Maschinenunterweisung Tischkreissäge/ FKS

Martin45

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Wenn du rechts vom PA stehst geht deine Kraft ja immer leicht nach links, also Richtung Sägeblatt, zumindest als Rechtshänder. Geradeaus zu drücken ist geht nur recht verrenkt oder du stehst voll in der Flugbahn, man will die Flossen ja auch nicht über dem/am Blatt haben.
Wenn du links stehen könntest, würdest du automatisch eher nach rechts, also gegen den PA und weg vom Blatt drücken.
Finde @Lorenzo hat einige gute Ideen gebracht, wie man es anders realisieren kann. Ist aber alles eine Sache von bedacht arbeiten, also vorher erkennen, dass es und was potenziell gefährlich ist, ich denke erst dann kommt man auf die Idee nach Arbeits-Alternativen zu suchen.
 

Lorenzo

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Doch, das funktioniert genau so. Fritz und Franz laufen quasi immer links vom Sägeblatt auf dem Schiebeschlitten.
Beider Unterweisung vor ein paar Wochen habe ich damit ein etwas über Streichholzkopf großes Teil zugeschnitte. Mit einem eigentlich viel zu aggressiven Sägeblatt.
Wenn du so ne schmale, dünne und relativ lange Leiste mit Fritz und Franz sägen willst, dann hast du nur ne minimale Fläche mit der das Werkstück geklemmt wird, und keine Führung. Stärker drücken ist auch keine Lösung, dann biegt sich das Werkstück.
Ich bleib dabei, Fritz und Franz ist hier nicht so toll. Schiebeholz geht gut und sicher.
So oder so, es bleibt ne gesägte Oberfläche, für den Möbelbau braucht's hinterher noch schleifen oder hobeln
 

willyy

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Doch, das funktioniert genau so. Fritz und Franz laufen quasi immer links vom Sägeblatt auf dem Schiebeschlitten.
Beider Unterweisung vor ein paar Wochen habe ich damit ein etwas über Streichholzkopf großes Teil zugeschnitte.
ja das hat besser funktioniert, als ich dachte.
Aber bei der Vorgehensweise würde man auch die Schräge zuerst an einem breiteren Brett am PA anschneiden und dann mit F&F die Leiste auf Maß schneiden.

@HoneyBadger was ich noch ergänzen will: hinterher ist man immer schlauer als vorher. D.h. Du brauchst Dir jetzt nicht dumm vorkommen, nur weil jetzt 20 Alterbnativ Vorschläge kommen mit hätte, sollte, könnte man ....
Es ist nochmal gut ausgegangen und Du hast dabei viel gelernt. Das hilft für die Zukunft auf jeden Fall.

Auch Vorrichtungsbau hat mir in so kniffeligen Sitationen schon geholfen. Das vermeidet man gerne, weil man 1 Std. Vorrichtung baut, für 10 Sek Sägeschnitt.
Aber wenn man die so baut, dass man sie universell einsetzetn kann lohnt sich die Stunde auf jeden Fall.
Dazu habe ich ein paar solcher Kniehebelspanner auf Vorrat.
 

Kunstbohrer

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Wenn du die gezeigte Leiste verbiegst, dann würde ich dringend das Sägeblatt schärfen. Die „Spannfläche“ ist jedenfalls definitiv groß genug.
die Anlagefläche ist mehr als ausreichend, zumal ja der Paralellanschlag noch ein ganzes Stück mitstützen kann.
das Schiebeholz ist natürlich auch immer eine gute Wahl. Fritz und Franz ist in dem Fall aber deutlich Sicherer.

Da der Te Aber keine Fks hat sondern eine Tks, hätte ich die Leiste aus einem größeren stück raus geschnitten.
 

magmog

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Guuden,

weniger Zähne sind besser, das Profil am Parallelanschlag kann möglicherweise mit der nach oben zeigenden
C-Nut mit dem Nutstein an der Grundkonstruktion des Parallelanschlags befestigt werden.
Das wäre ein einfacher Weg zu einem flachen Anschlag.

Das stehen hinter dem Werkstück ist grundsätzlich zu vermeiden, egal an welcher Maschine.
Bei der Einführung der Formatkreissäge hat mich das seitliche Stehen neben der Maschine auch sehr gestört,
die Gewöhnung war dann doch ganz einfach. ....... und so mancher Span und kleine Holzstückchen sind in
vielen Jahren an mir vorbeigeflogen anstatt bei mir einzuschlagen.

Das Schneiden keiliger Stücke ist fast immer sehr problematisch, in diesem Fall z.B. führt bereits ein leichtes
Abheben vom Tisch unweigerlich zu einem Einklemmen des Werkstücks zwischen Anschlag und Sägeblatt
mit dem Anpressen des Werkstücks an letzteres. Das Werkstück wird ergriffen und entsprechend beschleunigt.

Auch Unterlegkeile haben die unangenehme Angewohnheit sich mit dem spitzen Ende aufzustellen
um sich zwischen Sägeblatt und Tischöffnung senkrecht einzukeilen. Bei der Gelegenheit
kann ein schöner Freiflug der Tischeinlage oder von Aluspänen entstehen.

Bei dem gezeigten Vorgang hätte ich mit flachem Anschlag gearbeitet der noch ein ganz knappes
Stück vor dem Eintritt der Zähne in den Tisch zurückgezogen ist.
Dabei darf natürlich kein seitlicher Druck mehr auf das Werkstück mehr aufgebracht werden,
die letzten mm arbeitet man dann ohne Führung.
 

IngoS

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Hallo,

dass die kleine Leiste bei dem Schnitt zum kippeln neigt, ist praktisch vorprogrammiert.
Wie hier schon gesagt, ein breiteres Brett nehmen, das Profil ansägen und dann die Leiste vom Brett absägen, halte ich für die sicherste Lösung.
So habe ich das schon oft gemacht.
Eine andere Lösung, die Leiste deutlich länger lassen und dann aber nicht bis zum Ende durchsägen, sondern nur so weit wie nötig. So hat man am Ende der Leiste noch genug Platz, um diese sicher und kippelfrei zu führen.

Gruß Ingo
 

magmog

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......F&F klingt ja gut, aber hier geht es um eine TISCHkreissäge mit einer ziemlich kurzen Nut!
Bereits vor dem Sägeblatt reicht der Platz gerade so für die zwei Brüder, evtl. noch für
ein oder zwei Dezimeter Holz.

Ach 4, wer auf der A3 an Frankfurt vorbei kommt, kann gerne für praktische Lösungen seiner
hölzernen Probleme reinschauen, lässt sich meistens einrichten.
 

HoneyBadger

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Also mal vielen Dank an alle die geantwortet haben. Da war wirklich viel Nützliches dabei und auch danke für die vielen netten Worte. Ich werde alle Tipps nochmal gewissenhaft durchgehen und für mich übernehmen. Trotzdem glaube ich das mehr wissen nicht schaden kann und werde mich nochmal um professionelle Einweisung bemühen.

Wenigstens komme ich mir nicht mehr vor wie der aller letzte Depp und werde dann versuchen - wenn auch mit viel Respekt - an die Maschine zurück zu kehren.

Eine Tatsache die bei den Kickback Videos auf YT nie so deutlich wird ist die schiere Kraft die dabei freigesetzt wird. Hätte es den Hoden getroffen wäre das jeweilige Ei pulverisiert worden. 2cm weiter zur anderen Seite läuft die Große Arterie durch die Leiste. Jetzt gibt es für die nächsten Wochen beim Pinkeln ein Lila-Blaues Mandala zu bewundern. Also an alle die so einen Rückschlag noch nie gesehen haben - muss man auch nicht zwingend. Ich hoffe die Story hier dient auch als abschreckendes Beispiel.
 
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dsdommi

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Wir waren mal bei @magmog zur Maschineneinweisung. Die Einschläge in der Wand einige Meter von der Kreissäge entfernt haben mich nachhaltig beeindruckt. Da erkennt man die Energie die da drin steckt.
Auch habe ich mal an der Tischfräse versehentlich eine Nut im Gleichlauf gefräst. Die Wucht und die Geschwindigkeit mit der das Werkstück beschleunigt wurde war mehr als beeindruckend. Der Einschlag in meine Absaugung auch. Was ich gelernt habe?
Richtig stehen ist das a und o
 

Johannes

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Hallo,
ich habe lange Jahre eine Tischkreissäge genutzt. Dabei habe ich immer links vom Profil für den Schiebeschlitten gestanden. Bei meiner Säge war es so, das der Spaltkeil ganz leicht nach rechts zeigte und so Leisten die ich geschnitten habe immer leicht gegen den Parallelanschlag gedrückt hat. Dies hat sehr gut funktioniert. Wenn man Leisten teilweise schräg schneiden will, könnte man hinter dem Sägeblatt einen Andruckkamm anbringen.
Und man sollte sich klarmachen, das ein Stück Holz, dass vom Sägeblatt beschleunigt wird, mit einer Geschwindigkeit von circa 150kmh auf die Reise geht.

Es grüßt Johannes
 

tomkaes

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2-3 Dinge kann ich an der Tischkreissäge optimieren, die nicht optimal sind.

1. Andrückkamm nachrüsten - hier ist das große Hindernis, dass es keine Nutensteine im Standardmaß für die Ulmia gibt.
Die Nutensteine kannst du dir selbst anfertigen, eine Platte POM passender Stärke kaufen,
und an deiner Ulmia passen zuschneiden und fälzen.
Lässt sich auch gut bohren und Gewindeschneiden.

2. Parallelanschlag umlegbar ausführen. Hier gibt es keine Aluminium Profile, die die Nuten an der richtigen Position haben für den Gusseisernen Anschlag.

Ich habe mir ein Aluprofil als Ersatzteil beschafft, Gußanschlag durchbohrt,
Rechteckprofil passend für die rückseitige Nut und ein paar Sterngriffmuttern.
Habe ich hier mal an einer alten Rapid PK 100 gezeigt.
https://www.woodworker.de/forum/threads/kreissäge-frommia-635-winkelanschlag.135078/post-1186762

Was mir noch aufgefallen ist:
du führst einen Längsschnitt in Hartholz mit einem Sägeblatt mit sehr vielen Zähnen durch.
Hast du kein Besäumblatt mit weniger Zähnen?
 

HoneyBadger

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Die Nutensteine kannst du dir selbst anfertigen, eine Platte POM passender Stärke kaufen,
und an deiner Ulmia passen zuschneiden und fälzen.
Lässt sich auch gut bohren und Gewindeschneiden.



Ich habe mir ein Aluprofil als Ersatzteil beschafft, Gußanschlag durchbohrt,
Rechteckprofil passend für die rückseitige Nut und ein paar Sterngriffmuttern.
Habe ich hier mal an einer alten Rapid PK 100 gezeigt.
https://www.woodworker.de/forum/threads/kreissäge-frommia-635-winkelanschlag.135078/post-1186762

Was mir noch aufgefallen ist:
du führst einen Längsschnitt in Hartholz mit einem Sägeblatt mit sehr vielen Zähnen durch.
Hast du kein Besäumblatt mit weniger Zähnen?
Doch doch ich hab auch ein Längsschnittblatt. Hier war es dann tatsächlich die Faulheit die mich gehindert hat es für ein Schnitt und zu bauen.
 

Hubraumschrauber

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FuF in der linken Nut, die Leiste links vom Sägeblatt.

Sein Werkstück ist 20mm breit, 50mm hoch und 600 lang.
Um die 15 Grad zu schneiden, wenn das Werkstück links vom Blatt geklemmt wird,
muss das Werkstück im Uhrzeigersinn um 180 grad gedreht werden.
Flach, also auf die 50mm Auflegen, bekommt er seine 15 Grad nicht hin.
Dh selbst wenn FuF bis ans Blatt gehen, (geschwenkt nach rechts kommt das Blatt auch am Tischaustritt etwas nach links) bleibt zum Klemmen zwischen FuF eine Breite am Werkstück von ca. 7mm übrig.
Querschnitt der Klemmung dann 7mm mal die Dicke vom Brett des FuF und das auf 600mm.
Sehr ungünstiges Führungsverhältnis.






Wenn die Profis sagen, dass das geht, glaub ich das.
Aus dem Bauch raus, hätte ich das nicht probiert, wäre mir zu wackelig und zu nah am Blatt.
 

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chris_11

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Grösstes Problem ist das gekippte Sägeblatt mit durchgehendem Längsanschlag. Dadurch greift die hintere Sägeblattseite das Stück, sobald es sich auch nur etwas nach oben bewegt. Dann schiesst die Leiste mit der Sägeblattschnittgeschwindigkeit (>200km/h) nach vorne Richtung Bediener. Am wichtigsten und einfachsten den Längsanschlag nur bis zum Anfang des Blatts, danach sollte ordentlich Freiraum sein. Eine Leiste parallel zum Längsanschlag nur bis kurz nach Blattanfang ist eine Möglichkeit.
Probleme entstehen oft, wenn sich das Schnittgut an der hinteren, hoch laufenden Seite des Blatts klemmen kann.
Ich glaube, das A und O ist ein Gefühl und Blick dafür zu bekommen, was gefährlich werden kann. Dann ist es immer besser, etwas mehr Zeit für eine alternative Methode zu investieren.
Du bist nicht der erste und auch nicht der letzte dem das passiert. Da kann jeder Profi seine Geschichten erzählen. Sei froh, das die Verletzungen nicht ernster sind.
 

Kunstbohrer

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Sein Werkstück ist 20mm breit, 50mm hoch und 600 lang.
Um die 15 Grad zu schneiden, wenn das Werkstück links vom Blatt geklemmt wird,
muss das Werkstück im Uhrzeigersinn um 180 grad gedreht werden.
Flach, also auf die 50mm Auflegen, bekommt er seine 15 Grad nicht hin.
Dh selbst wenn FuF bis ans Blatt gehen, (geschwenkt nach rechts kommt das Blatt auch am Tischaustritt etwas nach links) bleibt zum Klemmen zwischen FuF eine Breite am Werkstück von ca. 7mm übrig.
Querschnitt der Klemmung dann 7mm mal die Dicke vom Brett des FuF und das auf 600mm.
Sehr ungünstiges Führungsverhältnis.






Wenn die Profis sagen, dass das geht, glaub ich das.
Aus dem Bauch raus, hätte ich das nicht probiert, wäre mir zu wackelig und zu nah am Blatt.
Genau so klappt das aber.
für einen großen Teil des Schittes verhindert ja auch noch zusätzlich der zwar zurückgezogene aber vorhandene Anschlag das abkippen.
Da Wackelt auch nix. Schwierig wird das erst wenn die Leiste so Windig ist, das man diese zur Überwindung des Schnittdrucks verbiegen müsste. Das Sägeblatt muss halt passend und Scharf sein, dann hat man schon die halbe Miete. Wie gesagt. An der Tks hilft das aber nicht weiter
 

Kunstbohrer

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Doch doch ich hab auch ein Längsschnittblatt. Hier war es dann tatsächlich die Faulheit die mich gehindert hat es für ein Schnitt und zu bauen.
Das Sägeblatt das da verbaut ist hätte, wenn es scharf ist, mit der gleichen Leiste und einem „normalen“ 90 Grad schnitt vermutlich kein Problem gemacht. Ich hab das vergleichbare quasi permanent auf meiner F45 nur vlt etwas größer.
 

brubu

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Nach Skizze von Hubraumschrauber haben wir es auch schon gemacht aber richtig geführt. Am Parallelanschlag ist eine Aufdopplung aus Holz oder Plattenmaterial nötig damit das Sägeblatt oben in diese Platte ragen kann. Dazu die Aufdopplung am Anschlag in das Sägeblatt schieben oder den Bereich des Sägeblatts ausschneiden. So kann das Werkstück hochkant gut geführt dem Anschhlag entlang durchgeschoben werden. Der Anschlag muss durchgehend sein, nicht zurückgezogen. Falls die Aufdopplung ausgeschnitten wird ist hinter dem Sägeblatt die Kante anzuschrägen damit der Abschnitt dort nicht ansteht beim Durchschieben. Noch besser den unteren Teil wegsägen oder ausfälzen damit für den Abschnitt alles frei ist.
 
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