Risse in Bettkasten bei neuem Bett – reparieren oder besser austauschen?

Pinocchia

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Liebe Woodworker-Community,

ich hätte gerne mal eure Einschätzung.

Ich habe vor kurzem ein neues Bett gekauft (Neupreis 4.400 €). Einer der Bettkasten wurde dabei mit Rissen am Bettkasten (auf der Kopfseite) angeliefert (siehe Fotos anbei).

Der Händler bietet mir zwei Optionen an:
  • 300 € Nachlass und der Bettkasten bleibt wie er ist
  • Austausch des defekten Bettkastens
Noch als Info:
Das Kopfteil ist bei jedem der beiden Bettkästen auf der jeweils äußeren Seite eingesteckt. Bei dem betroffenen linken Bettkasten ist das Kopfteil somit rechts eingesteckt. Die Risse befinden sich links, d.h. die dortigen Schrauben, an denen sich die Risse entlangziehen, haben eigentlich keine Funktion.

Mich würden eure Erfahrungen interessieren:
  • Kann man so etwas bei einer Spanplatte sinnvoll und dauerhaft reparieren, insbesondere als handwerklicher Laie? Wenn ja, wie?
  • Oder würdet ihr eher zum Austausch raten?
Optik ist für mich zweitrangig, aber Stabilität und Haltbarkeit sollten natürlich gegeben sein.

Vielen Dank für euren Input!

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KaiX0

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Für mich gibt es dort durchaus eine Funktion: Der schwarze Winkel! Der hält nur noch das ausgebrochene (nicht gerissene) Stück Spanplatte fest. Wenn dieser Schaden also die Funktion nicht beeinträchtigt, könnte der Winkle jau auch entfallen, oder?
Ich würde das nicht akzeptieren, für mich ist das ein massiver Schaden, und das wird durch Benutzung nicht besser!
 

DerCo

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Stimme meinen Vorrednern zu. Zumal ich bei dem Preis ein makelloses Möbel haben wollte. Ich würd's ebenfalls tauschen lassen.
 

holzer1998

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Der Kasten muss einen Schaden z.B. durch einen Schlag, Transport o.ä. erlitten haben. Das bricht da nicht einfach so.

Daher kann ich den Vorrednern nur zustimmen. Das gehört komplett getauscht.
 

fahe

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Der Hebel kommt aber durch das Scharnier auf die Längswangen. Wie kann das brechen.
Die Scharniere tragen ja die Liegefläche und haben nichts mit dem Kopfteil zu tun.

Das Kopfteil selbst wird links und rechts ein stabiles Trägerchen aufweisen, die dann jeweils mit zwei 8er Schrauben an der Spanplatte zerren, wenn man da mit etwas Energie oben dagegen kommt.

Ok, in klösterlicher Umgebung mag das unerheblich sein. :emoji_wink:
 
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4000€ für ein Spannlatte Bett. Kopfkratz...
Danke das das jemand sagt. Wenn ich die Konstruktion schon sehe, so ein lieblos zusammengespaxtes Etwas. Und allein dem Kunden Preisnachlass aka Dummfang anzubieten bei einem neuen Bett ist schon frech. Das ist dem Lieferanten von der Ladeboardwand gefallen so wie das aussieht. Oder der Lagerist hat mit dem Gabelstapler nicht getroffen.
 

Pinocchia

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Erstmal vielen Dank für den vielen Input – das hilft mir wirklich sehr weiter!

Nur kurz zur Klarstellung:
Der Schaden war schon bei der Anlieferung vorhanden, also eindeutig ein Transportschaden und nicht durch Nutzung entstanden.

Die Diskussion hat bei mir aber auch die Frage aufgeworfen, ob das Bett den Preis wirklich rechtfertigt. Vom Liegekomfort her bin ich bislang sehr zufrieden, ich habe allerdings 30 Tage Rückgaberecht, daher wäre auch eine komplette Rückgabe grundsätzlich noch möglich.

Das Bett ist übrigens von Mozart-Bett. Interessanterweise wird auf der Website damit geworben, dass das Bett nicht aus Pressspanplatten, sondern aus einem Massivholzrahmen besteht (siehe Website: https://mozart-bett.de/massivholz-boxspringbett/).
Zumindest der Bettkasten ist jedoch ja offensichtlich Pressspan – lediglich am Kopf- und Fußende ist jeweils eine Holzleiste angeschraubt (siehe Fotos). Beim restlichen Bett lässt sich das für mich aktuell schwer beurteilen, da alles stoffbezogen ist.
 
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Die Diskussion hat bei mir aber auch die Frage aufgeworfen, ob das Bett den Preis wirklich rechtfertigt. Vom Liegekomfort her bin ich bislang sehr zufrieden, ich habe allerdings 30 Tage Rückgaberecht, daher wäre auch eine komplette Rückgabe grundsätzlich noch möglich.

Das Bett ist übrigens von Mozart-Bett. Interessanterweise wird auf der Website damit geworben, dass das Bett nicht aus Pressspanplatten, sondern aus einem Massivholzrahmen besteht (siehe Website: https://mozart-bett.de/massivholz-boxspringbett/).
Ich habe mir die Website 5 Minuten angesehen, länger ging nicht. Geworben wird nicht mit einem Massivholzbett sondern einem Massivholzrahmen. Niemand würde auf die Idee kommen für den Rahmen a.k.a. Lattenrost etwas anderes als Massivholz zu nehmen. Über die restliche Konstruktion sagt das genau nichts aus. Und wenn ich dann das lese:
Das Mozart Bett haben wir zusammen mit Schlaf-Experten und Herstellern in Deutschland entwickelt. Die schlussendliche Individual-Fertigung erfolgt zum Großteil in Handarbeit nach deutschen Qualitätsstandards in einem Werk in Europa.
Heißt das der rumänische Subunternehmer bekommt 10% und der Rest ist Logistik, Werbung und die tolle Geschichte.

Kauf dir lieber ein "normales" Massivholzbett mit einer (wechselbaren) Matratze. Und für die 2500 EUR Rückgeld fahre in den Urlaub.
 

fahe

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Das "Bett" selbst, sprich: die nach oben aufklappbare Liegefläche wird schon einen Massivholzrahmen haben. Scharniere und Polsterung werden auch nicht ganz billig sein... zu 4400 Euro fehlt da imho aber schon ein ganzes Stück.
 

isso

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Krass was es so gibt.

Für 4,5k baue ich ein Bett aus Mooreiche.
Ok, für den Versand brauche ich auch Spanplatte.

Edit: Klar, Matratze und Scharniere kosten auch Geld. Das erstaunt mich aber wirklich. Vor allem sehe ich nichts wo ich denke "gut gemacht"
 

Johannes

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Tja, kann mal jemand Fachkundiges den Terminus 'Bettrahmen' definieren bitte?
Hallo,
das ist leider nicht möglich, diese Begriffe werden in unterschiedlichen Regionen unterschiedlich interpretiert und sind in keiner Weise geschützt.
@Pinocchia bei dem genannte Preis würde ich unter dem Namen:

Boxspringbett aus echtem Massivholz.​

ein Bett ohne Spanplatte erwarten.

Es grüßt Johannes
 

teluke

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Die Risse gehen, interessanter Weise, durch die Bohrungen der Rampa-Muffen.
Das ist sicher kein Zufall.

Ich würde das Teil sofort zurückgeben und mir ein ordentliches Bett, ohne jedes Spanplattenteilchen, zulegen.
 

derdad

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Ich bin normalerweise nicht sehr kleinlich, doch bei so einem Schaden kann der Verkäufer das ganze Bett Abholen und ein neues, unbeschädigtes, bringen.
€ 300,- als Abschlag sind ein Witz bei diesem Preis.
LG Gerhard
 

carsten

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Hallo

sehe das wie Gerhard.

Hab gerade mal nachgeschaut, so ein Beschlag also für ein Bett kostet immerhin satte 1200 € in der einfachsten Variante. Und so ein Boxspringbettaufbau wiegt sicher mehr als die 85 kg die als Gewichtsgrenze bei dem Modell angegeben werden. Das Querstück (ich schätze mal 2000*200*19 mm Spanplatte weiß glatt 2 mal Melaminkante) kostet keine 20 €. Das eigentlich traurige daran ist das der Verkäufer offensichtlich nicht in der Lage ist einen Mitarbeiter mit dem passenden Ersatzteil vorbeizuschicken und zu tauschen. Es ist offensichtlich günstiger das ganze Bett zu tauschen und ich möchte nicht wissen was dann mit dem "alten" passiert.
 

Pinocchia

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Danke nochmals für die vielen Rückmeldungen.

Ich habe mir das Bett inzwischen noch einmal genauer angesehen und einen weiteren Punkt festgestellt:
Der Bettkasten lässt sich nur mit sehr hohem Kraftaufwand öffnen (durchgehende Matratze 180*200). Es wirkt so, als würde das Bett im geschlossenen Zustand nur durch das Gewicht der Matratze unten gehalten. Ohne Matratze lässt es sich nicht schließen. Im geöffneten Zustand bleibt der Bettkasten zudem nur einige Minuten offen und das Bett klappt dann von selbst wieder zu.
Ist dieses Verhalten bei solchen Konstruktionen normal oder spricht das eher für einen falsch ausgelegten Öffnungsmechanismus?

Zusätzlich habe ich anhand eines Aufklebers festgestellt, dass das Bett offenbar von der Firma fey (Emsdetten, Deutschland) stammt und an deren Produktionsstandort in Chojnice (Polen) gefertigt wurde. Vor diesem Hintergrund erscheint eine Vor-Ort-Reparatur durch den Verkäufer unrealistisch.

Ergänzend vielleicht noch zur Einordnung des Preises:
Der hohe Gesamtpreis ergibt sich bei diesem Bett vor allem aus der gewählten Matratzenkonfiguration. In meinem Fall handelt es sich um die "Serie 9" mit Tonnen-Taschenfederkern-Box, TwinSpring-Taschenfederkern-Matratze und Gel-Topper. In der günstigsten Ausführung der "Serie 5" (Bonellfederbox, Tonnen-Taschenfederkern-Matratze und Kaltschaum-Topper) läge der Preis "nur" bei rund 2.500 € statt 4.400 €.

Auf einen Verbleib des beschädigten Bettkastens gegen 300 € Nachlass werde ich mich jedenfalls - auch dank eures Feedbacks - nicht einlassen.
 
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