Lasur, Beize, Öl? Wie imitiere ich diese Farbe

Marialo

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Hallo an alle,

ich weiß - die Farbe wird auf jedem Bildschirm anders aussehen - für mich ist es ein helleres Olivgrün. Ich versuche das auf Birke Multiplex auch so deckend zu schaffen und bin bei meinem ersten Versuch (mit Auro Lasur) kläglich gescheitert. Den Farbton an sich kann ich mir mischen, aber so kräftig wird er mit der Lasur einfach nicht. Was sind meine Optionen?

Mir fällt ein:

1. Selbst Pigmente für ein Öl mischen (bei Kreidezeit?)
2. Eine farblose Lasur auf Kunstharzbasis mit Kunstarz - Lack mischen (und dann halt mehr Farbe nehmen)
3. Doch lieber eine Beize? Da müsste ich den Farbton auch selber anmischen aus Pulverbeize soweit ich weiß.

Bin über jeden Rat dankbar :emoji_slight_smile:



Bildschirmfoto 2025-12-22 um 22.41.46.png
 

welaloba

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Wenn du einen deckenden Anstrich haben willst, nimm doch bitte Acryllack, gemischt nach RAL Farbfächer, oder wie immer diese Farbtonliste auch heißt.
 

flüsterholz

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Da hilft leider nur ausprobieren. Nach dem 1. Anstrich deckt die Auro Lasur nur wenig. Bei mehreren Anstrichen wird das aber besser. Pigmente nur in Öl eingerührt, wie bei Kreidezeit, gibt wieder eine andere Oberfläche.
Ich verstehe daas doch richtig, du möchtest die Oberfläche auf dem Foto erreichen? Hast du das Foto noch etwas schärfer? Dann könnte man besser erkennen, um welche Oberfläche es sich handelt. Gebeizt könnte auch möglich sein. Aber im Augenblick ist das nur raten.
 

Marialo

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sieht man es so besser? Sonst ist hier der Link: https://de.pinterest.com/pin/661114420325698291/

Mein Ziel ist eine nicht glänzende Oberfläche (was bei den Lasuren von Auro schon bei ein paar mal auftragen passiert, aber bis drei Anstriche grad noch vertretbar). Es soll eine natürliche Oberfläche sein, deshalb fällt Acryllack raus.
 

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Johannes

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Hallo,
für mich sieht der Schrank nicht deckend gestrichen aus. Wenn eine Öllasur nicht deckend genug ist, kann man auch ein wenig deckende Ölfarbe einmischen, das ist für mein Empfinden leichter als mit Farbpigmenten zu experimentieren.

Es grüßt Johannes
 

carsten

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Hallo

das sieht für mich nach Beize und mattem Lack aus. Den Effekt kann man aber auch sicherlich mit Öl und Co erreichen. Nicht zu fein Schleifen max Korn 180. Ohne Grundierung testen. Würde mir den Farbton als deckende Lasur bestellen und in Farblos und selber mischen. Erste Musterflächen müssen ja nicht groß sein. Einwegspritzen helfen bei der Dosierung. Musterflächen genauso vorbehandeln wie die Originalfläche. Der Schliff ist gerade bei Lasuren/ Beizen mit entscheidend für das Endergebnis.
 

Marialo

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ok dann probiere ich mich mal weiter durch danke!

Eine zweite Frage: wäre es sehr hirnrissig das auf Buche zu versuchen? Die Birke schien mir doch etwas weich für die Küche...
 

carsten

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Hallo

klar kann man auch mit Buche versuchen. Man kann aber nur sehr begrenzt auf den Versuchen mit Birke aufbauen da die Eigenfarbe der Buche anders wirkt. Der Kontrast bei Buche ist meist auch niedriger
 

Johannes

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ok dann probiere ich mich mal weiter durch danke!

Eine zweite Frage: wäre es sehr hirnrissig das auf Buche zu versuchen? Die Birke schien mir doch etwas weich für die Küche...
Hallo,
ich habe in den vergangenen Jahrzehnten mehrere Küchen aus Birke Multiplex gebaut, das ist absolut geeignet. Auf den gezeigten Fotos ist klar die Holzmaserung zu erkennen, es ist also kein deckender Anstrich. Beize ist bei Birke Multiplex oft schwierig, da sich durch die Struktur des Schälfurniers ungeahnte Wolken in der Ansicht bilden können. Buche wird bei deinem Farbwunsch schwierig, da Buche rötlich ist, und dass das genaue Gegenteil deiner Wunschfarbe ist.

Es grüßt Johannes
 

Marialo

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Also mein heutiger Versuch in beizen war sowohl bei Buche als auch bei Birke wesentlich deckender als die Lasur und entspricht auch eher dem matten finish was ich haben wollte. jetzt muss ich nur noch die richtige Farbe treffen. Danke für den Tipp!

1. Die Arbeitsplatte soll auch Multiplex werden (ist das überhaupt sinnvoll?) Wenn ja - wie dick muss sie unbedingt sein - ich hätte sie gerne nicht so dick (max. 25), weil so viele von den Schichten braucht man nun auch nicht sehen und sie liegt ja fast die ganze Zeit auf den Ikea Korpussen auf. Außer an der Spüle, da gibt es dann 60 cm, wo die Platte hängen könnte...

2. Wäre als Arbeitsplatte Buche dann doch besser wegen der Härte oder lieber Birke, weil es sich weniger verzieht?

3. Und reichen bei den Fronten 15 mm?

Danke für die Auskunft!
 

IngoS

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1. Die Arbeitsplatte soll auch Multiplex werden (ist das überhaupt sinnvoll?) Wenn ja - wie dick muss sie unbedingt sein - ich hätte sie gerne nicht so dick (max. 25), weil so viele von den Schichten braucht man nun auch nicht sehen und sie liegt ja fast die ganze Zeit auf den Ikea Korpussen auf. Außer an der Spüle, da gibt es dann 60 cm, wo die Platte hängen könnte...

2. Wäre als Arbeitsplatte Buche dann doch besser wegen der Härte oder lieber Birke, weil es sich weniger verzieht?

3. Und reichen bei den Fronten 15 mm?

Danke für die Auskunft!
Hallo,

beachte, dass es Kochmulden gibt, die eine 38, oder 40mm Arbeitsplattendicke erfordern.
Für Topfscharniere sind m.E. 15mm Türdicke zu wenig.

Gruß Ingo
 

Marialo

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Hallo,

beachte, dass es Kochmulden gibt, die eine 38, oder 40mm Arbeitsplattendicke erfordern.
Für Topfscharniere sind m.E. 15mm Türdicke zu wenig.

Gruß Ingo
Hi Ingo,

ja genau so eine Kochplatte habe ich. Aber ich dachte, man kann den Backofen mit einer Blende etwas tiefer setzen - weil dabei geht es ja einfach um die Belüftung.

Türen habe ich nicht - nur Schubladen.
 

holzer1998

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1. Die Arbeitsplatte soll auch Multiplex werden (ist das überhaupt sinnvoll?) Wenn ja - wie dick muss sie unbedingt sein - ich hätte sie gerne nicht so dick (max. 25), weil so viele von den Schichten braucht man nun auch nicht sehen und sie liegt ja fast die ganze Zeit auf den Ikea Korpussen auf. Außer an der Spüle, da gibt es dann 60 cm, wo die Platte hängen könnte...
Je nachdem, was du für eine Oberfläche haben möchtest kannst du Multiplex ohne weiteres nehmen. Wenn du die Schichten an der Kante nicht sehen willst kannst du dort einen Anleimer aufbringen und dann mit einer Fase oder Radius die Leimfuge „kaschieren“.
Bei einer MPX Platte würde ich auch ohne Weiteres 18mm nehmen. Es hängt eben sehr stark von den Geräten ab, die dort eingelassen werden, bzw. ob sie immer „in“ einem Korpus sind, oder du Seitenwände dazwischen hast.
Da hat @IngoS bereits darauf hingewiesen

2. Wäre als Arbeitsplatte Buche dann doch besser wegen der Härte oder lieber Birke, weil es sich weniger verzieht?
MPX verzieht sich nach meinem Verständnis unabhängig von der Holzart. Bei der Arbeitsplatte hätte ich aber sehr wenig Bedenken, da diese ja mit dem Korpus, bzw. den Traversen verschraubt ist.

3. Und reichen bei den Fronten 15 mm?
Wenn ich das richtig gelesen habe hast du nur Schubkästen und keine Türen? Da hätte ich wenig Bedenken mit 15mm. Bei den Türen kann des auch gehen, nur dass du sehr vorsichtig mit den Topfbändern sein musst um nicht durchzubohren.
Ich habe schon mehrfach 15mm MPX beidseitig weiß beschichtet für Korpusse und Fronten verwendet. Bisher ohne Probleme.
 

carsten

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Hallo

als Arbeitsplatte würde ich das 2 mal überdenken.
Die Furnierschichten sind sehr dünn egal ob Buche oder Birke. Und bei geölter Oberfläche ist die Farbgebende Schicht noch dünner also auch rasch abgenutzt. Wenn die Kantenoptik eh stört würde ich über eine Massivholzarbeitsplatte nachdenken. Und am besten Natur lassen. Ein durchgehend grünes Holz gibt es leider nicht
 

Marialo

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Hallo

als Arbeitsplatte würde ich das 2 mal überdenken.
Die Furnierschichten sind sehr dünn egal ob Buche oder Birke. Und bei geölter Oberfläche ist die Farbgebende Schicht noch dünner also auch rasch abgenutzt. Wenn die Kantenoptik eh stört würde ich über eine Massivholzarbeitsplatte nachdenken. Und am besten Natur lassen. Ein durchgehend grünes Holz gibt es leider nicht
Hallo Carsten,
ja die Arbeitsplatte wollte ich in Natur lassen. Also mit Hartwachsöl ölen und nicht in grün.
 

Johannes

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Hallo,
Arbeitsplatte in Multiplex ist leider Nix. Da ist die Deckschicht viel zu dünn. Ich habe schon Küchenarbeitsplatten mit Multiplex gemacht in dem ich oben und unten 6mm Ahorn Sägefurnier aufgeleimt habe. Auch habe ich Arbeitsplatten aus Multiplex Resten gemacht in dem ich 4cm Streifen gesägt habe und diese dann hochkant miteinander verleimt habe. Dabei habe ich die Ausschnitte für Kochfeld und Spüle gleich ausgespart. Dann braucht man aber ein gutes Öl, das die Hirnholzstreifen gut versiegelt.

Es grüßt Johannes
 

brubu

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Den Farbton an sich kann ich mir mischen, aber so kräftig wird er mit der Lasur einfach nicht. Was sind meine Optionen?
Variante Industrie und billig wäre Klarlack, Zwischenschliff und Schlussauftrag mit eingefärbtem Lack. So baute ich einmal Regale des grossen Möbelhauses nach die nicht mehr im Sortiment waren.
 

derdad

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Variante Industrie und billig wäre Klarlack, Zwischenschliff und Schlussauftrag mit eingefärbtem Lack. So baute ich einmal Regale des grossen Möbelhauses nach die nicht mehr im Sortiment waren.
Die umgekehrte Vorgehensweise wäre besser. Zuerst eingefärbter Lack, dann leichter Zwischenschliff, und dann Klarlack. Bei eingefärbtem Lack ist es gut wenn noch eine Schutzschicht Klarlack drauf kommt, da sonst mit der Zeit durch Abrieb die Farbe ungleichmäßig wird.
Wenn man beim Zwischenschliff nur leicht die aufgestellten Fasern kappt hat man auch keine Probleme, dass man den eingefärbten Lack durchschleift.
LG Gerhard
 

brubu

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Die umgekehrte Vorgehensweise wäre besser. Zuerst eingefärbter Lack, dann leichter Zwischenschliff, und dann Klarlack.
Beim Klarlack als Schutz bin ich einverstanden aber dann ist es nicht mehr billig, muss es in diesem Fall auch nicht sein.
Klarlack als Grundierung habe ich bei einem Massivholzteile Hersteller für die Industrie gesehen. Klar grundieren deshalb weil damit das Saugverhalten egalisiert wird und die du auch schreibst der Zwischenschliff kein Problem ist. An den Kanten ist immer schnell etwas mehr geschliffen.
Beim Teilehersteller hatten die Farbmuster um ihre Teile passend zu den furnierten Teilen ihrer Möbelindustriekunden zu lackieren.
Es sah für mich anfangs auch verkehrt aus, hat aber gute Gründe.

Ähnlich ist es mit Beize. Bei uns gab es von einem kleinen Lackhersteller Egaliseur, das war eine Art Seifenlösung zur Vorbehandlung vor dem Beizen damit saugfähige Stellen etwas abgesperrt wurden und nicht zu viel Beize aufsaugten. Den Hersteller gibt es nicht mehr, ev. kennst du ein ähnliches Produkt, ich habe bis jetzt nichts gefunden. Wir haben aber noch etwas an Lager und brauchen sehr wenig. Ev. könnte man eine solche Lösung selber herstellen.
Gruss brubu
 

flüsterholz

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Hesse hatte/hat mal eine Art Holzseife, die wir für die Vorbehandlung von Kiefer vor dem Beizen benutzt haben. Ich weiß die Bezeichnung aber nicht mehr. Google hat auch nichts gefunden. Scheint es wohl auch nicht mehr zu geben.
 

Marialo

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Hallo an alle,

die Küche ist jetzt gebaut aus Birke Multiplex und die apl ist 30 mm dick geworden.

Nun stehe ich vor dem nächsten Problem: Am liebsten hätte ich solche Griffmulden. Ich dachte, dass könnte ich mit einem Griffleistenfräser machen, aber mein Vater (Tischler) meinte gerade das ginge nicht. Außerdem meinte er das ist kritisch, weil meine Fronten nur 18 mm dick sind. Was sagt ihr?

Danke und viele Grüße!

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Dutrag

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Mein Bruder hatte sich selber eine ähnliche Küche gemacht und einfach Durchgangsbohrungen als Griffe gemacht, ich glaube Ø30mm.
Es gibt aber Griffmulden-Fräser, die z.B. 16mm tiefe Griffmulden fräsen. Im Notfall, falls zu wenig Fleisch bleibt, Fronten von innen aufdoppeln.

Selbstverständlich alles erst testen und schauen, was klappt und was einem wie gefällt.
 
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