Methoden zum Schlitzen von Friesen an Türen

twenty5

ww-ahorn
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Moin,

ich bin gerade die Türen für ein Regal zu bauen, ich habe mir dabei folgende Konstruktion ausgedacht:
Screenshot 2026-01-05 115307.png

Im wesentlichen eine Rahmen und Füllung Konstruktion, nur dass die Füllung aus 5 Leisten mit Nut und Feder bestehen und die Querfriese komplett verdeckt sind - es gibt bestimmt einen Namen dafür, den ich leider nicht kenne. Die Idee ist, dass der Querfries nur mit den Längsfriesen außen verleimt wird und die 5 Leisen der "Füllung" dann von innen per Holznagel an den Querfries fixiert werden, sodass diese dann jede für sich arbeiten können.

1. Frage: Macht die Konstruktion soweit Sinn? Ich hab mir das an einer Küchenfront abgeguckt und fand die Konstruktion spannend aufgrund und optisch sehr ansprechend.

Jetzt zur eigentlichen Frage:

Ich baue drei Türpaare, das macht insgesamt 42 Teile.
Nut und Feder habe ich hergestellt und die Teile entsprechend mit etwas Zugabe abgelängt.
Jetzt muss ich die Schlitze im Stirnholz herstellen also insgesamt 84 mal das ganze.
Die Schlitze sind 12mm breit und 30 tief, die Leisten sind 18mm Stark und 42mm breit. Länge ist je nach Tür etwas mehr 650mm oder 320mm.

Ich hätte jetzt folgende Optionen:
  1. Schlitzvorrichtung für die FKS bauen
    1. bei meinen 4mm Schnittbreite müsste ich für jeden Schlitz drei mal Schneiden und insgesamt einmal die Vorrichtung versetzen
  2. Verstellnuter für die Tischfräse Kaufen :emoji_money_mouth:
    1. Habe allerdings keinen schlitten an meiner EB TF100 und müsste mir entsprechend auch eine Vorrichtung bauen
  3. 12mm Fräser in die Oberfräse - alle Teile einer Tür zusammen spannen und entweder mit Anschlag oder Mittenfinder loslegen
  4. Alles von Hand Sägen und Stemmen
    1. Das geht ohne Vorrichtung und einstellen und ich kann gleich loslegen
    2. Das Sägen kann ich evtl. auch auf der Bandsäge machen, wobei ich dann die Sägeschnitte vermutlich auch nochmal nacharbeiten muss
Habt ihr dazu eine Idee/Empfehlung?

Viele Grüße,
Peter
 

magmog

ww-robinie
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Guuden,

flach mit Schlitzsäge auf der TF einschneiden, auf der TK absetzen.
Eine FKS ohne Schlitten ist keine, sondern „nur" eine TK.
Aber eine Form von verschiebbaren Queranschlags dürfte doch vorhanden sein?

Die Verbretterung einfach mit den Querfriesen verleimen, fertig.
Falls von wechselnder Feuchtigkeit auszugehen ist, ein mögliches Quellen berücksichtigen!
 

derdad

Moderator
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Ich könnte mir vorstellen, dass die Türen in der Breite sehr biegeweich sind. Das "Querfries" ist ja eigentlich nur so dick wie der Schlitz.
Ich habe schon gesehen, dass bei solchen Türen als Versteifung Metallrohre durch die Füllungsbretter gebohrt wurden
LG Gerhard
 

RHilde

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Sehr interessantes Thema, da mich die Optik der Türen auch anspricht.

Zu deiner 1. Frage, so richtig Sinn macht deine Konstruktion im Hinblick auf ein Regal nicht, meiner Meinung nach. Erstens ist die Konstruktion sehr aufwendig und des Weiteren birgt sie sehr viele Risiken (Quellen, Biegesteifigkeit und Formstabilität). Hinsichtlich der Formstabiität fehlt mir bei deiner Konstruktion eine Diagonale, die das Hängen des Türblatts auf der Schlossseite verhindert. Bei deiner gewünschten Optik und für den Verwendungszweck als Regaltür würde ich eine Z-Tür an deiner Stelle bauen. Sehr viel einfacher herzustellen und die Außenansicht ist die selbe.

Solltest du dennoch bei deiner Variante bleiben wollen, würde ich mir auf jeden Fall zudem nochmal Gedanken bezüglich der Schlitz-Stärke machen, 12mm Schlitz bei 18mm Material, da bleibt jede Seite nur 3mm Feder stehen, wäre mir zu fragil.

Für den Schlitz würde ich auf jeden Fall einen Verstellnuter verwenden, den wirst du noch sehr oft benötigen.
 

magmog

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....... ich meine dem Bild entnehmen zu können, dass es um eine einseitige Überblattung an den Aufrechten geht.
Bei den Formaten habe ich keine Bedenken dass die Türchen aus dem Winkel gehen würden,
Windschiefe ist bei Massivholz immer zu befürchten, falls das Holz nicht richtig trocken ist.
 
Zuletzt bearbeitet:

Holzrad09

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....... ich meine dem Bild entnehmen zu können, dass es um eine einseitige Überblattung an den Aufrechten geht..
Ich für mich meine zu erkennen, das alle aufrechten Hölzer einen Schlitz haben in dem eine Leiste eingeleimt werden soll.
Habt ihr dazu eine Idee/Empfehlung?
Du hast weder den Fräser noch nen Schiebetisch an der Fräse also mach es hochkant auf der Säge.
Man kann zwar bei diesen kleinen Schlitzen das Fräslineal zumachen und nen rechtwinkeliges Konterholz nachschieben, sowas sollten aber nur Leute machen, die deswegen hier nicht fragen müssen wie man einen Schlitz in die Hirnenden kriegt.
Ich würde die einzuleimende Leiste 50mm tief und 10mm dick machen.
Zwischen den Brettchen jeweils 1mm Luft, sollten sie doch mal Feuchtigkeit ziehen und aufquellen, dann hast Du ne Schüsseltür.
LG
 

Pareto

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Zu den Schlitzen:
Nimm die Kreissäge! In der Zeit, bis du einen Fräser gesucht, bestellt, ausgepackt, eingerichtet, ausprobiert hast... Sind die schon lange gesägt.

Zur Konstruktion:
Die Bänder werden an einer der Latten angebracht, richtig?
Und die ganze Konstruktion hängt nachher an der Nutleiste bzw. deren Holznägeln; die Leisten sind untereinander nicht verbunden. Das ganze Gewicht sitzt auf der Eckverbindung der letzten Latte?
Keine Diagonale?
Das wird nix.
 

IngoS

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Hallo,

12 mm für den oberen und unteren Fries wäre mir zu wenig.
Zu den Schlitzen:
Nimm die Kreissäge! In der Zeit, bis du einen Fräser gesucht, bestellt, ausgepackt, eingerichtet, ausprobiert hast... Sind die schon lange gesägt.

Zur Konstruktion:
Die Bänder werden an einer der Latten angebracht, richtig?
Und die ganze Konstruktion hängt nachher an der Nutleiste bzw. deren Holznägeln; die Leisten sind untereinander nicht verbunden. Das ganze Gewicht sitzt auf der Eckverbindung der letzten Latte?
Keine Diagonale?
Das wird nix.
Hallo,

Jede Schranktür aus Rahmen mit Füllung ist nur an den Ecken verleimt und hält klaglos. Das wird hier genau so klappen. Sind doch große Leimflächen an den Ecken.
Eher ist zu überlegen, ob die 12 mm Friese biegestabil genug sind.

Gruß Ingo
 

Pareto

ww-esche
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Hallo,

12 mm für den oberen und unteren Fries wäre mir zu wenig.

Hallo,

Jede Schranktür aus Rahmen mit Füllung ist nur an den Ecken verleimt und hält klaglos. Das wird hier genau so klappen. Sind doch große Leimflächen an den Ecken.
Eher ist zu überlegen, ob die 12 mm Friese biegestabil genug sind.

Gruß Ingo

Eine Füllung ist eine Scheibe, die im Idealfall nur an einer Ecke der Bandseite ihr Gewicht aufbringt; der Hebel geht dabei gegen Null (Beispiel: Verklotzen).
Diese Latten bringen eine Streckenlast, die sich gleichmäßig über die volle Breite verteilt.

Die Leimfläche einer Rahmentür ist nicht auf den Zapfen beschränkt, sondern beinhaltet auch die Kanten und die Zapfenbrust; das kann man kleinreden, ist aber definitiv ein Faktor.

Dass das Ganze verleimt wird, hatte ich übersehen, tatsächlich. Das ist ein guter Punkt.
Das ist dann wie eine eingeleimte Füllung, bei der die Risse vorwerggenommen wurden. Kann klappen.

Dennoch: Ich würde eine Diagonale einbauen.
 

magmog

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....... die Senkrechten sind gespundet, dass bringt etwas zusätzliche Stabilität.
Das Schlitzen ist eine Herausforderung, bei Querbearbeitungen gibt es schnell große Splitterbildung
beim Austritt des Fräsers. Deshalb mit Konterholz arbeiten.
Besser in Zukunft möglichst breite Teile fertigen, ablängen, quer bearbeiten,
danach aufschneiden und erst dann längs profilieren.

Wurde in der angeblich „guten alten Zeit" mit reiner Handarbeit bereits so gemacht,
zuerst Schlitz und Zapfen, dann profilieren.
 

brubu

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Grundsätzlich ja aber alles in Einzelteilen fertigen. Beim Auftrennen besteht immer die Gefahr von Spannungen was wieder zu krummen Teilen führen kann.
 

twenty5

ww-ahorn
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vielen Dank für die ganzen Ideen soweit.

Ich nehme aktuell mit:
  1. Die Konstruktion ist ein bisschen waghalsig, kann aber funktionieren.
  2. Ich sollte die Leiste, die ich in Funktion des Querfrieses verwende vielleicht von 30mm auf 50mm verstärken (heißt tiefere Schlitze)
  3. Es gibt bedenken, dass die Verleimung in den Ecken der Belastung nicht standhält
    1. Ich könnte in Jede Ecke bzw. auch an jeder Leiste einen zusätzlichen Holznagel setzen.
    2. Ich könnte jede Leiste auch einzeln mit dem eingesetzten Querfries verleimen - natürlich wird es einen Spalt zwischen den leisten geben. Bringt mehr Stabilität aber auch Risiko aufgrund des Holz quell- und schwindverhaltens.
Methodisch nehme ich bisher mit:
1. Eine Zapfvorrichtung (á la Guido - oder ähnlich) bauen und das ganze auf der Formatkreissäge machen
2. Ein Verstellnuter ist zwar eine gute Sache, die ich vermutlich umfangreich einsetzen kann, ist allerdings für dieses Projekt vermutlich nicht zielführend (vor allem ohne den Schiebeschlitten an der Fräse bzw. entsprechende Erfahrung an der TF)

Besser in Zukunft möglichst breite Teile fertigen, ablängen, quer bearbeiten,
danach aufschneiden und erst dann längs profilieren.
das wäre vielleicht schlau gewesen - meine Bohlen waren allerdings auch ziemlich geschlüsselt, sodass ich viel material in der dicke verloren hätte.
Ich könnte mir vorstellen, dass die Türen in der Breite sehr biegeweich sind. Das "Querfries" ist ja eigentlich nur so dick wie der Schlitz
Eher ist zu überlegen, ob die 12 mm Friese biegestabil genug sind.
das macht mir auch sorgen - ich habe allerdings eine Beispieltür, in der ist das ähnlich gelöst - die sind super stabil - dort ist aber auch die Nut und Feder Verbindung sehr "spack" ausgeführt:

PXL_20260106_134406768.MP.jpg PXL_20260106_134414920.MP.jpg PXL_20260106_134424255.MP.jpg
 

derdad

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ich habe allerdings eine Beispieltür, in der ist das ähnlich gelöst - die sind super stabil - dort ist aber auch die Nut und Feder Verbindung sehr "spack" ausgeführt:
Es ist auch das linke und rechte "Fries" um einiges breiter, und nur 1 Brett, also 2 Fugen dazwischen. Es sind nämlich die Fugen, überbrückt mit der 12mm Leiste, der anfällige Teil.
LG Gerhard
 

twenty5

ww-ahorn
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Kleiner Zwischenbericht:

Teile sind alle geschlitzt. Sieht erstmal gut aus.

Verleimen wird eine Herausforderung. Es ist Sau kalt in meiner Werkstatt. Normalerweise Nehm ich flüssigem hautleim, aber der geliert gleich auf den kalten Werkstücken. Wird wahrscheinlich doch Ponal. Ich werde auch alle leisten mit dem Querfries verleimen. Mit ist die Gefahr, dass die dünnen Überbleibsel sich verziehen und einen Spalt aufmachen.
PXL_20260109_102223153.MP.jpg motion_photo_9169922007631276649.jpg motion_photo_923056257020224033.jpg
 

twenty5

ww-ahorn
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Warum das ? Ich sehe nen Haufen Festoolkisten aber keine Heizquelle, hat es dafür nicht mehr gereicht ?
Mann muss halt auch mal Prioritäten setzen :emoji_stuck_out_tongue_winking_eye:

Im Ernst: Ungedämmter Raum in einer Scheune mit drei Außenwänden. Veränderungen am Gebäude sind aktuell nicht möglich, Einbau von etwas sinnvollerem als meinem Heizlüfter müsste ich auf wenigstens 4 oder 5 Jahre rechnen und so lange will ich in dem Raum nicht bleiben. Ich hab mich schon ein bisschen durch die hiesigen "wie heize ich eine Werkstatt" Fäden durchgelesen - die Erleuchtung ist bisher nicht gekommen.

Also habe ich die Wahl zwischen ein bisschen frieren oder min 15€/Tag in Heizkosten zu investieren.
 

Holzrad09

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Ich hab mich schon ein bisschen durch die hiesigen "wie heize ich eine Werkstatt" Fäden durchgelesen - die Erleuchtung ist bisher nicht gekommen.
Früher als Ich noch zur Miete wohnte, da hatte Ich ne kleine Werkstatt in einem Nebengebäude auf'm Grundstück und da hab ich mir nen alten Ofen reingestellt und das Rohr durch die Wand gelegt, ähnlich wie hier, nur dass das Gebäude aus Stein war. https://gartenzone.de/wp-content/uploads/2023/11/WhatsApp-Image-2023-11-28-at-22.26.341-696x1024.jpg
Inwieweit sowas heutzutage bei Nebengebäuden zulässig ist, kann ich nicht sagen, sieht man aber hin und wieder bei Gartenhäuschen.
In meiner jetzigen Werkstatt steht die Ölheizung, die gibt über das Rohr zum Schornstein eigentlich genug Wärme ab, trotzdem habe Ich noch einen Werkstattofen drinstehen, da verheize ich Restholz und Späne und die Heizkörper in der Werkstatt stehen auf Frostschutz.
Komplett ungeheizt, wie in Deinem Fall, käme bei mir gar nicht in die Tüte.
LG
Edit: So einen ähnlichen hab Ich auch https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/kaminofen-holzofen-heizofen-6kw/3291310419-176-2231
Den fülle Ich bis oben mit Spänen ( Mischung aus Hobel, Fräs und Sägespänen ) und dann zünd Ich ihn von oben an, die Tür bleibt nur angelehnt. Sobald er dann von unten zieht, schließe Ich die obere Tür.
 
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