Erfahrungen mit Öl Lack für Instrumente

dsdommi

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Hallo.
Eine Frage vor allem an die Instrumentenbauer. Hat jemand Erfahrungen mit den italienischen Öllacken speziell für den Instrumentenbau ?
Das soll ein Lack sein der die Schwingungen des Holzes nicht verändert und damit das Instrument sozusagen wie umlackiert klingt.
Ist das alles nur Werbung oder klingt ein Instrument damit tatsächlich anders als mit zB normalen Lack oder Öl ?
Muss natürlich nicht aus Italien sein , aber der ist mir gerade über den Weg gelaufen.
Danke für eure Berichte
Gruß dsdommi
 

dsdommi

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Dazu muss man erstmal wissen welche Art von Instrument? Und man benötigt ja einen Vergleich zu einem ungeölten.
Genau. Instrument dürfte egal sein. Geige, Gitarre etc. .
Mir geht es darum ob sich da klanglich wirklich was ändert. Und ja, dazu benötigt man einen Vergleich. Ich habe gehofft dass den jemand mal mit verschiedenen Lacken gemacht hat und eine Aussage treffen kann.
 

Curby

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Ich baue ja Schlagzeuge (siehe Anhang) und auf diesem Gebiet konnte ich bisher keinen sonderlichen Unterschied zwischen Lackierung und Ölung feststellen. Zugegebenermaßen sind Schlagzeuge jetzt nicht das sensibelste Instrument.

Die meisten Flügel werden heutzutage jedoch hingegen unter einer dicken Schicht Polyesterlackierung gepackt. Das kann also nicht so schlimm sein. Meiner Erfahrung nach ist präzise Fertigung viel entscheidender. Die Lack- und Ölchichten sind in der Regel so dünn, dass die kaum eine Rolle spielen.
 

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dsdommi

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Danke für deine Einschätzung.
Die Fertigung deiner "Trommeln" verfolge ich hier natürlich. Respekt dafür. Toll.
 

flüsterholz

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Wichtig sind diese Öllacke, Geigenlacke nur für Instrumente, bei denen ein, oder mehrere Teile des Resonanzkörpers mitschwingen, hauptsächlich Streichinstrumente. Bei Zupfinstrumenten scheint das, aus was für Gründen auch immer, nicht so wichtig zu sein. Du brauchst dann einen Lack, der diese Schwingungen mitmachen kann. Ich denke mal, dass das auch mit Form der Decke und des Bodens zusammenhängt. Der ist ja bei Geigen, Cello, etc anders als bei Gitarren u.ä.
Praktische Erfahrungen habe ich im übrigen genau gar keine bei Streichinstrumenten. Andere einfache Instrumente habe ich schon ein paar gebaut. Da war die Oberfläche ziemlich egal. Die meisten habe ich nur geölt.
 

Dale_B_Cooper

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Die meisten Flügel werden heutzutage jedoch hingegen unter einer dicken Schicht Polyesterlackierung gepackt. Das kann also nicht so schlimm sein.
https://de.wikipedia.org/wiki/Resonanzboden

Außen ist nicht das Wichtigste. Im Gegensatz zu Streichinstrumenten und Konzertgitarren..

Bei elektrischen Instrumenten scheint die Elektronik (also auch Tonabnehmer-Art und Position) einen deutlicheren Effekt zu haben.
 

Curby

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Das habe ich auch nie verstanden. Ich habe mir eine Gitarre 2021 gekauft und der Nitrolack ist super empfindlich. Einmal leicht gegen gestoßen und schon ein Abplatzer.
 

dsdommi

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Hi.
Das soll ja unter anderem mit dem öl Lack auch nicht passieren, dass es Abplatzer gibt.
Ich vermute dass weder Geigenbauer noch Konzert Gitarren Bauer hier entsprechende Test gemacht haben. Vielleicht kontaktiere ich mal professionelle Geigenbauer.
 

fahe

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Coswig
.aus irgend einem Grund sprühen z.B. Fender und Gibson
...was haben die schon für Ahnung im Vergleich zum gefühlten Wissenschatz hier... angereichert mit einem Wiki-Link. :emoji_joy:

Natürlich haben Holzart, Ausbildung und Abstimmung der Decken beispielsweise bei akustischen Gitarren eine viel entscheidendere Rolle als der Lack. Wenn gestandene Instrumentenbauer aber sagen, dass auch der Lack aber sehr wohl auch einen Einfluß hat, glaube ich das einfach und bin froh, dass mein Gehör dann doch nicht so fein auflösend ist.

Ich würde aber auch nicht Äpfel mit Kirschen akustische mit elektrischen Klampfen vergleichen.

Meine vor Jahrzehnten erste und einzige je selbst gebaute E-Gitarre hatte einen schnöden Korpus aus halbwegs feinjähriger Fichte mit einem Deck aus MDF. :emoji_wink: Glücklicherweise hatte das Ding aber wahrlich andere - Spoiler: eher elektrische - Probleme als ihren Lack. Noch ein Spoiler: "Erdungsband" am Handgelenk half. :emoji_joy:

Und bei den drei übrig gebliebenen Westerngitarren hätte ich nicht einmal den Hauch einer Ahnung, womit die lackiert sind. Ok, bei der ältesten ist der Lack eh längst ab - zumindest an den üblich verdächtigen Stellen. Das nicht so dolle Ding stammt auch noch aus "GDR"-Zeiten und hat sicher auch andere Probleme als den Lack.


Vielleicht kontaktiere ich mal professionelle Geigenbauer.
...mindestens einen Gitarrenbaumeister könntest Du meiner Erinnerung nach auch hier befragen: @Herr Dalbergia.
Und @dascello baut wunderschöne Cembali.
 

flüsterholz

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Ich vermute ja auch, dass durch die ganze Beleistung der Gitarrendecke, diese nicht so ein starkes Schwingungsverhalten aufweist wie Geige und co und der Lack deswegen auch nicht unbedingt so flexibel sein muss. Aber wäre wirklich mal interessant, dazu einen Experten zu hören.
 

Pareto

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Kein Lack ist so hart, dass er den Schwingungen der Decke nicht folgen kann.

Die Frage ist eher, ob er die Abstrahlung verändert: Prinzipiell würde ich sagen, dass dünne, harte Lacke eine obertontreichere Abstrahlung habe als dicke, weiche.
Tendenziell: Schellack klingt heller, Öllack weicher.
Ob das hörbar ist, ist nochmal eine ganz andere Frage:
Die Verleistung einer Gitarre oder die Decke einer Geige hat einen weitaus größeren Einfluss als der Lack.

So lange wir nicht den Hintergrund der Frage kennen, ist das Stochern im Nebel...
 

welaloba

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Hi.
Das soll ja unter anderem mit dem öl Lack auch nicht passieren, dass es Abplatzer gibt.
Ich vermute dass weder Geigenbauer noch Konzert Gitarren Bauer hier entsprechende Test gemacht haben. Vielleicht kontaktiere ich mal professionelle Geigenbauer.
Der nächste Geigenbauer, den ich kenne, sitzt in FFM Höchst, Nähe Marktplatz. Dann traf ich mal einen in Nauheim, Nähe Rüsselsheim, Namen kann ich nicht liefern, sorry
 

dsdommi

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Kein Lack ist so hart, dass er den Schwingungen der Decke nicht folgen kann.

Die Frage ist eher, ob er die Abstrahlung verändert: Prinzipiell würde ich sagen, dass dünne, harte Lacke eine obertontreichere Abstrahlung habe als dicke, weiche.
Tendenziell: Schellack klingt heller, Öllack weicher.
Ob das hörbar ist, ist nochmal eine ganz andere Frage:
Die Verleistung einer Gitarre oder die Decke einer Geige hat einen weitaus größeren Einfluss als der Lack.

So lange wir nicht den Hintergrund der Frage kennen, ist das Stochern im Nebel...
@Pareto
Vielen Dank für deinen Beitrag.
Deinen letzten Satz verstehe ich aber nicht so ganz. Du möchtest wissen warum ich die Frage stelle ? Weil es mich interessiert :emoji_slight_smile:
Ich baue unter anderen Open Buffle Lautsprecher, und da gibt es durchaus Klangunterschiede durch verwendete Holzarten. Die Membranen werden mit Lack behandelt um sie zu beschweren.
Nun wäre es für mich interessant ob man bei Instrumenten durch unterschiedliche Lacke eine Klangveränderung erzielen kann.
Stradivari soll ja auch erst Öl dann einen Öllack verwendet haben :emoji_slight_smile:
Warum probiere ich das nicht selbst an der Membrane aus ?
Die Herstellung des Chassis kostet mich 1200€
Und da ich das Gewicht der Membrane durch einen anderen Lack ja auch verändere ist ein Test nicht aussagekräftig.
Und weil ich hier nicht über Sinn oder Unsinn meiner Vorgehensweise diskutieren wollte habe ich die Frage so gestellt.
Deine Vermutung dass der Lack nur das Abstrahlverhalten des Tons beeinflusst, würde ja auch eventuell dafür sprechen , dass ein weicher Lack den Korpus nicht so stark am Schwingen hindert wie ein harter Lack. Denn für Grundton benötige ich ja mehr Schwingung als für Hochton.
 
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