zwei Probleme mit Bernardo AD310S /Bamato BHM 310PRO / Holzstar ADH 31 und Konsorten

patrickauskiel

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Hallo zusammen,

ich habe seit knapp einem Jahr den o.g. Sprial-ADH, der in unterschiedlichen Bemalungen von unterschiedlichen Importeuren auf den deutschen Markt geworfen wird. Meiner ist gleb, das tut aber denke ich nichts zur Sache. Abgesehen von der Lautstärke - da hab ich von der Spiralmesserwelle mehr erwartet - war bisher sehr zufrieden mit der Maschine, die direkt von der Palette gute Arbeit geleistet hat. Jetzt habe ich zunehmend zwei Probleme:

1. Die Einzugswalze übt beim Dickenhobeln offenbar zu wenig Druck auf das Holz aus - wenn ich nicht einen halben Millimeter abnehme, muss ich je nach Härte des Holzes mit Abdrücken rechnen. Dafür scheint die Ausschub-Walze nicht stramm genug, denn ich kämpfe immer mal wieder mit Holz, das aktiv aus der Maschine gezogen werden will. Wenn ich es richtig sehe, kann ich an diesen Walzen nichts einstellen ... sehe ich das richtig?

2., noch viel schlimmer: Beim Abrichten bekomme ich in letzter Zeit runde Bretter, weil die Maschine am hinteren Ende nichts abnimmt, obwohl sie müsste. Habe ich z.B. ein krummes Teil, das an den Enden aufliegt, so hoble ich die vordere aufliegende Spitze ab, in der Mitte wird die Abnahme natürlich weniger, am Ende passiert aber auch nichts, selbst wenn ich vier oder fünf mal darüber fahre. Das ist einigermaßen schwer zu beschreiben , aber ich hoffe dennoch verständlich. Ich stelle meistens eine Abnahme von ungefähr 1mm ein, Ich rede über Teile zwischen 100 und 150 cm.
Ich muss dazu sagen: Ein Tischler bin ich nicht, vielleicht habe ich auch einfach keine Ahnung und hatte bisher nur Glück ... aber die ersten ein bis zwei Raummeter liefen wunderbar, daher glaube ich eigentlich nicht, dass ich neuerdings einfach nur zu blöd dafür bin.

Hat jemand Rat zu diesen beiden Fragen? Gibt es für diese Maschine möglicherweise einen Einstell- oder Prüf-Leitfaden? Natürlich gibt das mitgelieferte Basis-China-Handbuch gar keine Anhaltspunkte....

Danke vorab und Viele Grüße!
 

schrauber-at-work

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Zu 1.: Das ist normal bei der Bauart der Einzugswalze. Letzter Durchgang am DH sollte definitiv >0,5mm sein (bei weichem Holz) damit die Messer auch mehr Späne abnehmen wie die die Einzugswalze "eindrückt".
Zur Auszugswalze: Wenn bei langen Werkstücken die Einzugswalze nicht mehr greift macht es durchaus Sinn dieses "abzunehmen", kippt ja sonst zwangsläufig ab und es ergibt sich ein "Hobelschlag".

Zu 2.: sehr abhängig vom Holz. Klar dass bei konkavem Material in der Mitte weniger/ nix abgenommen wird. Im Fall einfach mal 180° umdrehen zwischendurch (also das Ende zu erst auf den Aufgabentisch) oder die Mitte "aussparen" (Andruck verringern).

Aus meiner Sicht hat das nix mit der Maschine zu tun, eher "Error 500".

Gruß SAW

Der seit einigen Jahren mit einer Bernardo 310-er Spirelli glücklich ist.
 

brubu

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Zu 2. da dürfte der Abnahmetisch zu hoch stehen und das Werkstück ständig etwas anheben. Ein Richtscheit auf den Abnahmetisch und die Welle drehen, die Messer müssten das Richtscheit leicht berühren. Ich kenne diese Maschinen nicht, der Abnahmetisch sollte im Betrieb leicht justierbar sein um die Passgenauigkeit beim Fügen einzustellen.
 

IngoS

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Hallo

2 sehe ich wie @brubu, zu Anfang hat das Abrichten ja geklappt. Nun sind die Klingen minimal abgestumpft und da reicht der Überstand der Messerwelle über den Abnahmetisch nicht mehr aus.
Alles im Bereich von Hundertstel Millimetern.
Beim Nachjustieren sehr feinfühlig handeln.

Zum Problem 1b, schon mal mit Silbergleit probiert?

Gruß Ingo
 

patrickauskiel

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Hi!

Meine Maschine entspricht der AD 310, nicht der FS 310. Erstere ist deutlich schwerer, länger, hat wesentlich mehr Wendeplatten, ist zu erkennen an der konvexen Plastikabdeckung auf der Frontblende, auch die Gussverrippung unter dem Tisch unterscheidet sich offensichtlich.

1768744377173.png
https://www.bamato-maschinen.de/Hol..._RVJ2cKPQ-G-8GxQtYND-sUULmujdKg6oGxrwVmE3PtAS

Mit der Einstellung kann ich mich soundso mal beschäftigen. Würde nicht gleich dran rumschrauben, aber auf jeden Fall mal mit dem Richtscheit nachmessen. Sinn ergeben würde für mich wenn der Abnahmetisch von der Maschine weg "hängt". Dann hebt sich das Ende des Brettes über dem Aufgabetisch und hängt in der Luft.

Was mir auch aufgefallen ist, ist das die Kante vom Holz manchmal in die Tischkante hinter der Welle hängenbleibt.
Richtig wäre, dass der Abnahmetisch exakt Tangential auf Höhe des Flugkreises liegt, der Aufgabetisch leicht darunter? ....wobei ich die Abnahme ja auf Null eingestellt werden kann, dann müssten also beide Tische planparallel sein und die Messerwelle nicht vorstehen, richtig?
 

kberg10

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Also wenn der Abnahmetisch nicht verstellbar ist, dann hätte es keine Hobelmaschine werden sollen. Aber gut das es hier erwähnt wird.
Unglaublich was den Leuten umgehängt wird, das erinnert mich an den Spruch "Einen Kühlschrank am Nordpol verkauft!"
Ich muss den Tisch öfter mal verstellen, zum Fügen muss er genauer eingestellt sein als für flächiges Abrichten. Du wirst die Messer etwas höher einstellen müssen, sofern es geht.
 

brubu

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Das geht meines Wissens bei der Maschine nicht, nur der Aufgabetisch ist verstellbar.
Hobelmaschinen ohne im Betrieb verstellbaren Abnahmetisch sind Fehlkonstruktionen. Das funktioniert nie richtig. Oft stellt man den Tisch nach dem Abrichten minim höher zum Fügen bis die Fuge genau passt.
Irgendwo ist halt fertig gespart beim Maschinenbau, keine Druckbalken zum Dickenhobeln, der Abnahmetisch nicht verstellbar, dann womöglich keine Einstellung um beide Tische genau fluchtend in der Länge aufeinander auszurichten. Da habe ich lieber mit alten grünen Maschinen zu tun.
 

Holzrad09

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Hobelmaschinen ohne im Betrieb verstellbaren Abnahmetisch sind Fehlkonstruktionen.
Ja, seit die Maschinen mit Spiralwellen angeboten werden, gibt es da auch keine Höhenverstellung am Abnahmetisch mehr.
Vermutlich geht man davon aus, dass die Wendeplättchen einen festen Punkt auf der Welle haben und der Tisch nicht korrigiert werden muss.

Mit der Einstellung kann ich mich soundso mal beschäftigen.
Schau doch mal ob der Messerflugkreis auf ganzer Breite identisch zum Abnahmetisch ist.
Würde er nur halbseitig stimmen, dann könnte man an der Stellschraube an der Bedienseite etwas nachkorrigieren. Wenn das nicht reicht, dann müsste man die Schrauben am Gelenk lösen.
Bevor man aber jetzt an den Tischgelenken schraubt, man sollte schon wissen was man da tut !
 
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brubu

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Vermutlich geht man davon aus, dass die Wendeplättchen einen festen Punkt auf der Welle haben und der Tisch nicht korrigiert werden muss.
Da hat wieder ein hochgebildeter Schlaumeier gespart als ob die Wendeplättchen über Jahrzehnte auf den Tausendstel immer genau gleich sein
werden.
 

patrickauskiel

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Weil sie da ist und nicht vorhabe, morgen Ersatz zu beschaffffen, möchte ich keine philosophische oder grundsätzliche Diskussion über gute und schlechte Maschinen vom Zaun brechen....:emoji_innocent:
 

patrickauskiel

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Hallo!
So, Messung mit einem langen ITEM-Profil hat ergeben, dass der Linke Tisch " deutlich" über den Messern liegt, insbesondere an der Scharnierseite. Ich habe die Stifte ausgeschlagen, am Abgabetisch gibt es dazu auf beiden Seiten je zwei Schrauben, die einen Exzenter haben und auch bei niedergeplappten Tisch erreichbar sind. Die kann man so stellen, wie man es gerne hätte, dann gibt es eine dritte Schraube innen recht nah an der Welle, vermutlich nur zur Fixierung.
Die gesamte Breite ist nun so eingestellt, dass das Messerplättchen geradeeben so am Profil schaut. Die 3mm Verschiebung, von denen man liest .... naja. Irgendwo zwischen nichts und fünf wird es sein.
Nun habe ich noch das Problem, dass der Aufgabetisch ein bisschen hoch steht: Nah an der Welle habe ich 3 bis 4 Zehntel Luft, wenn das Ende meiner auf den Abgabetisch aufgespannten Schiene etwa 50cm weiter rechts aufliegt. Da muss ich noch ne Runde fummeln und freue mich über Tipps und Feedback. Wie das bei der Parallelogrammkonstruktion funktioniert, hat sich mir noch nicht so ganz erschlossen...

Ich lese noch, dass einige die Löcher für die Stifte aushohnen und dann die Dinger wieder einschlagen. Was das soll, erschließt sich mir nicht - wenn ich die Löcher größer mache, han ich doch Spiel und keine Fixierung mehr.
 

Avogra

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Bei meiner FS310 hat auch die Höhe des Abgabetischs nicht gepasst und die beiden Tische waren nicht parallel. Ich hab bei Maschinen Baur angerufen und der hat mir eine Anleitung per WhatsApp geschickt. Damit konnte ich alles perfekt einstellen. Er hat mir prophezeit, dass ich ausschließlich auf der Bedienerseite korrigieren muss und so war es auch. Falls nicht hätte er einen zu tiefen Abgabetisch mit Passblechen unterm Scharnier korrigiert. Wie man einen zu hohen Tisch korrigiert weiß ich nicht, bei mir war er zu niedrig, hat sich durch die Einstellung auf der Bedienseite auch hinten perfekt korrigiert.

Parallelität stellt man tatsächlich am Abgabetisch ein über die beiden Madenschrauben auf Bedienerseite. Man muss zuerst die Brücke zwischen den Tischen entfernen. Im Scharnier ist der Tisch leicht kippbar. Die Fixierung für die Abrichtposition zieht den Tisch dann auf die beiden Madenschrauben. Wenn man dann in fixierter Position die Brücke wieder montiert, ist die Ausrichtung der Tische zueinander durch die Brücke verriegelt. Womöglich hätte sich der zu hohe Tisch auf Scharnierseite durchs parallel stellen aufgelöst?
 
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