Holzleiste über die breite Seite biegen

MukerBude

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Beispiel:
Eine Holzleiste, mit den Maßen 2 mm dick und 8 mm breit, liegt mit der breiten Seite flach auf der Arbeitsplatte.
In diesem Zustand soll diese Leiste gebogen werden.

Wie nennt man das, und wie ist so etwas zu bewerkstelligen?

Die Frage stammt aus meiner zu groß geschnitzten Falz, es besteht jedoch noch theoretisches Interesse.

Google bietet dazu nichts an. Die KI bietet Querbiegen und Flachbiegen an.
Beides trifft aber nicht den Kern der Frage.

Beste Grüße
 

flüsterholz

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Ich habe da meine Zweifel, dass das funktioniert. Von daher denke ich, dass es auch keinen Fachausdruck gibt. Lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.
 

justplanesteve

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Wenn ich Ihre Absicht richtig verstehe?
In der Metallbearbeitung spricht man bei einem solchen flachen Werkstück umgangssprachlich oft davon, es „in die schwierige Richtung gebogen“ zu biegen. Einen entsprechenden Fachbegriff für die Holzbearbeitung habe ich noch nie gehört.

Natürlich ist das möglich – aber mit welchem Radius?

smt
 

flüsterholz

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Das dürfte aber nur mit wirklich großen Radien gehen. (Vielleicht täusche ich mich auch, habe es noch nicht probiert) Aber ich verstehe nicht so recht den Sinn dieses Vorgehens. Warum sollte man die Eigenschaften des Materials Holz nicht nutzen, anstatt es genau in die Richtung biegen zu wollen, wo es die meisten Probleme gibt. Mir würde für so einen Fall eher Schichtverleimung oder einsägen einfallen. Aber gut, vielleicht bin ich da manchmal auch zu traditionell eingestellt und es kann ja auch spannend sein, ein Material zu "überlisten".

Gruß Michael
 

Holzcouch

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Ich habe es vielleicht noch nicht ganz verstanden, aber ich kann ja mal beschreiben was ich denke.
Das Werkstück liegt mit 8mm Breite auf der Werkbank, darf aber mit Hilfsmitteln gebogen werden?
Die Länge ist egal, könnte daher ein Meter sein. Der Radius wäre maximal halbrund?

Damit der Zustand beim Biegen gehalten wird, müsste das Werkstück kurzzeitig mit Dampf/Hitze,
sowie mit einer Form in die gewünschte Biegung gebracht und gehalten werden. Damit der Zustand stabil bleibt,
hilft es nicht nur eine Leiste, sondern mehrere so zu biegen, und kurzzeitig miteinander durch die Form angelegt zu verleimen.

Damit die Holzleiste in diesem Zustand gebogen werden kann, müsste unter der Holzleiste eine Führung die Form vorgeben.
Veritas hatte mal so Stahlbänder fürs Biegen. Ich würde die Holzleiste aufs Stahlband legen, darüber die Form mit Löchern
für Zwingen, um das Stahlband mit der Holzleiste an der Form zu fixieren.

Wahrscheinlich habe ich aber die Frage nicht richtig verstanden, und bin auch kein Experte im Biegen.
Ich habe nur mal einen Vortrag von Dominik Ricker auf der HolzWerken Live dazu gehört.
 

IngoS

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Hallo,

Flachkant- oder Hochkant biegen kommt im Metallbereich bei Flachstahl beides häufig vor. Beim Hochkant biegen weicht das Werkstück im Biegebereich leicht zur Seite aus. Darum gibt es Biegevorrichtungen, die das verhindern und, oder das Werkstück wird rot warm gemacht um die hohen Biegekräfte zu verringern.

Gruß Ingo
 

magmog

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Guuden,

um welchen Radius geht's denn überhaupt?
Eine flache Leiste um die breitere Seite zu biegen ist mit R= 2500mm noch möglich,
mit R= 250mm eher nicht. Das Bestreben, dass die Leiste sich auf hochkant stellt, muss auf Fälle alle unterbunden werden.
Wenn nix geht, auf Schicht verleimen.
 

MukerBude

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Die Radien sind relativ groß, wie bei Konzertgitarren.

@flüsterholz
die Idee kam mir, als ich die Falz zu tief geschnitzt hatte. Diese mit gebogenem Furnier aufzufüttern.
Das Mehrlagige Binding mit Holz wird wohl vorher zusammengeleimt.
Aber wie macht man das, wenn das große Binding aus ABS besteht?

Binding mehrlagig.jpg

@Holzcouch
du hast die Frage nicht nur gut verstanden, sondern auch gut ausgedrückt. Danke

@agnoeo
schön, erklärst du mir auch, wie ich dann 2mm dünne Stränge aus dem gebogenen Stück von Hand säge?
 
Zuletzt bearbeitet:

MukerBude

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Beim Bau meiner Konzertgitarren habe ich mir vorgenommen, außer einer Heißluftpistole - die das im Ofen erhitzte Biegeeisen ersetzt - keine Elektrowerkzeuge zu benutzen. Bei der Falz habe ich den Dremel mit einem entsprechenden Fräskopf nur dazu benutzt, meine Arbeit zu überprüfen. Alle Ausbesserungsarbeiten sind natürlich wieder mit meinem selbstgebauten Purfling- Cutter und einem Stechbeitel geschnitzt worden.
Von Hand, 2 mm aus so einem gebogenen Gebilde abzusägen, traue ich mir nicht zu.
 

agnoeo

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Hab's noch nicht selbst versucht, aber vielleicht könnte es gehen eine Säge in 2mm Abstand zu einer Referenzfläche zu spannen und das Werkstück daran langzufahren.

Gruß, David
 

flüsterholz

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Mit ABS kenne ich mich nicht aus. Gebogen habe ich bisher auch nur die Rahmen von Rahmentrommeln.
Zwei Ideen trotzdem mal.
1. Das Binding zunächst komplett verleimen und dann biegen. Ob das funktioniert, weiß ich nicht. Das müssten aber doch andere Gitarrenbauer wissen.
2. Du leimst erst das zweilagige Binding über die komplette Breite ein und schneidest dann eine Nut aus. Dafür brauchst du entsprechend dünne Messer, die parallel geführt werden an einem Anschlag (gab es glaube ich mal von Ulmia), oder beide Schnitte einzeln mit einem entsprechenden Anschlag ausführen ginge auch. Veritas baut so etwas noch. Das ließe sich aber auch selber bauen. 20261012_204103.jpg

Das schwierige ist dann die Nut gleichmäßig auszuheben. Auf ebenen Flächen wäre da ein Nut- oder Grundhobel mit entsprechend schmalen Eisen eine Möglichkeit. Auf gebogenen Flächen wird am besten ein entsprechend breites Schnitz- oder Stemmeisen. 2mm gehen. Bekommt man eher als Schnitzeisen, oder selber aus einem breiteren Stemmeisen zurechtfeilen.
Es gibt auch noch Eisen, die speziell für schmalere Fadenintarsien hergestellt werden, bis etwa 1mm. Da müsste man dann in 2 Durchgängen nebeneinander die Nut herausarbeiten. Diese Eisen schneiden in eine Richtung den Rand und nehmen dann in der der entgegengesetzten Bewegung das Material zwischen den Rändern heraus. Sehr gewöhnungsbedürftig.
20261012_202712.jpg
Last Not least könnte evtl auch noch ein Kratzstock mit entsprechendem glatten Profil (habe kein passendes da)gehen. Habe ich aber noch nicht ausprobiert. Falls die Nut nicht gleichmäßig tief gelingt, Überstände abnehmen. Ist eh einfacher als die Bandintarsie gleich auf die entsprechende Tiefe anfertigen zu wollen. 20261012_202346.jpg
 

fragnix

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Ich mag die Aufgabe falsch verstanden haben. Es soll ein flach liegendes C hergestellt werden, richtig?
2 mm, also Furnier, an der Bandsäge zu schneiden ist ein üblicher Vorgang. In diesem Fall muss das Holz halt nicht gerade durchgeschoben werden, sondern so, dass der Auflagepunkt in der Nähe des Sägeblatts bleibt. Da würde ich mir keine Sorgen drum machen, insbesondere nicht nach Montierung einer seitlichen Führung auf der zweiten Seite, vor dem Sägeblatt.
 

fragnix

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In der Tat, danke für den Hinweis.
Also nun... Säge 3-4 mm ab, baue zwei 2mm Auflagen links und rechts, und nimm den Überstand abschnittsweise mit dem Handhobel ab.
 

Glismann

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Es gibt auch Biegeholz, Buche hätte ich hier.

ob das mit dem Biegen klappt kann ich Dir nicht sagen.
 

MukerBude

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@flüsterholz
ich kann mir nicht vorstellen, das diese Methode wirklich eine saubere Nut erzeugt.
Aber das liegt wahrscheinlich an meinen zu geringen handwerklichen Fähigkeiten.

@fragnix
das würde bedeuten, zwei mal die Umrisse des Gitarrenkorpus als Auflage herzustellen.
Den äußeren in genau den Maßen des Korpus, den inneren zwei Millimeter kleiner.
Und bei dieser Vorgehensweise ist noch nichts gebogen.
Das finde ich gelinde gesagt: “Etwas zu aufwendig.“

Interessante Idee, die gut funktionieren könnte. Hier steht jedoch der Aufwand Kontraproduktiv zum Ergebnis.

Da könnte man ja gleich den gesamten Ring aus zwei großen Stücken Furnier aussägen.
 

fragnix

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Wenn der Faserverlauf egal wäre, dann könnte man das so machen.
Ich bin mal gespannt was noch an Vorschlägen kommt.
 

flüsterholz

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2mm sind für meine Verhältnisse etwas grob, so breite Eisen zum Ausheben habe ich nicht. Musste daher mehrmals durchgehen. Auch habe ich jetzt nur etwas gefunden, dass stärker gebogen ist.
Erster Riss
20261013_230238.jpg
Zweiter Riss
20261013_230559.jpg
Nut ausgehoben
20261013_231714.jpg
 

MukerBude

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@fragnix
was, wie machen?

@flüsterholz
deine Arbeit in allen Ehren, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass du solch eine Arbeit deinen Kunden übergeben würdest.

Nut.jpg

Antwort eines Gitarrenbauers:​
Bei Konzertgitarren ist es verpönt, das Binding aus ABS zu machen. Die einzelnen Lagen Holz-Binding, werden vor dem Biegen zusammengeleimt.
Oder:
Man fräst die Falz in Stufen. So dass das untere Binding (um das es hier geht) lediglich eine Fräsung von z.B. 1 x 1 mm oder 2 x 2 mm etc. benötigt. Die dünnen quadratischen Leisten lassen sich dann leicht biegen. Wieder was dazu gelernt !

Ich verwende ABS, weil ein Kantenschutz aus Holz meines Erachtens keinen richtigen Schutz bietet, da das Holz-Binding im Gegensatz zum ABS unschöne Dellen bekommt.
 

flüsterholz

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deine Arbeit in allen Ehren, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass du solch eine Arbeit deinen Kunden übergeben würdest.
Was soll das denn jetzt???
Das war irgendein Reststück, dass ich aus der Restekiste genommen habe und kein Teil für einen Kunden. Aber wenn du unbedingt Recht haben möchtest, bitte...
 

MukerBude

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@flüsterholz

da hast du/ihr mich aber ordentlich missverstanden.

- Das es sich um ein Reststück handelt, ist deinem vorletzten Thread eindeutig zu entnehmen!
- Das die gezeigte Arbeit von dir nicht an einen Kunden geliefert würde, heißt nicht, dass ich davon ausgehe,
dass du dieses Stück für einen Kunden angefertigt hast.
- Womit will ich denn Recht haben?

Ich wollte lediglich darauf hinweisen, das die Nut an dem von dir gezeigten Reststück, nicht sauber ausgehoben ist, worauf die Pfeile hinweisen. Ebenso habe ich darauf hingewiesen, das du bemüht bist möglichst saubere Arbeiten zu realisieren!

Ich wurde gebeten mich zu entschuldigen. Nur weiß ich beim besten Willen nicht wofür. Es sei denn dass berechtigte Kritik nicht erwünscht ist?
 

pb57

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Meine 2 Pfg.:
Wenn @flüsterholz Zeit und Mühe aufbringt, ein von ihm vorgeschlagenes Verfahren zu demonstrieren und dann in Wort und Bild zu dokumentieren, finde ich es schon etwas seltsam, darauf in einem Satz mit der recht unwirsch klingenden Frage (Zumutung an Kunden) und den gelben Pfeilen zu reagieren. Ich wenigstens, als Unbeteiligter, war von dem Beitrag ziemlich irritiert.
 
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