Schachbrett-Beschriftung

MTrp

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Ich baue gerade ein Schachbrett aus Nuss- und Ahorn-Holz, einer Umrandung des Spielfelds mit einer mattierten Messing-Stange und einem Rahmen aus Nuss-Holz. Ich hätte gerne eine algebraische Beschriftung für das Brett, darüber schon viel nachgedacht und stehe leider etwas an. Vielleicht hat hier jemand eine Idee, auf die ich noch nicht gekommen bin?

Am liebsten wäre mir, wenn die Beschriftung ausgefräst und ausgefüllt wäre: Als Negativ ins Nussholz, als Positiv in Ahornholz, eingeklebt und der Überstand wegschnitten und geschliffen. Ich habe aber leider keine CNC und mein Eindruck ist, dass das auch etwas heikel ist und ich nicht so leicht auslagern kann. Hat hier jemand Erfahrungen mit dem Fräsen lassen?

Die Beschriftung aus Messing wäre noch schöner und vielleicht etwas weniger heikel. Ich habe aber noch nirgends passende Buchstaben und Zahlen aus Messing gefunden.

Ausfräsen lassen und mit hellem Epoxidharz ausgießen wäre eine Option. Ich habe aber bedenken, wie das zusammenpasst, wenn sich das Ahornholz mit der Zeit noch etwas verändert. Ein gewisses Vergilben wird sich nicht verhindern lassen.

Mit Anreibebuchstaben („Decal“) habe ich mich ebenfalls bereits auseinander gesetzt. Leider gibt es sie großteils nur in schwarz, und schwarz auf Nussholz scheint mir zu wenig Kontrast. In weiß habe ich noch keine gefunden, die passen würden.

Ausfräsen lassen und mit Messing-Schlagmetall auskleiden wäre eine weitere Option. Abgesehen vom Fräs-Thema, blieben die Vertiefungen erhalten - was ich eigentlich nicht möchte - und die Oberfläche wäre glänzend statt matt.


Hat jemand vielleicht noch gute Ideen? Ich sehe mein Dilemma auch darin, dass ich mit Holz hell, Holz dunkel und Messing als metallischer Kontrast bereits etwas am Limit bin, damit es kein „Farbenkastl“ wird …
 

wirdelprumpft

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Wenn das Brett lackiert wird könnte man ggf. grundieren - dann entsprechend geplotterte Folie aufkleben und die Buchstaben auflackieren.
Folie entfernen und 2-3 x Decklack.

Alternativ mit CNC die Buchstaben gravieren - grundieren - Buchstaben ausmalen - endlackieren

Wenn man ne ruhige Hand mit der Oberfräse hat - Auf Papier 1:1 Schablode ausdrucken - mit Sprühkleber aufkleben - mit Schriftfräser ausfräsen.
Alternativ mit Schnitzmesser
 

flüsterholz

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Ein ehemaliger Kollege nimmt für Einlegearbeiten in Massivholz (echte Intarsien) einen Dremel mit Fräsvorsatz und entsprechend dünnen Fräsern. Also erst vorsichtig mit Skalpell vorritzen an der aufgelegten Intarsie. Dann die Intarsie entfernen und in etwa auf die gewünschte Tiefe schneiden. An der Fräse (Dremel) die gewünschte Tiefe einstellen, aber ein Blatt Papier unter den Tiefenanschlag legen. So hat die Intarsie einen ganz leichten Überstand und man kann sie nach dem Einkleben zum Schluss beischleifen. Die Ausfräsungen nur ganz knapp bis an den Riss ausführen und den Rest mit Skalpell oder Messer entfernen. Aber besser erstmal an einem Abfallholz üben.
 

Avogra

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Oder die Zeichen mit Pantograph und konventioneller Oberfräse fräsen? Den Pantograph könnte man wahrscheinlich sogar selbst bauen.
 

Martin45

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Es gibt auch die Möglichkeit Holz mit Zinn auszugießen. Keine Ahnung wie filigran das möglich ist.
Hier sind doch einige mit Hobby/Klein-CNC, die werden dir bestimmt genaueres zum Fräsen sagen können (@Tokoloshe ?)
 

Tokoloshe

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Naja, was soll ich sagen? Mit einer CNC geht das schon. Fräsen und anmalen, fräsen und Intarsien, alles möglich.
Tipps für handgefräst kann ich nicht geben... :emoji_slight_smile:
 

MTrp

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Vielen Dank für Eure Vorschläge und Tipps!

An welche Größe hast du gedacht?
Irgendetwas zwischen 10 und 15mm - danke für den Link, das schau ich mir gerne genauer an!

Ist lasern eine Option? Das hebt sich farblich nicht so schön ab wie Messing.
Lasern ist leider eher keine Option für mich.

Wenn das Brett lackiert wird könnte man ggf. grundieren - dann entsprechend geplotterte Folie aufkleben und die Buchstaben auflackieren.
Folie entfernen und 2-3 x Decklack.
(…)
Wenn man ne ruhige Hand mit der Oberfräse hat - Auf Papier 1:1 Schablode ausdrucken - mit Sprühkleber aufkleben - mit Schriftfräser ausfräsen.
Alternativ mit Schnitzmesser
Danke, dieser Idee - geplotterte Folie als Lackierschablone - werde ich auf jeden Fall nachgehen und kann mir das ganz gut vorstellen!

Von Hand fräsen habe ich ausprobiert, aber das Ergebnis entspricht leider überhaupt nicht meinen Ansprüchen.

Ein ehemaliger Kollege nimmt für Einlegearbeiten in Massivholz (echte Intarsien) einen Dremel mit Fräsvorsatz und entsprechend dünnen Fräsern.
Puh, klingt spannend - traue ich mir aber für dieses Projekt leider nicht zu.

und Farbpigmente oder Messingpulver ausfüllen, hier habe ich mal was drüber gebracht
Danke, insbesondere die Variante mit dem Messingpulver kommt in die engere Auswahl!

Oder die Zeichen mit Pantograph und konventioneller Oberfräse fräsen? Den Pantograph könnte man wahrscheinlich sogar selbst bauen.
Zum Pantograph hab ich mir schon ein bisschen was angesehen. Da die Beschriftung recht klein wird und optisch nicht nach Handschrift aussehen soll, sehe ich darin leider Lösungsweg.

Es gibt auch die Möglichkeit Holz mit Zinn auszugießen. Keine Ahnung wie filigran das möglich ist.
Ich werde dem mal nachgehen, danke für den Tipp!

Naja, was soll ich sagen? Mit einer CNC geht das schon. Fräsen und anmalen, fräsen und Intarsien, alles möglich.
Tipps für handgefräst kann ich nicht geben... :emoji_slight_smile:
Meine konkrete Frage: Wie heikel sind solche Fräsungen hinsichtlich Ausrisse bzw. Ausbrüche? Ich denke da insbesondere an das Innere von Zahlen wie 6 oder 8 oder Buchstaben wie a, b, d, e und g? Ist das für einen CNC-Fräsbetrieb bzw. 10mm Größe aufwändig und heikel oder eher nicht? Ich frage das auch mit einem kleinen Hintergedanken an die zu erwartenden Kosten.

Und wie wäre es mit Messingdraht zum Ausfüllen der geschnittenen/gefrästen/gelaserten Schriftzeichen?
Danke für den Tipp, schau ich mir gerne an!
 
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dsdommi

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Moin
Dein Vorhaben ist für eine CNC kein Problem.
Buchstaben und Zahlen in 10mm ist absolut machbar.
Schau doch mal in deiner Umgebung nach freien werkstätten oder Schreiner die eine CNC haben.
Wenn du sowas öfter benötigst und für eine CNC keinen Platz hast, gibt es noch die Shaper Origin als Alternative
 

Tokoloshe

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Wie heikel sind solche Fräsungen hinsichtlich Ausrisse bzw. Ausbrüche?
Eigentlich überhaupt nicht, die spitzen Fräser haben ja kaum Angriffsfläche. Intarsien sind aber richtig Arbeit zeitlich und ein "richtiger" CNC Shop wird den Auftrag als zu klein erachten, denke ich. Du könntest schnell selbst eine CNC Fräse bauen. :emoji_slight_smile:
 

depitter

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mit einer CNC ist das kein Problem, die Fräsarbeiten sind in ein paar Minuten durch. Aber die Programmierung und Einrichtung der Maschine sind sehr Zeitaufwändig und es ist immer das Risiko einer Fehlfräsung vorhanden, von daher wird das wohl niemand gewerblich machen wollen.

Auf die Gefahr hin das ich von Gestern bin, was ist denn eine algebraische Beschriftung?
 

MTrp

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Das ist die Beschriftung der Spalten mit den Buchstaben a bis h und der Reihen mit den Ziffern 1 bis 8. Damit werden die Züge der Figuren erfasst bzw. können leichter Stellungen zur Analyse oder fertige Partien zum Nachspielen aufgebaut werden.
 

Edefix

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Wenn man auf Nummer sicher gehen will könnte man die Buchstaben und Zahlen in eine Kreis vorbereiten und dann die Runden Zeichen einsetzen.
Muster:
 

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wirdelprumpft

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Gravur von Text, mit einem spitzigen Fräser, geht mit modernen CAD - CAM recht einfach.
Fräsdauer hält sich auch in Grenzen

Intarsien wären mit meiner CAD-CAM Software in der Größe von 10 mm unbezahlbar.
Vermutlich eine Kombi aus Fräsen + Laserschneiden vom Furnier aber auch das ist kaum wirtschaftlich zu machen.
 

dsdommi

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Ich habe das schon öfter mit der Schaper gemacht. Ist kein Problem mit den Intarsien
Warum ist das für eine CNC schwierig ?
 

wirdelprumpft

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Mein cad-cam kann nicht automatisch verrunden z.b. das kleine Dreieck im A - wenn man das im A ausfräst, bleibt der Fräserradius stehen.
Somit brauch ich für das Gegenstück ein Dreieck mit abgerundeten Ecken und da wird es dann aufwendig da fräsen innerhalb bzw. außerhalb der Kontur nicht funktioniert. 1,5 mm Fräser in HSK 63 Futter geht zwar aber man muss relativ langsam Fräsen.
Spannen von kleinstteilen auf Vakuumsauger ist auch kein Spaß.
Strom braucht ne große CNC auch nicht gerade wenig.

Bei manchen Dingen ist ne kleine CNC bzw. Sharper Origin die bessere Wahl - Software ist bei der Sharper auch besser darauf ausgerichtet
 

Avogra

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Spannen von kleinstteilen auf Vakuumsauger ist auch kein Spaß.
Das wäre ja auch mit der Shaper ein Problem. Da hab ich mal ne ganz geschickte Lösung gesehen: Um bei dem Schachbrett zu bleiben: Man fräst alle Buchstaben für eine Kante aus einem Stück genau so wie sie später im Schachbrett liegen, allerdings nicht ganz durch sondern nur etwas tiefer als die Taschen im Schachbrett. Die Buchstaben sind also gemeinsam erhaben in einem Brett. Dann kann man die gesamte Zeile als ein Stück einsetzen und verleimen. Erst danach hobelt oder schleift man das Brett oben drüber weg und vereinzelt so die Buchstaben.
 

wirdelprumpft

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Die Buchstaben sind also gemeinsam erhaben in einem Brett
Das ist schon ne möglichkeit - aber das ist mir sicherheit auch nicht auf die schnelle zu machen
@Tokoloshe macht sowas recht häufig und da sieht es einfach aus - ist es aber mit sicherheit nicht.
Alleine rauszubekommen wieviel Luft man geben muss.
Welche Fräserart usw. da geht viel Zeit für Versuch und Irrtum drauf
vermutich sehr viel bis man das immer auf den ersten Versuch hin bekommt.
 
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