Alte Kombimaschine - noch brauchbar?

Sire Toby

ww-robinie
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Die Positionen der Diskussion sind ja grundsätzlich klar.
Ich will dennoch eine Lanze für die Sichtweise der SUVA oder auch der BG brechen, auch für die Hobbyisten.
Warum?
Die Regeln der BG sind ja nicht entstanden, weil ein Bürokrat Langeweile hatte, sondern weil eben etwas passiert ist, das viel Leid verursacht und Geld gekostet hat.
Und ich sehe in meiner Tätigkeit nicht wenige Unfälle, die bei Einhaltung der Regeln sicher hätten vermieden werden können.
Warum sollten also wir Laien nicht von dieser über 100 Jahre angesammelten Erfahrung profitieren?
Neben dem opponierenden Daumen und dem aufrechten Gang ist doch eine wichtige Fähigkeit von Primaten, dass wir von Fehlern anderer lernen können.
Und das Argument, dass es im privaten Umfeld rechtlich ok ist und wir unseres Glückes Schmied sind, stimmt nur bedingt.
Durch die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall (oder eben Unfall) haften wir über unsere Beiträge in die Krankenversicherung für jeden noch so dämlichen Unfall mit.
Pro Tag AU werden die Kosten dafür zwischen 200€ und 700€ (ganz grob geschätzt) angegeben.
Ob das Schicksal am 30er Dorn hängt (wenn man die richtigen Fräser verwendet) sei dahingestellt.
Aber möglicherweise kenne ich hier auch einfach den Hintergrund nicht.
Ich freue mich für jeden, der bisher einfach auch Glück gehabt hat.
Aber es bleibt für mich ein bisschen wie bei dem Hundebesitzer, der sagt: „der beißt nicht“ - bis er irgendwann sagt: „das hat er aber noch nie getan“...
Schönes und unfallfreies Wochenende, Tobi.
 
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magmog

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Guuden,

ich lasse meine Kursteilnehmer immer mal meine Tischfräse aufrüsten.
Dazu lege ich Zwischenringe, Gabelschlüssel, Sicherungsscheibe und einen großen Falzkopf bereit.
Es gab dabei bereits Anwärter, die auf den Zwischenringen den Falzkopf montierten.

Das mit einem langen 25-er Dorn, 6000 U/min und einen Falz von 50 X 25mm in astiger Eiche?
Ich rate immer dringend davon ab!
 

magmog

ww-robinie
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Ich und all meine Fachkollegen sind also verstümmelt oder tot – und wir haben es nicht einmal gemerkt?
Dabei bringen wir es zusammen auf vielleicht 1.000 Jahre Erfahrung im Umgang mit solch gefährlichen Apparaturen!

Die einzig logische Schlussfolgerung lautet: Konstruktionen müssen stets robust, narrensicher und sicher ausgelegt sein. Das gilt immer, sobald man es mit einer Maschine gleich welcher Art zu tun hat.

Das Problem ist jedoch, dass niemand von uns dazu ermutigen sollte, solche Maschinen zu benutzen. Man sollte sich informieren, eine Entscheidung treffen, dann sicher handeln und an die Angehörigen denken, die auf einen angewiesen sind. Gott bewahre, dass sich jemand auch nur einen Splitter einzieht – das würde ein schlechtes Licht auf unseren schlechten Rat werfen.

(Ein Jahrtausend an Erfahrung im Kreis von Freunden ist keine Übertreibung. Seit 25 Jahren bin ich Moderator des Holzforums eines sehr großen US-Forums für Metallbearbeitung.)



............. die die tot sind melden sich alle nichtmehr, und die richig verletzten können nicht mehr
oder ihnen ist die Lust dazu vergangen!
 

mj5

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Hi Steve,

nichts fuer ungut, aber Du solltest deinem Uebersetzungsprogramm keine Ironie zumuten.

In einem deutschen "woodworker" Forum auf die Welt "vor 1945" hinzuweisen und dann "1000 jährige Erfahrung" ins Gespraech zu bringen,
das ist ein bischen viel auf einmal. Finde ich. 1945 ist ueber 80 Jahre her, 1865 sogar ueber 160. Die Arbeitsbedingungen haben sich verbessert,
die Arbeitssicherheit auch. Als 1941 Penicillin in der Medizin eingefuehrt wurde nahm auch die Zahl der Amputationen ab. :emoji_thinking:

Ich bleibe dabei: Das Ding ist ein Deko-Teil.

Der Aufwand diese Maschine wieder zum Leben zu erwecken und Bedienungssicher zu machen ist unwirtschaftlich.
Der Beitragsstarter waere besser beraten sich eine nicht so alte Gebrauchtmaschine oder auch etwas neues zuzulegen.
Ich bin mir nicht sicher ob @wanderlustxjacky die noetigen Maschinenbaukenntnisse oder auch die Erfahrung im Holzwerken mitbringt,
um dieses Geraet auf Vordermann zu bringen.

"Narrensicher" wird man wohl leider keine Maschine bekommen. Fehler-toleranter als dieses Mueseumsstueck schon.
Auch heute passieren noch Unfaelle. Aus Unerfahrenheit, in Eile oder wegen nachlassender Konzentration / Uebermuedung.
Aber mit zeitgemaeszen Maschine landen diese Unfaelle nicht gleich im Krankenhaus.
 

predatorklein

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Ich will dennoch eine Lanze für die Sichtweise der SUVA oder auch der BG brechen, auch für die Hobbyisten.
Moin

Dem stimme ich voll zu .
Zumal bei einer schwereren Verletzung MIT GARANTIE jemand vom Fach kommt und sich ankuckt , wie der Unfall passiert ist .

Wird dann festgestellt , dass gegen die momentan geltenden Standards in Bezug auf Sicherheitsregeln verstoßen wurde , gibt es ganz schnell was auf die Mütze .
Egal ob im Profibereich oder im Hobbybereich .

Die Aussage " als Privatmann kann ich bei mir im Haus machen was ich will " , gehört zu den " urban legends " , die immer mal gerne zitiert werden .
Gilt nämlich nur , solange nichts passiert .

Gruß
 

magmog

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Guuden,

der Aussage von @predatorklein
Die Aussage " als Privatmann kann ich bei mir im Haus machen was ich will " , gehört zu den " urban legends " , die immer mal gerne zitiert werden .
Gilt nämlich nur , solange nichts passiert.

möchte ich erweitern. Niemand kann irgendwo machen was er will.
Unfälle bringen immer unbeteiligte mit ins Spiel, die Familie leidet, hat Sorgen bis hinzu existenziellen,
die Kollegen müssen die Arbeit mit erledigen und die Versorgung und Ausfallgelder erarbeiten,
die Firma und die Kunden Verzögerungen kompensieren....
Kommt's ganz hart muss eine Rente her, Hilfsangebote finanziert werden.....

Keiner lebt im luftleeren Raum, alles hat Rückwirkungen auf alle!
 

sowas

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Wird dann festgestellt , dass gegen die momentan geltenden Standards in Bezug auf Sicherheitsregeln verstoßen wurde , gibt es ganz schnell was auf die Mütze .
Egal ob im Profibereich oder im Hobbybereich .

Die Aussage " als Privatmann kann ich bei mir im Haus machen was ich will " , gehört zu den " urban legends " , die immer mal gerne zitiert werden .
da kommt nur Einer wenn ich von Einer Versicherung was möchte. Und das ist das Problem, nicht mit den Konsequenzen seines Handeln umgehen zu können.
 

Kerstenk

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möchte ich erweitern. Niemand kann irgendwo machen was er will.
Unfälle bringen immer unbeteiligte mit ins Spiel, die Familie leidet, hat Sorgen bis hinzu existenziellen,
die Kollegen müssen die Arbeit mit erledigen und die Versorgung und Ausfallgelder erarbeiten,
die Firma und die Kunden Verzögerungen kompensieren....
Kommt's ganz hart muss eine Rente her, Hilfsangebote finanziert werden.....

Keiner lebt im luftleeren Raum, alles hat Rückwirkungen auf alle!
grundsätzlich ist es so, das im privaten Bereich kein Verbot gibt (mal davon abegesehen das es nicht sinnvoll ist, solche Maschinen zu nutzen). Die Kosten werden von der Allgemeinheit getragen, wie z.B. bei Sportunfällen im Übrigen auch, oder das Hobby Rauchen.
Anders sieht es aus, wenn Fremde da zu Schaden kommen, weil die Maschinen nicht OK sind, da kann es dann zu zivilrechtlichen Klagen kommen und deren Folgen, hat aber mit der BG nichts zu tun.
 

Kerstenk

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Bist du dir sicher, dass eine private Versicherung für Unfall und Invaliditätskosten aufkommen würde?
eine private Versicherung ist was anderes wie die gesetzliche Krankenkasse. Ich habe eine Unfallversicherung, die nicht fragt wer schuld war, sondern zahlt, also auch Eigenverschulden. Wenn ich eine Leiter runterfalle, habe ich die Sicherungsvorkehrungen nicht beachtet, sonst würde ich ja nicht runterfallen.

Die Krankenkasse zahlt ja nur die Behandlung, im Privaten ja auch den Zigarettenschaden, der ja vorher bekannt war, bevor man damit angefangen hat, also grob fahrlässig. Auch zahlt die Gemeinschaft den Motorradunfall, da sind mir schon viele begegnet, die deswegen im Rollstuhl saßen.

Die meisten Unfälle passieren im privaten Bereich, da ist ein ganz beliebter Unfall, Fensterputzen von einem wackeligen Hocker/Tisch/Stuhl aus. Das ist auch grob fahrlässig. Eine kleine Leiter sollte jeder Haushalt haben. Zahlt die Gemeinschaft.
 

sowas

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habe mal die Versicherungbedigungen meiner Privaten Krankenversicherung angeschaut, Leistungsausschluss bei vorsätzlichen Unfällen. Da es beim Vorsatz auch eine bedingte Variante gibt: Zu deustsch bezogen auf die Maschine hier ich weiss der Fräser kann mir um die Ohren fliegen und mich verletzen ist mir aber egal, empfiehlt es sich für privat Krankenversicherte nachzufragen was die Versicherung unter Vorsatz versteht.
 

Kerstenk

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Da es beim Vorsatz auch eine bedingte Variante gibt: Zu deustsch bezogen auf die Maschine hier ich weiss der Fräser kann mir um die Ohren fliegen und mich verletzen ist mir aber egal, empfiehlt es sich für privat Krankenversicherte nachzufragen was die Versicherung unter Vorsatz versteht.
was aber dann auch erst durch einen Sachverständigen bestätigt werden muss. Wenn man so will, gibt es für alles eine Klausel, damit nicht gezahlt werden muss.
 

mj5

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Moin!

Das wird mir jetzt alles ein wenig zu "versicherungslastig".
Mir geht es zunaechst einmal eher darum eventuell lebensveraenderde Verletzungen zu vermeiden.
Niemand braucht das... Schmerzen und Verstuemmelungen.
Egal ob da eine Krankenkasse hinterher Taler auf den Tisch legt oder nicht.
 

justplanesteve

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Das ist alles sehr interessant.

Gibt es in Deutschland – sobald das Gerät sicher zu einem Frästisch umgebaut wurde – eine Begrenzung für die Größe der Fräser, die mit dem ... 12-mm-Schaft verwendet werden dürfen?
1791899542792.png 1791899644080.jpeg Die machen mir mehr Angst als ein 90-mm-Fräser an einem 25-mm- oder sogar 19-mm-Schaft (dem amerikanischen Äquivalent).
 

Holzrad09

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Gibt es in Deutschland – sobald das Gerät sicher zu einem Frästisch umgebaut wurde – eine Begrenzung für die Größe der Fräser
Nein, für handgeführte Oberfräsen gibt es m.E. keine Regelung wie groß der Fräser sein darf oder wie dick die Spindel sein muss.
Ein Frästisch ist ja nur ein Gestell zur Aufnahme der Handmaschine, das kann bei dem einen zwei Böcke mit einer Sperrholzplatte, beim nächsten was zugekauftes und beim übernächsten ne kastrierte 800 Kg Tischfräse ohne Motor und Spindel sein ( was es nicht alles gibt )

Früher waren die alten Kronenfräser auch nicht größer als 60mm, die Spindeln an den Maschinen gerade mal 16mm. Mit der Zeit wurden die Fräswerkzeuge immer größer und schwerer, die Spindeln immer dicker und die Maschinen erwachsener.
Fräser waren aber erschwinglicher als eine neue schwerere Fräsmaschinen und so wurden große Werkzeuge auf dünnen Spindeln betrieben und hin und wieder scherte auch mal eine ab und der Fräser flog durch die Werkstatt.
Irgendwann beschloss dann die Berufsgenossenschaft das Fräsdorne unter 30mm in Betrieben nicht mehr verwendet werden dürfen, selbst wenn der Fräser nur ein dünner Nutfräser mit D=80mm ist.
Für ganz dicke Fräser oder Schlitzscheiben gibt es sogar 35, 40 und 50mm Spindeln.

Wenn man weiß was man tut, sehe Ich bei der Verwendung von 25mm Fräsdornen im Hobbybereich kein Manko, das man da keine Türen oder Fensterschlitzgarnitur aufspannt, sollte wohl klar sein aber sowas werden wohl eh nur die wenigsten daheim bauen.

Wenn Ich nachts mit der U-Bahn von Berlin Neukölln nach Kreuzberg fahre und Ich werde Opfer einer Straftat zahlt die Allgemeinheit bzw die Krankenkasse das auch oder gilt das dann auch als grob fahrlässig ?
 

joh.t.

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Gibt es in Deutschland – sobald das Gerät sicher zu einem Frästisch umgebaut wurde – eine Begrenzung für die Größe der Fräser, die mit dem ... 12-mm-Schaft verwendet werden dürfen?
Anhang anzeigen 222554 Anhang anzeigen 222555 Die machen mir mehr Angst als ein 90-mm-Fräser an einem 25-mm- oder sogar 19-mm-Schaft (dem amerikanischen Äquivalent).
Diese grössen Oberfräser sind bei uns nicht gängig.

Tischfräse mit 30 er Dornund ordentliche Fräser
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