Tiefe der Nut bei Nutklötzen

flüsterholz

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Wie tief sollte die Nut am Querholz der Platte für Nutklötze sein. Dicke der Zarge wäre 30mm. Breite der Tischplatte 100cm. Im Spannagel existiert eine Zeichnung, auf der wirkt es so, als ob die Nut 2/3 der Zargendicke einnimmt. Das erscheint mir etwas viel. Ausführen möchte ich die Nut mit einem Nuthobel. Die Nut wäre also durchgehend.
Danke für eure Antworten
Gruß Michael
 

Daniboy

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Wenn man weiß in welche Richtung das Holz arbeitet von welcher aktuellen Ausgangsfeuchte kann man das doch auch auf die Nuttiefe abstimmen und man braucht nicht so tief zu gehen oder nicht?

Ganz durchgehend würde ich die Nut ohne Not auch nicht machen.
 

joh.t.

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Keine durchgehende Nut.
Nur da wo das Klötzchen sitzt.

Wenn's im Spannnagel steht, dann stimmt das so.
Geschmacklich ist der eben aus der Zeit gefallen, Fachlich aber i O.

Da muss man nicht die Masse fragen...
Ging früher auch nicht. Fachbuch reicht.

Wenn man nen Spannnagel hat, braucht man eigentlich für klassischen Möbelbau nix anderes...
 

flüsterholz

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Hallo,

seit 40 Jahren mache ich die Nuten mit der Lamellofräse. Tiefe für 20er Flachdübel, also 12,5 mm tief, aber 8mm breit.
Die entsprechend gerundeten Nutklötze muss man im Bedarfsfall nicht ganz abschrauben, nur lockern und verdrehen.

So mache ich Nutklötze.

so baue ich sie ein.

Gruß

Ingo
Das hatte ich mir schon angeschaut. Aber danke nochmal für den Link. Deiner Erfahrung nach reicht diese Tiefe? Ich habe jetzt aber auch schon eine Lösung für mich gefunden, die eine Mischung aus dem ist, was ich übers Nuten gelernt habe und was der Spannagel schreibt.
 

flüsterholz

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......... für wesentlich wichtiger für die Haltbarkeit als die Nuttiefe halte
ich die Stärke der oberen Nutwange, jedenfalls mehr als die Nuttiefe.
Ich denke, das habe ich genügend berücksichtigt. Ich muss jetzt erstmal rechnen, wie sehr das Holz der Platte überhaupt arbeiten kann und werde die Nuttiefe im Bereich der Nutklötze entsprechend anpassen. Ich hab die Nut jetzt erstmal nur einen cm ausgehobelt, weil ich sie auch noch für was anderes brauche und werde sie dann punktuell im Bereich der Nutklötze, falls nötig, weiter vertiefen.
 

IngoS

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Ich denke, das habe ich genügend berücksichtigt. Ich muss jetzt erstmal rechnen, wie sehr das Holz der Platte überhaupt arbeiten kann und werde die Nuttiefe im Bereich der Nutklötze entsprechend anpassen. Ich hab die Nut jetzt erstmal nur einen cm ausgehobelt, weil ich sie auch noch für was anderes brauche und werde sie dann punktuell im Bereich der Nutklötze, falls nötig, weiter vertiefen.
Hallo,

bei einer breiten Tischplatte kann man mittig in die kurze Zarge einen unverleimten Dübel setzen, der in die Tischplatte fasst und diese so in der Mittellage hält. dann brauchst du für die maximale Bewegung der Platte nur die halbe Plattenbreite zu berücksichtigen und das sind erfahrungsgemäß bei einer 1m Platte so etwa 2mm.

Gruß

Ingo
 

MarcBerlin

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Eigentlich alles gesagt. Nur zur Erklärung tradierter Maße: Im Spannagel wurde vielleicht Wissen wiedergeben, was damals schon etwas älter war und somit definitiv aus Zeiten vor Kammertrocknung und genauer Bestimmung der Holzfeuchte stammt. Solch alte, tradierte Regeln gehen viel mehr auf Nummer sicher, als heute erforderlich, wo wir sicher stellen können, trockenes Holz einzusetzen und das auch messtechnisch überprüfen können.
 

flüsterholz

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Hallo,

bei einer breiten Tischplatte kann man mittig in die kurze Zarge einen unverleimten Dübel setzen, der in die Tischplatte fasst und diese so in der Mittellage hält. dann brauchst du für die maximale Bewegung der Platte nur die halbe Plattenbreite zu berücksichtigen und das sind erfahrungsgemäß bei einer 1m Platte so etwa 2mm.

Gruß

Ingo
Danke nochmal für die Bestätigung. Zu einem ähnlichen Ergebnis bin ich auch gekommen.
 

magmog

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Guuden,

ganz pragmatisch funzt eine Verschraubung durch die Zarge von unten
mit je einer Schraube mittig durch die Zargenstücke.
Bei einer Breitenveränderung der Platte verbiegen sich die langen Zargenteile ein bis zwei Millimeter,
mehr passiert nicht.
 

IngoS

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......... für wesentlich wichtiger für die Haltbarkeit als die Nuttiefe halte
ich die Stärke der oberen Nutwange, jedenfalls mehr als die Nuttiefe.
Hallo,

Bei meinem System mit den Lamellonuten habe ich eine Nutwangenstärke von 10mm. Das reicht auch vollkommen aus, weil die Nut ja nicht durchläuft.
Vorteil dieser Methode, sie funktioniert auch bei anderen Möbeln die zum Nuten nur einen schmalen Rahmen haben, wie hier.
IMG_20260205_073914.jpg

Gruß Ingo
 

flüsterholz

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Danke auch für diesen Beitrag. Aber ich möchte wieder mit Handwerkzeugen arbeiten und da ist der Nuthobel für mich die einfachste Möglichkeit. Und ich habe ja genügend Platz. Aber ich hatte mir auch alle deine Beiträge zu diesem Thema, soweit die Suchfunktion sie mir anzeigte, schon durchgelesen.
Ich habe jetzt eine Nutbreite von 7mm gewählt, die ich evtl auch noch etwas erweitern könnte, mit einem Abstand zur oberen Kante von ca 2,5 bis 3cm. Müsste ich nochmal nachmessen. Ich hab den Abstand mehr so nach Gefühl gewählt.
 

chris_11

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Das Holz heute weniger arbeitet wie damals ist schon eine sehr optimistische Annahme. Für Kirchenaustattung haben sie damals das Holz 16 Jahre getrocknet. Trockene Heizungsluft im Winter ist heute verbreiteter. Jedenfalls dürfte sich bei Massivholz nicht wirklich viel geändert haben. Man hat sich früher viel Arbeit gemacht, um mit der Konstruktion das Arbeiten des Holzes aufzufangen. Im Holzmöbelbau stecken über 3000 Jahre Geschichte. Die Handwerkszeuge der Römer unterschieden sie nicht wesentlich von den noch heute genutzen. Die Werkzeugstähle und deren Bearbeitungsmöglichkeiten sind heute zum Glück viel besser.
 

flüsterholz

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Also selbst dann, wenn ich seeeeeehr vorsichtig rechne (Veränderung der Holzfeuchte um 10%), komme ich bei einem Zargenabstand von 80cm und damit bei der Hälfte von 40cm auf eine maximale Veränderung von 8mm. Der Tisch steht auch nicht in der Nähe eines Heizkörpers oder Ofens.
Ich geh das Ganze mal sehr entspannt an.
 

IngoS

ww-robinie
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Also selbst dann, wenn ich seeeeeehr vorsichtig rechne (Veränderung der Holzfeuchte um 10%), komme ich bei einem Zargenabstand von 80cm und damit bei der Hälfte von 40cm auf eine maximale Veränderung von 8mm. Der Tisch steht auch nicht in der Nähe eines Heizkörpers oder Ofens.
Ich geh das Ganze mal sehr entspannt an.

Hallo,

das ist viel zu viel und nicht praxisgerecht.
Die 50cm breite Füllung einer Tür hier bei uns, 1m neben dem ständig beheizten Kaminofen (Luftfeuchtigkeit 35%), schwindet den Winter über um gut 2mm.
IMG_20260205_101645.jpg
IMG_20260205_101707.jpg

Gruß Ingo
 
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