Wurmlöcher verfüllen

Jacinta

ww-pappel
Registriert
11. Juni 2008
Beiträge
4
Ich habe einen schönen alten Stuhl vom Sperrmüll gerettet und mich hat nur der Ehrgeiz gepackt, ihn wieder brauchbar zu machen.

Problem 1: Er hat ein einem Bein Wurmlöcher und zwar nicht so ganz wenige. Aber das Holz ist noch stabil. Ich habe mir nun vorgenommen, die Löcher mit Hilfe einer Pipette mit Epoxydharz zu füllen. Dadurch müßte das Holz von innen her vorbeugend stabilisiert werden.

Kann mit jemand sagen, wie ich das am besten anstelle und welches Harz ich nehme? Kann man da einfach ein Gießharz nehmen? Wenn ja, ein hochfestes oder ein restflexibles? Reicht da eins aus dem Baumarkt?

Ich habe mit das so vorgestellt, dass ich das Stuhlbein i(liegend) an drei Seiten mit Klebeband fest abklebe, damit nichts raustropft und dann in die Löcher der Oberseite mit Hilfe einer Pipette oder (ggf. medizinischen) Spritze das Harz einfülle. Funktioniert das so? Muss ich dasmit rechnen, dass das Harz mit dem Klebeband irgendwie chemisch reagiert?

Kann man das ausgehärtete Harz einfach überlackieren oder sollte man es besser vorher einfärben?
 

edelres

ww-robinie
Registriert
16. November 2003
Beiträge
2.619
Ort
Redwood City, Kalifornien USA
Epoxidharz

Hallo Jacinta,

Deine Vorstellung ist richtig. Du benoetigst ein Epoxydharz mit einer offenen Zeit von ca 20 Minuten.
ich verwende Einwegspritzen mit einer groben Kanuele von der Vetrinaermedizin. Den Epoxykleber verduenne ich mit einigen Tropfen
Azeton, bei starkem Wurmbefall, bringe ich Tropfen von Azeton als erstes in die Wurmloecher, so sind diese vorgenaesst und das
Epoxydharz fliesst leichter in die Wurmgaenge. In manchen Faellen, benutze ich einen Zahnstocher, tauche diesen in den Epoxykleber und lasse den sich bildenten Tropfen an den Rand eines Wurmloches fallen, ohne das Loch mit dem Harz zu verschliessen. Der Tropfen laueft in den Wurmgang ein und durch die Kapillarwirkung wird der naechste Tropfen eingesaugt.

Ich faerbe das Epoxidharz mit Farbpigmenten, bei Wurmloechern, etwas dunkler als die Farbe der Umgebung. Es ist nicht einfach einen
genauen Farbton zu mischen, da dieser erst nach dem Trocknend des Harzes zu sehen ist, wird das Harz geschliffen, ist der Farbeindruck etwas heller.

Ich bin mit den in D angebotenen Epoydharzklebern nicht vertraut, das von mir verwendete Westsystem wird nicht in kleinen Mengen angeboten, kleinstes Gebinde 1 Liter.

Bevor ich mit dem Epoxidharz beginne, blase ich die befallenen Stellen mehrfach mit Pressluft aus.

Das Epoxidharz kann ueberstrichen werden.

Als Gedankenanstoss.

mfg

Ottmar

PS: Im vergangenen Jahr habe ich einen total verwurmten Sekretaer, anfangs 1500 in Venedig gefertigt, mit ca 4 kg Epoxydharz und Kohlefaserduebel stabilisiert.
 

carsten

Moderator
Teammitglied
Registriert
25. August 2003
Beiträge
20.754
Alter
52
Ort
zwischen Koblenz und Wiesbaden
Hallo

es müsste schon ein recht dünnflüssiges Harz sein. Die mir bekannten Epoxidharze sind alle recht zähflüssig, da wird man mit einer Spritze/ Pipette nicht genügend Druck aufgebaut bekommen um die Löcher wirklich tief zu verfüllen.
Wenn das Stuhlbein trotz des Wurmbefalls noch stabil genug ist würde ich die Löcher ledigleich mit einem im Farbton passenden Weichwachs verschließen.
Zuerst einen dünnen Oberflächenauftrag mit dem gewählten Material machen und trocknen lassen. Das Holz bekommt bei den meisten Oberflächen eine dunklere Färbung, das Wachs sollte man noch ne stufe dunkler wählen da Holz eher nachdunkelt als heller wird. Ruhig auch verschiedene Töne ( dunkler bis hin zu schwarz bzw ganz dunklem braun nehmen. Das sieht dann nach einem kleinen verwachsenen Ast aus.
 

Holz-Fritze

ww-robinie
Registriert
23. Januar 2008
Beiträge
5.243
Alter
58
Ort
Bonn
Es gibt zwiekomponenten Epoxidharze mit Mischröhrchen. Diese Röhrchen sind vorne so dünn, dass mann damit direkt in die Wurmlöcher spritzen kann.

Schau mal hier : http://www.delo.de/cont/pdf/ga/DELO_DP_(GEBR-D).pdf

Dies gibt es glaube ich auch von Loctite oder Pattex.

Ganz pratisch, nur nach Gebrauch muß man natürlich das Mischröhrchen wegwerfen.

Achso diese Pistole für die Kartuschen braucht man nicht unbedingt, zwei Rundhölzer auf eine Leiste geschraubt um die beiden Kolben rauszudrücken geht auch. Die Pistolen sind nämlich recht teuer.
 

Buchhalter

ww-pappel
Registriert
28. Mai 2008
Beiträge
1
Ort
Landkreis TIR
Hallo erstmal ...

ich finde, das ist das beste forum für holz-werker überhaupt

So, zu meiner Frage:
Ich verarbeite Wildholz und da gibt es an den Verbindungen leider immer etwas Klüfte und Spalten. So ganz genau krieg ich das nicht hin.

Bisher hab ich immer bisse Ponalleim mit Sägespänen gemischt und damit die Lücken gefüllt. Das erfüllt funktional seinen Zweck, aber optisch ist es zu sehen.

Gibts hier was anderes ???

Danke schon mal und viele Grüsse aus der Oberpfalz

Gerhard
 

WinfriedM

ww-robinie
Registriert
25. März 2008
Beiträge
25.363
Ort
Dortmund
Bei R&G Online - Epoxy, Epoxid, Carbon, Epoxyd bekommt man diverse Epoxydharze. Laminierharze sind in der Regel sehr dünnflüssig, manche schon fast so flüssig wie Wasser. Wenn man es mal dicker braucht, mischt man ein Füllstoff mit dazu.

Immer ganz wichtig: Richtige Dosierung und ordentlich mischen. Gerade beim mischen sind viele nicht geduldig genug.
 

mec

ww-pappel
Registriert
22. November 2007
Beiträge
6
je nach anwendungsfall nehmen wir beim flugzeugmodellbau "superkleber". gibts in "dünnflüssig", "mittel" und "dickflüssig".
im vergleich zum epoxiharz hat es den vorteil, dass man sich die mischerei erspart.
auf das superkleberfläschchen setzt man eine relativ dicke (ab 0.7mm) injektionsnadel und kann so millimetergenau arbeiten. wenn die nadel verstopft ist, dann kann man sie mit dem feuerzeug wieder freibrennen.

mec
 

WinfriedM

ww-robinie
Registriert
25. März 2008
Beiträge
25.363
Ort
Dortmund
Wobei Superkleber/Sekundenkleber (Cyanoacrylat) ja nicht wurmlochfüllend ist, ist ja nur für dünne Verklebungen gedacht. Man bräuchte dann noch ein Füllstoff, z.B. Holzmehl, was man zuvor ins Loch stopft. Dann sollte es gehen. Mit Aktivatorspray ist das dann in Sekunden fertig.
 

Jacinta

ww-pappel
Registriert
11. Juni 2008
Beiträge
4
Danke für die hilfreichen Antworten!

Zur Frage, ob man nicht einfach Wachs nehmen kann. Ich habe da Bedenken, weil es ein Stuhlbein ist und wenn sich mal jemand auf den Stuhl setzt, sollte er keinen freien Fall erleben müssen. :emoji_wink:

Leider weiß ich nicht, wie ich die Stabilität beurteilen soll. vielleicht sieht man mehr, wenn man den Stuhl komplett zerlegt, denn außen ist ein dunkler Lack drauf, der möglichwerise eventuelle Schäden verdeckt.

Woran erkennt man eigentlich, ob der Lack Schellack ist? vom alter her, wäre es möglich. Haben die früher auch noch andere Lacke benutzt. Der Lack ist schwarz, leicht rauh und nicht glänzend. (Damit wären wir bei einem weitren Problem.)

Zur Frage der flüssig/zäh: Man kann doch das Epoxydharz einfach mit Azeton verdünnen, oder?

Eine Bezugsquelle wäre wohl hier: Breddermann Kunstharze - Onlineshop Leider bin ich mir nicht im klaren, was ich nehmen soll.

Gießharz? Laminierharz? hochfest? restflexibel?

Oder gibts das Zeugs auch im Baumarkt?
 

WinfriedM

ww-robinie
Registriert
25. März 2008
Beiträge
25.363
Ort
Dortmund
Epoxy mit einem Lösemittel zu verdünnen, ist nicht gut. Der Vorteil von Epoxy ist ja gerade, dass er ohne Volumenverlust aushärtet. Wenn du Lösemittel zufügst, funktioniert das logischerweise nicht mehr, weil das ja verdunstet. Außerdem leidet die Qualität der Verbindung.

Im Baumarkt findest du nur zu völlig überhöhten Preisen kleine Tuben mit Epoxy, was zudem nicht sonderlich gut geeignet ist, weil es zum kleben dicker eingestellt wurde.

Übrigens: Erwärmen auf ca. 50 Grad macht auch dicken Harz wesentlich dünner. Dann muss aber schnell verarbeitet werden.
 
Oben Unten