An die Experten...Stabilität Schreibtisch

WinfriedM

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Daumenregel für jedes Holz im Innenbereich: 1% quer und 0,1% längs zur Faser berücksichtigen. Dann kommt man bei 40cm auf 4mm quer!

Und wie schon geschrieben, 90% des Jahres wird man vielleicht nur 0,2% quer haben, aber dann kommen die Extremtage, an denen dann vieles kaputt geht, wenn man nicht richtig drauf geachtet hat.

Es braucht übrigens kein Langloch, bohre einfach ein paar mm größer und leg eine große U-Scheibe drüber. In diesem großen Loch kann es dann arbeiten. Ist in 30 min erledigt.
 

andama

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Nun, unter den für NKL 1 üblichen Bedingungen beträgt das relative Schwindmass also etwa 0,24%/% x (12 - 11)% = 0,24%.

Bezogen auf die Breite von 700 mm (eigenlich sollte man hier etwa 500mm ansetzen, da die auf den Bildern ersichtlichen Schrauben einen Randabstand von etwa 100mm besitzen) beträgt das Schwinden/Quellen etwa 0,24 x 700 / 100 = 1,7mm.

Unter diesen Voraussetzungen würde ich blankscheits Vorschlag folgen und alles so belassen wie es ist, also keine Langlöcher reinkratzen.

Danke Micha für Deinen Hinweis auf den sehr interessanten Beitrag 20 von hütte den ich nicht gelesen hatte. War mein Fehler und lieg sicherlich am Jetlag, mit dem ich noch zu kämpfen habe.

Nach den Berechnungen von hütte kann man getrost die 500mm oder weniger ansetzen, was dann im ungünstigsten Falle eine Massänderung von max. 0,85mm je Bohrung ausmachen würde. Da gehe ich von aus, dass ohnehin die Bohrung größer sein wird als der Aussendurchmesser der Schrauben und bei der extremsten Massänderung nichts passieren wird.
 

WinfriedM

ww-robinie
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Auch wenn die Berechnungen stimmen, die Voraussetzungen stimmen einfach nicht. Ich kenne keine Wohnung, die diese Voraussetzungen immer erfüllt: relative Luftfeuchtigkeit 60 bis 65%
 

andama

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Hast jemand schon mal einem solchen Fall erlebt oder gesehen, wo durch die Längenänderung des Holzes Schrauben zerstört worden sind oder reden wir hier über Theorien.
Das ist eine Frage die mich interessiert.
 

Mr.Woodcock

ww-pappel
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Hallo zusammen,

also folgende zusätzliche Infos. :emoji_wink:

Der Abstand zwischen den Schrauben ist exakt 38,5 cm.

In meiner Wohnung habe ich eine Luftfeuchtigkeit von ca. 45-50 %.
Ziemlich konstant weil ich in einem Neubau mit automatischer Belüftung wohne.
Die Temperaturunterschiede sind relativ gering. Selbst im Winter ohne Heizung habe ich immer 20-21 Grad.

Da ich jetzt noch verwirrter bin als am Anfang :emoji_grin:, werde ich trotzdem die Bohrungen in nächster Zeit erweitern.

Noch eine letzte Frage. Soll ich jetzt noch irgendwas wie eine Zarge, etc. bauen oder abwarten ob die Platte sich durchbiegt? :rolleyes:

Beste Grüße und schönes WE...

Mr. Woodcock
 

Holz-Ralle

ww-eiche
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Auch wenn die Berechnungen stimmen, die Voraussetzungen stimmen einfach nicht. Ich kenne keine Wohnung, die diese Voraussetzungen immer erfüllt: relative Luftfeuchtigkeit 60 bis 65%

Habt Ihr den Beitrag von Hütte eigentlich richtig gelesen und auch verstanden?

Er geht von einem Schwindmaß von max. 1,7mm aus. Wenn die Schrauben noch enger beieinander liegen ist das Schwindmaß also noch kleiner, also wird weder das Holz noch die Schraube reißen. Eine Schraubverbindung einer Spax Schraube in Holz wird eher aus dem Holz reißen als die Schraube abscheren.

Mach doch mal den Versuch nehmt zwei Stücke Eiche schraubt das mit ner Spaxschraube zusammen und versucht mal durch Schlagen die Schraube zum Abscheren zu bringen.

Wenn man die Verlinkten Bücher zu Abscherung mal richtig durcharbeitet dann wird dies auch dort beschrieben.
 

andama

ww-robinie
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und um die Wahrscheinlichkeit noch geringer zu machen, sage ich die Verschraubungen wurden bei mittlerer Luftfeuchte gemacht, was das Spiel der Schraube in der Bohrung ausmitteln würde. Aber das ist dann wirklich graue Theorie...
Deshalb sage ich, es passiert nichts.

Btw. lag ich mit meiner Schätzung des Abstandes der Bohrungen mit 40cm sehr gut :emoji_grin:
 

WinfriedM

ww-robinie
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Habt Ihr den Beitrag von Hütte eigentlich richtig gelesen und auch verstanden?

Er geht von einem Schwindmaß von max. 1,7mm aus.

Boah ey, bin ich jetzt hier im falschen Film? Ich raff es einfach nicht, wieso nicht verstanden wird, dass die Aussagen von Hütte auf 60-65% Luftfeuchte bezogen waren, die real kaum in einer Wohnung dauerhaft anzutreffen sind. Er schreibt wortwörtlich:

"üblichen Bedingungen, also mittlere Raumtemperatur 20°C, relative Luftfeuchtigkeit 60 bis 65%, Holzausgleichsfeuchte 11 bis 12% vorliegen"

Das ist in ganz vielen Fällen unrealistisch. Und es ist auch keine Theorie, dass Schrauben abreißen oder das Holz reißt. Hab ich nur zu oft gesehen, besonders bei Buche Arbeitsplatten, die von vielen unwissend falsch eingebaut werden.

Was für Kräfte auftreten, kann man auch durch umgekehrten Versuch begreifen: Versucht mal, eine Arbeitsplatte 1% zusammenzudrücken. Da braucht es Tonnen!
 

Holz-Ralle

ww-eiche
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Das ist in ganz vielen Fällen unrealistisch. Und es ist auch keine Theorie, dass Schrauben abreißen oder das Holz reißt. Hab ich nur zu oft gesehen, besonders bei Buche Arbeitsplatten, die von vielen unwissend falsch eingebaut werden.
!

Na gut rechnen wir mit einer Raumfeuchte von 40-65% bei 20-25°C ergibt eine Holzfeuchte (worst case) von 7,3% bis 11,8%, also ein Delta von 4,5% -> 024 * 4,5% = 1,08%.

Bei 40cm Schraubenabstand ergibt das eine Differenz worst case von 4,32mm. Ist auch nicht so die Welt. Das heißt er bohrt die Löcher im Durchmesser 4mm größer schraubt die Schraube mit Karosserieschrauben schön mittig ein und schon passiert gar nichts. Da brauchts kein Langloch.

Dann ist der Hysterie genüge getan.
 
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