Erfahrungen mit Bürsten für Satiniermaschinen/Bürstmaschinen gesucht

Martin Graf

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Hallo zusammen,
in der Vergangenheit ging es öfters um Satiniermaschinen/Bürstmaschinen zum Säubern von Holzoberflächen. Ich habe eine einfache von Scheppach, mit der ich ganz zufrieden bin. Um die Maschinen soll es hier aber nicht gehen.
Jetzt wollte ich fragen, ob jemand wirklich Erfahrungen mit verschiedenen Bürsten bzw. Bürsten unterschiedlicher Hersteller hat. Besonders interessieren mich Nylonbürsten. Bis jetzt habe ich eine relativ preiswerte Bürste für ca. 25€ von Amazon (Nylon, Korn 80), die für meine Anwendung (Lärche im Außenbereich säubern und etwas strukturieren, Breite der Bretter etwa 7 bis 10 cm) ganz gut funktioniert.
Meine Fragen sind jetzt,
1. Gibt es Bürsten anderer Hersteller, die "besser" funktionieren und ggf. länger halten?
2. Gibt es auch schmalere Bürsten (kleiner 100mm), die für das Bearbeiten von schmaleren Brettern besser geeignet sind?
3. Gibt es Bürsten, deren Borsten etwas flexibler sind, damit man auf unebenen Oberflächen besser arbeiten kann?

Ich habe auch bereits eine Drahtbürste und eine Schleifstreifenbürste getestet, aber die sind für meine Anwendung nicht geeignet, weil sie entweder die Oberfläche zu stark beschädigen (Draht) oder zu wenig Abtrag haben bzw. nur die erhabenen Stellen glätten (Schleifstreifen).

Ich freue mich auf Eure Erfahrungen und Tipps!

Gruß
Martin
 

flüsterholz

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Da hänge ich mich mal dran. Ich habe bis jetzt nur Erfahrungen mit Altholz Eiche (von einem netten radelnden Altholzhändler :emoji_wink:). Dafür war die 80er Nylinbürste etwas überfordert. Ging nur mit der Stahlbürste, die mir Ben leihweise zur Verfügung gestellt hatte. Die habe ich mir jetzt auch mal bestellt, da meine Frau gerne noch ein paar mehr Möbel im Wabi Sabi Look hätte.
Mir gefallen die gebürsteten Oberflächen inzwischen sehr gut. Auch deine Lärche könnte ich mir für die Zukunft gut vorstellen. Esche wäre, denke ich, auch ein geeignetes Holz für gebürstete Oberflächen.
Mit der Makita habe ich etwas Probleme an den Kanten. Dafür ist sie etwas unhandlich. Geht das mit deiner besser? Weißt du, ob die Bürsten kompatibel sind?
Bei Weichhölzern könnte ich mir auch noch eine Nylonbürste mit feinerer Körnung vorstellen. Ich meine, Claus hätte da schon mal was zu geschrieben. Er hat sich aber wohl wieder abgemeldet. Vielleicht frag ich ihn mal im Nachbarforum.
Gruß Michael
 

Martin Graf

ww-robinie
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Mit der Makita habe ich etwas Probleme an den Kanten. Dafür ist sie etwas unhandlich. Geht das mit deiner besser? Weißt du, ob die Bürsten kompatibel sind?
Meine Scheppach ist ja im Prinzip ein Winkelschleifer, bei dem die Bürste auf der verlängerten Welle montiert wird, und einer Abdeckhaube aus Blech. Dadurch ist die Welle nur einseitig gelagert, aber man kommt mit der Maschine dadurch relativ weit in Ecken hinein und kann die Bürste recht gut beobachten. Zur Not könnte man die Abdeckung auch demontieren, glaube ich.

Bei der Makita ist die Bürste beidseitig gelagert, was sicherlich gut für die Haltbarkeit ist, aber dadurch ist die Bürste recht weit von den Außenkanten der Maschine entfernt und der Bürstenwechsel ist etwas aufwändiger.

Die Bürstenaufnahme scheint verschieden zu sein. Bei der Scheppach besitzt die Welle zwei Längsnuten. Die Bürsten besitzen am Innendurchmesser (19mm?) ebenfalls Nuten (4 Stück, 2 werden benötigt). Die Bürste wird aufgesteckt und über zwei Passfedern gegen Verdrehen gesichert. Bei der Makita sehe ich auf der Internetseite bei den Bürsten nur einen Schlitz und keine Passfedern. Bei der Scheppach haben die Bürsten einen Durchmesser von 120mm und eine Breite von 100mm, bei der Makita ist D=100 und L=120, oder?

Gruß
Martin
 

Martin Graf

ww-robinie
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Auf einem anderen Weg habe ich jetzt noch Infos zu Nylonbürsten erhalten, die ich hier wiedergeben möchte:
Die Angaben zur Körnung bei Nylonbürsten sind mehr ein Anhaltspunkt für den Anwender. Der Unterschied liegt in der Dicke der Borsten. Ein höherer K-Wert bedeutet dünnere und damit flexiblere Borsten. Also weniger Abtrag, glattere Oberfläche und etwas flexibler an ungünstigen Stellen.

Gruß
Martin
 

isso

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Für die Makita gibt es diverse Drittanbieter.
Da müsste ich aber nachgucken. Die originalen gibt oder gab es auch in zwei Qualität. Die teuren sind richtig top und halten sehr lange, länger als alle anderen die ich bisher hatte.
Sind den Mehrpreis, gerade wenn man viele kauft, aber einfach nicht wert. Bei den Drittanbietern gibt es aber auch richtigen Mist.

Das mit den Körnungen kann ich so bestätigen. Je höher die angegebene Zahl ist, umso elastischer ist die Bürste und umso weicher wird das Ergebnis.

Der Witz ist aber, dass das von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich ist.

Auch die Technik führt zu unterschiedlichen Ergebnissen. Wenn ich mit der Makita Flächen mache, schleife ich alles erstmal mit 60 oder 80er an der Langband. Dann wird diagonal angefangen, das beschleunigt es ungemein und sorgt für ein deutlich gleichmäßigeres Ergebnis.
 

flüsterholz

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Dann wird diagonal angefangen, das beschleunigt es ungemein und sorgt für ein deutlich gleichmäßigeres Ergebnis.
Das hatte ich auch schon festgestellt. Gerade wenn die weicheren Holzanteile etwas größer sind, kommt man schnell tiefer als gewollt. Das finde ich auch gut an der Makita, dass man durch die beiden Führungsrollen gut diagonal und auch parallel auf ebenen Flächen arbeiten kann. Ich hatte vorher nur Erfahrungen mit Aufsätzen auf Bohrmaschinen und Winkelschleifern. Da musste man immer sehr aufpassen, dass man nicht schnell eine Berg- und Talbahn produzierte. Die Makita ist da auf jeden Fall eine Verbesserung.
 

JuYou

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Ich hab von der Freundin einen billigen Chinaklon zu Weihnachten geschenkt bekommen und bin für die paar Male wo ich ihn verwendet habe Recht zufrieden. Minus weil die Maschine saumäßig schwer ist.

Habe damals nachgelesen das sich die Nylon Bürsten nicht wirklich unterscheiden und der Abtrag zu hoch ist.

Deshalb hab ich dann überall nach einer Bürste aus feinem Draht gesucht. 0.15mm Drahtstärke oder weniger, die "Messing" Bürste hatte ich schon - zu stark und unflexibel. Solche hab ich auch für die Bohrmaschine..

Da gab's tatsächlich ein paar Anbieter im Umland die sowas angeboten hatten, jedoch waren die Beschreibungen bzgl Spindelaufnahme meistens so ungenau, oder Verkauf nur an gewerbliche, so das ich mir letztendlich eine aus Asien hab schicken lassen. Hat dann auch nur ein Viertel vom Preis gekostet, 25EUR, was für so ein Versucherle in Ordnung war. Bei der Makita waren mir alleine schon die Bürsten zu teuer.

Abtrag ist immer noch sehr hoch, vielleicht auch dem Gewicht geschuldet, aber ab und an kommt die Maschine zum Einsatz.
 

JuYou

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Ich hab in meinen Apps geschaut aber nichts gefunden :emoji_frowning2:. Hat mir vielleicht doch jemand mit bestellt.. Vielleicht von Amazon?! Wire brush war mein Suchbegriff, 0.15mm.

Ab und an bringe ich alte Möbel auf Vordermann, und dafür muss ich an die alte Oberfläche. Normalerweise mache ich das händisch mit Stahlwolle.

Improvisierte Stahlwollenhalter auf dem Schwingschleifer gingen aber alle in die Hose. Deswegen bei Bürste gelandet.

Oft benutzt hab ich die Maschine noch nicht. Kam zb bei einer Truhe zum Einsatz, leider aus Weichholz, aber wurde immerhin durch die Bürste ganz fein. Und die Beschläge wurden auch gleich sauber. Die groben Riefen kamen durch den Bosch Torso zustande, an manchen Roststellen der Beschläge hat's mir mit der feinen Bürste dann doch zulange gedauert.

Falls du eine mit 0.10mm Drahtstärke findest dann lass es uns wissen!

Für Flächen hab ich die Metabo Lackfräse, theoretisch..
 

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isso

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Wir haben eine stationäre Braun. Da gab es auf der Webseite mal viel zu lesen, ob das immer noch so ist?

Wir haben für die auch so eine ganz weiche aus Metall, wirkt wie intensives abfegen.

Habe ich echt erst jetzt wieder dran denken müssen. Lohnt sich also immer mal mitzulesrn!
 

miro38

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Wir haben eine stationäre Braun. Da gab es auf der Webseite mal viel zu lesen, ob das immer noch so ist?

Wir haben für die auch so eine ganz weiche aus Metall, wirkt wie intensives abfegen.

Habe ich echt erst jetzt wieder dran denken müssen. Lohnt sich also immer mal mitzulesrn!
 

Curby

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Was sind die Anwendungszwecke der unterschiedlichen Körnungen bei Nylonbürsten? Die gibt es ja auch von 80 bis 320. SO wie ich das verstehe ist Nylon eher für Weichholz und Nachbearbeitung von Hartholz. Also Hartholz mit Messing bürsten?

Für die Makita 9741 gibt es eine Fibrebürste, taugt die was für die Nachbearbeitung von gebeizten Flächen?
 

IngoS

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Hallo,

ich habe mir eine Drahtbürste gekauft. Die ist aber viel zu aggressiv für das Abbürsten alter Anstriche. Die reißt schon richtig Rillen ins Holz.
Muss mir noch mal eine weichere Bürste besorgen.

Gruß Ingo
 

joh.t.

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Habe meine freigelegten Fwbalken mit dem Scheppach Teil und Nylonbürste gut hinbekommen.
Trotzdem ffp2 tragen ist Pflicht.
 

Martin Graf

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Hallo @Curby
ich habe zu meiner Scheppach-Maschine eine Messingdrahtbürste, eine Schleifstreifenbürste und eine Nylonbürste gekauft. Bearbeitet habe ich damit bisher mehr oder weniger stark verwitterte Lärche (unbehandelt) im Außenbereich.
Genaue Angaben zu Körnung oder Drahtstärke gibt es von Scheppach leider nicht.
Die Drahtbürste war viel zu aggressiv und zerkratzt die Oberfläche sehr stark. Aber es scheint ja auch feinere Drahtbürsten zu geben, wie @JuYou oben geschrieben hat.
Die Nylonbürste funktioniert bei dieser Anwendung sehr gut. Die Abtragsleistung ist ausreichend (obwohl ich nur Drehzahlstufe 2-3 gewählt habe) und die Oberfläche wird sauber und relativ glatt.
Ich habe auch versuchsweise nach der Bearbeitung mit der Nylonbürste die Oberfläche mit der Schleifstreifenbürste bearbeitet, aber das hat mMn zu keiner wesentlichen Verbesserung der Oberfläche geführt. Weil ich fertig werden wollte, habe ich deshalb darauf verzichtet und die mit der Nylonbürste bearbeiteten Oberflächen mit einem Handfeger grob entstaubt und anschließend mit dem Staubsauger (Saugbürste) abgesaugt und schließlich geölt. Mit der finalen Oberfläche bin ich sehr zufrieden.
Wie @joh.t. bereits geschrieben hat - Maske ist Pflicht. Die FFP-2 reicht mir nicht, so dass ich mir jetzt eine ordentliche Halbmaske mit Wechselfiltern zugelegt habe.
Auch habe ich teilweise einen Staubsauger direkt an der Maschine angeschlossen. Das bringt ein bisschen, aber es staubt immer noch sehr. Deshalb empfehle ich auch ordentliche Arbeitskleidung und eine Schutzbrille.

Gruß Martin
 
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