Dehnungsfuge in schwimmend verlegten Parkett

TomNie

ww-pappel
Registriert
4. Mai 2025
Beiträge
10
Ort
Tecklenburg
Moin,

Wir haben, wie der Titel schon sagt, eine Dehnungsfuge im Parkett und hatten vom Fachhändler, der uns auch das Parkett verkauft hat, eine Art Dichtmasse in Presskartuschen für die Silikonspritze eingebracht.
Das ganze im Spätsommer bzw Anfang Herbst 2021

Inzwischen ist die Fuge im Sommer immer sehr schmal, die Masse wölbt sich sogar ein wenig nach oben über das Parkett hinaus.
Was aber wirklich stört und der Grund für diesen Post ist, ist, dass im Winter die Fuge sich bestimmt auf das doppelte Maß öffnet, ohne dass die Masse diese Lücke schließt.
Wir sehen also die Trittschalldämmung durch diesen Spalt. Das kann auf Dauer ja nicht gut sein.

Meine Frage lautet also, womit kann ich diese Dehnungsfuge verfüllen? Es müsste ein Material sein, dass sich stark dehnen und komprimieren lassen kann.
Eine Bekannte meinte Kork bzw Korkpaste wäre die Lösung.

Ist das wirklich die beste Lösung oder was könnte man noch verwenden?
Und wann sollte die Fuge verfüllt werden - wenn sie am weitesten offen steht?

Ich bin über gute Tipps sehr dankbar.
Liebe Grüße
 

carsten

Moderator
Teammitglied
Registriert
25. August 2003
Beiträge
20.737
Alter
52
Ort
zwischen Koblenz und Wiesbaden
Hallo

Spirtzkork ist da eigentlich das passende Material. Ist auch in Silikonkartuschen. Vermute evtl ist es schon das Material was in der Fuge ist.

Mach doch mal ein Foto. Das ein Holzboden über das Jahr arbeitet ist normal.
 

TomNie

ww-pappel
Registriert
4. Mai 2025
Beiträge
10
Ort
Tecklenburg
1000037791.jpg So sieht es aus. Die Fuge ist mitten im Raum, weswegen wir möglichst keine Schiene verwenden wollen.
 

MarcBerlin

ww-robinie
Registriert
12. April 2022
Beiträge
972
Ort
Berlin
Entweder man verlegt vollflächig verklebt, zahlt dafür und hat es schön.
Oder man verlegt schwimmend, spart viel Geld und Zeit und nimmt als Preis die kleinen Nachteile dieser Verlegeart in Kauf. Das ist nebst dem nicht so schönen Hohlklang bzw. dem etwas "billigen" Trittgefühl (erinnert immer irgendwie an Laminat) der nie so arg schöne Abschluss an angrenzende Flächen. Denn der geht nur mit Schienen!
Die Kanten eines schwimmenden Bodens müssen immer irgendwie "eingefangen" werden. Zu den Wänden erledigen das die Fußleisten ohne ästhetische Abstriche. Weniger schön sind Übergänge in der Fläche, an Schwellen zu bodenbündigen Fenstern etc. Dort geht an Abschlussschienen leider kein Weg vorbei. Auftraggeber mögen sie nicht, denn sie verbinden ungünstigerweise einen hohen Preis mit einer einem mittelmäßigen Aussehen. Die Verwendung von elastischen Massen, wie Parkettacryl, Spritzkork oder auch fertigen Korkstreifen ist grundsätzlich nicht fachgerecht. Derart gefüllte Fugen versagen in 100% der Fälle auf die oben beschriebene Weise. Wer sich vergegenwärtigt, was diese Masse dort leisten müsste, dem dürfte das auch einleuchten. Wer sich das nicht vergegenwärtigen möchte, kann es auch einfach glauben.
 

Martin45

ww-robinie
Registriert
10. März 2013
Beiträge
6.879
Ort
417xx
Über die Jahre habe ich schon viele Meter schwimmendes (Fertig-)parkett gelegt, ebenso Laminat. Auch bei uns zu Hause, also dort 3-Schicht-Parkett.
Natürlich mit genug Rand zu dem Wänden. Aber Übergänge, z.B. zu Fliesenbelag immer sehr bis extrem eng (bei uns z.B. ca. 2mm).
Solche Fälle wie hier im Bild gezeigt hatte ich tatsächlich noch nie, weder im Verlauf der Jahreszeit, noch über die Jahre. Ich bin da selber immer wieder erstaunt.

Was ist da der Faktor, ob sowas passiert oder nicht?
 

MarcBerlin

ww-robinie
Registriert
12. April 2022
Beiträge
972
Ort
Berlin
Der Boden "schwimmt", wie der Name sagt. Eine elastische Fuge klebt ihn nun an der einen Stelle am Untergrund fest, bzw. verklebt 2 eigentlich getrennte Platten. Wenn ein paar Dinge zufällig zusammen kommen, mag das - eben zufällig - funktionieren. Es lässt sich aber keineswegs garantieren und daher gilt es nicht als fachgerecht. Das ist ein wenig so, als würde man bei einer Brücke alle Auflager starr ausbilden.
Ich nehme mein obiges "zu 100%" zurück und gehe auf 95%.
 

TomNie

ww-pappel
Registriert
4. Mai 2025
Beiträge
10
Ort
Tecklenburg
Vielen Dank für die zahlreichen Rückmeldungen.
Vielleicht noch als Ergänzung (auch für die unharmonische halbe Diele):
Der Raum ist relativ groß mit knapp 70 qm und hat einige Tücken mit Schornstein mitten im Raum (Ort der Fuge) und stufigem Grundriss (kein einfaches Rechteck). Eine Bodenheizung begünstigt dann wohl auch noch das Verhalten des Parketts.
Sollte doch noch jemand eine tolle Idee hierzu haben, bitte melden.
Ansonsten schauen wir mal weiter.
 

Leibhaftiger

ww-robinie
Registriert
12. Januar 2013
Beiträge
1.154
Ort
Affalterbach
Eine Bodenheizung begünstigt dann wohl auch noch das Verhalten des Parketts.
Mal ne Frage an die Profis hier: Fußbodenheizung und schwimmend verlegtes Parkett? Ist das nicht super ineffizient? Durch die Trittschalldämmung und die Luft unter dem Boden habe ich doch ne Isolation zur Fußbodenheizung, die ich doch eigentlich nicht will. Ich hatte gelernt, bei Fußbodenheizung wird geklebt!
 

Johannes

ww-robinie
Registriert
14. September 2011
Beiträge
8.142
Alter
68
Ort
Darmstadt/Dieburg
Hallo,
ich vermute, die Dielen sind vor dem Einbau geölt worden. Deshalb hält der Dichtstoff so schlecht am Holz. Wenn dann die Masse auch noch am Boden festklebt ist die Elastizität noch weiter eingeschränkt. Ich könnte mir vorstellen, das es einen Versuch wert wäre, an den Holzkanten 1mm abzufräsen, unten ein Trennmittel zu instalieren und dann neu zu versiegeln.

Es grüßt Johannes
 

Mr.Ditschy

ww-robinie
Registriert
17. Mai 2017
Beiträge
2.405
Ort
BW
Ist das wirklich die beste Lösung oder was könnte man noch verwenden?
Und wann sollte die Fuge verfüllt werden - wenn sie am weitesten offen steht?

Ich bin über gute Tipps sehr dankbar.
Bevor eine dicke Schiene drüber machst, würde ich das zweiflankig mit Spritzkork ausspritzen, oder einen entsprechenden Dichtgummi suchen und reinklopfen, usw, .... Schiene geht ja immer.
 
Zuletzt bearbeitet:

mj5

ww-robinie
Registriert
5. Dezember 2004
Beiträge
1.554
Ort
Calgary
Hi!

Fuge saeubern, alte Dichmasse und sonstigen Schmodder raus, Schiene drueber. Fertig.
Alles was die Bewegung (Ausdehnen, Schrumpfen) der beiden Raumteile behindert fuehrt an anderer Stelle zu Problemen.
 

WinfriedM

ww-robinie
Registriert
25. März 2008
Beiträge
25.345
Ort
Dortmund
Ich könnte mir vorstellen, das es einen Versuch wert wäre, an den Holzkanten 1mm abzufräsen, unten ein Trennmittel zu instalieren und dann neu zu versiegeln.
Dichtmassen, die so viel Dehnung mitmachen, sind mir nicht bekannt. Das sieht ja auf dem Bild nach 100% aus. Mehr als 30% wird man nicht finden und Spritzkork vermutlich sehr viel weniger.

Hab mal recherchiert, die Hersteller von Spritzkork schweigen sich irgendwie über die Dehnungsfähigkeit aus. Viel wird da aber gewiss nicht möglich sein. Schätze mal 10-15%.
 

wirdelprumpft

ww-robinie
Registriert
31. März 2013
Beiträge
4.123
Ort
Rems-Murr-Kreis
Würde am gegenüberliegenden Ende der Fuge die Sockelleiste entfernen und mit Zugeisen den Boden zur Fuge verschieben.
Sofern nicht irgend was wie eine Küchenzeile oder ähnliches auf dem Boden steht geht das erstaunlich gut.
Falls da Kinder fangen oder ähnliches Spielen - sowas verschiebt den Boden auch mal ganz gerne.
Alternativ kann man auch mit dem Fuß so ne Art Ballschießbewegung mit Bodenkontakt machen, wenn sich entwas Gummiabrieb gebildet hat reicht das manchmal auch um ne Fuge zusammen zu bekommen. Saugheber geht vermutlich nicht weil Bodenoberfläche zu Rauh ist.
 
Zuletzt bearbeitet:

MarcBerlin

ww-robinie
Registriert
12. April 2022
Beiträge
972
Ort
Berlin
Fußbodenheizung und schwimmend verlegtes Parkett? Ist das nicht super ineffizient? Durch die Trittschalldämmung und die Luft unter dem Boden habe ich doch ne Isolation zur Fußbodenheizung, die ich doch eigentlich nicht will. Ich hatte gelernt, bei Fußbodenheizung wird geklebt!
Völlig richtig aber der Fortschritt ist unaufhaltsam und daher ist dieses Wissen zumindest teilweise etwas veraltet.
  • Zum einen müssen wir dank Energieeffizienz immer geringe Wärmemengen einbringen. Während früher Vorlauftemperaturen von 28-30° bei FB-Heizungen üblich waren, brauchen wir heute nicht mehr, als zwei, drei Grad über der gewünschten Raumtemperatur. Je geringer dieses Delta, desto weniger wirkt sich die dämmende Wirkung des Belags aus. Das bisschen Energie kommt also auch durch, wenn der Wärmedurchlass nicht optimal ist. (40-60W/qm ggü. deutllich über 100W früher)
  • Das lässt sich auch alles in Zahlen fassen und muss bei der Planung berücksichtigt werden. Ein Heizungsbauer und ein Oberboden- (also Parkett-) leger, die Ihre Gewerk verstehen und idealerweise noch einen Planer haben, der sein Fach ebenfalls versteht, können das alles so auslegen, dass es gut funktioniert. Mit Abwesenheit von Planung und Verstand kann man natürlich, wie immer, auch viel falsch machen.
  • Damit es funktioniert, gibt es allerlei Hilfsmittel, den Wärmedurchlass auch bei schwimmender Verlegung auf ein möglichst geringes Maß zu bringen. Die billigste PS-Trittschalldämmung aus dem Baumarkt fällt dann halt raus. Es gibt sehr geile, alukaschierte, sandgefüllte Matten, die nicht nur prima die Wärme leiten sondern auch ein sehr gute Trittschall (bzw. genauer: Tretschall - das ist nämlich tatsächlich was anderes) -Dämmung aufweisen. Ist nichts für Sparfüchse
  • Schließlich gibt es inzwischen Systeme aus alukaschierten Platten auf denen direkt schwimmend verlegt werden kann, und welche direkt die Heizungsrohre aufnehmen, unter Einsparung des Estrichs.
Was bleibt ist das etwas unschöne Hohlklingen des schwimmenden Bodens, was durch spezielle Unterlagen zwar reduziert werden kann, aber nie das gleiche Trittgefühl vermittelt, wie ein vollflächig verklebter Boden.
 

brubu

ww-robinie
Registriert
5. April 2014
Beiträge
7.057
Ort
CH
Eine andere Lösung sind richtige "Arbeitsfugen", die Masse der Bewegungen sind jetzt bekannt. Beidseitig der Fuge könnte von oben der Boden ausgefälzt werden. Dann eine T-förmige Deckleiste die unten in der Fuge und oben in der Deckschicht zum Parkett beidseitig verteilt Spiel hat.
Oberkante Deckleiste soll bündig Deckschicht Parkett sein.

Das gibt 2 schmale Nuten im Boden die leicht auszusaugen sind und schöner als eine unpassende Aluschiene. Aber es gibt Arbeit.
 

TomNie

ww-pappel
Registriert
4. Mai 2025
Beiträge
10
Ort
Tecklenburg
Gibt es für den letzten Vorschlag ein bebildertes Beispiel? Ich kann mir das gerade nicht ganz vorstellen.
 

MarcBerlin

ww-robinie
Registriert
12. April 2022
Beiträge
972
Ort
Berlin
Genau - das ist dann funktional ähnlich der Schiene, bloß eben in schön und etwas aufwändig.
Die Entscheidung begegnet einem ja oft im Leben: Schön und aufwändig oder schnell und hässlich? Man staunt, wie oft sich für Version 2 entschieden wird.
 

WinfriedM

ww-robinie
Registriert
25. März 2008
Beiträge
25.345
Ort
Dortmund
Diese Lösung verstehe ich nicht. Da bleibt doch genauso eine sichtbare offene Fuge bzw. man hat jetzt sogar 2 Fugen. Nur sind die nicht so tief. Wobei die Skizze wohl etwas täusch, real ist es dann vielleicht nur eine 2mm tiefe Fuge.
 

Mr.Ditschy

ww-robinie
Registriert
17. Mai 2017
Beiträge
2.405
Ort
BW
Ja, dann kannst gleich so lassen, wobei der Doppelspalt weniger auffallen würde.
Doch ob T-Form oder nicht, wäre egal, alternativ kannst bei beiden Varianten ein passenderes neues Dichtgummi/Fugenprofil rein drücken/kleben oder verfugen, fertig - wäre zumindest unauffälliger als eine dicke Übergangsschiene.
 
Zuletzt bearbeitet:

MarcBerlin

ww-robinie
Registriert
12. April 2022
Beiträge
972
Ort
Berlin
Stimmt - fällt mir jetzt erst auf...
Man löst eigentlich nur das Problem, die Kante etwas "einzufangen", nicht aber das der Fuge... :emoji_thinking:
 

MarcBerlin

ww-robinie
Registriert
12. April 2022
Beiträge
972
Ort
Berlin
Kleiner Edit zum Beitrag oben: Ich sprach von "Tretschall", was inzwischen aber als "Gehschall" bezeichnet wird, was den Begriff auch besser vom "Trittschall" abgrenzt. Letzterer bezeichnet den Schall, der beim Begehen in den Baukörper übergeht und dann in angrenzenden Räumen wahrgenommen werden kann. Also der, der im Sinne des Schallschutzes möglichst gut gedämmt werden soll.

Als man festgestellte, dass viele Trittschalldämmungen ihren Job ganz gut machten, sich beim Begehen aber schlimm anhörten, also einen relativ lauten Raumschall (Luftschall, kein Körperschall) erzeugten, begann man sich dem dann als "Gehschall" bezeichneten Phänomen zu widmen. Den wirksam zu dämmen bedarf etwas Masse, was zwangsläufig den Preis treibt. Nebst den Matten mit mineralischen Anteilen sind zum Beispiel auch Korkgummi-Matten in der Hinsicht ganz gut. Während der Sparfuchs eigentlich kaum einen Euro für den qm Unterlage ausgeben möchte, geht es bei solchen Dämmmatten eher so bei 5€/qm los.
 
Zuletzt bearbeitet:
Oben Unten