Einmal Absaugen bitte, aber SMART! Modulares, smartes Blastgate aus dem 3D Drucker

Kellerkind77

ww-pappel
Registriert
1. April 2026
Beiträge
3
Ort
Kassel
Moin zusammen,

nachdem ich gefühlt ein Drittel meiner Werkstattzeit damit verbracht habe, wie ein schon meine Opa, manuelle Absaugschieber auf- und zuzuziehen – und den Schieber dann beim Sägen natürlich trotzdem oft genug vergessen habe – war meine Schmerztoleranz endgültig erreicht.

Die Optionen am Markt? Entweder man verkauft eine Niere für gewerbliche Profi-Anlagen, oder man bastelt sich nach fragwürdigen YouTube-Tutorials eine 230V-Relais-Steuerung zusammen und hofft, dass die Hütte beim Einschalten der Tischkreissäge nicht abfackelt. Beides semi optimal wenn man sein Budget fürs Heimwerken nicht überstrapazieren möchte und auch kein Elektriker ist.

Also habe ich die letzten Wochen in der Werkstatt vergraben und das SMART BLAST GATE entwickelt.

Das Ziel war eine Absaugautomatik, die bezahlbar, modular und leicht nachbaubar ist. Da wir hier von DN50 Zuleitungen sprechen sollte jedem bewusst sein dass es sich hierbei nicht um eine Lösung für das Sägewerk um die Ecke oder die gewerbliche Tischlerei handelt. Das System richtet sich an smarte Heimwerker.

  • Ein Motor für alles: Vergiss Systeme, bei denen jede popelige Klappe einen eigenen, teuren Servo und ewig lange Kabelbäume braucht. Mein System nutzt einen zentralen Antrieb, der modular bis zu 8 Gates mechanisch steuert. Neue Maschine gekauft? Einfach das nächste gedruckte Gate anstecken.
  • DN50 + OSVac: Das Ganze ist kompromisslos für 50mm HT-Rohre konzipiert und (natürlich) zu 100 % OSVac-kompatibel. Die Adapter-Hölle hat ein Ende.
  • Smarte Automatisierung: Kreissäge an -> das System registriert das (komplett kabellos über handelsübliche Shelly-Plugs) -> das richtige Gate reißt auf -> der Sauger startet. Wenn die Maschine ausgeht, schließt das Gate nach einem programmierbaren Nachlauf.
  • Kein 230V-Roulette & kein Löten: Das komplette System läuft auf sicherer Kleinspannung (5V). Alles wird einfach mit Wago-Klemmen zusammengesteckt. Der Lötkolben bleibt im Schrank.
  • No-Code: Keine Arduino-IDE, keine zerschossenen Bibliotheken, kein Cloud-Zwang. Das System bringt sein eigenes Webinterface mit. Ihr stellt auf dem Handy per Slider alles ein, und der Controller macht den Rest.
Ich bin aktuell dabei, dem System den letzten Feinschliff zu verpassen.

Auf den Fotos seht ihr rechts die graue Motoreinheit mit DN50 Abgang zum Sauger. Die grünen "Boxen" sind die eigentlichen Blastgates und können einfach erweitert werden. Die Motoreinheit kann dabei bis zu 8 Gates steuern.

Wie löst ihr das aktuell bei euch? Zieht ihr noch manuell am Schieber, habt ihr euch schon mit teuren Profilösungen abgefunden oder triggert euch das manuelle Umstecken genauso hart wie mich?

Grüße!
 

Anhänge

  • PXL_20260331_075010538.jpg
    PXL_20260331_075010538.jpg
    173,3 KB · Aufrufe: 66
  • PXL_20260331_080108623.jpg
    PXL_20260331_080108623.jpg
    137,7 KB · Aufrufe: 65
  • PXL_20260331_080453060.MP.jpg
    PXL_20260331_080453060.MP.jpg
    105,2 KB · Aufrufe: 68
  • PXL_20260331_081238041.jpg
    PXL_20260331_081238041.jpg
    157,5 KB · Aufrufe: 67
Zuletzt bearbeitet:

HolzandMore

ww-robinie
Registriert
16. Januar 2023
Beiträge
1.676
Ort
8. Längengrad
Sehr ungünstiger 90° Winkel für die Absaugung.
Ich hab noch beide Nieren aber mir mal pneumatische Absperrschieber mit Steuerung gegönnt. Gebraucht gar nicht so teuer.
Gruß Andi
 

markusG

ww-birke
Registriert
20. September 2003
Beiträge
74
Servus,
ich finde die Idee sehr gut!
Die modulare Erweiterbarkeit ist m.M. genial. Schön wäre eine 100mm oder 120mm Variante.
 

fried.chycken

ww-robinie
Registriert
11. März 2022
Beiträge
998
Ort
Dresden
Warum brauche ich das am Staubsauger?
Wenn dann wäre das was für die große Absaugung...

Aber auch da oft nicht umsetzbar, weil es meistens keinen zentralen Sternpunkt gibt...
 

Kellerkind77

ww-pappel
Registriert
1. April 2026
Beiträge
3
Ort
Kassel
@Kellerkind77. liest sich verlockend.
Wird das dann von Dir verkauft oder soll das open source bzw. open Hardware zum selber drucken werden?
Freut mich wenn du die Idee genauso spannend findest wie ich. Auf der Suche nach einer smarten Lösung konnte ich auf Youtube nichts finden was bezahlbar für ein Hobby war. Was mich auch bei vielen Projekten gestört hat war die Tatsache dass mann direkt mit 230V rumhantieren muss.

Bei dem obigen System druckst du einmal das Motorgehäuse, baust die Hardware ein (Motor, ESP, Sensor) theoretisch ganz ohne löten. Das Motorgehäuse wird dann einfach mit dem ersten Blastgate verschraubt, jedes weitere Gate wird einfach 3d gedruckt und braucht außer einer kleinen Feder keine zusätzliche Hardware. Zur erweiterung wird das zusätzliche Blastgate angesteckt (keine zusätzliche Verkabelung). Das System kann so auf insgesamt 8 Gates erweitert werden die einzteln angesteuert werden können. Der ESP wird einmal geflasht und danach mit deinem WLAN verbunden. Die weitere Konfiguration erfolgt dann über ein Webinterface. Beim ersten Start muss das System einmalig kalibriert werden, deine Maschinen den Gates zugewiesen werden und die Shelly Plugs zugeordnet werden. Danach kann es auch schon losgehen. Maschine an, Gate auf, Sauger an. Der Nachlauf des Saugers kann ebenfalls über das Webinterface angepasst werden.
Ob und wie sich das monetarisieren lässt, darüber habe ich eigentlich noch nicht wirklich nachgedacht. Könnnte mir aber vorstellen die Dateien inkl. Anleitung für ein kleines Schmerzensgeld zu verkaufen.

Aktuell bin ich dabei ein Video von dem Blastgate zu erstellen was die einzelnen Funktionen zeigt. Wenn ich soweit bin packe ich gern nen Link hier rein.
 

Johannes

ww-robinie
Registriert
14. September 2011
Beiträge
8.142
Alter
68
Ort
Darmstadt/Dieburg
Hallo,
da hast du ja ordentlich Entwicklungsarbeit geleistet. Nur schade, dass du dich nicht mit den Grundlagen der Luftführung befasst hast. Ein Großteil der Absaugleistung wird in deinen Winkeln vernichtet.

Es grüßt Johannes
 

Kellerkind77

ww-pappel
Registriert
1. April 2026
Beiträge
3
Ort
Kassel
Hallo,
da hast du ja ordentlich Entwicklungsarbeit geleistet. Nur schade, dass du dich nicht mit den Grundlagen der Luftführung befasst hast. Ein Großteil der Absaugleistung wird in deinen Winkeln vernichtet.

Es grüßt Johannes
Bei dem Setup (Werkstattsauger mit hohem Unterdruck, 50mm HT-Rohr) bringt dir der Wechsel von einem stumpfen 90-Grad-Abzweig auf aerodynamisch wertvolle 45 Grad in der Praxis vielleicht 10 bis maximal 15 Prozent mehr realen Luftdurchsatz am Werkzeug.

Ein normaler Werkstattsauger erzwingt seine Leistung durch brutalen Unterdruck, nicht durch freies Fließen wie bei großen industriellen Anlagen. Der wahre Flaschenhals in der heimischen Werkstatt ist nicht das 90-Grad-Gate, sondern der ewig zugesetzte Faltenfilter, die drei Meter langen geriffelten Schläuche und die lächerlich engen 35mm-Absaugstutzen der Handgeräte.
 

odul

ww-robinie
Registriert
5. Juni 2017
Beiträge
9.315
Ort
AZ MZ WO WI F
und die lächerlich engen 35mm-Absaugstutzen der Handgeräte.
Nö, zumindest in etlichen Fällen nicht. Ich habe einen 27mm-Schlauch an meinem 125mm-Excenterschleifer und stelle den Staubsauger auf minimale Leistung. Reicht vollkommen. An der HKS sind es 32mm und der Sauger läuft dann Vollgas. Einen kleinen Frästisch sauge genauso problemlos mit 27mm ab.

Bei 400mm Tellerschleifern mag es anders sein.
 
Oben Unten