Anfänger Beitel schärfen -Anders oder hoffnungslos?

ZenStatt

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Hallo zusammen
als angehender Hobby-Woodworker versuche ich gerade 3 Beitel zu schärfen. Genau genommen den mittleren und den grössten, der kleinste ist für alles was ich kenne sehr scharf.
Ich hab das noch nie gemacht, auch wenn ich mir inzwiscehn ein paar Möglichkeiten angeschaut habe (u.a. Paul Sellers). Was wir im Nachlass auch bekamen, ist ein Doppelschleifer Typ Creusen DS 6110 T.
Was ich mich frage: Könnte mir jemand nur mit der Beschreibung des Ist-Zustands helfen? Ich weiss leider nicht mal, was für Steine das auf dem Creusen sind. Auch kann ich den Zustand der Beitel nicht beurteilen-speziell der beiden grösseren.

Was ich heute probiert habe: ein Schleifversuch des grossen Beitels mit dem Creusen nach dieser Anleitung https://www.youtube.com/watch?v=LLakGYwJvWU
Es kann sein, dass es minimal schärfer ist, wenn überhaupt.
Zur Ermittlung des WInkels (um die Ablage am Creusen einzustellen) habe ich den grossen Beitel seitlich auf ein Holzstück gelegt und abgezeichnet. Dieses Holzstück habe ich dann an einen Winkel befestigt,wie auf den Fotos zu sehen.

Mit dem Arkansas Block habe ich auch den mittleren und grösseren Beitel versucht zu schleifen-nicht wirklich schärfer.

Könnte jemand auf einen Blick sagen: neuer Versuch oder wahlweise hoffnungslos und besser neue Beitel kaufen? Der kleine wie gesagt ist für mein Empfinden relativ scharf.

Vielen Dank!!
Grüsse


Creusen mit Einstellung des Winkels (etwa 25°)
IMG_3306.jpg IMG_3304.jpg

Mittlerer Beitel
IMG_3326_mittlere.jpg IMG_3328_mittlere.jpg

Grosser Beitel
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Schreinersein

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Und Vorsicht, daß es nicht zu heiß wird, die Eisen dürfen nicht ausglühen.
Also wie @Küstenharry schon schrieb, einen Anschlag für's Stecheisen bauen, den Du rechtwinkelig ans Eisen machst und an der Unterkante der Auflage das Eisen führst oder eine Lade mit seitlichem Anschlag, die das gleiche macht.
Wirklich scharfe Eisen haben nach dem Abziehen dann keine sichtbaren Kratzer mehr oben und unten an der Schlifffläche.
 

kberg10

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Und Vorsicht, daß es nicht zu heiß wird, die Eisen dürfen nicht ausglühen.
Also wie @Küstenharry schon schrieb, einen Anschlag für's Stecheisen bauen, den Du rechtwinkelig ans Eisen machst und an der Unterkante der Auflage das Eisen führst oder eine Lade mit seitlichem Anschlag, die das gleiche macht.
Wirklich scharfe Eisen haben nach dem Abziehen dann keine sichtbaren Kratzer mehr oben und unten an der Schlifffläche.
Die Fläche wo der Schleifstein greift sollte ungefähr 2 - 2 ½ so breit sein wie das Eisen dick ist. das wären so ca 35°.
Eine Filzscheibe nach dem Abziehen zu verwenden würde dem ganz noch einen Kick geben. Aber Achtung, diese muss von dir weglaufen.
Und die grüne Polierpaste zu verwenden, auch am groben Stein, die tut auch kühlen.
Hier ist es so wie bei den meisten Dingen, Übung macht den Meister.
 

Da bin ich

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Auch dir ein herzliches willkommen. Die Qualität der beitel scheint sehr gut zu sein . Das mit dem holzgriff leg mal zur Seite bis du etwas Erfahrung hast. Interessant wäre was so noch auf der Packung von dem „künstlichen Arkansas“ steht. Meine Körnung und so
 

brubu

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Super das ist ein gutes Foto für die Hobbyisten, so kann sich jeder seine passende Vorrichtung mit wenig Aufwand bauen.
 

Holzrad09

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neuer Versuch oder wahlweise hoffnungslos und besser neue Beitel kaufen?
Hallo
Bis auf die runde Schneide schaut das jetzt nicht so schlecht aus.
Ich schleife meine Beitel auch trocken, nur musst Du die Schneide ab und an in Wasser tauchen, dass sie nicht ausglüht.
Die Auflagefläche vom Schleifbock verstelle Ich gar nicht, die bleibt gerade. Sie dient zum führen des Fingers bei eingeklemmten Eisen und dann fahre Ich langsam von links nach rechts und wieder zurück.
https://www.woodworker.de/forum/threads/stechbeitel-von-mhg-schleifen.108695/page-2#post-659418
Am besten wäre es erstmal mit einem alten ausgedienten Eisen zu probieren oder ein Stück Flacheisen nehmen oder Du findest einen älteren Schreiner, der es Dir mal zeigt.
Die jüngeren Schreiner oder die Hobbeuse schärfen ja meist auf langsamlaufenden Nassschleifern.
LG
 

pedder

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ich habe den künstlichen Arkansas. die Braune Seite ist Mist. die weiße zum groben abziehen ganz ok. ich nehme den für zwischendurch für weiche Küchenmesser.

ich meine, dass die Speigelseite und die Fase spiegeln sollten. das erreicht man mit feinen Schleifyteinen, Schleifpapier ider auch poliermitteln auf ein medium.
 

agnoeo

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Ich kann bei entsprechenden Englischkenntnissen das kostenlose PDF hier empfehlen für ein Grundverständnis beim Thema Schärfen:

https://lostartpress.com/products/sharpen-this

Auf dem Schleifbock kann es empfehlenswert sein nur bis 1/2-1mm vor der Schneide zu schleifen um Überhitzung zu vermeiden; das meiste Material ist dann weg und der Rest sollte auf den Banksteinen schnell gehen.

Gruß, David
 

ZenStatt

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Vielen Dank für all die Hinweise und Tipps.

@Holzrad09:
Vielen Dank für den Link zu deinem Schleifvorgang. Du gehst nach dem Schleifbock zum Abziehstein. Könnte ich als Abziehstein meinen „Arkansas“ nehmen und wenn ja ,welche Seite? Leider /komischerweise ist auf dem Stein/der Verpackung keinerlei Angabe zur Körnung.
Was ich mich noch frage: wie oft/wie lange gehst du hin und her zwischen Wassertauchgang?
Du schreibst „„Springen die Funken gleichmäßig über die Schneide, dann ist es gut“?“ Meinst du damit, dann ist es genug mit dem Schleifbock?

@Küstenharry @Edefix: Danke für den Tipp mit dem Anschlag.
Zur Körnung finde ich keine Angaben auf dem Stein.
Was ich auf der Verpackung sehe: er ist von „Müller“. Auf einem Link wird ein ähnlicher mit Korngrösse: 180-500 angegeben:
https://www.reidl.de/mueller-abziehstein-super-arkansas-brocken-100-x-50-x-20-mm-nr-359-p228028

@agnoeo:
Danke für den Link, sehr lesenswert. Bin gerade am einlesen. Ich weiss nicht ob das wichtig ist, aber im PDF steht:
„Just use the tool’s existing bevel to set the tool rest. You want the grinding wheel to contact the blade in the middle of the bevel – not at the tip or the heel.“
Woanders las ich, dass man den Beitel am Fuss ansetzen soll ,also quasi unten. Doch die Mitte? Oder ist das nicht so wichtig?
 

agnoeo

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Danke für den Link, sehr lesenswert. Bin gerade am einlesen. Ich weiss nicht ob das wichtig ist, aber im PDF steht:
„Just use the tool’s existing bevel to set the tool rest. You want the grinding wheel to contact the blade in the middle of the bevel – not at the tip or the heel.“
Woanders las ich, dass man den Beitel am Fuss ansetzen soll ,also quasi unten. Doch die Mitte? Oder ist das nicht so wichtig?

Ich denke dass man sich von der stumpfen Seite der Fase, oben (also nicht von der Schneide) an den Fasenwinkel herantasten sollte. Effektiv will man aber auch zur Mitte hin, damit am Ende oberhalb und unterhalb des Kontaktpunktes gleich viel abgenommen wird. Wenn das Eisen verhunzt ist oder der Winkel geändert werden muss/soll, geht das mit der Mitte nicht mehr.

Gruß, David
 

Holzrad09

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Vielen Dank für den Link zu deinem Schleifvorgang. Du gehst nach dem Schleifbock zum Abziehstein. Könnte ich als Abziehstein meinen „Arkansas“ nehmen und wenn ja ,welche Seite? Leider /komischerweise ist auf dem Stein/der Verpackung keinerlei Angabe zur Körnung.
Ja genau, nach dem schleifen gehts an den Wasserstein, welche Körnungen der jetzt hat, das kann Ich leider nicht sagen. Er hat eine grobe und eine feine und ich nehme normal die feine Seite zum abziehen.
Zu dem Arkansas kann ich leider nichts beitragen.
Was ich mich noch frage: wie oft/wie lange gehst du hin und her zwischen Wassertauchgang?
Das hat man irgendwann im Gefühl, man sollte schon alle paar Sekunden das Eisen mal ins Wasser tauchen.
In der Lehre ist es mir auch ab und an passiert, dass ein Eisen mal blau geworden ist. :emoji_thinking:
Du schreibst „„Springen die Funken gleichmäßig über die Schneide, dann ist es gut“?“ Meinst du damit, dann ist es genug mit dem Schleifbock?
Genau, so hat es uns damals der Meister gezeigt, wenn die Funken komplett über die Schneide gehen, dann ist es gut am Schleifbock, dann gehts zum abziehen an den Wasserstein.
LG
 

brubu

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Vielleicht kann auch ein Klebband auf der Spiegelseite als Markierung helfen die Schneide gerade zu schleifen. Als Hilfe statt ein eine Führung zu bauen. Selber habe ich es nie versucht, es ist nur eine Idee.
 

ZenStatt

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Danke @Holzrad09 für die Rückmeldungen.

Klebeband-Idee gefällt mir!

Jetzt habe ich nochmals nachgemessen: Der Winkel beim grossen Beitel liegt bei ca 30°, beim kleinen bei 20°.
Würdet ihr einem Anfänger davon abraten, die Auflage für beide auf 25° einzustellen (im Sinne "zu schwierig für den Anfang") und eher die Auflage am Ist-Zustand zu orientieren?

Was ich mich noch frage: Einfach auf der rechten Scheibe schleifen reicht?

Ich könnte gebraucht diesen Putzhobel ("witte") und Beitel bekommen. Wär das was für einen Anfänger? Ich arbeite eher mit kleinen Werkstücken, keine Schränke usw. , eher mal Spielzeug, kleine Schubladen, etc.

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Johannes

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Hallo,
wenn du keine speziellen Arbeiten vor dir hast, würde ich alle Stechbeitel auf 30° schleifen. Dann ist die Fase doppelt so lang wie die Dicke des Beitels. Das ist ein guter Kompromiss zwischen Schärfe und Schnitthaltigkeit. Die Stechbeitel dürften ordentliche Klingen haben, ich mag aber Holzhefte lieber. Den Hobel kann ich auf Grund des Bildes nicht einschätzen. Wenn es um den ersten Hobel geht, empfehle ich einen RALI 220 evo. Den gibt es gebraucht, in gutem Zustand oft für unter 100€. Der verwendet Wechselklingen und ist ohne viel Erfahrungen im Schleifen direkt einsatzfähig. Wenn der Hobel ( vom Bild) günstig ist, kannst du ihn kaufen und zusehen, dass du ihn so hinkriegst, dass er so gut oder besser hobelt wie der Rali.

Es grüßt Johannes
 

Holzrad09

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Jetzt habe ich nochmals nachgemessen: Der Winkel beim grossen Beitel liegt bei ca 30°, beim kleinen bei 20°.
Würdet ihr einem Anfänger davon abraten, die Auflage für beide auf 25° einzustellen (im Sinne "zu schwierig für den Anfang") und eher die Auflage am Ist-Zustand zu orientieren?
Bei den älteren war es früher so, da galt pauschal, dass die Fase 2 1/2 mal so lang ist wie das Beitel im Bereich der Schneide dick ist.
Ist es also 3mm dick, dann beträgt die Länge der Fase 7,5mm.
LG
 

brubu

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Die alte Schneeberger hat für Stechbeitel eine Werkseinstellung von 25°, bei Hobeleisen in der 2. Einstellung sind es wesentlich mehr.
Deswegen baue ich kein Hobeleisen aus und messe nicht nach.

Der Hobel #17 ist ein guter alter Stanley, die haben wir auch immer noch. Die funktionieren sehr gut.

Mit den Schleifscheiben üben, dann merkt man schnell welche sich besser eignet oder mehr oder weniger abträgt.
 

weissbuche

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23.57 Grad. Es gab bei uns vor 55 Jahren keinen Meßschieber in der Werkstatt. Da würde die Dicke ungefähr mit dem Zollstock gemessen und die Länge der Fase ebenso. Seltsamerweise würde damals auch alles sauber und ordentlich fertig.
 
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