nut zu drehen. Dabei hat sich nicht merklich was bewegt, aber eben auch dann nicht wenn das Sägeblatt das erste mal auf das Werkstück trifft.
Und das könnte bei dir der Fall sein. Ne minimale Bewegung der Führung in der Nut, oder des Werkstücks auf dem Schlitten und man wird das sehen.
 

MTrp

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Hier sieht man den Schiebeschlitten ganz gut:

IMG_6564.jpeg

Das Werkstück spanne ich nur auf einer Seite. Der Schiebeschlitten hat tatsächlich kein Spiel: Ich habe einen Läufer aus einer UHMW-PE-Platte mit etwas Überbreite geschnitten und über Abrichte und Dickenhobel in sehr feinen Schritten ganz genau angepasst. Ein Spiel kann ich in diesem Bereich tatsächlich ausschließen. Das Werkstück ist 40mm dickes Nuss-Holz.

Das Blatt ist ein Bayerwald HM-Kreissägeblatt 250 x 2,8 x 30 mit 40 Wechselzähnen. Ich habe auch noch eines mit 3,2mm Stärke und 60 Wechselzähnen - das leider ein unangenehmes Pfeifgeräusch macht -, das ich heute Abend vergleichsweise ausprobieren werde.
 

raziausdud

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Denk dran: das 3,2er Sägeblatt wird aber den „schönen“ Schlitz in Deinem Schiebeschlitten aufweiten. Kein Problem wenn Du bei 3,2 bleibst. Auch kein echtes Problem, wenn Du dann wieder aufs 2,8er gehst, nur erfüllt der Schlitz dann nicht mehr seinen spielfreien Zweck, das Reduzieren der Ausrisse an der Werkstückunterseite.

Das hat jetzt nichts mit dem eigentlichen Problem zu tun. Auch nicht die Frage, welche Stärke für die Säge vorgesehen ist, da geht es in erster Linie um den zum Sägeblatt passenden Spaltkeil - oder besser umgekehrt.

Vielleicht machst Du weitere Versuche erstmal wie vorgeschlagen mit Schnitten am Parallelanschlag, auch mal am „normalen“ Queranschlag.

Rainer
 

magmog

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........ ist es Zufall oder liegt das Reststück am Anschlag links an?
Ist das Schiebebrett gut an den Gleitflächen Silbergleit geschmiert?
Ist sichergestellt dass das Werkstück von den Kniehebelspannern nicht vom Anschlag ein bisschen weggedrückt werden
und der Schnittdruck es nicht zurück drückt?

Nebenbei, als Profi halten wir solche Teile praktisch immer händisch.
Spanner verbiegen z.B. durchaus die Grundplatte oder das Werkstück.
Im Fortschritt der Zerspanung verändern sich dann häufig die Kräfte.
 

MTrp

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Ich bin gestern Abend einigen Eurer Hinweise und Tipps nachgegangen und kann wie folgt berichten:

Das Sägeblatt ist plan und alle Zähne sind in Ordnung. Es gibt im Körper eine minimale „Delle“ und auf der anderen Seite an dieser Stelle Schabspuren. Auf dem Foto sieht es wegen der Lichtreflexion etwas ärger aus als in natura, aber ohne diese würde man es auf dem Foto kaum erkennen können. Ich glaube, dass das kein Problem darstellt - oder seht ihr das anders?

IMG_6571.jpeg
IMG_6572.jpeg

Dann habe ich die Welle geprüft und festgestellt, dass diese in der Horizontalen minimal und in der Vertikalen etwas mehr Spiel hat, bei letzterem ist auch ein leichtes Klacken zu vernehmen. Das gefällt mir überhaupt nicht - oder ist das normal?

Das geschilderte Spiel der Welle wirkt sich mit bei montiertem und voll ausgefahrenem Sägeblatt „vorne/hinten“ mit 0,2-0,5mm und „oben“ mit 1,5-2mm (!) seitlichem Spiel aus. Letzteres scheint mir deutlich zu viel.


Dann habe ich diverse Probeschnitte in beschichtete Spanplatte gemacht. Dabei ist herausgekommen:

Mit dem 2,8mm 40Z-Blatt:
  • Es macht keinen Unterschied, ob ich den Schnitt am Parallel-Anschlag oder mit dem Schiebetisch mache.
  • Ist das Sägeblatt nur wenig hochgekurbelt, ist der Unterschied in der Schnittbreite zwischen den ersten 1,5cm zum Rest danach ca. 0,05mm. Ist das Sägeblatt sehr hoch, ist der Unterschied bei ca. 0,1mm.
Am Schiebetisch gibt es tatsächlich einen kleinen Unterschied zwischen festgeklemmtem Werkstück (ca. 0,1mm) und lediglich händisch fixiertem Werkstück (ca. 0,05mm). Das hat mich überrascht.

Mit einem anderen Sägeblatt - 3,2mm, 60 WZ - schaut es signifikant anders aus: Es gibt in jeglicher Konstellation entweder quasi keinen oder
maximal 0,08mm Unterschied in der Schnittbreite.


Ich werde jetzt also mit dem 60-Zahn-Blatt weiterarbeiten. Wesentlich wäre für mich, wie Ihr die Situation betreffend das Spiel in der Welle und die kleine „Delle“ im 40-Zahn-Blatt einschätzt?
 

Lorenzo

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Eigentlich hast du die Antwort doch schon herausgefunden. Das Blatt ist das (Haupt)Problem. Hat ja auch im wahrsten Sinne des Wortes nen Treffer.
Dass die Welle mit so viel Spiel ein "sauberes" Ergebnis liefert ist schon trotzdem erstaunlich und ich würde mich nur sehr ungern drauf verlassen müssen...
 

IngoS

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Hallo,

hat die Welle Spiel, kann das Sägeblatt je nach Belastung in Schwingung geraten und die oben gezeigten Sägespuren verursachen.
Auch das Sägeblatt mit Macke kann die Vorspannung verlieren und sich entsprechend auswirken.
Hatte mal ein Sägeblatt, welches eigentlich einwandfrei aussah. Trotzdem neigte es zum flattern. Habe ich verschrottet.

Gruß Ingo
 

MTrp

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Danke für Eure Antworten, ich werde das Sägeblatt (zähneknirschend) ersetzen. Lässt sich das Spiel an der Welle ev. noch beheben?
 

herbsi

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zu heeme
Probiere das mal mit Opferleiste vor dem Werkstück, meine 0815-Tischkreissäge sägt dann "sauberer".
 

tiepel

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Hi,
meine Gedanken:
Wie kann so ein Treffer seitlich in das Blatt kommen?
Sprechen wir über Spiel der Welle oder Abweichung im Rundlauf?
Kann man Spiel/ Rundlaufabweichung mit einer Meßuhr überprüfen und nennen?
Gruß Reimund
 

MTrp

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Wie kann so ein Treffer seitlich in das Blatt kommen?
Ich erinnere mich dunkel, dass es mir mal ein Werkstück „gefangen“ hat und vermute, dass das die Ursache war.

Sprechen wir über Spiel der Welle oder Abweichung im Rundlauf?
Kann man Spiel/ Rundlaufabweichung mit einer Meßuhr überprüfen und nennen?

Ich kann dazu nicht mehr sagen, als ich schon in Beitrag #16 geschildert habe. Eine Messuhr habe ich nicht.
 

wirdelprumpft

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So nach den Bilder, würde ich mal das Sägeblatt mit der "Delle" zum schärfen bringen, so ganz taufrisch sieht das nicht mehr aus...
1,8 mm Stammblatt gibt halt schneller nach als ein 2,4 mm, das kann reichen wenn es nicht mehr ganz scharf ist.

Spaltkeil dient der Sicherheit und sollte montiert sein.:emoji_wink:
 
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