Kleine Werkstatt: Abrichte als Ergänzung zur Tischkreissäge sinnvoll?

blackarrow

ww-ulme
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Hallo,

ich arbeite aktuell in meiner sehr kleinen Werkstatt mit einer kleinen Tischkreissäge und komme damit beim Auftrennen von Brettern gut zurecht. Eine Seite mache ich vorher von Hand plan (Richtstäbe + Handhobel), dann wird auf der Tischkreissäge auf Dicke aufgetrennt. Das funktioniert für mich ziemlich genau und zuverlässig mit Metabo TKS 254 M, es gibt dazu auch ein Tutorial von Heiko Rech im Netz. Anschließend wird auf Endmaß gehobelt.

Ich überlege daher, mir eine Maschine anzuschaffen, um den Prozess zu beschleunigen. Ideal wäre Abrichte + Dickenhobel, aber dafür habe ich schlicht keinen Platz (und für zwei gute Maschinen aktuell wenig Geld). Von günstigen Kombimaschinen aus China bin ich nicht überzeugt.

Meine aktuelle Idee:
Eine kleine Abrichte anschaffen
Eine Seite plan abrichten
Dann auf der Tischkreissäge auftrennen (Dicke ist dann zumindest konstant)
Zweite Seite auf der Abrichte nacharbeiten
Kleine Korrekturen würde ich weiterhin von Hand machen mit Handhobel und Ziehklingen.

Als Option habe ich z. B. die Schinko AH150 (Dictum) oder Tritton TSPL152 (günstiger) im Blick. Breitere Maschinen wären wieder ein Platzproblem. Allerdings arbeite ich ohnehin selten mit Brettern über 150 mm Breite.

Was meint ihr, sinnvoller Ansatz oder übersehe ich etwas?

Danke.
 
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Manuel_

ww-robinie
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Dann auf der Tischkreissäge auftrennen (Dicke ist dann zumindest konstant)
Zweite Seite auf der Abrichte nacharbeiten
Die Abrichte macht die Seiten aber nicht parallel, dh. Also nur weil das nach dem Sägen ziemlich gleich dick ist, muss es das nach dem Abrichten nicht mehr sein.
Ich würde mir da kein wiederholbar perfektes Ergebnis zutrauen.

Ich würde vermutlich eher einen Dickenhobel kaufen und das Abrichten mit einem besäumbrett auf der Kreissäge machen, oder mit einem "jig" für den DH.
Wenn es unmöglich mehr als eine Maschine sein kann.

Ob die genannten Maschinen für dich sinnvoll sind kann man mit den Informationen eigentlich nicht beurteilen.
Was willst du bauen, aka wie groß und vor allem lang möchtest du Abrichten. Die ganzen kleinst Abrichten haben auch sehr kurze Tische, das limitiert sie ihmo weit mehr als die Breite.

Von günstigen Kombimaschinen aus China bin ich nicht überzeugt.
Beide von dir genannten Maschinen fallen imho genauso in diese Kategorie, auch wenn sie keine Kombi Maschinen sind.
 

blackarrow

ww-ulme
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Für ein Budget von etwa 300–400 Euro bekommt man meiner Ansicht nach nur eine Maschine, die "OK" ist.
Als Dickenhobel zum Beispiel der Metabo DH330 in Frage.

Wenn ich es richtig verstanden habe, wird das Brett zunächst mit Keilen auf ein Besäumbrett gelegt, um Unebenheiten auszugleichen. (Wie genau erfolgt dabei eigentlich die Befestigung?) Anschließend wird das Ganze ganz normal durch den Dickenhobel geführt, sodass am Ende eine gleichmäßige, parallele Dicke entsteht, oder?
 

Manuel_

ww-robinie
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Ein Besäumbrett kenne ich eigentlich nur von einer Tischkreissäge, ob man das beim Dickenhobel auch so nennt, kann ich daher nicht sagen.

Zum Ablauf habe ich hier ein zufälliges youtube short. https://www.youtube.com/shorts/oE1P27yP6zM
Wenn ich es richtig verstanden habe, wird das Brett zunächst mit Keilen auf ein Besäumbrett gelegt, um Unebenheiten auszugleichen.
Im Prinzip ja.
(Wie genau erfolgt dabei eigentlich die Befestigung?)
Durch einen Anschlag am Ende des Brettes und den Druck vom Hobel von oben, reicht das wohl meistens. Ich habe aber auch schon Schrauben, Klemmen, Klebeband und Heißkleber zur Befestigung gesehen. Benutzt habe ich so ein Brett selbst aber noch nicht, da für mich ein ADH mehr Sinn ergeben hat und ich mir daher eine Kombi gekauft habe.

Anschließend wird das Ganze ganz normal durch den Dickenhobel geführt, sodass am Ende eine gleichmäßige, parallele Dicke entsteht, oder?
Genau, du musst dann aber noch die Kanten gerade Sägen oder Hobeln falls du diese verleimen möchtest.

Aber im vergleich zu Deinem ersten Ansatz mit einer Abrichte hast du, wenn du richtig vorgehst, alle Bretter in einer einheitlichen Dicke und kannst diese zu Panellen oder was auch immer verleimen. Bei einer solo Abrichte würde ich das vermutlich nicht hinbekommen.


Für ein Budget von etwa 300–400 Euro bekommt man meiner Ansicht nach nur eine Maschine, die "OK" ist.
Ich hatte mal einen günstigen (blauen billig plasitk) Scheppach ADH, der war meilenweit weg von "OK".
Ich persönlich würde mir mehr Budget ansparen und nach was gebrauchtem schauen.

Mit dem von dir genannten Metabo DH scheinen aber einige hier im Forum zufrieden zu sein. Ich meine es gibt sogar einen Thread zum Umbau auf eine Spiralmesserwelle.
 

bast_ig

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Hi,

ich arbeite auch viel mit der Kombi aus Handwerkzeugen und etwas Maschineneinsatz. Wenn Du eh gut mit der Hand Abrichten kannst, dann würde Dir ein Dickenhobel isoliert viel bringen, denke ich.

Die isolierten Dickenhobel für den Hobbybereich brauchen doch deutlich weniger Platz als die Kombimaschinen und man kann ihn leicht wegstellen.

Mir persönlich geht Abrichten mittlerweile leicht und schnell von Hand. Auf Dicke hobeln finde ich sehr viel mehr aufwendig und fehleranfällig. So richtig gut bekomme ich es bei großen Teilen im "Normalbetrieb" auch nicht hin. Dann noch ein Ast an einer ungünstigen Stelle...

Viele Grüße
 

blackarrow

ww-ulme
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Das klingt logisch.
Ich komme mit dem Hobel und den Richtstäben inzwischen ziemlich gut zurecht.
Hauptsächlich arbeite ich mit Eiche, und den finalen Feinschliff würde ich ohnehin weiterhin von Hand mit Hobel und Ziehklinge machen, da vertraue ich der Maschine etwas weniger.

Die Frage ist für mich also: Muss der DH330 unbedingt umgebaut werden?
Meine größte Sorge sind stärkere Ausrisse in der Faser, die sich später nur schwer wieder sauber entfernen lassen (mit Hobel).
 

bast_ig

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Bezüglich Hobelbild würde ich mir keine Gedanken machen. Das ist auch mit Streifenmessern gut. Auch mit HSS-Messer kann man da schon ein paar Meter machen, bis sie stumpf werden.

Wenn Du auch sowieso mit dem Handhobel putzen kannst, ist das umso weniger ein Problem. Nach meiner Erfahrung sind die Ausrisse bei Hartholz, besonders Eiche, eh nicht so hoch. Schwieriger sind halt Nadelhölzer im Astbereich. Beim maschinellen Hobeln hat man ja schon so 0,3 mm Spanannahme mindestens, da reißt schon mal was mit raus.

Grüße
 

dsdommi

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Moin
Ein Umbau des Dickenhobels ist absolut nicht nötig. Ich habe den Makita Dickenhobel.
Ich nehme immer maximal 1mm ab und der letzte durchgang wird dann mit 1 bis 2 Zehntel gemacht. Da bricht nichts mehr raus wenn du in die richtige Richtung hobelst.
Ändert sich mal die Richtung entstehen eventuell ganz kleine Ausbrüche, die mit paar kleinen Hobelhüben schnell von Hand korrigiert sind. Messer müssen halt scharf sein.
Wichtig beim "abrichten" mit dem Hobel ist vor allem dass das Brett so stabilisiert wird, dass der Hobel das Brett an den hohlen Stellen nicht niederdrücken kann.
Später habe ich mir die Shinko Abrichte dazu geholt und bin mit der Kombi sehr zufrieden.
Bearbeite aber Bretter bis maximal so 180cm.
Woran du beim Arbeiten mit dem Dickenhobel denken musst ist dass es in den meisten Fällen einen Hobelschlag gibt, das Brett also länger sein muss als am Ende benötigt.
 

Tokoloshe

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Die Frage ist für mich also: Muss der DH330 unbedingt umgebaut werden?
Ich habe bei meinem eine Spiralmesserwelle eingebaut und möchte sie nicht mehr missen. Das Hobelbild ist besser, als wenn ich es nachher mit 120 Korn mit meinen Zylinderschleifer schleife, und vor allem bei Holz mit langen Fasern wie Ahorn war meine Absaugung mit den Streifenmessern sofort zugesetzt.
Ein Muss ist es aber sicher nicht.
 

flüsterholz

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Ich wäre auch für einen Dickenhobel. Abrichten von Hand finde ich einfacher, als auf ein bestimmtes Maß auf Dicke zu Hobeln. Das ist das, was bei mir am ehesten schiefgeht. Das Vorgehen mit der TKS kannte ich aber auch noch nicht. Habe aber auch keine.
 

bast_ig

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Das Vorgehen mit der TKS kannte ich aber auch noch nicht. Habe aber auch keine.

Im Prinzip ist das ein Ersatz für eine Bandsäge, man hat aber halt (vermute ich) deutlich mehr Verschnitt, schon alleine wegen der Dicke des Sägeblatts.

Das ist für einigermaßen schnelles Arbeiten der Gamechanger für mich um Bretter und kanthölzer grob in Form und auf Maß zu bringen. Erst eine Seite Abrichten, dann beide Kanten fügen und dann auf den Kanten von beiden Seiten "filetieren". Nachteil, es wird kippelig, wenn die Teile sehr breit werden und nur auf einer kleinen Kante stehen. Dann gibt's Scharten vom Sägeblatt.

Dafür kann man dann nicht so gut so schöne breite Bretter verarbeiten, wie ich sie von Dir schon gesehen habe. :emoji_slight_smile:

Grüße
 

flüsterholz

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Im Prinzip ist das ein Ersatz für eine Bandsäge, man hat aber halt (vermute ich) deutlich mehr Verschnitt, schon alleine wegen der Dicke des Sägeblatts.

Das ist für einigermaßen schnelles Arbeiten der Gamechanger für mich um Bretter und kanthölzer grob in Form und auf Maß zu bringen. Erst eine Seite Abrichten, dann beide Kanten fügen und dann auf den Kanten von beiden Seiten "filetieren". Nachteil, es wird kippelig, wenn die Teile sehr breit werden und nur auf einer kleinen Kante stehen. Dann gibt's Scharten vom Sägeblatt.

Dafür kann man dann nicht so gut so schöne breite Bretter verarbeiten, wie ich sie von Dir schon gesehen habe. :emoji_slight_smile:

Grüße
Im Prinzip nutze ich das auch. Beim Auftrennen säge ich erst rundherum ein bevor ich mit dem Fuchsschwanz, Gestellsäge oder Yoruba den endgültigen Schnitt mache. Man hat einfach eine bessere Führung. Aber auch beim auf Dicke hobeln, hobel ich mir erst einen kleinen Falz in der gewünschten Dicke an alle Kanten an. Finde ich besser als nur den Riss. Den übersieht man doch schon mal. Wenn man den Falz erreicht, das merkt man sofort. Die Fehlerquote ist dadurch viel niedriger
 

bast_ig

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Ah super, das ist ein sehr guter Tipp mit dem Falz. Das probiere ich auf jeden Fall aus. Spart das um die Ecke schauen! Danke Dir.
 

flüsterholz

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Ah super, das ist ein sehr guter Tipp mit dem Falz. Das probiere ich auf jeden Fall aus. Spart das um die Ecke schauen! Danke Dir.
Bei Hirnholz ist es aber oft schwierig. Hatte gerade den Fall, Schwarznuss und Ahorn. Schwarznuss ja, Ahorn nein. Da musste dann der Riss im Hirnholz genügen. Aber der Falz an den Seitenkanten hilft auch schon.

Edit, manchmal reichen bei Hirnholz auch ein paar Züge mit der Stoßlade. Der Hobel muss dann aber etwas höher liegen als die Unterkante des Brettes. Also so, dass das Eisen erst ab dem Riss abträgt. Ist aber viel Einstellerei mit Unterlagen und der Falz ist dann wirklich nur Mini. War mir dann zu aufwendig.
 
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creinig

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Für ein Budget von etwa 300–400 Euro bekommt man meiner Ansicht nach nur eine Maschine, die "OK" ist.
Als Dickenhobel zum Beispiel der Metabo DH330 in Frage.
Ich bin in einer ähnlichen Situation und liebäugele auch mit dem DH330. Was mich bis jetzt davon abhält ist, dass ich da auch noch eine Absaugung dazu brauche, damit es in der Kellerwerkstatt mit dem Gerät nicht sehr ungemütlich wird. Hast du schon eine? Das sind sonst noch zusätzliche Kosten und (vor allem) zusätzlicher Platzbedarf.
 

blackarrow

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Eine richtige Absaugung wie in einer professionellen Werkstatt habe ich leider nicht.
Ich nutze aber einen kleinen Kärcher-Staubsauger, den ich für alle Maschinen in der Werkstatt verwende – Handkreissäge, Tischkreissäge und Oberfräse.
Er saugt etwa 80–90 % der Späne und des Staubs ab und sollte daher auch für einen Dickenhobel ausreichen.
Die Tischkreissäge sollte so laut sein wie Dickenhobel (etwa 100 d:emoji_sunglasses: und das ist in Ordnung bis 20 Uhr wegen Nachbarn (Wekstatt ist im Keller).
 

magmog

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Guuden,

eine Dickte bringt mehr Arbeitserleichterung als eine Abrichte,
besonders wenn gut und schnell von Hand abgerichtet werden kann.
Es müssen nur die Auflageflächen auf dem Tisch in einer Ebene liegen,
bei der hohlen Seite reicht es meistens rechts und links je einen Streifen in eine Ebene zu bringen.
Ich kenne die verwendete TKS nicht, aber es ist einfach damit eine gerade Winkelkante zu schneiden.
Mit guten Messern entsteht auch gleich eine Oberfläche in sehr guter Qualität.
 

predatorklein

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Ich versteh das mit dem Platz nicht so ganz. Ein kombinierter Abricht- und Dickenhobel nimmt doch nicht mehr Platz weg als ein Abrichter alleine.
Moin

Seh ich ähnlich .

Der Jung auf dem YT Video hätte doch locker Platz für eine EB HC 260 .
Oder für eine kleine Kity ?
Oder eine kleine Metabo ?

Stattdessen baut der sich einen Tisch , auf dem der Dickenhobel von Dewalt steht .
Schon seltsam :emoji_thinking:

Und dann das Rumgepfrimmel um die Bohle auf dem Brett zu fixieren ?
Wie das wohl geht wenn die Bohle bißchen größer ist ?

Gruß
 
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