Tipps zum Aufarbeiten, Flohmarktfund

Eilberger

ww-birke
Registriert
23. September 2026
Beiträge
65
Ort
94547 Iggensbach
die hier https://www.hbm-machines.com/de/p/hbm-strahlkabine-sbc-110
Ohne Gehäuse braucht man unmengen an Strahlmaterial und es ist ne riesige Sauerei.
Glasperlen sind nicht sonderlich aggresiv - Nussschalen hab ich nie probiert.
Wobei man mit Glasperlen dünnes Blech umformen kann, wenn man mit 8 bar drauf hält.
Aber alles was an schwarzer Beschichtung z.b. bei Fräser etc. so drauf ist geht bei Glasperlen weg.
Bild links ist komplett gestrahlt bis auf die Spanflächen und danach SurfaceShield seit ca. 2 Jahren ohne Rost
Anhang anzeigen 223276
Hab noch ne Schublade voll aber das geht vermutlich irgendwann in den Schrottcontainer
Anhang anzeigen 223277

Bevor es in den Scrottcontainer geht...
Der Verstellnuter, wenn 40 oder 50 mm Dorn, würde mich als Abnehmer finden....:emoji_wink:
 

justplanesteve

ww-birnbaum
Registriert
3. August 2026
Beiträge
202
Ort
ELMIRA
Seit etwa 20 Jahren nutzen viele von uns hier die Elektrolyse – mit einem Batterieladegerät, Waschsoda und einem Stahlgitter in einem großen Behälter. Das funktioniert gut, ist aber etwas aufwendig und manchmal recht langsam.

Seit „Evapo-Rust“ auf den Markt gekommen ist, haben viele von uns gelernt, eigene Varianten auf Basis von ETDE oder Zitronensäure herzustellen. Die Kosten liegen dabei nur bei etwa einem Sechstel bis einem Zehntel des Preises für das kommerzielle Produkt.

Ich selbst verwende eine selbstgemachte Mischung aus Zitronensäure, Waschsoda und einem Spritzer Spülmittel als Tensid. Ich setze sie in einem 25-Liter-Ultraschallreinigungsgerät mit Heizfunktion ein.
Das funktioniert unglaublich schnell – zumindest im Vergleich zu den anderen genannten Methoden.

Man kann die verschiedenen Verfahren einfach googeln.
Ich zögere, ins Detail zu gehen, da die Übersetzungsfunktion nicht immer einwandfrei arbeitet; zudem lassen sich manche Fachbegriffe nur schwer präzise übersetzen.

Die Elektrolyse zur Rostentfernung ist kostengünstig, kann aber bei Verwendung der falschen Elektrode Umweltprobleme verursachen.

ETDE ist schnell, und man muss sich keine Sorgen machen, wenn die eisenhaltigen Teile zu lange darin verbleiben. Es ist relativ sicher in der Anwendung, aber nicht umweltfreundlich.

Zitronensäure mit Waschsoda gilt als umweltverträglich – vorausgesetzt, die behandelten Metallteile verfügen nicht über Beschichtungen, die sich neben dem Rost ebenfalls auflösen würden.

Übrigens: Ich besitze eine Strahlkabine, die groß genug ist, um Motorradrahmen mit Granat-Strahlmittel zu bearbeiten; eine etwas kleinere Kabine mit Melamin-Strahlmittel für Aluminium und weichere Materialien; zudem habe ich Zugang zu einer großen Kabine, in der mit Glasperlen gestrahlt wird. Bei verrosteten Eisenmetallen landet jedoch alles, was hineinpasst, im Zitronensäure-Ultraschallbad – weil es einfach am unkompliziertesten ist.
 

justplanesteve

ww-birnbaum
Registriert
3. August 2026
Beiträge
202
Ort
ELMIRA
Nach dem Entrosten wasche und schrubbe ich die Gegenstände mit einem handelsüblichen, alkalischen (laugenbasierten) Reinigungsmittel. Anschließend trockne ich sie entweder im Ofen oder durch Abspülen mit Alkohol (der Alkohol bindet das Wasser). Wenn das Werkzeug nicht lackiert werden soll, tränke ich es noch im heißen Zustand mit einem Rostschutzöl (LPS #2). Soll das Werkzeug benutzt werden, wische ich das Öl ab und trage stattdessen Wachs auf. Für den Außeneinsatz behandle ich es häufig mit Leinöl. Mit der Zeit bildet sich dadurch eine Schicht, was jedoch in der Regel nicht weiter stört.
 

flüsterholz

ww-robinie
Registriert
18. Juli 2022
Beiträge
4.625
Ort
südlicher Odenwald
Mal einen kurzen Zwischenbericht. Ich habe heute meinen ersten Versuch gestartet, den Rost auf Schneiden und Zunder wegzubekommen. Ich wollte erstmal so sanft wie möglich anfangen, um die Zunderschicht zu erhalten. Hatte ja kurz überlegt mir so ein Ultraschalldongsbums zuzulegen, aber mir ist nichts eingefallen wozu ich das sonst noch großartig gebrauchen könnte. Daher habe ich mit Schleifvlies und einem Multiöl von Fuchs (wahrscheinlich etwas ähnliches wie WD40) angefangen, erschien mir in dem Fall als das schonendste. Das hat überraschend gut funktioniert. Rost weg, Zunder ohne Beschädigung. Ein paar verkrustete Verschmutzungen mit Harzlöser von Stihl und einer alten Ziehklinge entfernt. Das war es schon. Danach habe ich dann den ersten groben Anschliff der Äxte und Rindenschäler mit dem Bandschleifer und 80er Papier vorgenommen. Immer mal zwischendrin in Wasser gekühlt, war auch das kein Problem. Hat dann aber, wegen ein paar Scharten, schon etwas mehr Zeit gekostet. Alles in allem (Entrosten und Grobschliff) bisher 2 Stunden.
Danach habe ich mich noch den zwei Ziehmessern gewidmet. Entrosten auch wie oben beschrieben und dann versucht zu schärfen. Ging zwar mit Feilen (Normal und Diamant) ganz gut, aber die Schneiden sind nicht mehr gleichmäßig rund bzw gerade. Da ich die nicht nur zum Entrinden, sondern auch zum Schnitzen einsetzen wollte, muss ich da nochmal dran und erstmal eine gleichmäßig runde bzw gerade Schneidenform herstellen.
Womit ich den Dechsel schärfe, weiß ich noch nicht. Der hat leider nicht nur innen eine Fase. Irgendein Tro.... ist mit irgendwas auch außen drüber gegangen. Das wird dann noch lustig werden. Ich fürchte, mit meinen Mitteln dürfte das extrem zeitaufwendig werden. Erstmal muss die Schneide 2 - 3mm runtergeschliffen werden, um dann eine komplett neue Innenfase anzuschleifen.
Jemand eine Idee, womit man das mit möglichst wenig Zeitaufwand machen könnte?
 
Zuletzt bearbeitet:

Martin45

ww-robinie
Registriert
10. März 2013
Beiträge
7.666
Ort
417xx
Das grobe mit Flex und klassischer Schruppschreibe=breite Scheibe. Das nächstfeinere mit Flex und Fächerscheiben diverser Körnung. Danach solltest du schon ganz gut dabei sein.
 

flüsterholz

ww-robinie
Registriert
18. Juli 2022
Beiträge
4.625
Ort
südlicher Odenwald

Da bin ich

ww-robinie
Registriert
18. Januar 2021
Beiträge
1.595
Ort
Deutschland
Für mich wäre beim dechsel ein bandschleifer für die äußere Fläche das bevorzugte Werkzeug .
für die innenfase nehme ich schleifwalzen eingespannt in der ständerbohrmaschine .
und ausstielen würde das ganze handlich er machen
 

justplanesteve

ww-birnbaum
Registriert
3. August 2026
Beiträge
202
Ort
ELMIRA
Hatte ja kurz überlegt mir so ein Ultraschalldungsbums zuzulegen, aber mir ist nichts eingefallen wozu ich das sonst noch großartig gebrauchen könnte.

Glückwunsch zur erfolgreichen Lösung!

Nur zur Klarstellung, falls du noch einmal darüber nachdenkst: :emoji_slight_smile:

Ein Ultraschallbad allein ist gegen Rost nicht wirklich effektiv. Gut, dass du dir das Geld gespart hast. Es ist die chelatbildende Lösung – ob ein kommerzielles Produkt wie Evapo-Rust oder eine selbstgemachte Mischung –, die die eigentliche Arbeit leistet. Diese Lösung wirkt auch für sich allein, und zwar ziemlich schnell. Ein Ultraschallbad mit Wärmezufuhr beschleunigt den Prozess lediglich etwas und hilft zudem dabei, anderen Schmutz zu entfernen.

smt
 

flüsterholz

ww-robinie
Registriert
18. Juli 2022
Beiträge
4.625
Ort
südlicher Odenwald
Hallo Steve
Danke, das war mir aber auch klar, dass ich da auch noch die entsprechende Reinigungs-, bzw Entrosterlösung benötige. Ich hatte mich über das Problem auch noch mit einem befreundeten Hobbyschmied unterhalten, der Ultraschall auch für eine gute Lösung hielt und mir dann auch den Tipp mit dem Öl und Schleifvlies gegeben hatte. Von Glasperlen und rotierenden Bürsten hatte er bei Zunder abgeraten. Das wäre seiner Meinung nach, für die Zunderschicht schon zu aggressiv. Was ist eigentlich das von Dir erwähnte ETDE? Ich habe dazu nichts finden können.

Gruß Michael
 

flüsterholz

ww-robinie
Registriert
18. Juli 2022
Beiträge
4.625
Ort
südlicher Odenwald
Für mich wäre beim dechsel ein bandschleifer für die äußere Fläche das bevorzugte Werkzeug .
für die innenfase nehme ich schleifwalzen eingespannt in der ständerbohrmaschine .
und ausstielen würde das ganze handlich er machen
An die Schleifhülsen hatte ich auch schon gedacht. Auf der Drechselbank eingespannt, hätte es wahrscheinlich auch mit Stiel funktioniert. Aber ich trenne inzwischen Holz- und andere Arbeiten. Schlechte Erfahrungen gemacht. Irgendwie habe ich mir dann immer was versaut. Und die Drechselbank in die andere Werkstatt rüberzutragen, ist mir dann doch zu aufwendig. :emoji_wink: Ich werde es mal mit dem Geradschleifer und Handbohrmaschine mit Hülse versuchen. Wenn es nicht funktioniert, kann ich immer noch ausstielen und es an der Ständerbohrmaschine versuchen.

Gruß Michael
 

civil engineer

ww-robinie
Registriert
31. März 2007
Beiträge
1.907
Ort
Nordostbayern
Dechsel habe ich leider (noch) nicht. Bei einem gebogenem Zugmesser, Fase innen, bin ich mit einem Schleifstift in der Bohrmaschine weiter gekommen. Ich könnte mir vorstellen, daß ein Schleifstift in einer biegsamen Welle noch besser funktioniert und vor allem besser geführt werden kann von Hand weil filigraner. Also besser Dechsel einspannen und Schleifstift beweglich als Schleifstift einspannen und Dechsel beweglich.
 

Martin Graf

ww-robinie
Registriert
9. Juni 2011
Beiträge
778
Ort
30km östlich von München
Hallo Steve
Danke, das war mir aber auch klar, dass ich da auch noch die entsprechende Reinigungs-, bzw Entrosterlösung benötige. Ich hatte mich über das Problem auch noch mit einem befreundeten Hobbyschmied unterhalten, der Ultraschall auch für eine gute Lösung hielt und mir dann auch den Tipp mit dem Öl und Schleifvlies gegeben hatte. Von Glasperlen und rotierenden Bürsten hatte er bei Zunder abgeraten. Das wäre seiner Meinung nach, für die Zunderschicht schon zu aggressiv. Was ist eigentlich das von Dir erwähnte ETDE? Ich habe dazu nichts finden können.

Gruß Michael
Ich denke, dass er EDTA meint.
 

Da bin ich

ww-robinie
Registriert
18. Januar 2021
Beiträge
1.595
Ort
Deutschland
Da gibt’s wahrscheinlich 100 unterschiedliche Wege zum Ziel .
schleifen von Hand geht bei mir immer in Richtung ,das es sehr viele fasen gibt , bei jedem neuen ansetzen eine andere :emoji_wink:
grundsätzlich gilt für mich Werkzeug fest und Werkzeug handgeführt oder andersrum, aber nie beides handgeführt.
deshalb wäre mein Weg die fase mit einem möglichst grossen Durchmesser zuschleifen
und der Dechsel handgeführt wegen der Kühlung
 
Zuletzt bearbeitet:

flüsterholz

ww-robinie
Registriert
18. Juli 2022
Beiträge
4.625
Ort
südlicher Odenwald
Da gibt’s wahrscheinlich 100 unt Wege zum Ziel .
schleifen von Hand geht bei mir immer in Richtung das es sehr viel fassten gibt , bei jedem neuen ansetzen eine andere :emoji_wink:
grundsätzlich gilt für mich Werkzeug fest und Werkzeug handgeführt oder andersrum, aber nie beides handgeführt.
deshalb wäre mein Weg die fase mit einem möglichst grossen Durchmesser zuschleifen
und der Drechsel handgeführt wegen der Kühlung
Macht Sinn. Mal schauen. Heute Nachmittag geht es wahrscheinlich weiter. Aber erstmal die Ziehmesser.
 

justplanesteve

ww-birnbaum
Registriert
3. August 2026
Beiträge
202
Ort
ELMIRA
Was ist eigentlich das von Dir erwähnte ETDE? Ich habe dazu nichts finden können.

Mein Fehler! Ich habe die falschen Abkürzungen für das Produkt verwendet. Entschuldigung. Die korrekte Bezeichnung lautet EDTA. An einem Tag lese ich, dass es „besser“ sei – am nächsten Tag heißt es: „eher nicht so“. Du wirst also selbst ein wenig recherchieren müssen, um eine eigene Entscheidung zu treffen. Meine Variante mit Zitronensäure funktioniert einwandfrei. Ich scheine genug Natron (Backsoda) beigemischt zu haben, denn selbst wenn die Teile deutlich länger als nötig im Bad liegen bleiben, scheint ihnen das nicht zu schaden. Beim Entrosten ist es oft schwer zu beurteilen: Stammt eine Vertiefung (ein „Loch“) von tiefem Rost, der bereits vorhanden war, oder ist sie erst durch das Bad entstanden? Bisher gilt: Bei Stahl mit oberflächlichem Rost kommt nach der Behandlung blankes, glänzendes Metall zum Vorschein, ohne dass es zu Lochfraß kommt. Bei Guss- oder Schmiedeteilen sieht das anders aus – dort können bereits ab Werk oxidierte Einschlüsse (Schlacken) vorhanden sein. https://www.youtube.com/watch?v=WhzNttK_-ko&t=52s

smt
 

flüsterholz

ww-robinie
Registriert
18. Juli 2022
Beiträge
4.625
Ort
südlicher Odenwald
Äxte und Rindenschäler sind soweit fertig geschärft. Warten jetzt noch auf das Einstielen. Wenn ich Lust und Zeit habe, mache ich noch für alle einen Lederschutz.
20261106_134010.jpg
Das Ziehmesser war dann doch etwas aufwendig, dort wieder eine gleichmäßig verlaufende Schneide hinzubekommen, bzw die neue Schneide dann auch wieder zu schärfen. Seltsam war die ungleichmäßige Härte. In einem kleinen Bereich war mit Metallfeilen nichts auszurichten. Ging dann nur mit Diamantsteinen und -Feilen. Habe ich so auch noch nicht erlebt. Der erste Halbstab in Eiche hat dann aber gut funktioniert.
20261106_133828.jpg 20261106_133809.jpg
Jetzt überlege ich noch neue Griffe zu drechseln. Die alten liegen nicht gut in der Hand. Wie löse ich die alten am besten und mache wieder neue dran?
20261106_133847.jpg 20261106_133852.jpg
 

flüsterholz

ww-robinie
Registriert
18. Juli 2022
Beiträge
4.625
Ort
südlicher Odenwald
Ach ja, kann man die Eschenstiele von Grube nehmen? Oder gibt es andere Empfehlungen? Im Forstbetrieb habe ich nur welche von Fiskars, da entfällt das Einstielen. Heißt, ich habe noch nie welche selber eingestielt.
 

justplanesteve

ww-birnbaum
Registriert
3. August 2026
Beiträge
202
Ort
ELMIRA
Das ist eine wunderbare Arbeit!

Was die Griffe betrifft: Wenn du eine originalgetreue Restaurierung anstrebst, ist es sinnvoll, so viel von der Länge des Erl (des Metallstiels) wie möglich zu erhalten. Spalte also die alten Griffe ab, entferne die Unterlegscheiben (durch Abschneiden oder Abschleifen) und erhitze dann die Enden des Erls kurzzeitig bis zur Rotglut. Lass sie langsam abkühlen und schmiede sie wieder gerade. Glühe sie anschließend erneut weich – so sind sie bereit für die neue Vernietung, sobald die neuen Griffe und Unterlegscheiben fertig sind.

Ich habe bei alten Werkzeugen schon Erle oder Tüllen durch Acetylen-Schweißen verlängert.

Alternativ kannst du, nachdem der Erl freigelegt ist, diesen vorsichtig rund feilen und ein Gewinde für eine Mutter aufschneiden. Auf diese Weise können die neuen Griffe länger ausgeführt werden, wobei die Mutter in einer Senkung im Inneren des Griffs verschwindet. Hierfür eignet sich beispielsweise eine Mutter, wie sie zur Befestigung des vorderen Knaufs an einem Stanley-Hobel verwendet wird – bei Bedarf sogar mit einem Schlitz für einen Schraubendreher.
 

flüsterholz

ww-robinie
Registriert
18. Juli 2022
Beiträge
4.625
Ort
südlicher Odenwald
Und der Dechsel ist dann auch fertig geworden. Am besten ging das Schärfen letztendlich mit ganz normalen Metallfeilen und dem Wetzstein für die Sense. Nur mit dem Stiel bin ich noch nicht ganz glücklich. Die anderen Ziehmesser habe ich dann gleich auch mal geschärft, wenn man schon dabei ist... 20261106_213700.jpg
 

Martin45

ww-robinie
Registriert
10. März 2013
Beiträge
7.666
Ort
417xx
Die Dechsel ist so rund? Was hat man mit dieser Form bearbeitet? Mir will spontan nix einfallen.
 
Oben Unten